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 RhWB ausrufen (Bd. 7, Sp. 578)   PfWB herunter-schmeißen (Bd. 3, Sp. 937)   PfWB aus-rufen (Bd. 1, Sp. 467) 
 aus -rufen: 1. etwas a. a. mündl. bekannt machen, privater oder öffentl. Art, nach der Messe vor der Kirche, oder aber der Polizeidiener schellt die Bekanntmachungen durch die Strasse gehend aus; Obj. nur Obj.satz oder Pron. indefinit. jet; et wurd usgerofe, om Mart wäre neu Erdäppel ze han Rip, Allg.; gangk es flöck erut, et wörd jet utgerope Nfrk, Allg. — Obj. ist ein Subst., wenn etwas zum unmittelbaren Kauf (etwa auf der Strasse) durch Rufen feilgeboten wird; do röf ener Böcking us; en er grussen Stadt r. de Hännler op der Strossen allerhand us Rip, Allg. — Bei Versteigerungen roft der Zuschläger, Ausklöpfer dat Stöck (Land) us; de Gemen hät höck (heute) ene schwere Holzverkof gehale; Börgermester selver hät usgerofe Rip, Allg.; beim Kloppkop (Auktion) röpt der Utröper dat Deng (den Pris) ut Gummb, Allg. — b. mit besonderem Obj.: de Mailihne (de Lehne) usr. jedem Burschen jedes Jahr (meist 1. Mai) als Lehn ein Mädchen aus dem Dorfe öffentl. bestimmen, etwa mit der Formel: Ich gen dem N. et Gret dis Johr zur Lehn, anner J. zur Eh!

[Bd. 7, Sp. 579]
Saarl-Dilling. Der Ausrufer begann: Hört allemole herzu, was Kaiser unn König befehlen tuht: Hannemanns Wellem met Staugemanns Maritzebell! Es et üch allemole lef? Chor: Jo! Aach-Merkst. Da nach der Eröffnung des Lehns der Reimeister die Liste der reihfähigen Mädchen zunächst verlas u. fragte, ob jmd. gegen den Ruf der Genannten etwas einzuwenden habe entstand die RA.: Einer (einem) de Lihne usr. einen öffentlich beschimpfen, ihn ausschimpfen unter Vorhalten seiner Taten Aach, Eup. — Se r. sech de Botter aus sie werfen sich ihre Fehler u. Vergangenheit vor Altk-Birken, Simm; die han sich enanner s' Bier ausgeruff Kreuzn; dem weren ech emol de Biər (Birne) a. Koch-Leienkaul. — Das Haus a., den Neubau, wenn das Balkenwerk aufgelegt ist, feiern, Hausrichte halten; dabei bekommt das H. einen Namen Ottw, Saarbr. — 2. einen a. a. ein Brautpaar a., von der Kanzel zur Ehe verkünden, se were ausgeruf Rhfrk, Saar, Mos bis einschl. Koch, Eif, Aden, Schleid, Malm, Monsch, Aach; rrhn. Westerw, Gummb, Mettm. — b. einen öffentl. beschimpfen, verleumden; no, se han dat ärm Dier esu usgerofe, et geröt (gerät) net mih an ene Mann; he hät mich für ene Lomp usgerofe Rip, Nfrk.

 

  -schmeißen st.:
1.
a. etwas h. = PfWB herunterwerfen, -schmeiße [verbr.]; Haai vum Speicher (e)r. [verbr.]; vgl. herab-, PfWB hinunterschmeißen 1. Schmeiß mer paar Äppel vum Baam runner! [NW-Kallstdt, verbr.]. Die

[Bd. 3, Sp. 938]
Ringloo (Reneklode) hawwich r. losse 'die Baumkrone abnehmen lassen, um den Baum neu zu veredeln' [ NW-Freinsh]. —
b. scherzh. vom Eheaufgebot durch den Pfarrer, vgl. PfWB ausrufen 2. Sie sin vun de Kanzel runnerg'schmisse worre [BZ-Steinf, verbr., auch Gal]; vgl. PfWB herunterschmettern. —
2. Es schmeißt erunner 'Es schneit stark' [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB heruntermachen 3. — Südhess. III 440; Rhein. VII 1453 Z. 8; Bad. II 661. —

 

  aus-rufen st.:
1. 'laut rufend bekannt machen, proklamieren', bes. bei Versteigerungen, ausrufe [allg.]. a. 1553: alle vierzehn tag zum drittenmal ußrufen, wo er jemands was schuldig [ABlieskst 24]. —
2. 'kirchlich aufgeboten werden'. Se sain heit 's erschdemol ausgeruf warr [KU-Kaulb, verbr. bes. WPf Gal]; in BZ-Steinf dafür: hen ausgerufe 'haben ausgerufen'. — RhWB Rhein. VII 578; ElsWB Els. II 240.