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 RhWB rühren (Bd. 7, Sp. 587)   LothWB riereⁿ (Bd. 1, Sp. 413b) 
  PfWB  ElsWB rühren das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -ī-, –ē- [NWend -ēi-; SWend -ī-, Meis-Medard, Simm-Argenth Riegenr --]; Part. gərīrt, usf. [SWend -ū-]; Saar -ī- in Saarbr, Saarl (u. ēi-, -e·i.-), Part. gərīrt usf.; in Merz, Saarbg -ī:-, –e·i.-; sonst Mosfrk -ē:-, –ī:- [in Bernk hier u. da -e·i.-; May-Lüxem -ū:-], Prät. rū:rt, -o:-, Part. gərū:rt, –ō:- [-o·u.-]; Siegld rīrn, –ȳ-, Prät. rūrdə, Part. gerūrt;

[Bd. 7, Sp. 588]
Rip rȳ:rə, LRip auch -:-, Prät. rūərt, –ō-, Part. gərūərt, –ō-; Berg rȳ:rən, –ȳ-, Prät., Part. ohne Umlaut; SNfrk rirə [Kemp-Dülken r·y.ərə], Prät. rō:rt (-də), Part. jərō:rt; Klevld rȳrə(n), Prät. rūert, Part. gərūərt [rrə Simm-Argenth Dickenschd, Bernk-Erden Neumag (u. -e·i.-); ohne Umlaut rōrə, –ō:- Kreuzn-Heddesh, Simm-Schlierschd, Trier-Börfink, Bernk-Dhroneck, Zell-Haserich, in Koch, SMay häufiger; -ū:- May-Gering Kell Stdt; -o·u.- Saarl-Berus] schw.: 1. absol. in Bewegung setzen, etwas anrühren; a. dau könnst ach (auch) emol e biss-che r. z. B. in der heissen Suppe Simm, Allg.; ze Schemere (Simm-Schönborn) hon se de Knibbelchesbere (-birnen), ze Mätschbore (Maitzborn) stehn se am Kessel on r. Dorfspr. RA.: Wo Brei kocht, as och e Lefel, fir ze r. Trier-Mehring. Vorne gerehrt, brennt hinne nit an Kreuzn. — En et Röhre siə fungieren Aach-Merkst. — Röhres mech (mir)! Zuruf beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, die Lage seines Klickers zu ändern Erk-Immerath. — b. an etwas r., dranr. wie nhd. Allg. RA.: Hen os esou voll (bezecht), mer kan mot dem Fonger dra r. an den bis in die Kehle stehenden Schnaps Prüm-Ihren. Wa mer dran röhrt, dann waggelt et so wenig fest steht der Gegenstand Rip. — An etwas r., erinnern, davon sprechen; do tärfsto (darfst du) nit dran r., sust werd er wirig (wütig) Simm, Allg. — c. in etwas r., in etwas herumr. wie nhd.; en der hessen Zupp (Suppe) (heröm)r. Rip, Allg. RA.: Wie miəh men an der Dreck (Mes ‘Mist’, Drit) rüəhrt, wie miəh dat heə stenkt Aach, Allg. — d. in den Wend.: Wie et rührt on weg, küt e net mih op de Zug (Eisenbahnzug) wahrscheinlich MüEif; et rohrt net vill, dann wör e vum Dach gefalle es fehlte nicht viel, beinahe; et ruhrt dran, on e fel vam Bom Rip; su noh (wie, as) et ruhrt, hätte bal em Wasser gelege Rip; esu noh, dat et ruhrt on weg Sieg-Eudenb; so noh, dat et bevde un rorte Lennep-Radenvormwald; (so) noh als geruhrt u. noəhsgeroəhrt, wiər ech no gen Bach ere gelaupe Eup; et ruəhrt geən Hoər, da loəg heə doə (feil e) Aach-Stdt; rühresnoh wär ech en de Bach gefalle Klev, Prüm, Rip, Grevbr, Kref, Remschd; rihr noh Altk-Horhsn; ze rühr no Altk-NFischb; röresgenoəh Kemp; rührschnoh Sieg-ODollend; rührkes noh Remschd, Düss-Serm; op röhrkes noəh Grevbr, MGladb; ruəhrkes- Kemp-Stdt; rihres dran Prüm; röhrens dran Eup-Raeren; rührendenoh Emmerich; te rührens to Dinsl-Walsum; er es ze r. acht Johr alt uWupp. — e. Rühre(n)s (< etwas R.). α. de kreit Rühres Hiebe Ahrw-Heimersh. — β. Ligens en Rührens ha unbewegliche u. bewegliche Habe besitzen Aach-Stdt; Röhres Eup; wat net L. en R. wor was nicht niet- u. nagelfest war Eup. — 2. trans. a. etwas r. α. Gliedmassen r., bewegen, in Wend.: De röhrt nit Hand noch Foss sieht dem Ausgang untätig zu Köln, Allg.; he brauch käne Fanger (Finger) ze r. sich nicht anzustrengen Bitb, Allg.; de kann den Daum net r. hat kein Geld Wittl,

[Bd. 7, Sp. 589]
WEif; e rehrt ken Oder (Ader) meh ist mausetot Trier-Mehring; Schnater r. schwätzen Emmerich. — β. Flüssiges r., vermengen; du moss den Brei, Deg (Teig zu Pfannenkuchen, sonst mengen) noch e bess-che r. Rip, Allg. RA.: Rets (rechts) erem rehrt mer der Brei Merz, Saarbg. Rehr dei Br.! bekümmere dich um deine Sachen Trier-Mehring. Wat mer den Dreck mih rehrt, wat en mih stenkt von einer alten anrüchigen Geschichte Bitb, Allg. — Gogommere r. Gurken zubereiten Altk-NFischb. — γ. Hei (Heu) r. auflockern Trier-Heidenbg; et Für drütr. aus dem Backofen scharren Mörs-Birten; de Sau (geschlachtet) en der Mul (Mulde) r. abbrühen Wend-Reichenb. Der muss et Geld r. (ausgeben), dat et em net gro (grau) gift Saarl, Ottw; de Rusekranz (de Medallig) es geruhrt an eine Reliquie gerührt worden MüEif. — δ. Die Butter (de Rom, Schmand) r., im drehb. Butterfass herstellen Verbr. nach Wk IV 2 in Wittl, Zell, Koch, May, Daun-Strotzbüsch, Aden, Ahrw, Schleid, Rheinb, Bo. — ε. einen Baum, an einem Baum r., schütteln Neuw, Altk. RA.: Et leit (liegt) su voll bie gerihrt Kobl-Bend. — ζ. ein Feld r., das schon einmal (im Herbst) zur Brache tief (25 cm) gepflügt war, im Frühjahr zum zweiten Male flach (10—15 cm), pfl. vor der Bestellung (bes. beim Gemüsebau (Kartoffeln, Runkelrüben, Kohl), für Winterfrucht (Roggen, Weizen) wird das Feld im Mai oder Juni gebrocht u. einige Wochen später nicht tief gerohrt; liegt das gerohrte Feld nicht recht mollig da, so wird es im Herbst vor der Aussaat zum dritten Male gerohrt (treifeln); die Saatfrucht wird kräftig untergeeggt (getampericht, so Bitb). — Verbr. Rhfrk, Mosfrk. — Den Weinberg r., zum zweitenmal im Juli oder August nach dem Aufbinden mehr oberflächlich graben, zur Lockerung des Bodens u. zur Vertilgung des Unkrautes; ist viel Unkraut vorhanden, wird zweimal gerohrt (gelautert) (das erste Gr. im Frühjahr heisst growen) Mos. RA.: Wer den Wingert rehrt fer de Blut (Blüte), verdient e Rock un Hut. — Das Feld r. ein ungepflügtes F. mit der Egge bearbeiten Rhfrk, Mosfrk u. Aden, Schleid, Monsch, Aach, Dür, Waldbr, Wippf. — η. Die Kartoffeln, Bohnen r., die Erde um sie lockern u. sie behäufeln Verbr. nach Wk. III 10 in Kreuzn, Goar-Salzig Weiler, Zell-Enk, Bernk-Dhroneck, Trier-Börfink. — θ. -ō:- einen Klicker leicht berühren, treffen Koch-Pommern, May-Hatzenport Plaidt. — b. einen r. α. in der Wend.: den hot jo haut (heute) more de Schlag gerehrt vom Schlagfluss Rhfrk (sonst getroffen). — β. sein Gemüt in Mitleid versetzen, nach dem Nhd. [deshalb auch im Geb. des Rückumlautes nicht gerohrt, –ū:-, sondern gerihrt, –ȳ:-, -:-], mit persönl. u. sachl. Subj.; du rührs mech tust mir leid; dat, wat de do verzallt häs (deng Led), hät mech arg (dep) gerührt Rip, Allg. (aber als fremd empfunden). — Dat es ävver rührend, wie der für seng al Motter sorg; en r.ə Sorg; ene r.ə Jong Rip, Verbr. nach dem Nhd. (nicht allg. z. B. nicht Bitb). RA.: Dat

[Bd. 7, Sp. 590]
es ävver r., wenmer dran waggelt (wiggelt) scherzh. Dür, Elbf. — c. sich r. α. wie nhd.; rühr dech net! sei still; rührt euch! milit. Kommando; do ruhrt sech kener mih; em Hus rührt sech noch nüs, die schlofe wahl noch Rip, Allg.; allemann muss sich r. fleissig arbeiten Merz, Allg.; de rührt sech net vum Fleck; et ruhrt sech ken Wengkche (Wind) Rip, Allg.; der kan sich net r. un wegen wegen Krankheit, Armut, gesetzlichen Zwanges; der k. sich net mit r. (on w.) er ist tot Bitb, Allg.; sech net reppe noch r. könne Aach, Köln. RA.: Beter, wat sech rührt, als wat trürt (trauert) Geld-Leuth. — β. sich schütteln, vor Ekel; ech rihrte mech dogen (dagegen) Altk-Wissen. — 3. intrans. mit persönl. u. sachl. Subj. a. abfallen, von Trauben, ihren Fruchtansätzen, infolge schlechten Wetters bei der Blüte; de Drauf rehrt Kobl, Goar; -ȳ:- Ahrw-Sinzig (s. reren). — b. herstammen her-, doherr-; der rührt net van schlechten Eldern her; die Krankhet rührt van sengem Grossvatter her; dat rührt doher, dat de, wo de jong worsch, ze vill gearbet häs Rip, Allg. nach dem Nhd. [mdl. küt (do)her]. — Abl.: die Rührerei, dat Gerühr(sch) [dat Gerührsch Lärm Sieg-Ittenb].

 

  riereⁿ [rírə fast allg.; réiərən D. Si.] tr. v. 1. wie hd. rühren: er riert ke Finger Ri. Er riert im Dreck erum. Reimspruch:

Aldi, aldi Schwiermutter!
Koch mir Mus!
Rier mit dem Finger drin,
Un tapp mit dem Fuss! Mü.

2. die Ackererde um die Kulturpflanzen leicht behacken: Grumbier r. De Wengert r. — 3. den Acker zum zweitenmal pflügen. (Das erste Pflügen heißt filgen, das dritte uffahren). —  ElsWB els. 2, 282; baier. 2, 135; lux. 353; hess. 334.