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 RhWB Taufe (Bd. 8, Sp. 1104)   PfWB Taufung (Bd. 2, Sp. 157)   PfWB Not-taufe (Bd. 5, Sp. 168) 
 Taufe durchweg ohne Umlaut, also dāf, –-, –ō-, –ou- [Siegld, OBerg -fə]; n. Benr. L. dōp, –ou-, –ū(ə)- [Berg -pə]; mit Umlaut df seltener neben -ā- Merz-Saarhölzb; -- Eusk-Lechenich; døyp Eup-Stdt; -- MGladb-Rheind; -- u. -ō- Erk-Elmpt; -- Klev-Kalkar, Dinsl; -øy- Duisb [diese Umlautformen sind nach dem Zeitw. ausgerichtet] Sg. t. f.: 1. wie nhd., meist in der Zs. Kindd., de Nut-, Gähd., in Wend. auch für sich; de D. krige Rip, Allg.; an de D. stohn als Pate Berg; ein Kind an de D. drage; an de D. gohn als Pate Rip, Nfrk; mi Muəder es be der an de D. gewes Kref, Rip, Nfrk; ein Kind an de D. halde Mörs, — iwer (de) D. hiəwen Mosfrk, Rhfrk, — halen ebd., — öwer de D. holde Duisb; op de D. kommen zur T. kommen, getauft werden Geld. RA.: Unsen Herrgott göf im (dem armseligen Kinde) am beste D. on Schof (Totenlager) liess es am besten nach der T. sterben Bergh, Aach, Düss-Stdt (s. weiter bei Schaub). Gott göf em de hellege D.! dass. MGladb-Rheind. Dat es e richtig Ferke, usgenomme de h. D.! er ist ein Schweinhund, nur dass er getauft ist; das ist aber auch der einzige Unterschied Grevbr-Jackerath. Got geseən em de h. D.! scherzh, wenn man einen Ferke oder Bies genannt hat Aach; de es, G. g. de h. D., wie et Vieh Eup-Stdt. Enen op de h. D. schlohn auf den Kopf Dür-Stdt. Wenn der Täufling net de D. beschreit, stirbt er bald SNfrk; schreit er, dann fordert er sich vun de Padde on Gode e Rock Ottw-Dirming. Kenger, die nit vör de D. schreien, schreien desto meah noher Elbf. Änen iwer D. hallen ihn verprügeln, hineinlegen Saarl. — Rätsel. En der Welt wor et net, Gott der Här, de hott et net; de Kneit (Knecht) goəf et sinnen H.; he hät et selver net; ech han, du häs et ok? Johannes der Täufer taufte Jesus MGladb, Verbr. Et get met Wasser gewäschen on get doren ganz rēn on es net nass gen; na rot, wat mag dat sein? die Seele bei der Taufe Prüm-Sellerich. Wat kömmt twass (quer) de Kerk

[Bd. 8, Sp. 1105]
erin? der Täufling Geld, Dinsl. — Volksbr.: Geht man zur Wöchnerin, um das Kind zu besehen, bevor es getauft ist, so hat man dem Kind de gross Zeh abgebiss Hunsr (s. Zehe). Auf dem Lande meldet die Magd dem Nachbarn: ene Gruss von den Hospes on de Frau, ene jonge Suəhn (en jong Douter) wüər angekuəme; se lanen (laden) op de Kikkaffe en beim K. wird das Kind besehen und die T. besprochen; vor allem werden zwei Nachbarinnen bestimmt (oft auch durch Los), die das Kind auf dem Wege zur T. abwechselnd tragen sollen; von einer Wirtschaft aus wird es dann von der Hebamme in Begleitung der Paten zur Kirche getragen; der Pate geht dabei rechts, wenn der Täufling ein Knabe ist; die Patin, wenn er ein Mädchen ist; von der Sakristei tragen ihn die Paten zum Taufstein, der Pate, wenn er ein Knabe ist, die Patin, wenn er ein Mädchen ist; Kinder tragen das Salzgefäss mit der hineingelegten Opfergabe; auf dem Heimwege grüssen Bekannte: Vərglöcks möt de jonge Kres! so in Kemp [der Knabe wird auf dem rechten, das Mädchen auf dem linken Arm zur T. getragen Geld-Straelen; die Nachbarsfrau, die das Kind zur T. trägt, erhält von Pate u. Patin je 1 Mark, sie schmeren ihr den Ärm Wippf-Pütz; die jüngste Gote trug das Kind bis zum ersten fliessenden Wasser, dann bekam es die andere G., bis es beim nächsten Wasserlauf wieder die jüngste übernahm usf.; nach der T. konnte das Kind auch von anderen Nachbarsfrauen getragen werden oNahe]. Küster u. Geistlicher erhalten stets ein Geschenk (1 Mark), das gewöhnlich in Papier gehüllt ist [in Koch reicht sie ein kl. Gefäss hin, in dem das Geld in Salz verborgen ist; im Hunsr steckt vielfach das G. in Zucker; an der Saar schenkt der Pate statt Geld dem Geistlichen häufig Zigarren]. Verlässt das Taufgefolge die Kirche, so wird es von den Dorfkindern mit Spannung erwartet; denn Pate u. Patin streuen Zuckerstücke unter diese; sie werden begrüsst mit sisse Pätter, s. Guət; keine Zuckerspende macht sie zu sauer P., s. G.; auch Erwachsene, die dem Zuge begegnen, werden mit Zuckerstücken bedacht (auch der Geistliche und der Küster bekommen von Pate u. Patin je ein dickes Stück Zucker, ½—1 Pfd.) WMosfrk. Auf dem Wege zum Hause der Wöchnerin wurde früher in einer Wirtschaft eingekehrt, dort Kaffee, Wein, Bier, Schnaps getrunken (et Kenk afwäsche SNfrk), alles auf Kosten der Paten; man nahm auch 1—2 Liter Schnaps mit, begegnete jmd. dem Zuge auf dem Nachhauseweg, so musste er auf das Wohl des Kindes trinken; auch wurde für die Mutter Kaffee, Zucker, Reis, Kleiderstoff gekauft u. ihr geschenkt Verbr. Überreicht die Hebamme das getaufte Kind der Mutter, dann sagte sie: Ich han ene Heid met en de Kirch genomme, he bränge ich e Engelche widder! Köln-Wesseling; mer drogen en Hēd erus on br. ene Kres en't Hus; mer dähten em den Name N. gevven; Gott loss Üch Freud an em erlevven! uWupp; Vərglöckst met de nejgebore Krest Klev. Überreichen die Paten der Mutter ein Geschenk, dann sagen sie: ich lüse dat Köngk van de D. af! Bo-Küdinghv; im Hunsr überreichen die

[Bd. 8, Sp. 1106]
Paten der Wöchnerin das Kindbettstück (4—6 Mark), an der oNahe Geld in die Wickel. Dann wird der Mehnenkaffie getrunken u. danach das Mehnentreppchen (-tröpfchen), Wein, Bier od. Schnaps, mit Zucker gehörig gesüsst WEif, Verbr.; dabei wird das Kind von der Hebamme am Tisch herumgereicht, jeder Teilnehmer nimmt es auf den Arm, lobt es pflichtgemäss, u. jeder gibt dann der Hebamme ein Trinkgeld (dabei lässt die H. Pate u. Patin eine Prise Schnupftabak nehmen u. erhält dann von ihnen ein Trinkgeld Ottw) Allg. [früher wurde bei Kindtaufen viel Reisbrei gegessen Sol; die Gäste erhielten eine irdene Pfeife zum Angebinde Gummb; die Hebamme überreichte den Paten auf einem Teller ein Stück Lebkuchen (Knül), u. diese legten auf den T. ein in Papier gewickeltes Geldstück Monsch; die Paten erhalten von der Mutter ein Kochestöck (irgendein Geschenk), das die Verpflichtung ergab, dem Kinde das erste Kleidchen zu geben Eusk]; s. weiter bei Pate, Gote, Kindtaufkaffee. — 2. übertr. a. Bauhebe May-OMendig. — b. Tauf-, Weihwasser Dür-Stdt 1880. — c. Taufkapelle (Nische) in der Kirche Kemp-Stdt. RA.: Der grosse kupferne Wasser-, Kaffeekessel es net (so guət) wie de Kempsche D.

 

  Taufung f.: = PfWB Taufe 1, Daafing [Danner Penns 7].

 

  -taufe f.: wie schd., Notdaaf [ KB-Kriegsf, vereinzelt]. Südhess. IV 1014; RhWB Rhein. VI 249.