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 RhWB Steifäugelchen (Bd. 8, Sp. 586)   ElsWB stif (Bd. 2, Sp. 576a)   RhWB steif (Bd. 8, Sp. 583) 
  NRhWB Steif-äugelchen -:jəlχər Jül Pl.: Stiefmütterchen, viola tricolor.

 

  PfWB  LothWB  RhWB stif [tíf Mü.; tif M. Dü. U. Lützelstn.; tæìf N.] Adj. 1. steif. Du bis awer so s., mr meint, du has e Stëckeⁿ im Krüz Lützelstn. Stiffi Häng steife, verfrorene Hände K. Z. Rda. Ër is s. gestorben Bisch. Rda. S. wie-n-e Holzbock Ruf. ‘Der ist so stif wie e Holzbock’ Dehli. JB. XI 58. ‘Stihf wie ne alter Postgaul’ Mü. Mat. 5, 60. Dis Hëmd is so s. wü e Brëtt Z. JB. VII 199. 2. unbeholfen. E stiffer Mensch Str. Stiffer Jockl K. Z., stiffer Jerri Str. CS. 104. 3. Adv. in der Verbindung stiff un stëts fortwährend Bf.; Dü. nur hier die Form stif, sonst gstif. Ër hockt stiff un stëts im Wirtshus Bf. Mues dënn stiff uⁿ stëts d Pfiff im Mul haⁿ!? Dü. Eine andere Verb. ist stiff un (auch e) strack vor Kälte ganz starr, bes. von Erfrorenen und Toten Dunzenh. Ingenh. Hf. Ër het s. un fest bhaupt, r het ⁱʰne gsëʰn Str. K. Z. ‘steif vnd vest auff seinem Kopff vnd narrechter meinung bleiben’ Geiler Narr. 36 Kloster. Basel 278. Bayer. 2, 736.

 

  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB steif das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ai-, –ęi- [Birkf-Idar -ē-]; Mosfrk -ęi-, –ei-; Siegld -i-; n. der Diphthongierungs-L. -ī-; Klevld -i-; flekt. -wə, –və, im Gebiet der Schärfung mit dieser, also -ī:və (usf.) Adj.: 1.a. von Sachen; st. sen, — werde; jet st. mache Rip, Allg. α. zäh-, dickflüssig (verstärkt decke st. Aach-Berensbg), wie st.ər Brei, st. Papp, st.ə Ris (Risbrei); st.ə Kaffe (en st. Tass K. sehr starker K.); st.ə Deg (Teig) Rip, Allg.; st. Melch dicke, saure, geronnene Milch Verbr. nach Wk. IV 20 (Klattermilch) LRip in Schleid, Monsch-Mausb, Eusk-Ahrem Stdt, Bo-Walberbg, Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach, rrhn. Neuw-Engers, MülhRh, rip. Sol, SNfrk in Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr, Neuss, woraus st.ə Kies Quarkkäse gewonnen wird Jül-Langend; Stifmelkskies Geilk, Heinsb, Grevbr; st.və Erwesse fett gedämpfte Erbsen Westerw; der Däg werd st. gemach der Teig wird, wenn der Ansatz mit Sauerteig zwei Stunden gestanden hat, unter Zusatz von weiterm Mehl vermengt u. geknetet Simm. RA.: Der Brei es st. wie Zirup Aach, Verbr., — en Stippel Trier-Mehring. En decken Kaffe su st., mer kinnt en schneiden Koch. De Supp is so st., et kann en Katz driwer gehn Rhfrk.: Bei er st.ər Zopp left (läuft) kem Bauer de Knecht fort; vun de st.ən Zoppen un den dicken Steckern Brut lofen de Gesinner net fort Trier-Schleidw. Merz-Bergen. Wat freh reif, get net st. Eif (o. O.). Wasser, st. gekocht! Antw. auf die Frage: Was haben wir gekocht? Koch-Weiler. — St.ə Köttel (Kot) scherzh. Schottisch MülhRh-BGladb. — St.ər Bodem (Grond,st.Land) lehmiger Ackerboden Allg.

[Bd. 8, Sp. 584]
β. von Gliedern des Körpers, starr, nicht gelenkig; he hät st. Knoche, — ene st.ən Arm, — Hals udgl.; de Hänn sen mer st. va Kält, — sen su st., dat ech necks mih apacke kann Rip, Allg. RA.: De Hänn sein su st. wie en Eisklumpen Trier-Clüsserath. Wenn me alt wörd, werde de Knoche st. Rip, Allg. De hät st.ən Arm ist evangelisch (kann das Kreuzzeichen nicht machen) n. einschl. Ruhr; ist ein Geizkragen Rees-Wesel; se han enen st.ən A. haben ein Verhältnis miteinander, gehen Arm in A. MülhRuhr-Heissen; den hot e st.ən A. er zögert, seinen Gästen einzuschenken Trier. Den Dumme st. h. kein Geld ausgeben Rip, Nfrk; en hot den Deimchen st. hat kein Geld Bitb-NWeis. De Uhre st. hale so tun, als wenn man nicht höre, gleichmütig bleiben, nicht nachgeben, nicht mutlos werden, gesund bleiben Rip, Allg. Der hät en st. Zong (Zunge) spricht beschwerlich, will mit der Sprache nicht heraus Sieg-Ägid, May-Galenbg; ech han de Oge st. van Schlop (Schlaf) MGladb, Erk, Ene st.ə Kopp han eigensinnig sein Heinsb, MGladb. Je alder der Mann, je st.ər der Senn Aach-Gressenich. Der hät ene st.ə Röck kann oder will sich nicht bücken, ist eigensinnig Rip, Allg.; halt du dinne R. mar st.! störe dich nicht dran Kemp-SPeter. St.ən R., seilen (selten) Glöck Eigensinn bringt keinen Gewinn Wippf. — γ. von andern Dingen, starr, schlecht biegbar, prall gefüllt, vom Sack; st. Iser Eisenstange, die sich nicht biegen lässt Gummb; et st. Gebet (Gebiss) steifer Zaun des Pferdes Mörs, Rees; dat st. Joch Doppeljoch Hunsr, Westerw; der st.ə Knall = der st.ə Hot (dies Allg.) MGladb; der st.ə Näl (Nagel) dass. MGladb-Odenk; ən st. Wagən Wagen mit vier gleichhohen Rädern (dessen Drehfähigkeit dadurch beeinträchtigt ist) Mettm; st.ə Droht viel Geld Aden-Liers; dat Soot es st. das Getreide fühlt sich feucht an Klev; gestaut, vom Wasser Aach-Stdt 1831. RA.: Je äler der Bock, je st.ər dat Hor (Horn) von heiratslustigen ältern Junggesellen; je älter der Mann, je eigenwilliger u. unnachgiebiger ist er Mosfrk, Allg. St. Hor (Haare), st. Senn ein Mensch mit borstigen Haaren ist eigensinnig Sol. St.ə Hot steht em got; st.ə Knall (st. Hut) geht nom Ball; st.ə Näl (dass.) geht nom Fel (Felde); st. Döppe, lott em ens höppe! Spottr. MGladb. — Der St.ə steifer, runder, schwarzer Hut Ottw-Landsw, Aach, Nfrk, Ess-Werden; e St.chə Ahrw, Eusk, Sieg; der Stif scherzh. der Donnerstag Köln-Poulh. En St.ən en der Butze (Hose) han den st. Penis Gummb; de Jung hot st. Gedanke krit solche, die die Erektion des P. hervorrufen Bitb. — Allerhellige Rif mät de Wöngkter (starr un) st., — wiss on st. Rip, Nfrk. Dat kris de net st. das kriegst du nicht fertig, kannst du nicht Aach-Walh. — b. von lebenden Wesen. α. behindert durch Gicht, Rheuma (udgl.), Alter, Frost in den Gliedern, ungelenkig (ohne Absicht) (verstärkt stock on st. Gummb); ech sen su st. en de Knoche, — op de Ben, — em Rögge (Kröcks »Kreuz«), — em Nacke (Hals) Rip, Allg. [WErk, Kemp auch -ifkəs]; verstärkt stockenst. Barm; steckest. Simm; ech sen st. gefrore Rip, Allg., — strack on st. g. Saarbr. RA.: Er is so st. in de Knoche wie

[Bd. 8, Sp. 585]
en alder Gaul Simm, — wie en al Perd, — en (al) Koh, — ene Oss (Ochse), — ene Bock Rip, Allg., — ene aue (alter) Posthengs Aach, — en Brett, — Holt, — ene Steck (Stak, Stock, Knöppel), — e Stöck Holt Nfrk, Allg., — en Bessemstill, — en Holzbock, — en Holzklotz, — e Klotz Mosfrk, — en hölze Klompen Prüm-Mürlenb, — en Hockhot (Hackholz) Kemp-Breyell, — ene Hotschel (Holzschuh) Eusk-Dirmerzh, — en Zongpohl (Zaunpfahl) Sieg-Leuschd, — ene Bessem SNfrk, — en hölzen Herrgott Rip, — e helze Bild May-Trimbs, — ene Bretzel MGladb, — en Prent Heinsb, — e Brot Neuw, — e Höəre (Horn) Erk, Kemp, — en Like (Leiche) NBerg, Heinsb-Breberen. Wemmer alt göt, g. mer st. Trier, Allg. Kromm en schäl (schielend) en noch gen Kerl; olt en st. en noch gen Wiff Klevld. Et Olt-worden es necks, marr et St. –worde n. Ruhr. Me wiərd iəkder st. wie rich Aach. Sammet un Seid om Lif, dobei vun Hunger st. Köln-Stdt. — β. ungelenk, unbeholfen, ungeschickt, sehr langsam in Bewegungen, im Handeln, Sprechen, aus angeborenem Temperament (ohne Absicht); war is dat en st.ər Kerl, de kimmt nit vun der Stell Rhfrk, Allg.; man nennt einen solchen e st.ən Drickes (Heinrich) Bitb, Mosfrk, Rip, Nfrk, — Manes (Hermann) MGladb, Erk, — Jones (Johann) Prüm-KlLangenf, — Dölmes MGladb-Neuwerk, — Tammes (Thomas) Merz-Reimsb, — Manuel Ottw-Gennw, — Hess Trier-Kürenz, — Holzhäər Köln-GrKönigsd, — Herrgott Lennep, — Henz (-ē-Stier Eusk-Dirmerzh, — Bock Allg., — Böckem (Bücking) Elbf, MGladb, Erk, Kemp, — Knoche Allg., — Klotz (Klötsch) Allg., — Stickel Simm, — Knevvel Rip, Allg., — st. Stick Holz Rhfrk, Allg., st.ər Horke Kreuzn, — Happ Waldbr-Wildbg; en st. Popp (Puppe, Mädchen) Rip; ne st.ə Lansenein Köln, Bo, Rheinb, Eusk, Sieg, Mülh. RA.: Du bös su st. we enen Bur Rip, Nfrk, — ene Oss (Ochse) Rip, Allg., — en Dauochs (Drück-) Trier-Mehring, — en hölze Popp Rip, — ene Bom Mörs, Allg., — Leər (Leder), — en Brand (Holzscheit) Rheinb, Schleid, Prüm, Bitb, — Gedriəte (gedrissen, geschissen) MGladb (u. alle Vergleiche von 1bα). Ömmer langsam on st., dann göft et och kan Pein ön de Leif Trier. — Der St., dat es ene St. verächtl. Unbeholfener LRip, SNfrk, Düss-Stdt. Mieler St.ə Neckn. derer von Rheinb-Miel u. so von Ollh (auch st. Olləm), Schleid-Marmag, Bo-Muffend; st.ə Liesefeller (Goar-Liesenf). Ene St. ein untersetzter, starker Kerl Geilk. — γ. dasselbe infolge einer Handlung; ech ham mech st. gesesse, — gelege, — geböck, — geknent (gekniet) usf. Rip, Allg.; im bes. αα. de Köuhj se st., — han sich st. freəte haben genug gefressen, dürfen nicht mehr weiter fressen; ich ha mich st. geəte übersatt gegessen u. fühle mich beengt, beklommen Selfk, SNfrk, Aach, Eup; em Bur frett sech suə st., dat e net miəhr gape kann Kemp, ebd., — so st. as en Koh ebd.; ech han de Kroəm (des) st. bin der Sache überdrüssig ebd. — ββ. bezecht; er es st. u. st. voll gesoufe Monsch, Eup, Aach, Bergh, SNfrk, rrhn. Neuw-Heimb Weis, Berg; de hät se st. Aach-Dorff. RA.: He is esuə st. wie ne Brick (Ziegelstein) Eup. — γγ. daraus in folg.

[Bd. 8, Sp. 586]
Wend. in der Bed. überreichlich, genug: He wor ganz st. vu Freud; du lachs dech st., wenn de dat siehs Rip; der es st. von (voll) Dreck er starrt vor Schmutz, — va Lüs (Flüēh); st. em Büggel (Beutel) sin reich sein uWupp (s. auch die Zs. steif-). — δδ. halt dech st. (on loss dech net ongerkriege)! halte dich aufrecht, stramm, bleibe standhaft, fest, sei tapfer, lass dich nicht fesseln Rip, Allg.; stur uns st. sin (bliwe) dass. Ruhr; he blifft st. on steəl (steil) derbiə Heinsb; den hant se fies st. gehaulen gefoppt, zum Besten gehalten Sol. — εε. st. un stödig überfein angekleidet Rip. — δ. untersetzt, stark gebaut, dabei oft klein u. dick, von Mensch u. Tier, auch Sachen Monsch, Aach, Geilk, Heinsb, MGladb-Rheind, uWupp; der Stif Aach, Geilk. — ε. der es st. streng im Glauben, orthodox Saarbr; auch — st. katholisch, evangelisch (dies Allg.). — ζ. st. mit Charakterschwächen. αα. gewollt träge, langsam Rhfrk, Mosfrk in Saarl, Mos, May, Daun, Aden, Ahrw, Schleid, Eusk, Neuw; st. schaffe, schwätze, esse; ene st.ə Hund.ββ. eigensinnig; st. sen van Egensinn uWupp; ene St. Trotzkopf Heinsb-Lümb. — γγ. wenig entgegenkommend, ungefällig; st. sen; ene St.ə; ene st.ən Hongk (Hund); ene st.ə Bur der mit seinem Gefährt schnell an einem ermüdeten oder alten Fussgänger vorbeijagt, ohne ihn zum Mitfahren einzuladen; ene st.ə Bur reicher, aber sehr geiziger Bauer; sech st. halen sich ablehnend verhalten, nichts geben wollen Rip, Allg. — 2. Adv. a. zu allen Bed. von 1; de Brei es ze st. gekoch; et hät su st. gefrore wie en Brett; de Wäsch es st. g. Rip, Allg.; ich sen strack on st. g. Saarbr; für Kält st. dostohn Rip, Allg.; dem stohn de Oge st. em Kopp wenn er zornig ist Eusk; ene st. ankiken starr ansehen Elbf, Rip, Nfrk; den geht so st. as ennen Oss (Ochse) Geld, Allg., — bie en Ochs am Plog May, — as ene Fuhrmann Rees; st. on stödig g. geputzt Rip; sich st. hinstelle; su st. sitze bleiwe wie e Stick Holz Rhfrk, Allg.; he soəss st. för Freud do; st. un stomm (— on stupp Elbf) Rip; he steht do st. on staats (stolz) en der Bank Mettm; he stong st. op sin Lif Elbf; ek mot (musste) drei Weche st. em Bett lige; de lit st. on fas do krank zu Bett Rip, Allg.; de Bocks steht st. va Dreck Grevbr, Allg. (usf.); ene st. Gedresse(n) Kot verächtl. steifer, unbeholfener Mensch RRip, Berg, Ess, Köln, MGladb-Giesenk. — b. gewollt langsam; st. schaffe, esse usf. Verbr. wie 1 bζαα. — c. st. on fest ebbes gläwen, — behapten, — sich drof halen Bitb, Allg. — d. Überfluss; ech han Geld (Zit, Spass udgl.) st.; he hät de Kopp st. voll Lüs, — de Keller st. v. Erdäppel (udgl.) Rip, Nfrk, Mosfrk, Goar. — e. ohne Unterlass; et rent (regnet) st. Rent et op Maria Sif (2. VII.), dann r. et vierzig Dag en enem st. Rip.