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 RhWB schleifen II (Bd. 7, Sp. 1298)   PfWB zu-schleifen (Bd. 6, Sp. 1710) 
  PfWB  ElsWB schleifen II das Wort, auf sleifen, sleipen zurückgehend, ist ausser dem Rhfrk an Nahe u. Hunsr, wo schleipen herrscht (doch selten daneben auch -f-), allg., u. zwar rhfrk. Saar, OMosfrk -f- [Trier-Stdt, uMos -ā-; WEif -ē-; Westerw vielfach -ai-, –āi-, –i-]; Rip -ēf- [uAhr, Siebengeb., Köln-Stdt -ei-]; rip. Berg -ē-; n. Benr.-L. -ēp- [Eup-Stdt, in MGladb u. Kemp vielfach, Mörs, MülhRuhr -ei-; in NBerg -ē-, –ei-, –ī(ə)-; Kref-Stdt -ī-; Klevld -i-, –ai-, –-, –ē-], dū –eps, h –ept, Prät. -ebdə, -ebnə, Part. jəlept schw.: 1. trans. etwas (einen) schl., auf dem Boden nachschleppen, nach sich ziehen, zerren. a. etwas (einen) mühsam, weit tragen; Holz (en Bürd H.) us dem Bösch no hem schl.; dat H. den Berg eronderschl. Rip, Allg.; mer gehn Reiser schl. Reiser, die nicht am Wege liegen, an den W. schleppen; etwas heraf-, herus-, herop-, herbei-, heren-, heronder-, fort-, wegschl. Rip, Allg.; ich hon gischter (gestern) zeh Zentnere Grumbire hemmgeschläft Saarbr, Allg.; der schlef all al Altertümcher us der Efel zesamme; ech han dat schwer Kend, wo et möd wor, der ganze Weg bes no dohem schl. mosse; do küt e met em Sack voll Äppel geschlef; met jet herangeschlef kunn Rip, Allg.; dene Scherm a (auch) noch metschl. bei dem schene Wedder Saarbr, Allg. RA.: Wer et lang hät, der löt et l. hangen; wer et noch länger hät, schleft et Lennep-Neuenhs, Köln. Der enge (eine) dreəgt (trägt) et Krütz, der angere schleəft et Aach (s. weiter bei Kreuz). Ech hauen dech, datste de Lappe schläfst! Aden. Et geht alles, nemme (nur) kan gebreckt (krepierte) Gäss (Ziege), de moss mer schl. Bitb. Er hot de Katz geschlaft sich einen kleinen Unfall zugezogen Bernk-Graach. Op de breit Heid, do läuf en Has; pack en bei de Bein on schleif en heim! Sieg-Honnef. Der schläft de Lenne (Lenden) ist müde, da er Tag u. Nacht arbeiten muss Daun-Strohn, Wittl-Cröv, Bitb-Dudeld. Wenn Mest ze Dreck wörd, well e gedrohn ower (oder) geschläft sein May-Saffig. De Sonn schlaft de Plog (Pflug) der Nebel teilt sich Koch-Lutzerath. Weivill zollen dei dann noch hämschl.! gewinnen, erben Merz, Allg. Wat de Kih in't Haus brat han, schl. de Per (Pferde) nomol raus wenn der Bauer das Kuhgespann abschafft u. dafür Pferde anschafft Saarl-Berus. Den schl. de Leis nach (noch) mat em Säl (Seil) fort so

[Bd. 7, Sp. 1299]
schmutzig ist er Saarbg-Cahren. Dem schläft de Katz de Maə net fort dem, der viel gegessen hat Saarbr, Allg. Der Knouch (Knochen), der för ene gewassen es, schlef enem kene Hungk (Hund) fort Köln. Wer et Gleck hat, schläft de Braut häm Merz. Wer öm Ustere nüs Neuts (Neues) krit, moss met der Köster schl. Aach-Walh. He het sech chet op et Drü (Trockene) geschlēft sein Schäfchen im Tr. Gummb-Nümbrecht. Eich hon en dorch de Bach geschlaft er geht über Schwierigkeiten hinweg Trier-Stdt. De schläf de Katz dorch de Bach muss büssen für sein Tun, für andere Rhfrk, Mosfrk, Rip. De Leit durch de Zänn (Zähne) schl. Böses über sie sprechen May, Sieg. De irscht Honn on Katzen schleft mer on (in) de Bach die ersten Gewinne gehen meist wieder verloren Prüm-Ihren. De Leis (Läuse) schl. den (Schmutzigen) on de B. ebd. Jet en de Wach (Wache) schl. etwas nach Hause bringen, von einem Gegenstand Besitz nehmen MGladb, Kref, Mörs. Eine ale, stife Schleifde-Bein Gichtgeplagter Köln-Stdt. — In besonderer Anwendung. De Vigel sein am schl. (u. schl. Hor, Reiser zesamme) tragen Baustoffe zum Nestbau zusammen Kobl, Allg.; de Grenz schl. das Gras des Grenzstreifens der Wiese niedertreten, zum bessern Erkennen der Grenze Saarbg, Bitb-Wiersd, Prüm-Oos Waxw, Sieg-Fussh; die Maulwurfshaufen auf der Wiese, die Wiese schl., die M. auseinanderschl., — breiten, indem man mit dem Schl.rechen oder zwei Eisenreifen darüber schleift Mörs, Rees; Reng schl. Barm; ein abgeerntetes Feld schl., mit dem Schl.rechen auf ihm die Halme zusammenharken Allg.; ein gepflügtes Feld, bes. g. Kleedriesch schl., mit umgekehrter Egge bearbeiten, um die Schollen zu zerkleinern; auch die Et (Egge) drüvverschl.; ech moss noch ens drüvverschl. Rip, Allg.; de Et schlef (Klompe met sech) grasdurchwachsene Schollen Allg. Bei jeddem Schl. geht en Kar Mes (Mist) verloəre man soll das Feld nicht zu klein eggen, damit die Quecken nicht zu sehr wachsen können Grevbr. — Absol. nicht tief pflügen Allg.; den Wagen schl. u. absol. bremsen Bitb-Ferschw; dem sing Bud (Zimmer) han se geschlef ausgeräumt Bo-Stdt. — b. übertr. α. absol. die Fachwand mit Lehm bewerfen Bergh-Kirchherten (-ēf-), s. schleibern. — β. de Koh schl. lossen zum Stier führen Daun-Bleckhsn. — γ. de Wort su lang hinschl. hinziehen, langsam sprechen; auch absol. de schläft Mosfrk, Rip; er schläft möt der Maul Koch-Bremm. — δ. absol. eine Arbeit lange liegen lassen, in die Länge ziehen, zögern; dau schläfst met der Arbet Mosfrk, Rip, OBerg. — ε. sich schl., mühsam gehen, sich vorwärts schleppen; he schlefden sech durch de Dür OBerg, Rip; sich kümmerlich durchschlagen, he moss sech at (schon) su durch et Levve schl., — at su darschl. Schleid-Hellenth, MüEif. — 2. intrans. a. mit »haben«, von sich fortbewegenden Dingen; das Rad, der Wagen schlef, — hät geschlef das Rad geht nicht rund, so dass der Wagen über den Boden schleift; der Plog schlef

[Bd. 7, Sp. 1300]
rutscht, ohne einzugreifen, über den Boden; de Eg schl. ohne, dass die Zähne eingreifen Rip, Allg.; he lässt alles schl. lässt alles in Unordnung, bezahlt seine Schulden nicht; hot en dech bezohlt? Nä, dat Dinge schleft noch immer Daun-Tettschd, Allg.; en schlefe (schleifende) Kränkt langes Siechtum Malm, Monsch. RA.: Die Eh es e Leitschinner (Leuteschinder), e schlafend Stick Holz on e Dierquäler Wend-Remmesw. Schleppt de Döar, geft et Ren (Regen) Elbf. — b. mit »sein«, mit persönl. Subj. α. beim Gehen kaum die Füsse aufheben, bei Nachlässigkeit, Müdigkeit, Kranksein, müde, träge herankommen; hen schleft (mat de Bän); hen schl. loher, lo erum; he kennt (herum) geschleft; lo as en erum geschleft Bitb, Allg.; die Kleider beim Gehen nachlässig nachschleppen; dat (Weib) kömmt dohergeschläft, as wann em die Klader all ze weit wären Bitb-Mettend, Allg. — β. madsen (mitten) durch et Gras schl. waten, es niedertretend Bitb, Allg. — γ. do kunn se geschlef vom Spaziergang der Verliebten; se sen met enange no N. geschlef; die zwä sen lang genog metenanger erömgeschlef Monsch, Allg.; das Mädchen schleft mat de Jungen erum Bitb-Ehlenz, Allg. — δ. absol. den Weg abkürzen, die Schleife gehen Bo-Waldrf. RA.: Er schleft jo bie (wie) en Schnel (Schnecke) Altk. — ε. -f- (u. mit »haben«) Eisbahn schlagen Wend-Ausw Kirchenbollenb Nahbollenb (s. schleifen I). — Abl.: die Schleiferei [Schleperei »das in die Länge ziehen, Zögern« es noch ärger äs Fulhet Kref-Osterath], dat Geschleifs.

 

  zu-schleifen schw.: 'mit der Egge glätten', zuschlääfe, -schlaafe [mancherorts]. RhWB Rhein. VII 1300; ElsWB Els. II 453. —