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 RhWB verwischen (Bd. 9, Sp. 586)   PfWB wischen (Bd. 6, Sp. 1414)   PfWB Sau-stall (Bd. 5, Sp. 813) 
 ver -wischen: 1. etwas v., Geschriebenes verschmieren; de Lei v. Allg. — 2. einen v., erwischen, abfassen, hinters Licht führen Rhfrk (s. –witschen).

 

   wischen schw.:
1. 'mit der Hand, einem Lappen o. ä. leicht reibend über etwas fahren, putzen, trocknen', wische (wiə) [verbr., Karch Gimmdg/ Muttstdt 54 Schneckenburger 49 Lambert Penns 179 Krämer Gal 243]; Zs.: PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB darüber-, PfWB durch-, PfWB ent-, PfWB er-, PfWB ver-, PfWB herunter-, PfWB hin-, PfWB um-, PfWB weg-, PfWB zusammenwischen; Syn. s. PfWB scheuern 1; mit 'm Lumbe iwwer de Disch w. [Krämer Gal 243]. Wisch dem Kind sein Nas [ BZ-Dernb]. Er wischt sich die Aage [ LU-Alsh]. Sie wischt geren [ LU-Alsh]. VR.: Un hanns Fenschter net g'wischt, Forts. s. PfWB Saustall 1 [Schandein Sprachsch.]. SprW.: Schwarz gebore esch W. un Wäsche verlore 'Man muß sich mit seinen Naturanlagen abfinden' [ BZ-Dierb]. —
2. 'eine Ohrfeige geben' [mancherorts]; Syn. s. PfWB ohrfeigen; e paar (eeni) w. [mancherorts, Kamm 69 Kühn Kumödi 2]. Ich häb dem Lausbuu enni gewischt for sein Frechheit [ BZ-Dernb]. Ich unn mein Freind hätten 'm schun eeni gewischt, wann er 's Maul uffgerisse hätt! [PfRSch. 24. 3. 1927]. RA.: Er hot em eeni gewischt, daß er die zwett nimmi will [ LU-Neuhf]. —
3. 'einen Wisch 1 b als Verbotszeichen aufstellen' [ KU-Bedb Rockhs]. Der Acker werd gewischt [Rockhs]. Wee'e (Wege) werre gewischt [ RO-Odh]. —
4.
a. 'beim Kartenspiel Kreidestriche entfernen, mit denen Stiche angezeigt werden' [ BZ-Dernb]. Er hot sein Kaart gut gespeelt, wisch em zwee, un mir schreib eens dazu [ BZ-Dernb]. —
b. ein nicht näher erläuterter Ausdruck beim Kegelspiel, wische [ LU-Opp]. — RhWB Rhein. IX 585/86; ElsWB Els. II 873.

 

  -stall, Säu-m.:
1. 'Schweinestall', -stall [verbr.], Sai- [RO-Als KB-Kriegsf Lambert Penns 149 Krämer Gal 181]. Do is e Luft wie em e S., von schlechter, muffiger Luft [ KB-Biedh]. Do sieht's aus wie eme S. [ LU-Alsh/Gr]. VR.: Zu meim Schätzche han ich wolle gehe / un han's Fenschter net g'wischt. / Do bin ich dohin kumme / wo's Sauställche is [Schandein Notizen]; einen weiteren VR. s. PfWB Bube 1. a. 1529: schopff, stall schower, sow vnd kuw stall [GgHospR]. a. 1553: ein stuck platzen, da dan deß von Eltz saustall uffstehen [ABlieskst 19]. —
2. 'Schlitz der Männerhose vorn', scherzh. [ RO-Obd LU-Oggh LA-Bornh Herxh Nd'hochstdt BZ-Eußth]; vgl. PfWB Stalltür. Hat jemand den Hosenschlitz offenstehen, sagt man zu ihm: Dein S. steht uf! [ LU-Oggh]. Mach dei S. zu! [ LA-Nd'hochstdt]. —
3.
a. 'unordentliche Zustände, Durcheinander' [verbr., Thielen 96]; e schener (richdicher, wahrer) S. [ KB-Kriegsf, mancher-

[Bd. 5, Sp. 814]
orts]. Des is aan S. [ LU-Altr, mancherorts]. Das esch de reinscht S. [ BZ-Dierb, mancherorts]. Hen die en S.! [ GH-Rülzh]. Nää, nää ehr Kinner, numme sou kään S. for e Haushaldung 'nur nicht so ein Durcheinander von Haushalt' [ NW-Gimmdg]. Ich werr emol den S. ausmischde 'Ich werde jetzt aufräumen' [ NW-Freinsh]. —
b. e Saustall uffehre (aufführen) 'lärmen, Tumult veranstalten' [ KU-Obw/T]. —
4. Neckname für BZ-Sarnst, Saustall [Seebach Neckn. 75]; vgl. PfWB Saustaller. —
5. FlN, mda. Saustall [ LU-Oggh]. — Südhess. V 122; RhWB Rhein. VII 781/82; LothWB Lothr. 429; ElsWB Els. II 589.