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 RhWB Seitengang (Bd. 8, Sp. 66)   PfWB Gang (Bd. 3, Sp. 23)   ElsWB Gang (Bd. 1, Sp. 222a) 
  PfWB  PfWB Seiten-gang,

 

   Gang m.:
1. 'das Gehen', Gang (gaŋ) [vorn. WPf NPf seltener VPf], (gḁŋ) [vorn. VPf, seltener übrige Pfalz], (gaŋg) [ KU-Herschw/Petth Dietschw RO-Rehborn KL-Gimsb PS-Gersb NW-Kallstdt Dürkh].
a. 'Art des Gehens'; e wacklicher G. [ LU-Opp]; e schwerer, e leichter G. [KB-Bennhs, verbr.]; e ardelicher G. 'eigenartiger G.' [ KL-Reichb]; e eingebildte G. [ LU-Friesh]. 'm G. noh kennt's mein Großvadder sein [RO-Als, verbr.]. RA.: Er verfehrt e G. wie e schwangeri Omenzl (Ameise) [ Gal-Dornf]. Zs. Hopser-, PfWB Krebs-, PfWB Müßig-, PfWB Rück-, Sau-, Weggang. —
b. 'Länge eines Schrittes' [(1930) mancherorts]. Vun de Kirch bes an die Schul sein's velleicht zwanzich Gäng [ KU-Schmittw/O]. a. 1563/64: Ein gemeiner Gradus oder Trit helt 3 Werckschuch, man nimpt auch wol 2½ schuch darzu. Dis nennet man auch ein ganck [Zweibr-KirkBeschr. 5]. —
2. 'Bewegung'; die Maschin in G. bringe (setze) [verbr.]. Die Uhr hat e leichde (e harde) G. [KU-Bedb, verbr.]. Alles geht sei(ne) G. (de alde G.) [FR-Bockh, verbr.]. Er geht eens Gangs 'schnurstracks' [NW-Haßl Spey Beam Penns 39]. Un all die Gasse raus ziehn stille Gangs die Leit zum Gotteshaus [Schandein Ged. 207]. a. 1806: Mittel wan Das wasser seinen gank Nicht hat bei dem Menschen [KU-Nußb (Hausbüchlein von Hauptführer)]. —
3. 'Weg zu einem bestimmten Ort, mit einem bestimmten Zweck'.
a. Er hat keen G. dohie [ KU-Bedb]. 's isch mein G. net [ ZW-Ernstw]. Mach d'r emol e G. eniwwer un guck, was los is [ KB-Rams]. Er macht sich Gäng un Märsch (zu einem begehrten Mädchen) [ KU-Schmittw/O]. a. 1448: da soll auch ein prevate 'Abort' an der kemmenate stein (stehen), obe der faut oder die andere irs gangs wollen gein, daz seie es da vinden [Grimm Weist. V 597 (Abtei Limburg)]. Zs. PfWB Ab-, PfWB An-, PfWB Aus-, PfWB Bitt-, PfWB Boten-, PfWB Fastnachts-, PfWB Verseh-, PfWB Fort-, PfWB Fuß-, PfWB Heim-, PfWB Her-, PfWB Kirchen-, PfWB Metzel-, PfWB Metzger-, PfWB Opfer-, PfWB Schul-, PfWB Spazier-, PfWB Strecken-, PfWB Um-, Un-

[Bd. 3, Sp. 24]
ter-, PfWB Weidegang.
b. de lange G. 'Durchfall' [ LU-Friesh BZ-Albw]. —
4. techn.
a. 'Übersetzungsstufe bei Kraftfahrzeugen'; de eerscht (zwett, dritt) G. [allg.]. —
b. 'Mahlgang in der Mühle'. Die Mihl hot drei Gäng [BZ-Dernb, verbr.]. RA. (scherzh.): So gehn die Gäng, hot seller Miller g'sagt; er hot när (nur) ääne g'hatt, un des isch de Hausgang gewest [ GH-Kand]; dass. mit dem Zusatz: un der geht zur Kechin [ KU-A'glan], oder auch: do is er als zu seiner Mahd gang [Hebel 50]. 16. Jh.: eine mahlmühl mit drey gengen [PfWeist. II 676 (LA-Godrst)]. —
5. 'Gericht in der Speisenfolge', umgspr. Uf de Hochzet hot's veel Gäng gebb [ KU-Schmittw/O]. —
6.
a. 'Zugangsraum in Gebäuden'. Zs. PfWB Auf-, PfWB Durch-, PfWB Ein-, PfWB Haus-, PfWB Mittel-, Neben-, PfWB Ort-, PfWB Seiten-, PfWB Zugang.
α. 'Hausflur' [verbr.]; bes. 'Flur im Obergeschoß' [ ZW-Battw PS-Erfw RO-Dielkch]; de ewwerscht G. [ PS-Schmalbg]; owwe uf'm G. [ KB-Kerzh]; uf'm G. drowwe [ NW-Kallstdt]; 'Pfeilerveranda' [ Don-Lenauh Schowe Torscha]. —
β. Gänkl 'Abtritt' [PfId. 49 (Bergz)]. —
γ. 'der G. im Stall' [verbr.]. Zs. PfWB Futter-, PfWB Mist-, PfWB Stallgang. Henner de Kih gehre Renn 'geht eine Rinne' anne, oun dann kemmt de G. [ WD-Niedkch]. Auf dem G. im Stall liegt der Strohvorrat, steht der Heukasten und der Futtertrog mit der Rübenmühle [ LA-Gommh]. —
δ. 'Kirchenschiff' [Beam Penns 39]. —
b. 'schmaler Weg zwischen zwei Häusern', Gängel [ ZW-Bechhf PS-Leim Kröpp Trulb Vinn Glashtt Lembg Hintwdth BZ-Schweighf]; vgl. PfWB Gasse 2 a. Syn. s. PfWB Reuel. —
c. s. PfWB Pflaster-, PfWB Platten-, PfWB Leiengang. —
d.
α. 'abgeernteter Ackerstreifen' [RO-Marienth, verbr. östl. NPf nördl. VPf]; vgl. PfWB Gahn 2, PfWB Gemahden 1. —
β. 'Streifen, der in einem einmaligen Gang eingesät wird', vgl. PfWB Gahn 1. Er hot noch en G. se säe [ LA-Gommh Don-Sekitsch Gal-Bruckth]. —
γ. 'der G. zwischen zwei Rebzeilen' [ LA-Edk]; vgl. PfWB Furche 2 d. —
7. Zs. PfWB Eis-, Harn-, PfWB Stuhlgang; PfWB Jahrgang. — Südhess. II 1072 ff.; RhWB Rhein. II 997 ff.; Saarbr. 72; LothWB Lothr. 182; ElsWB Els. I 222; Bad. II 283/84.

 

  Gang [Kà Liebsd. Hi. Mü. Su. Gebw. Dü. Molsh. Bf. Geisp. Hf.; Kàk M. K. Z.; Kòk Wh.; Pl. Kak M.; Ka Dü.; Ke Rauw.] m. Gang. 1. Bewegung. D Säjmüʰl is im G. U. 2. Gangart. Dëʳ het e wüester G. (auch Marsch) Su. [Mər sét s em ù à sim Kàk , às ər net fil e M.] Umschreibungen für den schwankenden Gang eines Betrunkenen in Ruf. s. JB. IX 122 f. 3. Weg. Mⁱr han e G. gmacht einen anhaltenden Marsch. Viel Gäng un Sprüng vieles Laufen Bf. ‘E Gang üwwer de neue Märk’ Ged. v. K.

[Bd. 1, Sp. 222b]
Bernhard Schk. 137. ‘un do hats dr gang gyoogt fïr ïn d shüäl’ Landsman Liäd. 10. 4. Schritt (in der Jagdsprache). Er het deⁿ Has uf fuⁿfzig Gäng gschosseⁿ Hf. ‘vngefehr vier Gnge von einander’ Mosch. II 207. 5. Weg zwischen aufgestellten Möbeln, aufgeschichteten Gegenständen, Pflanzen, Gebäuden, im Stall hinter dem Viehstand allg. 6. Hausflur (häufiger Husgang). ‘Wer klopft denn do widder sinni Debbi uffem Gang üss?’ Horsch JB. VIII 182. ‘das Gesinde nebst den jungen Kindern essen im »Gang« oder in der Küche’ Aug. Stöber Der Kochersberg 29. 7. Hausgang im oberen Stock Z. Wh. 8. Der hölzerne bedeckte Altan am ersten Stockwerk, der zum Aufhängen des Tabaks und der Wäsche oder zum Aufspeichern des zerkleinerten Brennholzes dient Geisp. K. Z. 9. Getriebe einer Mühle, das von einem Wasserrad in Bewegung gesetzt wird. Spott über einen Prahler: So geʰn die Gäng, het sëler Müller (der Ischwiller M. Dehli.) gseit, wie er numme eineⁿ het ghett (wo er keⁱneⁿ meʰʳ ghatt het aˡs deⁿ Husgang). In Gebw. fügt man hinzu: un dëʳ is nit siⁿ gsiⁿ; in Rauw. wo er kene me ghat het un wo er s Wasser in ⁱⁿere Nussschal bigetraⁿ het). — Schweiz. 2, 338. Bayer. 1, 921.