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 RhWB Rotz II (Bd. 7, Sp. 539)   PfWB Rotz (Bd. 5, Sp. 613)   ElsWB Strängle (Bd. 2, Sp. 633b) 
  PfWB  ElsWB  LothWB Rotz II das Wort ist allg. lrhn. bis einschl. Geld, Mörs (u. noch Klev vereinzelt), rrhn. bis einschl. Ruhr [n. der Ürd.-L. in Klev, Rees, Dinsl nur in Zs. als Schimpfwörtern; in WBitb nur in der Bed. 1 c (1 a Schnudel flüssig, Koze vertrocknet, 1 b Boken Pl.)], u. zwar durchweg auf rutz zurückgehend; -o- [uNahe ö. u. südl. einschl. Kreuzn-Monzing Langenth Pferdsf Soonw, Simm-Ellern Rheinböllen, Erk -ǫ-; Schleid-Dollend -ō-; in Sol, Mörs vielfach -ǫ-; in OBerg vielfach -u-; am ORande des OBerg u. im NBerg (Wermelsk, Elbf, Wülfr) rotsə f.] Sg. t. m.: 1. Absonderung. a. aus der Nase, halbflüssig (der flüssige heisst Schmudel,

[Bd. 7, Sp. 540]
der verhärtete Kinkes usf.; manche lrip. MA. wie Bergh-Hüchelhv besitzt R. nur in der Bed. 1 c u. in Zs., wie R.jong. sonst Schnötter); R. en der Nas han; dem hängt der R. us der Nas erus Rip, Allg.; wanme sek schnüten mutt, rutzt me den R. rut, odder wanme en noch an den Fengern hät, dann schlickert me den weg Gummb, Allg. RA.: So frech wie R. Bernk, Verbr. im ganzen Geb. (Mettm-Cronenbg rǫts, –o-, sonst rotsə). Er kreischt (weint) (schräjt Siegld) R. on Wasser verächtl. weint tränenreich Kreuzn, Koch, Kobl, Westerw, Bo-Stdt, Elbf; er kr. R. wie Strombännele (Strumpfbändel) Kobl-Stdt. Rengk (Ring) am Fenger, R. am Back hui-pfui! Neuw-Ehrenst. Änem R. of (öm) de Backe schmere ihm schmeicheln Kobl-Bend, Ahrw-Remag. Was haben wir gekocht? scherzh. Antw.: Schnittchen met R. Altk-Michelb. — Rätsel. De Häəre (Riche) dohn et en de Täisch (Tasche) on de Buəre (Ärme) schmissen et op de Eərd? Rip, Allg. Eich kann ebbes an die Wand nale (nageln) ohne Nal? Simm-Horn. Es hängt an de Wand un glitzert wie e Seideband (Atlas-) Rhfrk, Westerw. — Auch schleimiger Auswurf aus dem Rachen, den Bronchien Allg. — b. aus entzündeten Augen, A.schleim Meis, Wend, Saar, Trier, Wittl, Bernk (Mos), Bitb, Prüm, Daun. — c. ansteckende Krankheit der Tiere, bes. der Pferde, die sich bes. durch Naseneiterungen zu erkennen gibt; dat Perd hät den R. Rip, Allg. — d. R. em Kopp Krätze Koch-Clotten; R. op de K. Grind Malm-BurgReuland; grauweisse wunde Stelle an vorstehenden Knochen, bei Tieren Gummb-Hesselb, Bergh-Manh, Heinsb-Waldenr, Kemp-Süchteln, Klev-Keeken. — e. Gerstenkorn am Augenlid Trier-Biewer, Prüm-Feuerschd Olzh Reuth, Daun-Tettschd. — 2. übertr. a. sachl. α. Apfelrest eines abgegessenen Apfels Bernk-Andel. — β. de ganze R. bezahlen die ganze Zeche Wittl-Meerf, Allg. — γ. verächtl. Nase Ahrw-Rolandseck. — b. persönl. verächtl. unreifer Bursche Altk-Kirchen.

 

   Rotz m.:
1.
a. 'Nasenschleim', Rotz [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 16, 86 Mang 103 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 25], Rutz [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]. Guck emol hin, wie der Bu vekellt (erkältet) is, dem laaft de R. wie e Brinnel [ LU-Dannstdt]. RA.: R. un Wasser heile [FR-Kirchh, verbr., Lambert Penns 126], brille [Thielen So rerre mer 104]; R. un Dreck (zamme)heile [Bergz (Kamm 80) Krämer Gal 177]; de R. aus de Aae mache 'verhauen' [ KB-Marnh]; R. an de Backe schmeere 'betrügen' [ WD-Niedkch]. Der is frech wie R. 'ungezogen' [Kaislt, mancherorts, Otterstetter 257], falsch wie R. [ PS-Geisbg]. Er hat R. im Kopp 'ist dumm' [ KU-Obw/Tiefb]. Der benemmt sich wie de R. am Ärmel 'hat ein schlechtes Benehmen' [Land]. SprW.: Die Lieb is blind, freßt R. un Grind [ Don-Ulmbach]. —
b. 'schleimartige, eitrige Absonderung des Auges; Augenbutter', von Mensch und Tier [mancherorts]. Der Hund hot R. in de Aue [ ZW-Gr'bundb]. —
2. 'ansteckende Erkrankung der Schleimhäute des Pferdes' [verbr.]; vgl. PfWB Rotzkrankheit; Zs.: PfWB Gaulsrotz. Der Gaul hot de R. [ KU-Schmittw/O]. —
3.
a. = PfWB Geld [Kieffer Bilderb. 44]. —
b. de ganze R. bezahle 'die Zeche bezahlen' [Sunndag 14. 9. 1958]. —
c. Der is hochgestoche wie Graf R. 'ist hochmütig' [Krieger 20]. — Südhess. IV 1481/ 82; RhWB Rhein. VII 539/40; LothWB Lothr. 423, ALLG I 37; ElsWB Els. II 313.

 

  PfWB  RhWB Strängle, Strängel [ʿStralə Hi. O.; ʿStral Urbis U.; ʿStræl Str.] n. 1. Gebinde Garn oder Faden. Wickl das Strängle Baüwoll uf! Horbg. E Strängle Fadeⁿ M. E Strängl Näz Molsh. K. Z. 2. ‘Strängle kleineres Feldstück von unbestimmtem Flächenmass’ St.