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 RhWB Stinkbock (Bd. 8, Sp. 702)   PfWB Madam (Bd. 4, Sp. 1095) 
  PfWB Stink-bock m.: 1. Beerenwanze Merz-Keuching Riml Saarhölzb. — 2. verächtl. a. stinkender, schmutziger Kerl, bes. stinkiger Jude Verbr. — b. alter Kerl Saarbr. — c. Faulpelz Simm-Laub, Ottw-Heinitz, May-Hausen. — d. Stänkerer Bitb-Dudeld. — e. sittenloser Kerl Schleid-Hellenth.

 

   Madam f.:
1.
a. 'Frau höheren Standes, vornehme Frau', Madam, seltener Madamm (Pl. -e) [verbr.], Madame, Madamme (Sg. u. Pl.) [vereinzelt], auch Dim.: Madamche; s. F.; Zs.: PfWB Stadtmadam. 's is schrecklich, norre dran zu denke, / Wie do die Mädcher un Madame / Han brotzle misse in de Flamme [Münch Weltgesch. 104]. VR. (Kniereiterreim): Reide, reide, Reßche, / Do drowwe steht e Schleßche / Gucken drei Madamme

[Bd. 4, Sp. 1096]
raus. / Die ään spinnt Seire, / Die anner wickelt Weire, / Die dritt, die spinnt e rore Rock / For de Brurer Hannjakob [ RO-Dielkch]; weitere VR. s. PfWB Bruder 1, PfWB Herrgott 1 a, PfWB Hollerlottchen, PfWB hoppe, PfWB Kuckuckshaus, PfWB machen 1 a, PfWB Roß, PfWB Sonne. Kinderspiel: M. in der Bottschääs, Beschreibung bei Potschäse 1. —
b. 'Hausherrin', in der Anrede des Gesindes, vorn. im bäuerlichen Betrieb [verbr. nördl. Hälfte der Pf (außer nördl. NPf) mancherorts südl. Hälfte, s. K. 24]; Syn. s. PfWB Jungfrau 1 b; vgl. auch PfWB Bäuerin, PfWB Meisterin; die M., die alt (die jung) M. 'die ältere (die jüngere) Bäuerin' [KB-Kerzh, verbr.]; mei (unser) M. [ KU-Bedb LU-Limbghf NW-Freinsh LA-Gommh]; in der Anrede: M.! [verbr.], Mei M.! [ KL-Mackb GH-Scheibhdt]; Anrede des Bettlers an die Hausfrau: M.! [ BZ-Annw]; Gruß der Dienstboten, des Geschäftsmannes: Gun Dach (Gun Morje), M.! [mancherorts]. Eine Bäuerin, die sich besser kleidet und nicht arbeitet, nur anordnet, speelt die M. [ KU-Kaulb]. Nood sucht se mich im ganze Haus, / Un kreischt mr olwer in die Ohre: / »Madam, es steht e Mannskerl draus!« [Kühn Palz 6]. —
c. 'Ehefrau', scherzh. ... bis des Lamm / So macht, wie sich's winscht sei(n) M. [Siebenlist 12]. —
d. 'Hebamme' [ RO-Falkst]; Syn. s. PfWB Amme u. K. 12. —
e.
α. e feschdi M. 'eine dicke Frau' [ KL-O'arnb]; Zs.: PfWB Dickmadam; vgl. PfWB Dicksack. —
β. 'unordentliche Frau', spöttisch in den Zs.: PfWB Hudel-, PfWB Schlapp-, PfWB Schleppmadam. —
γ. e schicki M., spöttisch von einer auffallend gekleideten Frau [Kaislt]. —
δ. 'eingebildetes Mädchen'. Guck doch die M. do! [ LA-Göckling]. —
f. 'Katze' im VR. bei lekker 2. —
2. übertr.
a.
α. = PfWB Libelle 1 [ NW-Wachh]. —
β. Zs.: PfWB Wippmadam 'Bachstelze'. —
b.
α. 'Klatschmohn' [IB-Seelb LA-Burrw Wey Wilde 129 ff.]; Syn. s. PfWB Klapperrose 1 u. K. 241. Aus den geöffneten Blüten des Klatschmohns werden Madämmcher (Püppchen) gemacht [Wilde 131]. —
β. Zs.: PfWB Tripmadam 'Mauerpfeffer'. — F.: Die Mundartformen (s. 1 a) wurden in der Schreibung der Gewährsleute (1936) wiedergegeben. Der Hauptton liegt auf der zweiten Silbe. Die F. mit Endung auf -e (da Sg. abgefragt wurde) wahrscheinlich in Anlehnung an hochspr. Dame. Zur Vokalqualität: (mḁˈdam) [ KU-Kaulb KL-Siegb], (maˈdḁm) [ KL-Trippstdt], (mḁˈdḁm) [ KB-Göllh Immh Ritth Weitw], (mǫˈdǫm) [ BZ-Nd'horb]. Das Wort in der Bed. 'Hausherrin' gilt in RO-Sitt u. LA-Siebdg als neu, in KU-Wolfst u. KB-Albish als veraltet. — Frz. madame. — Südhess. IV 473; RhWB Rhein. V 696/97; LothWB Lothr. 349; Els._I 649/50.