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 RhWB schrämen (Bd. 7, Sp. 1769)   DWB schrammen (Bd. 15, Sp. 1629) 
  PfWB schrämen -:-, –ī:-, –:-, –·ə.-, –- schw.: 1. trans. a. Striche machen, ziehen, liniieren, mit Strichen kennzeichnen, Ritzen machen; üvver de Tafel schr. met der Greffel; du schröms jo; de Jong hät wedder jet dargeschrömp, wat ke Mensch lese kann schlecht geschrieben Rip, u. so Mosfrk, OBerg, SNfrk; e geschrämt Blät liniiertes Blatt Bernk-Graach; sech schr. sich die Haut ritzen (mehr schrannen) Verbr.; auch der Greffel schrömp macht Ritzen auf der Tafel Rip, Allg. (s. o.); die verkerbte Axt schrömp macht Streifen durchs Holz

[Bd. 7, Sp. 1770]
Rheinb-Wald; der Plug schrämt geht auf der Spitze u. wühlt sich in den Boden Bernk-Merschd. — Im Spiel. Das Kartensp. »Siebenschröm« spielen Wippf-Dohrgaul, Neuss-Stdt; beim Klickersp. Rufe, die es dem Rufer gestatten, bei Hindernissen aus der Bahn von einer bessern Stelle aus zu schnellen, wobei der ursprüngliche Abstand vom Klicker des Gegners gewahrt bleiben muss: schrömes (mer)! Schleid-Dreiborn, Ahrw-Altenahr Neuenahr Remag, Rheinb-Hohn, Eusk-Billig, MülhRh; schröme! Schleid-Dollend, Sieg-Siegbg. — b. technisch. α. in der Bergmspr. ein Gestein, das ausgehauen werden soll, umritzen Saargeb. — β. einen Baum schr., teilweise entrinden, bes. zum Fällen zeichnen Bitb-Wiersd, Rheinb-Wald. — γ. Mauerfugen ausfüllen oder das Mauerwerk anstreichen MGladb, Kref-Anr. — δ. Fassreifen anziehen Köln-Stadt. — c. übertr. einen schr., prügeln; du kris se geschrömp Jül, Aach, Heinsb-Karken. — 2. intrans. a. mit »sein«. α. hastig laufen; do sen ech der äver geschrömb; do küt he ze schr.; he kom geschrömp, als wenn et brännt; heraf-, herus-, heren-, herüvver-, heimschr; schr. gohn Rip in kurköln. Neuw, Sieg, Waldbr, Malm, Monsch, Schleid, Ahrw, Eusk, Rheinb, Köln, Bergh, Neuss-Norf, Sol-Leichl Pattschd, dann noch Heinsb-Havert Saeffelen Wehr u. ganz abseits Koch-Poltersd; dran schr. Schleid. — β. untermünden Merz-Conf. — b. mit »haben« scherzh. tanzen Rip, OBerg. — Abl.: die Schrömerei; dat Geschröm(s).

 

 schrammen, verb.
1) eine schramme machen, leicht verletzen, an der oberfläche ritzen, seltener von schwereren verwundungen. über etymologie und verwandtschaft s. DWB schramme. zuerst in den nd. mundarten bezeugt, so nl. schon im Reinaert in der bedeutung 'kratzen' (?):

daer hoordic wat in scramen. 6484 (andere hdschr. screuwen, daher unsicher).

mnd.: in einer urk. von 1400, s. DWB schramme 4. mhd. schramen erst im 15. jahrh. und in abweichender bedeutung (das maul aufreiszen), s. Lexer handwb. 2, 784. Weigand 2, 636. — nhd. schrammen, incisurâ lœdere Schottel 1408; einen schrammen

[Bd. 15, Sp. 1630]
ò aufschrammen, sfregiare etc. uno nel viso. er hat ihn abscheulich geschrammet Kramer dict. 2, 645a; schrammen, geschrammet, leviter vulnerare, infligere plagam mediocrem. schrammen etiam est cicatricem inducere, et cicatricare Stieler 1866; ich schramme, cicatrice laedo Steinbach 2, 501; schrammen, levi vulnere laedere Frisch 2, 222b, vergl. auch Wachter 1463: hierauf befand sich, dasz ich einen hieb in den kopff bekommen, welcher aber nicht durch gegangen, sondern nur geschrammet. Plesse 3, 124;

die andern junkern insgesammt
waren mit einem leichten hiebe
davon gekommen; ein wenig geschrammt
wenn's hoch kam.
Wieland 21, 16 (liebe um l. 1).

mit acc. des effects:

sie schmeichelt' um das schmucke weibchen her,
und schrammte sich dabei die zarte hand
an einer güldnen kleiderspange wund.
Bürger 163a (Ilias 5, 520).

auf gegenstände bezogen, mit veränderter construction, einritzen: ein bauer kritzelt den namen seiner Grete in sand ... schrammt er ihn in kürbis, schmeckt ihm dieser am süszesten. Hippel lebensl. 1, 157. — intransitiv, hart an etwas hinstreifen, so dasz es schrammen gibt: das rad schrammt an den steinen, nd. de wagen schramd an de mure langs ten Doornkaat Koolman 3, 144a; vgl.schrammern 'so scharf mit dem wagen an einem andern wagen herfahren, dasz beide sich berühren' Schambach 185a. ähnlich: es klang so täuschend, als scharrten und schrammten fuszspitzen daran. Reichenau aus unsern 4 wänden 2, 46. — mundartlich weit verbreitet, so bair.-österr. Schm. 2, 601. Lexer 225 (grob hauen, schneiden), hess. Vilmar 368 (besonders reflexiv, sich durch anstreifen an einen rauhen gegenstand verwunden, sehr gebräuchlich), thüring.-obers. Hertel sprachsch. 220. Jecht 99b. Liesenberg 202. Albrecht 206b. nd. s. brem. wb. 4, 691. Schütze 4, 68. Dähnert 413b. Mi 77a. ten Doornkaat Koolman 3, 144a. Woeste 231b (schræmen), für 'schlagen', s. nd. correspondenzbl. 6, 45.
2) im 15. jahrh. auch in der bedeutung 'schlemmen, prassen'; woher diese verwendung kommt, läszt sich nicht sagen:

hebt sich ein schrammen, fressen und saufen. fastn. sp. 383, 12;

so hebt sich dann ein groszer streit
mit schramen und mit schroten,
ernyder liegen weck und wurst
dartzu die veisten praten. 1106.


3) schrammen, verb. meatum angustum fodere inter terram metallicam et inutiles lapides Frisch 2, 222b. s. DWB schrämen 2, a.
4) in den thür.-obers. mundarten auch für rennen, gehen Jecht 99b, ausreiszen Albrecht 206b, wie sonst abschrammen sich trollen Hertel sprachsch. 220, und sonst. erklärt sich wol aus der unter 1 angeführten intransitiven gebrauchsweise.