Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 RhWB schluppen III (Bd. 7, Sp. 1409)   ElsWB schlupfeⁿ (Bd. 2, Sp. 469b) 
  PfWB  ElsWB schluppen III das Wort, zu mhd.  Lexer slupfen, slüpfen (vgl. schlaufen u. schluffen), ist da verbr., wo schluppen I, II nicht bezeugt ist, u. zwar im Rhfrk in Saarbr, an der Nahe, in Simm, u. abseits Trier-Stdt, Koch (Hambuch -ø-), Kobl-Weissenthurm, u. zwar -ub- [daneben -ib- Saarbr, Kreuzn] schw.: 1. schlüpfen, auch dorch-; lo war e Ädes (Eidechse), eich hon gemänt (gemeint), eich kinn se greife; do war se awer in dat Lab (Laub) geschluppt; schlupp mol en de Ärmel met deim Arm; äm (einem) en de Arsch schl. ihm schmeicheln; durch de Zaun schl.; enin-, enaus-, drunnerdurch-, dodurch-, unnerschl. Allg. A.: Es es mir kalt. B.: Es et dir k., so schlupp en de Wald; es et dir keihl (kühl), so schl. en de Peihl (Pfühle); es et dir warm, so schl. en de Darm; es et dir häss (heiss), so schl. en de Kräs (Kreis)! Birkf-Bundenb. — Schluppches spiele einen flachen Stein über eine Wasserfläche werfen, dass er mehrfach aufhüpft Goar-Wesel. — 2. geschlippte voll  bis zum Rande angefüllt Goar-Liesenf; geschlupptegəTrier-Gutw. — Abl.: die Schlupperei, das Geschlupp.

 

  PfWB  RhWB schlupfeⁿ [lùpfə allg., lypfə Lutterb.] 1. schlüpfen. In d Hoseⁿ s. Lutterb. U., in's Bett s. Dü. Spw. Wer zerst in deⁿ Sack schlupft, schlupft s letscht ʰrus K. Z. Rda. In dr Arsch s. jem. schmeicheln Ruf. D Sunn schlupft in deⁿ Sack verbirgt sich hinter den Wolken, ein Regenzeichen für den nächsten Tag Str. K. Z. Zue eineme Maideⁿ s. heimlichen Umgang mit einem Mädchen haben Hf. s schlupft e mëngi Mus in e ander Loch bis dohiⁿ bis dahin kann sich noch viel ändern Ruf. Schnellsprechvers: s schlupft e wise Mus s Schlüsslloch uf Liebsd. Neckliedchen: Hes kalt? Schlupf in e Spalt! Hes warm? Schlupf in e Darm! Hes heiss? Schlupf in e Geis! Dü. Ähnlich: Hes heiss? Schlupf in e Geis! Hes kalt? Schlupf in deⁿ Wald! Hes Hunger? Schlupf in e

[Bd. 2, Sp. 470a]
Gagummer! Hes Durst? Schlupf in e Wurst! Z. s. auch Henry Seite 144, u. Stöber Volksb. 206. ‘ob sie in jhn schlupffen konnte’ Mosch. II 303. Zss. Schlupfpulfer Talk, wird in das Schuhwerk gestreut, damit es leichter an den Fuss geht Hf. 2. durchschlüpfen, beim Spiel leer ausgehen, nichts bezahlen müssen; auch sonst aus irgend einem Grund übergangen werden bei einer Leistung, z. B. übersehen werden bei Frohndiensten, bei Steuern u. dergl. Dü. Er schlupft mⁱr nit er entwischt mir nicht, er kommt auch noch dran AEckend. D gschlupft Klass die Mannschaften des Jahrgangs 1871, die weder im französischen, noch im deutschen Heere gedient haben Hf. S. Swz. 2, 333. Schwäb. 467. Bayer. 2, 532.