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 RhWB rostig (Bd. 7, Sp. 523)   DWB rost (Bd. 14, Sp. 1281)   LothWB ruschtich (Bd. 1, Sp. 422b) 
  PfWB  ElsWB  LothWB rostig Allg. (mit Ausn. des NBerg, wo rǫstəriχ) Adj.: 1. mit Rost überzogen; r.ə Nägel Allg.; r. Wasser durch Eisenoxyd gefärbtes W. Saarbr. RA.: Et eas kän Deppchen eso r., et fand sich en Deckelchen fir drof uSaar, Trier. Der hat en Stemm wie en r.ə Ovvespif Düss, — e r. Gei (Geige) Wend-Oberth, — en r. Gesskan (Giesskanne) Trier-Welschbillig, — e r.ən Triter (Trichter) Saarbg-Winchering. Dem get (wird) et Geld noch r. un der Kast dem Geizigen Saarbg-Greimerath. E r.ən Nol (Nagel) kriet mer net mih aus dem Holz Altes soll man nicht mehr ändern wollen Trier-Schleidw. Ech han kene r.ə Fenne (Pfennig) mih gar kein Geld Grevbr. R.ə Ridder Karthäuserkloss Saarbr, Ottw. — 2. übertr. a. von andern Dingen. α. mit R.flecken behaftet, z. B. von der Wäsche, von Kartoffeln, Bohnen udgl. Allg. — β. r. Holz faulendes, moderiges H. Prüm. — γ. r. Hor r.farbenes, rotes Haar Saarbg; r.ə Auen rot umränderte Augen Bernk, Zell (Hunsr). — δ. e r. Gesicht blatternarbig; der R.ə der Blatternarbige Goar-NHeimb, Saarbg-Greimerath. — ε. e r. Nös schmutzige Nase Merz-Saarhölzb. — ζ. sei Her (Gehirn) as r. er ist nicht recht gescheit Wittl-Glasb. — η. belegt, heiser, von der Stimme; en r. Stemm; die St. es su r. wie en al Gess (Giesse), er es r. em Hals Allg. — θ. das wor r. lustig Wend-Bliesth; schön, amüsant Ottw-Neunk. — b. vom Menschen α. da son (sollte) mer at jet r. weərde alt, verbraucht Aach. — β. der is r. hat alle Klicker im Spiel verloren Saarbr.

 

 rost, m. aerugo.
I. Aus mhd. ahd. alts. rost Graff 2, 551, ags. rust, ebenso engl., nld. roest. das wort ist auf das westgerm. beschränkt, die goth. bibelübersetzung gebraucht nidva, f. für aerugo (Matth. 6, 19), die altn. bezeichnung für rost ist ryð, n., ryðr, m., also ein wurzelhaft verwandtes wort, das sich in mhd. rot, n. rost wiederfindet. dieses ist in Oberdeutschland mundartlich noch erhalten. Lexer 210. Höfer 3, 46. Schm. 2, 186. in die neueren skandinav. sprachen ist das deutsche rost eingedrungen, dän. rust, schwed. rost. rost ist von dem stamme abgeleitet, welcher in nhd. rot, altn. rjóða, rauð, ruðom, roðinn vorliegt. mnd. rust Schiller-Lübben 3, 510b (vgl. brem. wb. 3, 565. ten Doornkaat Koolman 3, 75b)
II. Gebrauch.
1) im eigentlichen sinne von dem überzuge, welcher sich durch den einflusz von luft und feuchtigkeit am metalle bildet.
a) besonders von dem rötlichen überzuge des eisens, dann auch in anwendung auf andere metalle, eisenrost, bleirost, kupferrost: daʒ kupfer stinkt und dœnt doch wol und zerpricht von kaim rost. Megenberg 479, 12; rost am ertz oder kupffer. Dasypod.; dem rost ausgesetzt sein; rost ansetzen; das eysen vom rost seüberen. Maaler 336a; den rost abbutzen. Stieler 1624. etwas vor rost behüten; wie reymbt und stimpt sich aber ein auszgetrocknet heysere stimm? bringt aber wasser nicht roscht? Fischart Garg. 23b; ob nicht die überbleibsel der wucherer im hundertjährigen rost an die verscharrte münzen gefesselt liegen. Schiller 2, 350;

sîn harnasch ist nâh roste var.
Wolfram v. Eschenbach Willeh. 116, 4;

ein altes panzer one rust,
ein schöne junge fraw on lust.
B. Waldis 4, 93, 71 Kurz;

im vergleiche: dasz wir so fest am alten, als der rost am eisen, klebten. Möser phant. 1, 219. nach volksthümlicher anschauung, welche sich in vielen wendungen ausprägt, ist es der rost, welcher das metall zerstört, er friszt das eisen: durch den rost gefressen werden. Stieler 1624. ahd.: trisiuuet iu tresa in himile, thâr noh rost noh miliuua iʒ ni furmelit. Tatian 36, 1; jr solt euch nicht schetze samlen auff erden, da sie die motten und der rost fressen. Matth. 6, 19; er ist so nütze in der welt als der rost am eisen. Schottel 1117a; alts.

ne samnôd gi hir sink mikilsilobres ne goldes
an thesoro middilgard,mêðom-hordes,
hwand it rotôd hir an roste. Hel. 1646;

rost das îsen zert:
sus underwert
zert wîbes minne
die sinne. minnes. 2, 224a Hagen;

rost iʒʒet stahel und îsen:
alsô tuot sorge den wîsen.
Freidank 58, 5 Grimm;

und glich wie rost das isen verderbt,
also das nidig gmüt ererbt
selbst verderbung.
H. Salat 199, 570 Bächtold;

tafeln,
die kain rost, noch frost zerbricht.
Homburg Clio (1642) K 6b;

ertz, stahl und eisen kan nicht dauren,
stirbt endlich durch des rostes macht.
J. P. Titz in ged. d. Königsberger 207 neudr.;

erz, das rost verzehrt.
Lichtwer 170;

denn hier ergreift es der rost nicht,
noch erreicht es der staub, des irdischen wandrers gefährte.
Göthe 40, 344;

wie viel der schwerter könnt ihr aus dem frieden
noch ziehn, die nicht gefressen sind vom roste.
Rückert 134.

eigenthümlich eine wendung des 16. jahrh.: wer nicht will, der lasse es, wer nicht bleibt, der fahr jmer hin. wer hält hie den andern, sprach rost am halseisen? Luther 3, 335b; will er noch recht darzu haben, unnd sein wüst wesen vertheidigen, sprich, wer helt hie einander, sagt rost am halszeisen (sprich: fahr hin, ich will nichts mit dir zu schaffen haben). Mathesius Sar. 130a.
b) nicht immer ist der rost entstellend; er wird wertgeschätzt als zeichen des alterthums:

[Bd. 14, Sp. 1282]

das ist es ja was man begehrt:
der rost macht erst die münze werth.
Göthe 41, 166.

besonders erscheint der edelrost als zierend: das ist die grünliche bekleidung des alten erztes. Winckelmann werke 5, 128; kattenringe, prächtig mit grünem rost überzogen. Immermann 1, 134 Hempel.
2) rost in bildlicher anwendung: die tichterey ist anders nichts, als ein abbildung vielerley dinge, welche die menschlichen gemüter abzeucht und gleichsam saubert, durch zierliche und schickliche fügnüsz, vom rost und staube desz uberdrusses. Müffling bei Logau vorwort zum 1. tausend der sinngedichte; ebener gestalt überzeucht der rost aller laster, unsere gedanken. Butschky Pathm. 395. ebenso in älterer sprache: dar umb spricht unser her Jêsus Christus: ich pin komen ain feur zu senden. daʒ selb feur verzert des êrsten den rost der sünden. Megenberg 69, 21 (vgl. Schiller-Lübben 3, 510b);

du suchst die ewigkeit,
und hast auch disz erlernt vom volcke der poeten,
dasz bücher für den rost, für neyd und sterbensnöthen
die besten ärzte sind.
Opitz 2, 39;

die viel begehrte schrifft, das jahrbuch trostes voll,
glaubt nicht dasz es den rost der jahre führen soll. 37;

schnöder neid, du herzenskwal,
schlangenmahl,
du verfluchter rost der seelen.
Grob versuchg. 104;

wenn sich der laster rost so tief in geist gesezt,
so wird er nach der zeit gar schwerlich ausgewezt. 55;

wohlan! da aufgeschoben
so gut als aufgehoben
für einen pilger ist,
dem, über dem besinnen,
der rost gemach von innen
das triebwerk mürbe friszt.
Göckingk 1, 291 (1780);

den rost der welt, der leidenschaften spur,
hat längst der flusz der zeit von ihr hinweg gewaschen.
Wieland 23, 79.

scherzhaft jemandem den rost herunter machen, ihn durchziehen, seine fehler gründlich hervorheben: er zog die buben öfters tüchtig durch die hechel und machte ihnen den rost gehörig herunter. lebensg. eines bad. sold. 5.
3) schon alt ist die übertragung von rost auf den brand des getreides. Graff 2, 551. Dief. 502a; rost, röte am korn, rubigo Dasypod. ferner bezeichnet rost eine krankheit der nelken: der weisze rost ergreift die blätter, der gelbe rost die wurzel. auch einen braunen beschlag auf den bäumen nennt man rost. Jacobsson 3, 454a.
4) besonderes. mit rost bezeichnet man aufgelöste theile, welche in gruben vom wasser fortgeführt werden und sich an das gestein ansetzen. Jacobsson 3, 456a. rost vom zusatz unedlen metalles bei der münzbeschickung 454a.

 

  ElsWB  PfWB  RhWB ruschtich [rutiχ fast allg.; rodi Ri. Hom. Rom.; rateχ D. Si.] adj. 1. rostig vom Eisen. 2. heiser, rostig im Hals: e ruschtich Stimm; e ruschticher Hals. Er isch ganz roschdi Ri.