PfWB PfWB ElsWB LothWB Stiefel das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk an Nahe u. Saar meist -iw-; Hunsr -ī-; Mosfrk -īw- [Saar meist, NEif, Westerw -i-; um Trier-Fell Mehring -īb-]; Siegld -ew-; Rip -iv-, –e- [kurköln. Neuw vielfach -ib-]; OBerg, Lennep -īəw- [Waldbr-Sotterb -īəb-]; NBerg in Mettm, Düss -īw-, sonst -ē-; Eup -ev-; SNfrk -īəv- [in Neuss, Grevbr oft daneben -iv-; Kref -ē-]; Klevld -ēw-; MülhRuhr -ī-; Pl. -ələ, –əln, Klevld -əlts; Demin. -əlχə(n), –ələn, –əlkə, –əltjə m.: 1. wie nhd., mit Schäften (Bälg), lang St.ə; Schäfte-, Kanone-, Jagd-, Reit-, Soldate-, Kommiss-, Wasserst.; auch schuhartig, ohne hohe Schäfte, Knopp-, Knupp-, Zugst., meist St.chə zierlichere Frauenschuhe, aus feinerem Leder, weit über die Knöchel reichend, aber ohne hohe Schäfte, auch die Schnürschuhe werden so genannt Rip, Allg.; sehr grosse [Bd. 8, Sp. 675]
Schaftst. werden scherzh. Brandömmersch (-eimer) genannt Mörs, Klevld; Suverone St. hoher Stiefel (à la Suwarow) Köln-Stdt, Suverode St. Eusk. RA.: Die passen beiənaner wie e Poor St.ən Trier-Mehring. Die hēlte (hielten) treu zesamme wie St. un Stef (Stift) Köln-Stdt. Steif wie en St. von dickflüssiger Suppe Trier-Mehring. Su voll (bezecht) wie e St. Mosfrk, Dür-Pier. Ein ungeschickter Tölpel as ebbes wie en ofgeschnieden St. Bitb-Seimerich. Emmer (Eimer), Wasser, St., Schohn, setz Pastur om Predigstohl Fingersp. Bergh. Klomp, Hotsch, St., Schohn, setz ... Neuss. Donner St.! Fluch May-Rieden; Mor St.! Malm-Amel. Schuster, klapp, kl., de St. voll Papp, de Schottele v. Brei, dann kummen de hongerige Sch. herbei! May-Gering. St., du muss sterben; ach, du bis noch so jung; ach, wenn dat der Absatz wösst, dat de St. sterve möss! St., du muss st., du bis noch so jung! vom Schuster gesungen, wenn er den St. fertig hatte (wohl eigentlich vom Stiefeltrinken der Studenten hergenommen) MGladb. O (alte) St. hove (huben, bedürfen) vüəl Schmer alte Leute sind oft krank Selfk. Et es kene St. esu hart (hell, stif), he kann noch geschmeərt weərde jeder lässt sich bestechen Rip, Berg, SNfrk; et es kene prüssische St. (Soldatenst.) su hart, er kann wech g. w. Sieg-Braschoss, MGladb-Giesenk. En Wilzeberg (Birkf) mache se de St.ə zwerch Neckspr. Jo, hätte mer Bälg (Schäfte), dann kreche mer och St.ə hätten wir Geld, dann könnten wir die nötige Sache anschaffen Rheinb-Queckenbg (die B. wurden bes. gekauft oder von alten St. abgeschnitten u. so neue St. gemacht). Wem der St. pass, de trick en an der kann die Andeutung auf sich beziehen Köln-Stdt. De St.n sind am nodienen gehen kaputt Gummb-Berghsn. Frau, holl mech ens de St.ə on der Hot (Hut), ech schmit der Kerl erut! scherzh. um einen langsamen Umstandskrämer zu bezeichnen MGladb-Neersen. Männichen enge, deə gou (gute) Föss hat, h. docks (oft) schleəte St.ə nicht jeder Meister seines Faches lebt in guten wirtschaftlichen Verhältnissen Aach-Stdt. Der hot Siewemeilest.ə an Rhfrk. Den hot sich e Poor St.n verdient eine Heirat vermittelt Saarbg, Trier. Do mott ech de St.n noch ens andonn! eine Fürsprache für einen andern an höherer Stelle einlegen Sol. Dat wor do, wie de Hohner St.n onhatten in einer unbestimmten Vorzeit Wittl-Bettenf. Änem de St. gen ihn wegjagen Saarbr-Völkl. We sech va sinne Knecht lett (lässt) duze, kann sech de St.ə selver putze Heinsb. Wer sich einen Neubau ansieht, wird von den Zimmerleuten angesprochen: Ink (Euch) te Ehr un ous (uns) tum Nutzen will ek ink de St. p.; geəft wat Geld no Ehrem Sinn, vie willen dormet tefriən sin Gummb, Verbr. Die (Frau) klopp der de St.ə af (leistet dir Dienste), för dich unger (unter) der Pantuffel zo krige Köln-Stdt. Eich soss op em Hiwelchen (Hügel) an flöckt (flickte) mer meng St.chər; dor kom en Eil (Eule) an hullt (holte) mer meng Seil (Ahle); dor kom e Kalf an h. mer den Droht (Pechdraht) half; dor kom en Möck an sat (setzte) sich mer an (in) de Röck; dor kom en Fluh, die moch (machte) esu! dabei fährt das vortragende Kind dem andern mit dem Finger unters Kinn Bitb-Betting. [Bd. 8, Sp. 676]
De Tiəhne (Zehen) hangen em dur de Stə. die St. sind vorne zerrissen, offen Kref. He log met St.ə on Spore em Bett; he ment, et geng met St.ə on Sp. en den Himmel Rip, Allg. (s. weiter bei Sporn). Do kannst mer emol fir zehn Penning met de blank gebotzte St.ə de Buckel erofrenne! abschl. Antw. Neuw-Dierd. Huhch em Giəvel, ävver niər (niedrig) em St. äusserlich tritt er stolz auf, im Grunde aber ist er arm Grevbr, MGladb. He hät Sand em St. ist bezecht Siegld, — Erwessen en den St.n Saarbg, — en Steinschen im St. MülhRuhr, — Water im St. Mettm-Dornap Vohwinkel, — änen em St. Kreuzn, Saar, Trier, Goar-Braunshorn, Aden, Ahrw, Berg, — ene ze völl em St. Düss-Wersten, — se im St. Kreuzn. De Win möət ech neit en de St.ə häbbe so teuer ist er Kref. Nit en den St. kummen können nicht fertig werden können uWupp. Hej steht in de St.s as ene Geiteknok (Ziegenknochen) in de Melkemer die St. sind ihm zu gross Klev. Üm fiel et Hatten (Herz) in de St.s Ruhr, Allg. — Scherzfr. Et es jet am menschlichen Liff on fängt met »a« an? a Paar St.ə Sol. — 2. übertr. a. sachl. α. stiefelartig verlaufendes Feld Ottw-Theley; en St. van em Hus verächtl. schmales Haus Bergh-Heppend. — β. Tribüne, von der aus der Fastnachtsredner spricht, Bütt Dür-Stdt. — γ. der untere Teil der Pumpe, worin sich der Kolben bewegt, Saugkolben, auch Pompest. Rheinb, Bo, Sieg, OBerg. — δ. eiserner Zylinder um die Kelterschraube der alten Kelter, der unten flach auslief u. mit diesem fl. Teil an die hölzerne Kelter angeschraubt wurde; der Zweck dieses St. war, dass bei der Kelterung, bei der sich die Schraube immer etwas bewegte, weil man sie nicht so fest einsetzen konnte, kein Most an der Schr. durch die Kelter weglief Mos. — ε. das Verbindungsholz zwischen oberen u. unteren Pflugbalken Geld-Hinsbeck. — ζ. Säulenofen Saarbg-Winchering. — η. Wurzelstock vom abgehauenen Ginster Daun-Neroth; der untere Teil der geschälten Lohrinde Sieg-Fussh. — θ. St.chən, en silwerig St. mit einem silbernen Kettchen dran, das die beiden St. verband; darin steckte man die Enden der Stricknadeln, die in dem schon angefangenen Strumpf staken, damit sie zusammenblieben, wenn man zur Nachbarin stricken ging, auch Stricknolenst. — ι. scherzh. langes Weissbrot Remschd. — κ. St.chər Eisenhut, Aconitum napellus Altk-Bachenbg. — λ. hoher Korb, zum Versenden des (holländischen) Blumenkohls Elbf, Düss-OLörik, Kemp-Lobberich. — μ. Bierhumpen, Weinglas mit Branntwein gefüllt Verbr. bes. in den Städten. — ν. eine Menge schlechthin; der kann dir ene (gode) St. verdrage ist ein tüchtiger Esser, Trinker (ohne betrunken zu werden); der ess sech ne St. zesamme; der schwätz (quatsch, lüg) sech ne St. zerech schwätzt viel dummes Zeug; he beld sech ene (kene klene) St.en Rip, Allg.; ene St. Gemös, War, Geld usf. Rip, Berg; sich e St. andrenke sich betrinken Wend; den hät ennen orndleche St. drin ist stark bezecht Kref, Mörs, Geld, — ene gehüərege St. ut Kemp-Stdt, — fort WEif, — weg Mörs. — j. scherzh. Rausch; e hat en St. Kobl-Rhens; öm St. sein Trier, Bernk, [Bd. 8, Sp. 677]
Bitb, Eusk, Köln, Bergh, Dür, uWupp. — b. persönl. verächtl. α. aler St. alter Junggeselle Neuw-Wolsd; alter, wertloser Kerl Gummb. — β. unbeholfener, rücksichtsloser, gefühlloser Mensch Nahe, Bitb-Dudeld, May. — γ. langsamer, träger Arbeiter Waldbr-Alzen. — δ. engebeldter St. Einfaltspinsel Dür. — ε. alen Stinkst. alter Kerl Rip, Berg; Suppst. Säufer Berg; Dreckst. schmutziger Mensch Rip, Berg; Drängst. der einen drängt Gummb, Knickst. Schwächling Verbr. | | ElsWB PfWB RhWB Stiwəl [tìwəl fast allg.; tibəl Bo. Falk. — Pl. tiwəl, tîbəln] m. 1. Stiefel: min St. sin verriss. — 2. (als Schimpfwort) steifer Mensch: du St. du! Dumm wie'n St. — Zss. |