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 RhWB Siebenschläferstag (Bd. 8, Sp. 131)   PfWB sieben2 (Bd. 6, Sp. 96)   PfWB Elle (Bd. 2, Sp. 882) 
  PfWB Sieben-schläferstag aus dem Kalender bekannt m.: op S.schlöpersdag oder ohne –tag op S., der 27. Juni. Regnet et op S., dann r. et noch söwen Weke (veerteg Dag) hernach Rees, Allg., — r. et su lang, bös alle Spröng (Quellen) open sind Sol. Wamme op S. Eərpel (Kartoffeln) ritzt (auflockert u. behäufelt), dann schlopen se noch wiər, — n. hengenno (hintennach) en Titlang stockt ihr Wachstum Gummb-Berghsn.

 

   sieben2 Num.: wie schd., siwwe (siwə) [verbr., Heeger Südostpf. 15 Lambert Penns 151 Krämer Gal 199], siewe (sīwə) [mancherorts westl. WPf SOPf vereinzelt übrige Pf]; in nicht attributivem Gebrauch, bes. beim Zählen oder in isolierter Stellung (elliptisch) auch siwwene, siewene [mancher-

[Bd. 6, Sp. 97]
orts], z. B.: 's sin siwwene 'Es sind sieben Stück' [Germh]. Schund brennen um halb Siwwe die Laderne [Ranssweiler 61]. Wann warsch? - Ei um siwwene! 'um sieben Uhr' [Kaislt]; e Sticker s. 'etwa sieben Stück' [ KU-Hundh]. Äämol s. esch s. [ LA-Ilbh]. Er es jo sei dreimol s. alt 'Er ist sicher 21 Jahre alt' [ WD-Niedkch]. S. Leit sin verunglickt [ KL-Reichb]. Dann 's wer doch werklich gar zu nett, / Wann ich so sechs bis siwwe hätt [Münch Werke I 120]. Siwwe Kinner war mer dehääm! [Damm Nawwel 61]. Es Haus kabutt, es Geld kabutt un G'schwister siwwe [Ranssweiler 22]. Der Zahl kommt im Volksmund häufig symbolische Bedeutung zu, sie gilt als heilige Zahl und sie ist Ausdruck der Fülle, der Vollkommenheit, der Vollendung, der Totalität, bes. in Vergleichen u. RA.: so hell wie s. Sunne [ LU-Alsh/Gr]. 's is so heeß, wie wann s. Sunne am Himmel stehn [ FR-Flomh]. Dem hängen s. Sunne am Himmel 'Er sieht alles in rosigem Licht' [ PS-Saalstdt]. Der kummt iwwer s. Derfer 'Er kommt von sehr weit her' [ LU-Opp]. Er is s. Stund hinner'm Mond dehääm 'sehr rückständig' [ BZ-Billh]. Do laaft er darch s. Newwel, vom Eifer eines Menschen [ KU-Kaulb Kreimb]. Der hot s. Deiwel (Gewerrer 'Gewitter') im Leib 'Der hat alle Untugenden, Unrast im Leib' [ RO-Dielkch, KB-Harxh]. Die hot die s. Untuchende alle elfeverzich, scherzh. [ LU-Altr]. Er springt iwwer s. Haiser (Berje) 'Er ist flink, körperlich rüstig' [ PS-Kröpp, KU-Etschbg]. Er kreischt, daß mer's iwwer s. Haiser weit heert [ GH-Weingt]. Die hat s. Reihe Ditz, von einer Frau mit stark entwickelter Brust [ LU-Opp]. Er kann schaffe fer s. [ LA-Göckling]. Er sauft for s. [ RO-Höring]. Er macht e Jachd for s. 'Er macht Lärm für sieben' [ HB-O'bexb]. Er is so stark wie s. Schneider, iron. [RO-Münstapp]. Der is so schlau wie s. Dumme, iron. [ KU-Etschbg]. Du bischt so dumm wie s. Zentner Lumpe [ KU-Etschbg]. Der liet (lügt) so stark wie s. Gail ziehen [ ZW-Knopp/Lab]. Mich bringen s. Gail nimmi hin [ KU-Reiffb]. Der gebbt an wie s. nackiche Necher 'Er prahlt' [Pirmas]. Nemm dei s. Gedanke zesamm! [ KU-Rehw]. Mer sin verwandt dorch s. Scheffel Erbse, von einer sehr entfernten Verwandtschaft [ RO-Odh]. Er traacht uf s. Schuldere Wasser 'Er ist vielen zu Diensten' [ LA-Nußd]. Sein Hut sitzt uf s. Schoppe 'Er ist betrunken' [ NW-Rödh, vereinzelt]. Er isch so dumm wie s. Dag Reggewedder [ BZ-Apphf, GH-Freisb]. Er macht e Gesicht wie s. Dag Reewedder [ Gal-Sap, mancherorts]. Der hockt (sitzt) do wie s. Niß 'niedergeschlagen, ratlos' [ NW-Wachh, mancherorts]. Der macht en G'sicht wie drei Dag Regewerrer un s. Niß [ LU-Alsh/Gr]. Weitere RA.: Meiner s.! beteuernder Ausruf, wohl aus meiner sechs scherzh. weitergebildet [LA-Offb, vereinzelt, Beam Penns 101]; s. grad sein losse 'Nachsicht haben' [ NW-Lambr]; s. Morge Himmelblau han 'nichts besitzen' [ HB-Kirrbg]; s. wie e Judd, verwendet, wenn in einem bestimmten Zusammenhang die Zahl 7 auftritt (z. B. beim Wür-

[Bd. 6, Sp. 98]
feln), nach ElsWB Els. II 318 mit Bezug auf die den Juden heilige Siebenzahl [BZ-Albw, mancherorts NPf VPf]; blott geschor met s. Hoor, rufen Kinder hinter einem her, der sich die Haare ganz kurz hat schneiden lassen [ KU-Schmittw/O]; uf jeden siewene un noch e Bucklichi, bei Frauenüberschuß [Bergz (Kamm 96)]; s. Stock un noch ääner, von einem überaus großen Menschen [ KU-Föckbg]; s. Ehle (Ellen) lang, dass. [ FR-Kirchh]; uf s. Meder in e Flasch scheiße, bei Durchfall [ PS-Geisbg]. Sollsch die Scheißerei krieche, s. Elle lang! [Bergz (Kamm 80)]. Soll dich e Krott petze mit siwwe Hoor! [Kühn Kumödi 10]. Dem werr ich verzehle (weise), was s. Linse for e Supp (Brih) koche 'Dem werde ich gehörig die Meinung sagen, zurechtweisen' [ KL-Neukch RO-Mannw]. Drei Judde un vier Handkees sin s. Stinker [ BZ-Nd'ottb]. Pack dei s. Quetsche samme! 'Habseligkeiten, Besitz' (s. PfWB Siebensachen) [NW-Elmst, vereinzelt SOPf Gal-Neu-Chrusno Buch-Tereblestie]. SprW.: De Perschingbaam un e Hund sinn s. Johr gesund [PS-Erfw, Bergz (Kamm 123)]. E gurer Kommandäärer is besser wie s. Schaffer [ KU-Blaub]. Aa Mannsbaan is besser wie s. Bakkestaan (Backsteine zum Wärmen) [ KB-Rüssing]. S. Summer sinn besser wie sechs Winder [ KB-Lauth]. BR.: Rechends an Siwweschläfer (Siwweschläferdaach), dann rechends s. Woche [ SP-Mechth, mancherorts]. Wanns uf der Kärfreidag regert, regerts s. Sunndag [Fogel Beliefs Penns Nr. 1134]. Morjerot schlaat (schlägt) s. uf äämol dot [ ZW-Bechhf]. Volksgl.: S. Johr hot mer ken Glick wammern Spiggel verbrecht [Fogel Beliefs Penns Nr. 480]. Wammern Katz schießt, hot mer s. Johr ken Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 664]. Volksmed.: Gegen Schluckauf muß man s. Schluck Wasser trinke [ GH-Kand]. Rätsel von der Zwiebel: 's hot s. Hait, beißt alle Leit [ Gal-Josbg, mancherorts]. AR. s. PfWB Pappendeckel 1, PfWB Bohnenblatt 1, PfWB Hans 1 a, PfWB Katzenschwanz 2 b α, PfWB Landstraße, PfWB Maus I 1, PfWB Rübe 1 a. VR.: Ach Gottche secht's Lottche, s. Kinner un ken Mann, 's is e Schann [ LU-Friesh]. Heit iwwer s. Woche / do hämmer nix ze koche / als e bissel Katzeflääsch / un das esch lauder Knoche [ BZ-Dernb]. Weitere VR. s. PfWB backen 1 b, PfWB Polizei 1, PfWB Krak 1, PfWB lachen1 1 a, PfWB Leiter1 1 a α, PfWB Maria 2 a, PfWB melken 1 a, PfWB Ofenloch, PfWB Quack 1 a. Kinderspiel: Die s. Faule, ein Ballspiel, bei dem ein auf das Dach geworfener Ball beim Herunterrollen gefangen werden muß. Wer den Ball siebenmal nicht fängt, scheidet aus, bis alle Spieler ebenfalls 'faul' sind [Groh Wörschw 189]; ein weiteres Kinderspiel s. PfWB Elle 1. a. 1533: von seyben Morgen ackers am kersch weg [GgHospR]. RhWB Rhein. VIII 126/27; LothWB Lothr. 481; ElsWB Els. II 318.

 

   Elle f.:
1. altes Längenmaß (60 cm), um 1920 noch in Textilgeschäften verwendet, Eel (ēl) [verbr., auch Don Gal, PfId. 40], Iil (īl) [ RO-Odh], Äil (ęil) [LA-Maik Mörzh BZ-Albw Heeger Südostpf. 14], Ell [ LU-Oggh GH-Hatzbühl], Elle (!) [PS-Geisbg Fehrb KB-Mauchh SP-Heiligst LA-Impfl Ilbh]. For e Anzug braucht mer finf Eele, for e Himd siwwe (?) [ KU-Schmittw/O]. Mer maant, er hätt e Eel im Kreiz, von einem ungelenken Menschen [ KU-Kaulb]. Er hat e Buckel, daß mer'n mit de E. ausmesse kann, von einem Breitschultrigen [ KL-Fischb]. Ich verschlaa dich mit der Eel! [ Don-Schowe Torscha Buch-Illisch]. RA.: Ich meß d'r gleich die E. an! Androhung von Schlägen [ NW-Weish/S]. Die Eel is länger wie de Krom (Kram), von einem unrentablen Geschäft [ KU-Schmittw/O]. Er hot Dinnschiß 'Durchfall' siwwe Äile lang [ LA-Nd'hochstdt, KU-Brück LU-Friesh]. Sie kummen alle Eele lang 'immerzu' [ NW-Hardbg]. Hie wisse mer, wieviel Eele Däärm jeder im Leib hot 'Hier kennen wir jeden durch und durch' [ KL-Katzw, KU-Schmittw/O]. Alles mit Maß, saat dersell Schneider; do hatt er sein Fraa mit de Ell totgeschlah [Hebel 49]. SprW.: Wer die Trepp enuffallt, kriet for die Eel drei Batze [ KU-Th'eischw]. VR.: Kurze Eele, lange Wuche; nix zu koche wie lauder Knoche [ Don-Gottlob]. Hab mich wieder annerscht b'sunn, hab noch hunnert Äile g'spunn [Land]. Leineweber, wick, wick, wick; mach, daß 's Pund drei Elle gibt, Forts. s. Leineweber. Das Kinderspiel Siwwe Eele hat folgenden Verlauf: Die Mutter ist bei der Arbeit im Wald. Ihre Kinder stehen in Reihen zu je sieben. Die Magd soll sie vor dem Wolf behüten. Um die Magd abzulenken, ruft der Wolf mit verstellter Stimme: Guck emol in die Luft! Die Magd läßt sich betören, und schon raubt der Wolf einige Kinder. Die übrigen Kinder rufen: Mutter, Mutter, der Zug brennt! Die Mutter eilt herbei, bestraft die ungeschickte Magd und geht wieder an die Arbeit. Der Wolf wiederholt seine List so lange, bis er alle Kinder geraubt hat. Aber die Strafe bleibt nicht aus: In einer auf den Boden gezeichneten Pfanne oder am Spieß muß der Wolf zuletzt braten [Groh Wörschw. 189]; vgl. das Spiel Ellenmessen. In dem Wurfholzspiel Tenissels (s. PfWB Teneeui) heißen in BZ-Dernb die Hölzer Vochel und Eel. a. 1425: vor 5 elen lynens duchs; von eyner elen grobs duchs [LeinArch. (Löhne)]. a. 1587: 12 elen newer schleiger (neuer Schleier); 1 el newen barchet [Westpf. Gesch-Bl. 1903, S. 48]. a. 1596: würken duch zu drey Par Leilachen, die ehl füer 21 Pf. [WerschwSchR, Bl. 273]. a. 1601 (1629): ob sich jemand falscher vnd vnrechter Ehl maß

[Bd. 2, Sp. 883]
vnd gewicht gebrauche [DirmstA Weist.]. a. 1679: vor 66 ehl Dischtücher und 34 ehlen Handsqwelen 'Handtücher' zu machen [SpeyGgHospR]. a. 1737: alß wird jährlich vor Mariae geburth durch den stattrhat allen wirthen, metzgern, crämeren und beckeren dahier ihr maß, gewicht und ehl besichtiget, approbirt und gereichet [PfWeist. II 580 (NW-Freinsh)]. a. 1760: acht ehlen breit wercken tuch [SSp, v. d. Leyen, Fasz. 99]. a. 1784: 5 Ehlen flächsen gebild Tuch [NPfGV 1932, S. 77]. —
2. 'Unterarmknochen beim Menschen', Elle [LU-Opp Oggh Neustadt GH-Schwegh]; vgl. PfWB Speiche. — Südhess. II 189/90; RhWB Rhein. II 112 ff.; LothWB Lothr. 120; ElsWB Els. I 29/30; Bad. I 680.