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 RhWB Ross VII (Bd. 7, Sp. 516)   PfWB Purzel (Bd. 1, Sp. 1382)   PfWB Purzel-bock (Bd. 1, Sp. 1382) 
  NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Ross VII das Wort ist der MA. im allg. Gebrauch fremd; nur in zwei RA., in Kniereiteliedern u. in übertr. Bed. als Sg. t. bezeugt; in Zs. ist es in geschlossenen Geb. verbr. n.: 1.a. in RA.: Der Appel (Rossapfel) fällt net wick (weit) vam R. Kinder arten nach den Eltern Sieg, Bo, Köln, Jül. He kömmp von R. (--) op Eəsel er kommt wirtschaftl., sittl. herunter Kemp-Dülken. — b. in rhfrk., mosfrk. Kniereiteliedern. Reiter, R., Räss-che, druwe steht e Schläss-che usf. Rhfrk. Ross, R., rill, de Bauer hat en Fill; Fillen wollt net lafen (laufen) usf. Koch, Kobl. Ri, ra, Räss-che, et Perdche staht eam Schläss-che, et Fillche st. eam Stall on frisst de Hawer all May-Trimbs. (Rossa, Rossa, Rüllche Altk-Willr). Jä, jä, R., Perdchen steht am Schloss, morge, m. Hawer dreschen, kret dat P. Spitzen fressen Merz-Büschf. — 2. übertr. a. Ross Bęiə(r)t (eigentl. das Ross Bayard der vier Haimonskinder) ungeschlachte, ungestüme, waghalsige Person, bes. grosses, gesetztes Weib, kleiner lebhafter, wilder Junge (halb scherzh., h. tadelnd) Köln-Stdt, Bergh-Heppend, Kemp-Stdt (rs); Beiə(r)t Eusk-Lechenich; Bęiər Kobl-Stdt (n. verächtl. schlechtes Pferd), Bergh, Dür, Jül, Aach, Heinsb (auch rus), Grevbr-Wickr, Kemp-Amern (lästiger Schwätzer); rǫs Bęiər u. ras B. m. u. rǫs Bęi f.; rǫs bęikə u. has Bęiər m. Eup; rǫs bajas Bitb-Wiersd (starkes Pferd; starkes Weib); dat es et püərschte (reinste) Rass Beike kräftiges Mädchen Eup. — b. ręsχən n. das an den zwei Enden zugespitzte Holz, finger- bis handlang, auf einem Steine liegend, das durch einen Schlag mit der Plätsch in die Höhe geschnellt wird, worauf es die Mitspieler (der anderen Partei) auffangen müssen; et Ross· (Rass-)spiel; Räss-chen spielen; Ross-ches (Räss-ches) sp.; et R. offänken Wend, Ottw, Saar, Trier-Hochw (Rässelche); s. Gimme I, Leikse, Gischt, Pinke IV. — c. ręsχən n. das Holz in dem Aufbau des Vorderpfluges, auf dem der Grindel, der Pflugbaum, ruht Merz, Saarbg.

 

   Purzel m., f., n.:
1. 'kleines Kind', vgl. PfWB Purzeler. Du kläner Borzel [Schandein Sprachsch. 7]. 'Kosename für ein kleines Mädchen', die Borzel [ LU-Altr]. Vun 's Kellerfenschters (Familienname) waren aa schun drei kleene Borzel do [Hartmann Unkel 93]. —
2. Spitzname für einen kleinen, breiten Mann, Borzel [ KL-Katzw Hirschhn]; 'untersetzte, dicke weibliche Person', e dicki B. [ NW-Dürkh]. —
3. 'Mädchen, das sich zuviel mit Männern und Burschen abgibt' [ NW-Gimmdg]; vgl. PfWB Bubenrolze 1. —
4. auch von kleinen Tieren: Reblaus heeßt des kleene Borzel, wo am Rebstock sein're Worzel als Schmarotzer hin sich duckelt un mit sein're Saugborscht zuckelt [H. Glückstein, Wurstmarkt 1926].

 

  -bock m.:
1. = PfWB Purzelbaum, Borzelbock, Burzelbock, -buck, Barzel-, Batzelbock [zur Verbr. s. K. 71]. Hau em an de Gewwel, daß er B. schlaat [ PS-Hetths]. De Has hot e paarmol B. geschlaa [ KU-Schmittw/O].

[Bd. 1, Sp. 1383]

[Bd. 1, Sp. 1385]
's batt alles nix, un wann 'r B. schlägt [ NW-Hardbg]. —
2. 'kleiner Mensch, kleines Tier', auch Schimpfwort [KU-Schmittw/O Kaulb RO-Sippf KL-Siegb FR-Bockh LU-Friesh BZ-Dernb], vgl. PfWB Purzel. 's es jo nore e Barzelbeckelche [ KU-Kaulb]. Du bischt en Borzelbock [ BZ-Dernb]. Var. der zweiten Hälfte des bei Puppe 2 b zitierten KR: die ään spinnt Seire, die anner wickelt Weire, die dritt macht e rorer Rock for de klääne Borzelbock [ KL-Wörsb, ähnlich KU-Hundh]. Südhess. I 1245; RhWB Rhein. I 1148; ElsWB Els. II 28.