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 RhWB schwitzen (Bd. 7, Sp. 2085)   PfWB aus-schwitzen (Bd. 1, Sp. 475)   PfWB schwitzen (Bd. 5, Sp. 1617) 
  PfWB schwitzen das Wort -its-, –e- ist Rhfrk zu dem Subst. ws (s. Schweiss); die übrigen Geb. bilden zu demselben Subst. das Zeitw. -āsən, –-, –ē-, -eit-, –ēt- usf., hier fehlt also das Zeitw. -its-; nur in einigen Belegen stösst das rhfrk. -its- über die Mos vor: -øts- (u. -ās-) Trier-Stdt; -e- uMos von Bernk-Neumagen (neben -s-, –ā-); -āts- (< -its- u. -ās-) Trier-Fell; einige Orte mit tiefster Senkung des i: -ots- Koch-Laub, Daun-Tettschd; -a- Bitb-Speicher; -ę- Prüm-Stdt; ausserdem neben -ēsə noch -ets- Bo-Stdt, Köln-Stdt; -e- Düss-Stdt [NBerg hat -et-, das aber < -eit- über die lautgerechte Kürzung: h –et, Part. jəwet entstanden sein wird] schw.: wie nhd.; bei dem hässe Were schwitzt mer meh an änem Dag wie sust in paar Wuche; ich sen nass geschwitzt; ich schwitz alles (das Getränk) wirrer enaus Rhfrk. RA.: Schw. wie e Gaul (Perd), — en Sau, — en Hond, — e Bär, — en Narr, — der Deiwel Allg., — den Backowe Kreuzn, — en Brode (Braten) Koch-Laub. Ech schwotzen, dat et Himm (Hemd) mer treppt, — dat et Wasser mer de Orschfūr (Arschfurche) erofleft (herabläuft) Daun-Tettschd; er hot su geschwitzt, darr er nass wor wie en gestrippt Katz Goar-Weiler. Der Träge schwätzt alt, wen en de Arbeit seiht Prüm-Stdt, Allg. De faule Geil schw. nit gere von trägen Menschen Rhfrk. Wenn de Maurer schw., is ebbes passiert Kreuzn. Wer lang schwetzt, werd alt Simm-Ebschd. Wenn de Bauere Troppe schw., kenne mir im Schatte sötze Bernk. Du hon eich Pittermänncher (Scheidemünzen) geschwötzt gründlich im Bette geschwitzt Trier-Stdt. Do kanns de Blot schw.! Kobl, Allg. Dau schwitzt jo unnig de Nas! hast eine Rotznase Simm. Wenn Heilige reise, schwitzt de Himel Rhfrk. Öm kal (kaltes) Bier zo drenke on op k. Stöhl ze setze, bruch ich net in Afrika ze schw. Bo-Stdt. — Abl.: die Schwitzerei, das Geschwitz.

 

  aus-schwitzen schw.: 'durch Schwitzen vertreiben', von einer Krankheit, ausschwitze [allg.]. Bad. I 99.

 

   schwitzen schw.:
1. 'Schweiß aus den Poren absondern', schwitze (widsə) [verbr., Christmann Kaulb 86 Henn Mda.-Int. 288 Schneckenburger 23, 45 Lambert Penns 148 Krämer Gal

[Bd. 5, Sp. 1618]
195]; Zs.: PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB ver-, PfWB herausschwitzen; PfWB Nachtschwitzen. Ich sein naß geschwitzt [ KB-Kriegsf]. Der schwitzt arig leicht [ KL-Reichb]. Er is dorch un dorch naß g'schwitzt [ NW-Kallstdt]. Der Dokder verschreibt Bulver zum Schwitze [ PS-Erfw]. Der eßt, daß er schwitzt [ LU-Limbghf]. Mer muß sch., daß eem 's Wasser iwer d'Stern lääft [ LA-Mörzh]. E Deiwelshitz als wie zum Brote; / De Rotbart hat geschwitzt no' Note [Münch Werke I 71]. Im Juli kummt mer an die Ärn, / Der Bauer schwitzt, doch schafft er gärn [Birmelin Penns Poems 26]. RA. (bei starkem Schwitzen): Ich schwitz wie e Brore (Braten) [LU-Böhl, verbr.], wie e Sau [ KU-Diedk, vereinzelt], wie e Baarch (s. PfWB Barg) [ KU-Herschw/Petth], wie e Fenschter [Schandein Notizen], wie die Fraa Lehmann [Kaislt, NPfGV 1926 18]. Ich schwitz, daß mer 's Wasser zu de Stiwwelrohr rauslääft [ LA-Mörzh]. Is des e Hitz, do schwitze jo die Faulenzer im Schatte [Krieger 61]; weitere RA.: Blut sch. 'in schwere Bedrängnis, Angst kommen' [NW-Freinsh, verbr.]; unner de Nas sch. 'einen Tropfen an der Nase hängen haben' [ FR-Kindh]. Dem lern ich emol sch. 'Den lasse ich hart arbeiten' [ LU-Opp]. Finf Minudde vorm Schwitze heer uff! (mit der Arbeit), scherzh. Rat [ LA-Siebdg]. Des sin die Richtiche, wo beim Esse schwitze un beim Schaffe friere! [Feierowend 13/1957 2]. Es läßt sich nix aus de Ribbe schwitze 'Zusätzliches Geld ist nicht aufzutreiben' [Thielen So rerre mer 103]. Ich kanns doch nit dorch die Rippe sch.!, entgegnet einer auf Vorhaltungen, wenn er ungeniert Blähungen streichen läßt oder uriniert, auch vom männlichen Samen [ LU-Opp, mancherorts]. SprW.: Faule Gail schwitze gern [ KU-Bechb Trahw]. Liewer schnell geschwitzt wie lang geschafft [Krieger 42]. Wer im Summer net schwitzt un im Winder net friert, der esch net g'sund [ BZ-Dernb]. BR.: Wenn die Pferde ohne viel Anstrengung schwitzen, gibt es Regen [ KU-Bedb]. Volksmed.: Mittel gegen Erkältung: e paar Himder (Hemden) misse naß geschwitzt werre [ ZW-Battw, mancherorts]. »Zum Schwitzen holt man auch in einem Sacke einen Ameisenhaufen, steckt in den Backofen den Sack und diesen glühendheiß in das Bett und legt sich selber darauf« [Schandein Bav. IV,2 405]. VR.: Bei Auschderlitz, do hot's geblitzt, / do hun die Russe Blut geschwitzt [ KU-Schmittw/O]; Var. s. PfWB Austerlitz. Scherzvers: Hitze hot se, saat se, hät se, / schwitze dät se, saat se, dät se / am Vergißmeinicht (s. PfWB Vergiß-mein-nicht 2 b) [ KB-Kriegsf]. —
2.
a. 'an der Schnittstelle Saft absondern', von Rebstöcken [ LA-Edk]; vgl. PfWB greinen 2 a, PfWB schweißen 1 b, PfWB weinen. De Stock schwitzt [ LA-Edk]. —
b. 'Feuchtigkeit, Kondenswasser ansetzen' [mancherorts]. Die Wand schwitzt [ KL-Weilb]. BR.: 's Brunnerohr (Wasserleitungsrohr) schwitzt, 's gibt Rechewedder

[Bd. 5, Sp. 1619]
[ LA-Gommh, KL-Kindsb GH-Scheibhdt]. 's gibt anner Wedder, de Brunne schwitzt [ LU-Neuhf]. Unser Keller schwitzt (die Kellerwände sind feucht), 's gebt Rään [ KL-Matzb]. Wann die Steen schwitze, gebts Reche [Fogel Beliefs Penns Nr. 1225]. »Schließlich versichern uns manche Wetterpropheten, daß schwitzende Steine z. B. in de Hauseere (s. PfWB Hausern) auf baldigen Regen hindeuten« [Gimmel in PfL 10. 12. 1927]. —
3. übertr.
a. 'in eine unangenehme, bedrängende Situation geraten' [vereinzelt]. Do (bei der Prüfung) is er ganz schee ins Sch. kumm [ KL-Ottb]. Mich bringsche (bringst du) so schnell net ins Sch. 'Mich bringst du kaum in Verlegenheit' [ KL-Schallodb]. —
b. 'bezahlen, hergeben' [KU-Schmittw/O Bergz (Kamm 60) Germh]; Syn. s. PfWB bezahlen 1; en halwe Batze sch. [Schandein Notizen]. Er hot awer keen Penning geschwitzt [PfId. 130]. —
c. vgl. PfWB verschwitzen 2 b. — Südhess. V 931/32; RhWB Rhein. VII 2085; Lothr. 474; ElsWB Els. II 533.