PfWB ElsWB LothWB Spiess das Rhein. hat durchweg nach mhd. spiz die Formen -is, –e-, –a-, –ǫ- usf., s. Spiss; nach mhd. Lexer spiez nur -īs im Saargeb. u. sonst in bestimmten Bed. u. Abl. (s. u.), Pl. -sə(n) [rostigen spiess 1482; speiss hoechten Köln XV; durch die spiess jagen ebd. 1525] m.: 1. lanzenartiges Eisen; Bratspiess; kurzer, spitzer Balken, der beim Umdrehen um seine Achse mit Hilfe des Bindeknebels das Seil aufwindet, das den Wiesbaum fest anzieht; er wird durch das Spiessbrett ins Heu, Korn udgl. gesteckt u. findet dort seinen Halt; dann -ī- Bratspiess an der Nahe, wo der Sp.brore, von den Jägern im Freien am Sp. geröstet oder samstags in den Wirtshäusern geboten, ein Nationalgericht ist; dann -ī-, –ī:- Handpicke, mit der der Schlitten fortbewegt wird Wend-Baumholder, Trier-Mettnich; -ē:- Koch-Carden Ulmen, Kobl-Dieblich, May-Kollig; -ē:- Dorn, mit dem man die Würste verschliesst May-Stdt; -ī:- senkrechter Stecken im Flechtwerk des Fachwerkes Jül-Schaufenbg; -ē- Brechstange oder Brecheisen mit verstähltem Ende, im Bergwerk zum Lockern u. Heben von schweren Gegenständen benutzt, in der Bergmspr. Siegld, Altk; -ī- jedes lanzenartige Eisen, Stange Eup-Stdt, Klevld (ndl. spies, spiets; in mdl. Bed. -ēt, s. Spiss); auch im Rip, NBerg aber als Fremdwort empfunden -ī:- u. -ē:-; Allg. in nhd. Lautung -ī-, –ī:- der Degen des Feldwebels, in der Soldatenspr.; -ī:- Brotmesser mit waagerecht verlaufender Schneide und Rücken und scharf abgewinkelter, stumpfer Spitze Sol (veralt.); dann in Wend.: Er schreit, als wenn en om Sp. (-ī:-) hänken däht; eweil dreht er de Sp. erem Nahe, Saarbg, Trier-Stdt. On wenn et Spiess on Kniwel rent (regnet) Birkf. — 2. übertr. persönl. a. -ī-, –ī:- der Feldwebel, in der Soldatenspr. Allg. — b. -ī- verächtl. mageres Schwein Wend-Berglangenb. | | ElsWB PfWB RhWB Spies [pís fast allg.; spéïs D. Si.] Spieß: de Sp. emdreïen den Sp. umkehren. |
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