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 RhWB Stuppert (Bd. 8, Sp. 947)   LothWB Stupperteⁿ (Bd. 1, Sp. 510b)   PfWB Grund-birne (Bd. 3, Sp. 472) 
  PfWB  LothWB Stuppert -ub-, Pl. -də(n), Demin. -ibərdχə(n) Rhfrk, Mosfrk (s. im einzelnen u.) m.: 1. persönl. a. schwanzloses Huhn Ottw-Eppelborn Wiesb, Merz-Erbring, Koch-Bruttig; -y- Ahrw-Dedenb, Gummb-Stdt. — b. verächtl., auch anerkennend, kleiner,

[Bd. 8, Sp. 948]
gedrungener kräftiger Kerl Saarbr-Heusw, Saarl, Merz-Krettnich, Bernk-Longkamp, Kobl-Bendrf; -y- Gummb-Berghsn (auch von Pflanzen). — c. verächtl. Hinkender Saarl-Saarwelling. — d. Neckn. für einen aus Bernk-Mahring. — 2. sachl. a. kurzes Endstück, z. B. Stumpfschwanz, Zahnrest Merz-Bardenb, Trier-Fell Kenn Mehring. — b. Absatzstift ebd. — c. scherzh. Nase Koch-Laub. — d. kleiner Finger, im F.märchen Saarbg-Besch, Trier Mettnich. — e. Pl. verächtl. od. kosend Beine (des Kindes) Saarbr-Quierschd. — f. Kartoffelstampfer Ottw. — g. derber Knüppel MGladb-Liedbg (abseits). — h. -ib- kurzer Unterrock der Frau Zell-Burg. — i. im Rätsel von der Möhre: Ru, ru, Ruppert, gel is der St., schwarz es et Loch, wu der R. hat gestoch? Saarl, Saarbg, Prüm. — k. Knödel aus Buchweizenmehl Wend-Dörrenb, Ottw, Saarl, Merz, Birkf-Türkismühle; Kartoffelknödel, mit rundem Löffel aus dem Kartoffelbrei geschöpft Saarbr, Ottw, Saarl, Merz-Rimling. Was haben wir gekocht? Scherzh. Antw.: St.ən un Reipercher Saarl-Piesb; St.ər, Grombereschwänz Merz-Saarfels. — Dicker, in Wasser abgekochter Fleischkloss Saarl-Berus (veralt.). — l. Gericht aus in Wasser gekochtem Buchweizenmehl, mit Möhrenlatwerge (-kraut) gegessen Düss-NKassel; Mehlspeise mit Specktunke Düss-Erkr Gerresh Rating; Speise aus Mehl u. Fleischbrühe, steif gekocht Grevbr-Hochneuk (alle Orte abseits). — m. heftiger Stoss Saarbg-NZerf, Bitb-Dudeld.

 

  PfWB  RhWB Stupperteⁿ [tùpərtəⁿ Sgd. Lix. Rem. Ipl. u. s.; tubətə Ro.] pl. 1. Kartoffelgericht: Kartoffeln mit Mehl »gestäubt« und gekocht. 2. Nudeln Ro. 3. dicke Knödel Rem. vgl. baier. 2, 720 die Speisen stuppen d. h. bestreuen. s. a. From. 4, 228 stuven.

 

   Grund-birne f.:
1. = PfWB Kartoffel, Grumbeer, Pl. -beere (grumbēr, -br, s. PfWB Birne) [weithin

[Bd. 3, Sp. 473]
herrschend], -bier (-bīr) [verbr. SWPf (südl. der Linie Blieskst - Pirmas)], -ber (-bər) [ KL-Trippstdt LU-Altr GH-Rh'zab], Grombeer [um Kus verbr. SWPf KL-Weilb], -bier [Ingb ZW-Battw], Grambeer [um Kus verbr. SWPf (vorn. ältere Gener.)], -bier [ ZW-Dellf KL-Ottbg]; vgl. auch K. 170. Auslandspfälzer: Grumbeer, Pl. -beere [Penns (PSA K. 16) verbr. Don Gal Rußl Buch-Illisch], -ber (-bər) [mancherorts Don Gal Buch,] -bier [verbr. Penns Don Buch], Grombeer [mancherorts Don Gal], -bier [ Don-Banovci Ulmb Gal-Ranischau]; vgl. PfWB Pomdeter, PfWB Feldhünkel 2. Zs.: Vieh-, Früh-, Johannis-, Klotz-, PfWB Leg-, Neunwochen-, Sau-, Setz-, PfWB Weltsgrundbirne. — Arbeiten an den Kartoffeln vom Anbau bis zur Ernte: G. plicke 'die Setzkartoffeln von Knospentrieben befreien', s. PfWB pflücken 2 [verbr. Gal]; G. schneide 'vor dem Setzen in Stücke zerlegen' [ NW-Kallstdt]; G. lee 'in die Furche legen' [KU-Bedb, verbr.]; G. setze [verbr.]; G. stecke, dass. [ LA-Gommh]; G. hacke 'jäten und den Boden auflockern' [PS-Erfw, verbr.]; G. haifele (häufeln) [verbr.]; G. mille, dass., vgl. PfWB müllen 'auflockern' [ KU-Herchw]; G. zackere 'mit dem Pflug häufeln' [verbr. Gal]; G. fahre, dass. [ ZW-L'wied]; G. ausmache 'roden' [RO-Sippf, verbr.]; G. uflese (ufraffe) [PS-Erfw, verbr.]; G. heemfehre 'einfahren' [ ZW-Hornb]. — Aufbereitung der Kartoffeln: Grumbeere wäsche (schäle, in Sticker schneide) [verbr.]; G. ufstelle (zum Kochen) [verbr.]; G. beimache, dass. [NW-Kallstdt, verbr.]. — Qualität der Kartoffeln: Die Grumbeer is mehlich (flääschich) [LU-Opp, verbr.]. Des sin grindiche Grumbeere 'mit Schorf bedeckt' [ BZ-Dernb]. Unser Grumbeere sin groß wie die Kepp [ KU-Schmittw/O], wie Kletz [ Gal-Obl], dick, daß mer se in e Strohseil binne kann [ KU-Schmittw/O], kleen wie die Niß [verbr. Gal]. — Kartoffelgerichte: gequellde Grumbeere 'Pellkartoffeln' [verbr.]; geschwellde G., dass. [ KU-Bedb]; krischtliche G., scherzh. von Bratkartoffeln mit Krusten [ NW-Freinsh]; gedämpde G. [ FR-Tiefth]; geschalsde G. 'geschälte Pellkartoffeln' [ KB-Albish]; blinne G. s. PfWB blind 3 a γ; gebrätelte G. [Spey]; gebrorene G. 'Bratkartoffeln' [ LU-Neuhf]; gebackene G. [RO-Sippf]; gereeschde G. 'geröstete G.' [KB-Kriegsf, verbr.]; g'stampde G. 'Kartoffelpüree' [RO-Callb, verbr.]. Zs.: Backes-, Backofen-, Butterschärr-, Hahnenkräutchens-, Majoran-, Quell-, Salz-, Saumagen-, PfWB Speckgrundbirnen. — RA. u. Vergl.: Mer essen alle Daach Grumbeere: morjens gereeschde, mettags Grumbeereschnitz un oweds gequellde [ GH-Vollmw]. Var.: Morjens gebt's geriwwelde, mettags gezwiwwelde, un owends esse mer se metsamt der Mundur [ GH-Kand]. Morgens in der Frieh, mittags in der Brieh, owends in der Schalach, is des e Grumbeerequal!

[Bd. 3, Sp. 474]
[Wilde 119 (NPf)]. Mer esse heit Grumbeere, Gans, Has un Ent; im Wortspiel mit gleichlautenden Wörtern: Grumbeere, ganz, haaß 'heiß' un End 'Ende' [Wilde 117]. Werkdags esse mer G. un sunndags Kartoffele [Wilde 118]; Var.: Werkdags gibt's Grumbeer, sonndags gibt's Bombidär (s. PfWB Pomdeter) [ BZ-Wind]. Er esch zammeg'schrumbelt wie e aldi G. [ LA-Herxh]. Er sieht aus wie e abgeschäldi G. [ Gal-Sap]. Von einem, der beim Kartenspiel zu lange überlegt: In der Zeit kennt mer in'me Fehljohr e Korb voll Grombeere stoppele [WPf]. Heit reent's Grumbeere, vom Augustregen, der das Wachstum der Kartoffeln günstig beeinflußt [KU-Kollw, verbr. WPf]. Heit owend gebt's geschwellde G. un (aus Sparsamkeit) keen Licht [KU-Diedk, BZ-Annw Hebel 23 Wilde 117]. Do gucke neie Grumbiere raus (aus dem Loch im Strumpf) [ BZ-Albw]. Dem muß mer Fett gewwe, daß er acht Daa sein G. schmelze kann, Androhung von Schlägen [ KL-Wörsb]. Mach kä Flause, sei kä G. un loß dich reiwe! [ GH-Vollmw]. Er hot net Grumbiere g'saat 'kein Wort gesagt' [Beam Penns 46]. SprW.: 'm dummschde Bauer wachsen die dickschde G. [NW-Frankeck, verbr.]. Die Fraa un die G. ärgern eem am menschde, weil beide oft nicht so ausfallen, wie man sie sich wünscht [Wilde (Nachträge)]. BR.: Die G. wolle 's Mittaglaide heere (also darf man sie nicht zu tief in den Boden legen) [Don (Steinmetz)]. G. planzt mer der hunnertscht Daag (im Kalenderjahr, also um den 10. April) [Penns]. G. planzt mer im zunemmende (Mond) im Leeb (im Zeichen des Löwen, also Anfang April) [Fogel Beliefs Penns Nr. 942]. G. planzt mer in de dunkle Nachte (in der Zeit des Neumondes) [ebd., Nr. 987]. Volksmed.: Reib en Warz mit're rohe Grumbier [ebd., Nr. 1738]; Var. s. PfWB Warze. VR.: Grumbeere un Sauerkraut werd in unserer Palz gebaut [verbr.]. Se Kelle (in RO-Cölln) es nix se welle: sein keen G. se quelle, ken Kohle for se hole, keen Dauwe for se brore (braten) [Hebel 93]. Ich will der was verzähle: G. sin kä Wehle 'Heidelbeeren'; wann mei Mudder ke G. hat, kann se aach kän schäle [Wilde 118 (NWPf)]; Var. s. PfWB etwas I 1 a; vgl. auch PfWB Grundbirnenkraut. a. 1719: daß diese Grundbiren Früchten Vor ohngefähr 30 Jahren ... durch einen Schweitzer in die gegend Lauthern gebracht [Sickingisches Amtsrelationsbuch bei der Gemeinde Weselberg]. a. 1722: Grundbieren, Reps, Erbsen, s. PfWB Gesäms 1. a. 1763: grundbeeren, wovon zu seiner zeit der zehende in Geld zu entrichten [Kurpf. Fasz. 176 ½ (Amtskellerei Wolfstein)]. a. 1796: Das Füttern mit Schrot, Malz und Grundbieren gänzlich unterlassen [Zweybrücker Wochenblatt vom 17.5.1796, S. 64]. Vor allem, was im Borem steht, die G. muß mer ehre [Schandein Ged. 108]. Drum, Herr Kolumbus, wär mei Bitt: Geb mer e Sack Grum-

[Bd. 3, Sp. 475]
beere mit [Münch Weltgesch. 108]. —
2.
a. scherzh. Nase, bes. von einer dicken Nase [verbr.]; vgl. PfWB Kukumer. Putz emol dein G.! [ FR-Bockh]. —
b. scherzh. Uhr, bes. von einer dicken, schlecht gehenden Taschenuhr [verbr. VPf vereinzelt WPf NPf Wilde 117]; vgl. PfWB Zwiebel. —
c. scherzh. 'Geld', Krumbiere [Kieffer Bilderb. 44]; dicke Grumbeere 'viel Geld' [ NW-Deidh]. — Südhess. II 1490/91; RhWB Rhein. II 1458 ff.; Lothr. 218/19; ElsWB Els. II 79/80; Bad. II 484/85.