Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 RhWB Stempel (Bd. 8, Sp. 629)   PfWB Stempel (Bd. 6, Sp. 532)   PfWB Geschwister-stuhlstempel (Bd. 3, Sp. 260) 
  PfWB  ElsWB  LothWB Stempel das Wort, zu dem Stamp zu vergleichen ist, ist allg. als -ęmb- Rhfrk, Mosfrk [WBitb -i-, –ø-]; sonst -ę- [Mörs vielfach --; NBerg -ęi-; Geilk, Heinsb, OErk, Kref-Fischeln -ø-]; Pl. Rhfrk wie Sg., sonst -əln, –ələ, Klevld auch -əlts, Demin. -əlχə(n), –ələ, –əlkə, –əltjə m.: 1. Pfosten; im bes. a. starkes Rundholz zum Ausbau der Grube, zwischen First u. Sohle gestellt, damit es etwa von oben herabstürzendes Gestein unterfange u. die ganze Arbeitsstelle sicherer gestalte, in der Bergmspr.; St.ə stelle Allg. — b. Bein an Geräten, Tischen, Stühlen, Betten, Schränken, Spinnrädern Allg., nicht Berg (doch s. auch Stalen). — Geschwisterstuhlst. scherzh. weit entfernter Verwandtschaftsgrad Simm-Laub. — c. Karrenstütze Eusk, Rheinb; Stütze etwa unter einem Ast Mörs, Klev; Schlittenpicke Gummb-Bellingr. — d. aufrechtstehende Stütze im Dachgebälk MülhRh-Ensen. — e. Runge, Strebe im Wagenschämel Sieg-Seelschd. — f. der Teil der jungen Eiche, der nach dem Lohschälen zunächst noch stehen bleibt, später dicht über dem Boden abgehauen wird; St. haue uNahe. — g. Stampfer, α. im Butterfass Ahrw-Eckend, Clevld. — β. zum Abschlagen der Schlacke im Pochwerk Siegld-Geisweid (südl. Stampes). — h.α. Petschaft; Brotst. des Bäckers, mit dem er seinen Namen ins Brot drückt Allg., auch Berg. — β. Demin. Hahnenfuss (Kinder drücken sich die Blüten gegenseitig auf die Stirn) Saarbr-Stdt. — i. Glätteisen des Hufschmiedes

[Bd. 8, Sp. 630]
Daun-Strotzbüsch; Spitzst. runder Eisenzapfen des Schmiedes, zur Bearbeitung der Löcher im Eisen Simm; Fallhammer mit Gesenken Mettm-Velbert. — 2. übertr. a. sachl. α. scherzh. Beine des Menschen oder Tieres; dat Könd hät en Paar düchtige (decke, lang) St.ə Rip, Allg., — en de Fott Mörs, — wei en Owenrouhr Saarbg, Allg. Uf zwen St. steht e Bauchbit (Leib); uf de B., do st. e Mahlmil (Mund) un e Blabbermil un uwe druf is e wille Wald (Haare)? Rhfrk, Koch, Schleid-Berk. — β. scherzh. Finger Saarbr-Auersmacher. — b. persönl. scherzh. dickes Kind Elbf.

 

   Stempel m.:
1.
a. 'Stempel zum Aufdrucken von Schrift- und Siegelzeichen', Stembel (dembəl) [verbr. Christmann Kaulb 48, 77 Juner 82 Lambert Penns 143]; Pl. wie Sg. RA.: Dem isch de St. ufgedrickt 'Man kann ihm seinen Makel ansehen' [ LA-Mörzh]. —
b. 'das aufgestempelte Schrift- oder Siegelzeichen', z. B. auf einer Briefmarke [ KU-Hundh, mancherorts]. —
2. 'stempelartiger Teil der Pflanzenblüte oder der Samenkapsel', bes. vom Mohn [ IB-Bliesmg/Bolch]; vgl. PfWB Stempelblume. Kinderspiel: »Die Oberfläche der Samenkapsel des Mohnes wird auf die Hand aufgedrückt, so daß ein St. entsteht« [Ph. Gimmel in: PfL 30. 1. 1932]. —
3. Gerät zum Stampfen.
a. 'der hölzerne Stampfer zum Zerquetschen von gekochten Kartoffeln, Rüben; halbkugelförmig' [KU-Hundh KL-Stelzbg PS-Erfw Geisbg FR-Bockh NW-Elmst LA-Mörzh, Bernhard 153]; vgl. PfWB Stampfer 1, PfWB Stößel 1; Zs.: PfWB Pflaster-, PfWB Grundbirnen- 1, PfWB Krautstempel.
b. 'der Butterstößel' [ RO-Imsb PS-Hintwdth]; vgl. PfWB Stößel 2; Zs.: PfWB Butterstempel. —
4. 'Gerät zum Setzen und Verpflanzen junger Waldbäumchen' [ LU-Muttstdt NW-Geinsh]. —
5.
a. 'Möbelbeine, bes. von Tisch und Stuhl' [KU-Hundh KB-Bubh Krämer Gal 207]; Zs.: PfWB Tisch-, PfWB Stuhlstempel. a. 1787: 1 Back (Back 'Mörteltragbehälter') mit Stempel [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. —
b. 'Stütze, Säule in Räumen, im Stall, im Bergwerk' [ IB-Wolfh]. Schrambohrer gedrickt un Stemple gehuckt / e paarhunnert Meter drunne im Fleez [Kraus Pat 15]. —
6. nur als Pl. 'dicke, stämmige Beine mit gut ausgeprägten Waden', seltener von den Füßen gesagt [verbr., Müller Dietschw 61]; Zs.: PfWB Grundbirnen- 2, PfWB Schrottenstempel. Die (Das) hot awer e Paar feschte (dicke) Stembel, von Mädchen, Frauen, Kindern [ LA-Nußd, vereinzelt, Gal-Dornf]. Er hat ein paar rechte Stempel [Klein Prov. 170]. »O jerem« - lacht se »hot des Biewel (Bübchen) Stembel!« [Hartmann Teemaschin 70]. RA.: Die (Er) hot Stembel wie e Bodderfaß [ KU-Schmittw/O RO-Obd KB-Kerzh], ... wie en Elefant [ BZ-Dernb]. —
7. Als Ausruf der Verwunderung, Verwünschung: Stembel noch emol, der hat awer e Gewicht! [ KL-Reichb]; Syn. s. PfWB Donnerwetter 2 a. —
8. s. in PfWB Geschwisterstuhlstempel. — Mhd. stempfel 'Stempfel, Stössel, Grabstichel, Holzstamm' ( Lexer Lexer II 1174). — RhWB Rhein. VIII 629/ 30; LothWB Lothr. 496; ElsWB Els. II 597 Stempfel; Kluge-Seebold22 700.

 

 -stuhlstempel m.: = PfWB Geschwisterhünkel, -stuhlstembel [ RO-Rehborn KB-Kriegsf]. —