PfWB Wippe f.: 1. Sg. t. wip [Berg -pə] in der Wend.: De steht op der W.; jetzt steht, geht et op de W. in der Schwebe, vor der Entscheidung; dem Bankerott nahe sein, in Gefahr sein, den Posten zu verlieren Rip, Nfrk, Siegld-Obersd, Koch-Stdt; op em letzte Wippche stohn Bitb-Ritters; iwer de W. sein erledigt, tot sein Wittl-Meerf; ömmer nett en de W. blive das seelische Gleichgewicht behalten MGladb-Rheind. — 2. mit Pl. -pə(n), Dimin. -pχə(n), –pkə(n). a. Balkenschaukel, Schaukelbrett Meis-Löllb Schweinschd, Bitb, Siegld-Eisern Wilnsd u. südl. davon bis einschl. Wahlb u. Würgend, im Freudenberger Geb. u. vereinz. in NSiegld (Birlenb Klafeld Buschhütten Kromb Bockenb Herzhsn Ruckersf Vormwald Feuersb) (sonst Schunke[l], Schwäppe, Schwicke, Wicke, Schnäpper), Neuw-Kurtschd, Gummb-Bomig Marienhg, Wippf-Bechen, Monsch-Vossenack, Jül-Boslar, Grevbr-Wickr, Kemp-Grefr Stdt, Barm-Wichlinghsn, Mettm-Vossnacken, Düss-Eller Stdt Volmerswerth, Sol, n. einschl. Ruhr. — b. Galgen, [Bd. 9, Sp. 567]
in der Wend.: Lop no(r) de W.! mach, dass du fortkommst Klev, Rees, Dinsl. — c. Geräte. α. die Schwinge an der alten Drechselbank; eine Schnur wurde unten an einem Trittbrett u. oben an einer an der Zimmerdecke federnd angebrachten Haselgerte befestigt (veralt.) Schleid-Heimb, Heinsb-Karken. — β. Leitstange am Spinnrad, die das Trittbrett mit der Kurbel des Rades verbindet Gummb-Stromb, uWupp, Sol, Klevld. — γ. dass. an der Häckselbank (Schniəback), die das Messer hinaufhebt Aach, SNfrk, Klevld. — δ. dass. am Webstuhl, dünnere u. kürzere Latte auf dem W., beim Weben sich auf- u. abwärts bewegend uWupp, Aach, MGladb, Kref. — ε. dass. an der Kloppmaschin der Nadelfabrikation Aach-Stdt. — ζ. eine schwanke hagebuchene, mehr als daumendicke 8 bis 10 Fuss lange Stange, deren unteres Ende auf einer Weide tief in der Erde steckt; an dem oberen Ende ist ein starker Strick befestigt, durch dessen Schlinge der Knebel der Kuhkette gesteckt wird; durch die Biegsamkeit der Stange kann die Kuh in weiterem Umkreis weiden uWupp 1870. — η. Wippken Gleitschiffchen beim Bandwirken Elbf. — θ. alte Türklinke Grevbr-Strabg. — d. eine alte Vorrichtung, um die Bergebeimischungen von feinen Eisenerzstücken abzuspülen; die zu reinigenden Erzstücke lagen auf einer siebartig durchlochten Platte; diese hing in einem teilweise mit Wasser gefüllten Setzkasten, dem sie angepasst war, an einer Wippstange; sie wurde durch einen auf dem Rand des Setzkastens angebrachten Führungsring gehalten u. über den Kastenrand gehebelt; beim Ab- u. Aufwippen der Platte spülte das von unten durch die Löcher dringende Wasser die leichteren Bergeteile nach oben, so dass sie von den unten liegenden Erzstücken abgekratzt werden konnten Siegld. — e. Art Krahnen aus vier Bäumen mit Flaschenzug, Hebelblock, zum Hochheben u. Schmieren der Karren Köln, Dür, Eup. — f. Kreiselwipper; Einrichtung zum Verladen der Kohle von den Förderwagen in andere Transportmittel Aach. — g. Senknetz des Fischers Sieg-Much, MülhRh-Immekeppel. — h. Angel Heinsb, Kemp. RA.: De hät sech ene nüə Pereng (Wurm) an de W. gedohn er versucht zum zweiten Male, mit einem Mädchen ein Liebesverhältnis anzuknüpfen. — i. Spielball Bernk-Rachtig. — j. Wippken scherzh. Penis Elbf. — k. Wippe werfe flache Steine über eine Wasserfläche hüpfen lassen Köln-Nippes. — l. von Stellen. α. Sumpfstelle Altk-Mehren. — β. Spitze Sieg-Fussh. — γ. Tanzzelt Aach-Merkst. — δ. Weppche Rillenseite des Spielknöchels Aach-Stdt Vaelserquartier; Wepp Köln-Effern. — m. dickes Flachsbündel Heinsb-Schalbr. — n. verächtl. schlechte Leberwurst Bo-Stdt, Köln-Stdt; Wippcher Kartoffelkloss Saarl-Nalbt. — o. Ackerwinde, Convolvulus arvensis Bergh-Elsd Esch NEmbt, Rheydt-Giesenk Odenk, MGladb-Mülfort; s. Wibber. — p. persönl. α. Wipp Bachstelze Kreuzn-Weinsh, Rheydt; Wippke Kref-Bockum, Ess-Kettwig. — β. wille Wippche Siebenpunkt Meis-Staudernh; Gerstenkorn am Auge Saarbg-Weiten. [Bd. 9, Sp. 568]
— γ. verächtl. αα. Wippche leichtsinniger Mensch Saarbr. — ββ. Wöpp lang aufgeschossener Mensch Kemp-Breyell. — δ. im Rätsel: Wese, w., Weppche soss op osem Kneppche; et es kene Dokter en Engeland, de w., w. W. helpe kann? Ameise Aach-Eschw. | | Schaukel f.: 'die Sch. als Spielgerät der Kinder', bes. 'die hängende Sch.', Schaukel, Pl. -e [verbr. VPf mancherorts westl. WPf], Schoukel [ IB-Seelb], Schaunkel [ LA-Göckling BZ-Eußth Nd'horb Queichhmb GH-Zeisk]; zur Verbr. s. K. 148, Gaun(t)sch; Zs.: Schiffschaukel; Syn.: PfWB Bampel 1f, PfWB Tränsche 1, PfWB Transchel 1, PfWB Tratsche2, PfWB Trätsche2, PfWB Traunschel, PfWB Treitschel, PfWB Trinschel, PfWB Tronsche, PfWB Tronschel, PfWB Trosche, PfWB Trotsche2, PfWB Trunsche, PfWB Trutsche1, PfWB Trunschel, PfWB Fahre2, PfWB Fahrt 5a, PfWB Gappe, PfWB Gapsche, PfWB Gautsche 1, PfWB Gautschel 1, PfWB Gippegappe, PfWB Glanker, PfWB Glunker 1, PfWB Glunsche, PfWB Gronschel, PfWB Gutsche1, PfWB Hieße, PfWB Hosse1, PfWB Hurreitschel, PfWB Junschel, PfWB Ranschel, PfWB Rassel 4, PfWB Reite1, PfWB Reitsche, PfWB Reitschel 1, PfWB Ritzerschicke, PfWB Runschel, PfWB Rutschel, PfWB Schlauder, PfWB Schlenker1 1 b, PfWB Schockel 1 b, PfWB Schwappe, PfWB Schwaum, PfWB Schwinge, PfWB Wippe. Südhess. V 213; RhWB Rhein. VII 975. | | Glanker f.: 'Schaukel', Glanker [ PS-Rodalb]; vgl. PfWB Gautsche 1, PfWB Glunker. — Rückbildung aus glankern. — Bad. II 423. |