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 RhWB schauern III (Bd. 7, Sp. 965)   ElsWB schureⁿ II (Bd. 2, Sp. 431a)   PfWB scheuern1 (Bd. 5, Sp. 944) 
  PfWB  PfWB  ElsWB  LothWB schauern III das Wort ist allg., u. zwar im ganzen Geb. auf schûren zurückgehend [nur die uNahe südl. einschl. Kreuzn-Johannisbg Dhaun Brauw Königsau Gehlw Gemünden, Hochw, Simm-Argenth Eller Erb hat aiərə, –ęi-; doch vielfach auch -ou-, –ǫu-; dann eijərə u. ǫuərə Saarbr-Sulzb, īrən Saarl-Berus; ęiərər, –y- Neuw-Rüschd, Altk-Bachenbg OWamb], also Rhfrk auərə, –ǫu-; Mosfrk bis zur Diphthongierungs-L. -ǫu-, –ou- u. -ǫ·u.-; n. davon ū:rə [Köln-Stdt -ō:-], -ū- schw.: 1.a. etwas sch. α. scheuern, Geschirr mit Sand, Lehm, Asche, dicker Milch. Zinnkraut reiben, den Boden, Möbel mit Seife u. Sand putzen (butzen u. schruppen), blank reiben; de Pötte (de Kettel) met Sangd (Lehm) nat sch.; Motter hät den Herd blank geschuərt Berg, Allg. RA.: De (die Frau) hat de Möllemer Töt (die Mülheimer

[Bd. 7, Sp. 966]
Milchkanne) ze sch. sie wird nie fertig LRip. Der Keətel sch. (goəh) beichten gehen, auch einfach sch. g., hü moss ech der K. sch. goəh; has de at der K. geschuərt Eup, Aach, Dür, Jül, Geld, Mörs. En Höls (Kemp-Hüls) sch. se de K. gesagt in Kref, wenn die Sonne dort goldig untergeht u. einen schönen nächsten Tag verspricht. Samsdags werd der Knopp geschort S. ist Putztag Köln-Stdt. Maria Geburt werde de Lompe geschurt es beginnt dann die Arbeit bei Licht Kemp, MGladb. Der Zifer sch. alles fein, hochfeierlich machen Eup. De iərste Frau schuərt de Bank, de tweide sett sek drop die zweite Frau eines Mannes kommt in einen geregelten Haushalt Gummb-Berhsn. Pötte (Schottele) wäschen, Pannen sch., dat sall duren bis siəwen Uhren; ka, ka, fitsch! Reim im Kindersp., mit verschränkten Armen einhergehen u. bei k. sich umdrehen Berg, Nfrk, Aach. Panne sch., Schottele wäsche, Tömmermon (Zimmermann) de Poərt (Pforte) ut; ruə Win, wette W., Annecke sall die Brut siən; Geld es marr (nur) Dreck, marr wer et net hät, steht on kick wie ne Geck Kemp-Waldniel. Samstags singen spottend die Jungen: Schur, sch., Mädsche; schursch de net, dann blenk et net, dann kommen och de Freier net! MGladb-Kleinenbr, SNfrk, Rip, Berg verbr.; Drückche (Getrud), Dr., schur Koffer (Kupfer) an der Mur ... Monsch-Strauch. Klenke sch. betteln gehen müssen Malm. Penn sch. die Pinnen, Zapfen in den Balken des Fachwerkhauses reiben, ein Scherz (s. Pinn) Sieg, Eusk, Bo. Häsde wiər de Mond geschuərt? zum Betrunkenen Jül-Tetz. Dreck (Sand) schuərt de Mage Rip, Allg.; Dreck on Kaf sch. der Mag Aach; Dr. sch. den M. on reinig den Puttes (Dickdarm) Köln-Stdt. De well mot Dreck sch. er will einen Gewinn erzielen, ohne Geld vorzuschiessen Schleid-Hellenth. Met Sch. kann mer sich nöt erniehren! zur Frau, die gerne scheuert Merz-Nunk. Sch. ein Händesp. der Kinder; mit der linken Hand sch. sie waagerecht den Tisch, mit der rechten klopfen sie dabei (u. umgekehrt) Gummb-Berghsn. — Übertr. den Bart sch. rasieren Sol, Düss. RA.: De hät dem den Bart (den Kopp, de Schnute) geschuərt er hat ihm derb die Wahrheit gesagt Sieg, OBerg; enem de Nas sch. Grevbr-Otzenr. Enem de Hock (Haut), et Fell, den Pelz, den Romp, den Puckel, den Röck sch. ihn verprügeln Rip, Nfrk (den Buckel sch. auch Mosfrk), enem et Föttchen (Gesäss), et Räusch (s. Rösch) sch. den Hintern versohlen Eusk, Rheinb, Bo, Grevbr, — den Hengerovven sch. Wupp. Du häs se wohl lang net mih geschuərt krege! Rip, SNfrk. — Der Sand (de Äsch udgl.) schuərt got Rip, Allg. — β. reiben; de Weəver schuərt möt et Schurbleck (-blech) et Stöck glatt Kref; komm, Kingd, ek will di ens den Bart sch. (deine Wangen mit meinem Bart, den Bartstoppeln reiben), dann krisde ok ennen (ein Scherz)! Gummb, Allg.; die ganz Kniescheib hon ich mer wund geschauert Saarbr, Allg.; de Koh (auch der Mensch) schuərt de Knöchele (Enkele, Hässe) reibt beim Gehen die Knöchel aneinander; met de Föss

[Bd. 7, Sp. 967]
lansen (langseinander) sch. Rip, Allg. RA.: Bat mech net juckt, dat sch. ech net was mich nicht angeht, darum kümmere ich mich nicht Koch-Laub. — γ. den Stall (usf.) sch., kehren, säubern; wammer de Mischt raus hann, mun (müssen) mer den Stall dapper sch.; er hat de Flur geschiert wer den letzten Erntewagen heimschafft Saarl-Berus. — b. einen sch., reiben; wann de Kauh (Kuh) te dicke (aufgedunsen) es, dann mutt me se met em Ströhwösch sch. Gummb; de neu Botz (Hose) hät mich am Ben geschuərt; de Krage schuərt mech am Hals Rip, Allg.; einen sch., jemand, der zum ersten Male Pate (Patin) wird, mit der flachen Hand über den Rücken reiben oder ihm das Gesicht schwärzen Simm-Dickenschd, Saar, Koch, Kobl, May, Aden, Ahrw, OSieg, Waldbr, Wippf. RA.: En alt Pigg (Schwein) es och ens gern geschūərt jeder ist empfänglich für Lob MülhRh-BGladb. Die (alte) Jungfer geht Quirines (Stadtpatron von Neuss) sch. in Ermangelung eines andern Liebhabers schmiegt sie sich an Qu. Neuss. Die es geschurt aufgeputzt Erk-Genhf. Dou bös mech ene Geschurde ein Schlauberger, der etwas schlau angefangen hat Kemp; ein Unbeholfener, Unhöflicher MGladb-Korschenbr. — c. sich sch., sich reiben; et Perd hät Ongeziffer, et schurt sech; de Sau sch. sech an der Wand Rip, Allg.; de Hohnder sch. sech em San (Sande) baden sich MülhRh-BGladb; der Magen schuərt sek selwer, dann is me so hongerig, dat et enem weh deht bei Heisshunger Gummb-Berghsn. RA.: Wenn de Ferke sech sch., donn grönen se nehmen sie zu Kemp-SPeter. Sech sch. sich anstossen u. anschmiegen, von Liebespärchen Neuss. — 2. übertr. a. de Dür (Tür udgl.) schuərt knarrt, reibt unten über den Boden Rip, SNfrk; der Schuldige sch. macht sich bemerkbar Wippf (nfrk). — b. gut (döchtig) sch. könne tüchtig essen, einhauen können Kref, Kemp, Mörs; do häk (habe ich) öm äwel es döchteg geschurt Klev; de kann sech wat Botterramme öme Schwart (Schwarte) sch. Mörs-Pelden; dou häs dej de Rebben dick geschurt du hast sehr gute Spielkarten, Mörs-Pelden. — Ech häbb geschūərt viel Geld im Spiel gewonnen Kref, Mörs; ek häbb Kaschürkes gemäckt Kref-Oppum. — c.Geld u. Gut dropsch. verschwenden Geilk-Honsd. — d. einen sch., prügeln Rip. — e. sich sch. α. sich heimlich freuen Heinsb-Breberen. — β. sich herumtreiben u. klatschen; en al Wif schort sich övverall eröm Köln. — f. hämmsch. heimsch., nach Hause gehen; furtsch. fortgehen Saarl. — g. schaukeln Kemp (o. O.). — h. Festliegendes durch Stoss zum Gleiten bringen Schleid-Nöthen; ōərə schieben Heinsb-Birgelen. — Abl.: die Schauer(erei) (Schurerei), dat Geschauer (Geschur(sch)).

 

  PfWB  LothWB  RhWB schureⁿ II [ýrə Lützelstn. Wh. Dehli.] 1. scheuern. Deⁿ Bodeⁿ s., das Gschirr s. usw. Spw. Mit S. und Keʰreⁿ kann mr sich nit ernäʰreⁿ Wh. Allitt. Verbind. schure-n-un schindeⁿ streng arbeiten Str. Ähnl. Verbind. s. schindeⁿ 1. ‘Jez kanst de selwer zakkre im Huus erum as ’s kracht, schuure, jakkre’ Pfm. IV 3. Rda. Eineⁿ s. einen Verweis geben, den Kopf waschen Str. Zss. Schurti. 2. nach einer Hochzeit bei den Eingeladenen von Haus zu Haus gehen und zechen: die Männer trinken Wein, die Frauen Kaffee Andolsh. u. Umg. St.Pfalz.

 

   scheuern1 schw.:
1. 'mit nassem Lumpen, durch kräftiges Reiben reinigen; polieren', scheiere (aiərə) [vereinzelt WPf NPf mancherorts NWPf nördl. u. mittl. VPf, Lambert Penns 132], schauere [verbr. WPf westl. NPf, Christmann Kaulb 20], schaure [vereinzelt WPf NPf], schoure [ IB-Habkch], schouere [ IB-Rohrb], schauwere [ KU-Heinzhs], schuere u. schure [lothr. SWPf, PfId. 129 Glass 112]; Zs.: ab-, durch-, PfWB verscheuern; Syn.: PfWB abreiben 3, PfWB aufreiben 1, PfWB aufwäschen, PfWB aufziehen I 5, PfWB aushudeln, PfWB putzen 1 f, PfWB fegen 1 b, PfWB schrubben, PfWB schrubbern, PfWB strupfern; 's G'scherr (die Dafel, de Herd, die Trepp) sch. [Lu'haf]. —
2. 'ab-, durchreiben, wund reiben' [verbr. wie 1]; vgl. PfWB aufreiben 2 a. Er hot sich g'scheiert 'sich die Haut wund gerieben' [ LU-Opp]. — Südhess. V 263/64; RhWB Rhein. VII 965; LothWB Lothr. 469; ElsWB Els. II 431.