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 RhWB Vaterland (Bd. 9, Sp. 95)   ElsWB Nameⁿ (Bd. 1, Sp. 769a)   PfWB Namen (Bd. 5, Sp. 61) 
  PfWB Vater-land (s. S.) n.: nach dem Nhd. RA.: Kenen Prophet gelt jet em V. Elbf. Ek kann singen »lieb V., kanns ruhig sein«, ek han fönf Jongen un bloss en Mädchen Gummb. En der Zigar es jet vül V. dren Pfälzer Tabak MGladb-Rheind.

 

  PfWB  LothWB  RhWB Nameⁿ [Nàmə allg.; Pl. Namə, seltener Nàmə] m. Name. Eim deⁿ N. gën jem. beim Namen anrufen: Er het ⁱʰm deⁿ N. gën, wu r newe-n-ⁱʰm ʰⁱnus is Z. Eim deⁿ lëtzeⁿ N. gën beim falschen Namen anrufen ebd. Si het e Mann ghirot mit Nameⁿs A. Hf. Im N. s Gsetzˢ im Namen des Gesetzes ebd., oft mit dem scherzh. Zusatz: jetz het's s! U. In (e U.) Gotts N. Liebsd. Rda. Im Kind e N. gën den Schein wahren Zinsw. Er het müessen frojeⁿ, eb r dörf üwer dëⁿ Acker faʰreⁿ; r wär doch drüwer gfaʰreⁿ, awer s is nur, ass s Kind e N. het Dü. ‘s Kind müess e Name han’ man muss die Sache beschönigen Rathgeber 41. In deⁿ drei höchsteⁿ Nammeⁿ (Vater, Sohn, h. Geist) Hi. ‘Merr zeiht in de drey höchste Namme si (die Weidengerten) zwergs im Kind durch ’s Muul’ Pfm. III 4. ‘in hundert taussent teüffel nammen’ Zab. Hexenprozess 1620. ‘mit nammen’ Str. 1392 Brucker 89. ‘disz schiff fört in synen nammen’ Brant Narr. Abw. 35. ‘So mueszt ir auch den nammen han’ Murner Mühle 1368. ‘in nammen ihrer Herren’ Petri 434. ‘brüderlichen nammens’ ders. 339. ‘mit seinem recht Natrlichen Nammen genennet’ Mosch. I 649. ‘ïsh dr

[Bd. 1, Sp. 769b]
taag zoovä n üs, griäst mä si mït namä’ Landsman Lied. 123. — Schweiz. 4, 721. Bayer. 1, 1738.

 

   Namen m.:
1. 'Eigenname', Name (nāmə, -ān-, --) [verbr., Christmann Kaulb 7 Mang 84, 143 Müller Dietschw 52 Altenhofer 9 Höh 26, 48 Schneckenburger 17, 50 Wood Schärf.Penns 285], Namme [PS-Busbg LA-Ilbh Wollmh BZ-Dierb Bergz (PfId. 99) GH-Kand], (nąmə) u. (nmə) [Heeger Südostpf. 17], Nome [KU-Schmittw/O, mancherorts NPf, Don-Schowe Torscha Krämer Gal 154], Name u. Nome [Lambert Penns 108]; Pl.: wie Sg. [verbr.], Nämme [mancherorts südl. VPf]; Zs.: Tauf-, Familien-, PfWB Vater(s)-, Vor-, PfWB Nach-, Orts-, PfWB Ruf-, PfWB Spitz-, PfWB Spott-, PfWB Un-, PfWB Uz-, Zuname; eme Kind (einem Neugeborenen) e N. gewwe; sein N. unnerschreiwe; e falsche N. angewwe (gegenüber der Polizei); all met N. kenne [verbr.]; e Mann mit N. Schmitt [ LU-Opp]. Er kennt en nore dem N. noo (nicht persönlich) [ KU-Schmittw/O]. 's Kind kriet em Patt sein N. [ RO-Callb]. Dem sein N. fährt mer als vor em Maul erum 'fällt mir augenblicklich nicht ein' [ KU-Schmittw/O, mancherorts], fällt mer net ums Verrecke in [ebd.]. Denne N. kann ich gor net behalle [ebd.]. Der is so dumm, daß er noch net emol sein N. schreiwe kann [ebd.]. Dem sein N. kann kä Sau lese, von einer unleserlichen Unterschrift [ebd.]. Wann er dem sein N. heert, kummt er aus em Haisi 'gerät er in Zorn' [ KU-Schmittw/

[Bd. 5, Sp. 62]
O]. Er dut uf eme annere sein N. 'unter falschem Namen, mit betrügerischer Absicht' borje (kaafe) [verbr.]. RA.: in seim N. 'in seinem Auftrag oder Befehl'; die drei hechschde Name (die beim Brauchen genannt werden) 'die Dreieinigkeit' [verbr., Krämer Gal 154]; (na), in Gott(e)s N. 'meinetwegen' [verbr., auch Don Gal Buch]; em Kind e N. gewwe 'eine Bezeichnung für einen neuen Begriff oder Sachverhalt suchen' [verbr.]; 's Kind merrem rechde N. nenne 'auf den Kern der Sache kommen' [ KU-Schmittw/O]. Dem sein Fraa hot alles uf em N. 'Der Besitz der Eheleute ist auf den Namen der Frau im Grundbuch eingetragen' [verbr.]. Gehn in Gotts N.!, sagt man dem Bettler, wenn man ihm nichts gibt [ Don-Schowe Torscha]. Gotts Name is nit g'fluucht [Bergz (Kamm 82)]. SprW.: De N. vume Narre findscht an alle Sparre [ BZ-Dierb, mancherorts]. Volksgl.: En Kind, as der recht N. net kriggt wanns gedaaft wärd, lebt net lang [Fogel Beliefs Penns Nr. 30]. Me Kind därf mer net der N. gewwe vun Leit, as schun aus der Familie g'stärwe sin, oder es wärd net alt [ebd. Nr. 33]. Var.: Den Namen früh verstorbener Geschwister wählt man nicht, damit das Neugeborene nicht auch früh sterben muß [ KU-Bedb KB-Kriegsf LU-Böhl LA-Gommh]. Wammer nein Owed nein Sterne zehlt, der eerscht as mer Hands scheekt (engl. shake 'schütteln'), hot der N. vum Mann, as mer kriggt [Fogel Beliefs Penns Nr. 183]. Brauchtum: Der N. für das Kind wird von den Eltern bestimmt. Oft macht es der Pate zur Bedingung, daß das Kind seinen Namen allein oder mit einem anderen zusammen erhält [Pirmas]. »Zur Zeit besteht eine wahre Sucht nach recht seltenen und vornehmen Namen. Je kleinlicher die Verhältnisse, desto vornehmer muß der N. sein« [(um 1930) PS-Erfw]. Vgl. auch Becker Vk. 105, 163, 214. Zur Erinnerung an einen Verunglückten wird in einen nahen Baum der Name, das Datum des Unglücks und ein Kreuz eingeschnitten [ PS-Petbch]. AR.: Anna ist ein schöner N., Forts. s. PfWB Vaterland [ BZ-Billh]. Ein Abendgebet s. PfWB Baum 1. a. 1322: In gotz nammen [SpeyUrk. 274]. o. J.: da der Glan in die Naa fluzzet und sinen namen verluset [Grimm Weist. V 676 (Kus)]. a. 1423: bit namen hern Jacob Scholteszen, capplan zu Grinstad [PfWeist. 160 (FR-Bockh)]. a. 1629: vndt das seinig an obs, krautt, ruben, drauben, oder wie das namen haben moge [ebd. 789 (FR-Gr'karlb)]. —
2.
a. 'Ruf; guter, schlechter Ruf'. Er hot e gure (kän gure, en beese, schlechde) N. [KL-Reichb, verbr.]. Er macht sich e gure (e große, scheene, schlechde, wieschde) N. [KU-Kaulb, verbr.]. Dau hoscht mer e schlechde N. gemacht 'Du hast mich verleumdet' [ WD-Niedkch]. Der macht sich alleweil e N. 'Er tut sich hervor, wird berühmt' [ LU-Opp]. Er macht seim N. Ehr, dass. [ KU-Schmittw/O]. Des

[Bd. 5, Sp. 63]
därfschde der nit g'falle losse, des bischde deim gude N. schullich [ LU-Opp, mancherorts]. Ich loß mer mein ehrlicher N. nit nämme [ PS-Erfw]. Rat der Mutter an die Tochter: Hol der nore e N.! [ LU-Oggh]. SprW.: Wer de N. Wulf hot, hot en 'Einen schlechten Ruf wird man nicht mehr los' [ WD-Niedkch]. —
b. 'Rechtstitel'. a. 1346: alle die nütze und name, die si dar ufe genomen oder genozzen hant [MüPfUrk. 2177]. — Südhess. IV 911/12; RhWB Rhein. VI 70 ff.; LothWB Lothr. 378; ElsWB Els. I 769.