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 RhWB schmauchen (Bd. 7, Sp. 1447)   DWB schmauchen (Bd. 15, Sp. 954) 
  PfWB  ElsWB  LothWB schmauchen gegenüber nfrk. schmoken (s. d.) u. rip. schmuren (s. d.) ist das nhd. -ǫuxə(n), –au- nur selten im Rhfrk Birkf-Idar Oberst Herrst, Kreuzn-Stdt (-ōx-), Simm-Uhler, Ottw-Eppelborn Heiligenwald, Saarbr-Sulzb Krughütte (-ōg-) OVölkl u. Mosfrk in Saarl-Leb Saarwelling, Trier-Issel Stdt (u. -ō:g-), Wittl, May-Kelb, Neuw-Wollend (-ōx-) bezeugt schw.: 1. behaglich Tabak rauchen, an der Pfeife ziehen; sei Klebche (Mutzpfeife) schm. [bei Schmauchung Tabaks Neuw-Dierd 1680]. — 2. übertr. a. gemütlich, behaglich essen Ottw-Eppelborn, Bitb-NStedem. — b. einen schm., verprügeln Ottw-Eppelborn.

 

 schmauchen, schmäuchen, verb. schmauch machen, dem schmauch aussetzen, damit behandeln, nd. smoken, smöken, eine von der vorigen verschiedene bildung mit -ja, vgl. DWB rauchen, DWB räuchen oben theil 8, 245. schmeuchen, fumo suffocare, perdere, igne ad palum leviter torrere Stieler 1253, schmäuchen Adelung, in älteren quellen auch schmeichen, schmaichen geschrieben (vgl. 2, b). md. schmöchen (vgl. 2, b), mischform von hd. und nd. schmöken (vgl. 1).
1) intransitiv, als zauberisches heilmittel: dasz die Petersche dahin gekommen und mit kraut geschmöcket, da sey es (das viehsterben) stracks aufgehöret. quelle von 1623 bei Frischbier 2, 295a.
2) transitiv, besonders in folgenden gebrauchsarten:
a) fleisch, schmäuchen, räuchern Frisch 2, 205c. Adelung (landschaftlich). auch freier oberd. fleisch (in einem topfe) schmäuchen, es dämpfen. ebenda, schmoren Campe. ähnlich: wenn unter den cannibalen ein grosser herr stirbt, legen sie den cörper auff einen wagen und schüren ein lindes feuer darunter, und schmäuchen ihn so lange, bisz der safft heraus getröpffelt, und nichts als verschrumpffene haut und knochen mehr übrig. Wiedemann gefangensch. jan. 44.
b) einen zu tode schmäuchen Adelung, tot schmäuchen, auch blosz schmäuchen, schmöken, fumo necare Schottel 1403, schmöchen, nd. smoken: de vifte knecht wart doet gesmoeket. quelle von 1480 bei Schiller - Lübben 4, 265b; die ehebrecher haben sie (die Sachsen) uber das fewr gehenckt, gebraten und geschmeucht. Menius chronica Carionis (1562) 270a; und kan sich rösten, schmeichen, sengen und braten, poltern und foltern, schenden und lestern lassen. Mathesius histor. Christi (1579) 2, 38a; aber weil man solche betrieger und herumrücker nicht an der sonnen schmeicht, so wird sie der teufel im hellischen feuer braten. Syrach (1586) 2, 27b; denn muthwillige gottlose bettler geben gerne cupler, verrehter, mordbrenner, meuchelmörder, wie denn anno 1540 solcher viel geschmeicht worden. 3, 30a; wenn man die zeuberhuren schmeucht und verbrennet. Gabr. Rollenhagen ind. reisen 89; (ihr) habt verdient, dasz man euch senge und brenne, röste und räuchere, schmaiche und erstecke, siede und brate. eselkönig 404; denjenigen böse-wicht, welcher anno 1648 die schöne stadt Lignitz vorsetzlich in brand setzte, übergab er gleichfalls der justiz, nach derer urtheil .. er auffs längste gantz unerhörter massen vor der stadt Lignitz geschmäuchet wurde. Lucae Schlesiens denkwürdigk. (1689) 1317; derhalben er mit dem feuer geschmäucht und hingerichtet worden. wolgeplagt. priester (1691) 107; sonsten aber hat die grausame verfolgung der christen in Japan von anno 1613 an bisz itzo gewehret, und sind viel tausend christen geschmäucht und langsam verbrandt worden. Wiedemann gefangenschaft februar 82; der missethäter wurde geschmäuchet, maleficus fumo puniebatur Steinbach 2, 459;

wen man auff erd, die menschen kind
spiest, rädert, brent, schmeucht oder schindt,
so werden sie im letzten stos,
ja eins derselben marter los.
Ringwald tr. Eckart K 3a;

und wann ich, wie du dann verdientest wol rechtschaffen,
dich möchte sehen noch einst mit dem tode straffen,
gevierthelt und verbrennt, gehencket, und geschmöcht,
verräther, schlimmer schelm, undanckbar, ungerecht.
D. v. d. Werder Ariost 10, 41, 7;

jetzt schmäucht man keine hexen mehr.
Lichtwer (1828) 127 (fabeln buch 4, nr. 7).


c) anders mnd. enen smoken, zu heilzwecken beräuchern: nym den peddek, de in dem horne (des hirsches) is unde

[Bd. 15, Sp. 955]
smoke den mynschen, de dar blod, .. zo entsteyt dat blot tohant. quelle bei Schiller-Lübben 4, 265b.
d) bienen schmäuchen, sie durch schmauch aus dem stocke vertreiben Adelung, leviter fumigare apes easdemque fumo fugare Frisch 2, 205c, bienen schmauchen, apes fumigare Stieler 1867, schmöchen: da musz man si (die bienen) auch mit dem rauchen hinauf schmöchen oder treiben. Colerus hausbuch (1640) 415. ähnlich einen fuchs aus seinem loche schmäuchen, durch rauch daraus vertreiben Adelung.
e) in technischer sprache bezeichnet schmauchen das austrocknen von thonwaaren vor dem brande unter anwendung eines gelinden feuers (schmauchfeuers). Karmarsch-Heeren4 7, 720.