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Pfälzisches Wörterbuch 
 
Blei-feder bis Blei-stefzen (Bd. 1, Sp. 1012)
 
  Blei-feder f.: 'Bleistift', Bleiferrer (blaifärər) [(1930) Kus u. Umg. WD-Niedkch BZ-Dörrb Gal-Dornf]. Südhess. I 936; Rhein. I 770. — -gewicht n.: wie schd., -gewicht [verbr.]. Sie hingt wie e Bleigewicht anem [ BZ-Dernb]. Südhess. I 936. — -gießen n.: wie schd. Der Brauch des B. wird noch heute geübt, hauptsächlich am Silvesterabend, früher auch am Heiligabend, in der Andreasnacht (30. November) und in der Thomasnacht (21. Dezember). Das B. dient der Erforschung der Zukunft. In FR-Albsh gossen die Mädchen das flüssige Blei durch einen Schlüsselring in eine mit Wasser gefüllte Schüssel; aus den entstehenden Figuren deuteten sie dann ihr künftiges Schicksal. In GH-Hatzbühl schloß man aus den Formen des erkalteten Bleies auf das allgemeine Zeitgeschehen der Zukunft; von Schwertgebilden deutete man auf bevorstehenden Krieg. Vgl. PfWB Blei 1. Südhess. I 936; Bad. I 260.
 
  
Pleikert m.: 'schlechter Kerl', Pleigert (blaigərd) [o. O.], Scheltname für einen ungezogenen Menschen [Germh Kühn Hamet 127]; schäler (scheeler) Pleikert, Scheltwort auf einen Schielenden [ NW-Geinsh]. RhWB Rhein. VI 974.
 
  
Blei-klicker m.: 'Klicker aus Blei', Bleiklicker (blaigligər) [ KU-Krottb O'alb RO-Gundw KL-Kindsb PS-Hintwdth NW-Mußb Speyd]; vgl. PfWB Bleibumpel. Syn. s. PfWB Schießklicker. Südhess. I 936; Rhein. I 770. — -klotz m.: schwer wie e Bleiklotz [ Don-Schowe Torscha]. — -klumpen m.: scherzh. für 'dickes, schweres Kind', -klumbe [ KU-Schmittw/O LA-Venn]. Südhess. I 936. — -kugel f.:
1. wie schd. RA.: Er kann schwimme wie e Schleifstään un e Bleikuchel [ SP-Mechth]. —
2. 'Klicker aus Blei', wird als besonders wertvoll angesehen, 'dicker Klicker', -kuchel, -kugel [verbr.]. Syn. s. PfWB Schießklicker. Südhess. I 936; Rhein. I 770; Bad. I 260. — -linslein n.: = PfWB Bleiklicker, Bleilinsle [ LU-Neuhf]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — -stefz m.: = PfWB Bleistefzen. — -stefzen m.: 'Bleistift', -stefze (-defdsə) [ LA-Venn]. Bad. I 260. —