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 RhWB richten (Bd. 7, Sp. 392)   RhWB zurichten (Bd. 7, Sp. 395)   LothWB richten (Bd. 1, Sp. 412b) 
  PfWB  ElsWB  LothWB richten das Zeitw. ist in der Zs. verbreiteter als das Simpl.; Rhfrk, Mosfrk riχdə [dau rit Rhfrk], -ī-, –it-, –īt- (s. richt) u. nach dem Nhd. -iχd-; sonst heute meist nach der nhd. Lautung riχtə, –e-; doch weisen manche Geb. noch mdl. Formen auf: rī(ə)tə Malm, Schleid, Bergh, Dür, Aach, Eup-Raeren, Heinsb (meist -eχt-), uWupp, Sol (rip.); rēχtə W u. SSiegld, Sieg, Bo, Rheinb, Erk-Elmpt, Kemp-Dülken (u.- eχt-), Mörs-Neuk, reitə NBerg, MGladb, Geld-Hinsbeck; rētə Waldbr [Dür-Stdt rīətə ‘grade richten’, rēχtə ‘aufrichten’] schw.: 1. etwas r. a. grade machen, in Richtung bringen (selten); ech hun mer dat Eisen gerit; der Schmedd muss de As (Achse) r. Saarbg, Wittl-Gransd; die beim Härten verbogenen Gegenstände wieder geraderichten, beim Messer und der Schere geschieht das mit dem Richthammer, die Säge wird durch den Balg geschlagen, die Feile wird strack gereit, beim Rohr werden die Schlangenwindungen gleich breit gemacht NBerg; de Säg reiten kräftig durch die Mitte der S. von Ende zu Ende schlagen Remschd; de Gevvel steht schef (schief) de moss gerech weəre MüEif. — Rites mer! Ausr. beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, seinen Wurfklicker in eine günstigere Stellung zu legen Malm-Weywertz; rīchent! MülhRuhr; op engeriten vom Malstrich aus auf die Klicker des Gegners schnellen Malm-Vith. — Absol. das Wägelchen lenken, von Kindern Altk-Horhsn. — Absol. nicht tief pflügen Kreuzn-Eckw, Saarl-Ensd; -īt- Aach-Euchen. — RA.: Krommb geboren os all Richte (Rites Prüm-Ihren) verluaren da nützt kein R. mehr Trier, Daun, Prüm. — b. etwas in die Höhe r.; jet ejen Luət (Luft) r. Aach-Merkst; hen richt de Busch (Haarbüschel) wie en Hohnen (Hahn) sträubt sich Bitb-Kyllbgw; bes. die gezimmerten Balken aufrichten, den Dachstuhl aufsetzen uWupp, Sol, Bergh, Dür, Aach, Heinsb, Erk, MGladb, Kemp, Geld; et werd gereit das Fest der Bauhebe findet statt ebd.; Schläp r. Wildschlingen

[Bd. 7, Sp. 393]
stellen Trier-Mehring. — c. übertr. α. et Eəte r. nach dem Nhd. (mehr anr.) verbr.; ech hu mer dat Essen gerit Saarbg; etwas r., vorbereiten Wend, Saarl; er es gericht wie e Haus in Wellenge (Saarl-Saarwelling) (man erzählt, dass ein dortiger Strumpfwirker bei einem Brand vor allem seine Webstühle in Sicherheit gebracht hätte, weil er nicht versichert war) Saarbr-Sulzb; de verzeh (14) Da ha mer wenig gericht geleistet Ottw-Merchw, uPrimstal. — Jet (enen) zo Grond rechte nach dem Nhd. Verbr. — β. in der Wend.: De rech de Posteling schlägt das Porzellan entzwei Sieg-ODollend. — γ. ech hu gerit habe ein Los in der Lotterie gekauft; ech r. dat Geld setze beim Spiel Geld ein Saarbg-Faha. — d. stets in nhd. Lautung (-i-, –e-) α. absol. Richter sein, Recht sprechen, nur in RA.: Ose Herrgott recht wahl, ävvel he sprecht net Monsch, Aach, Jül, Köln, MülhRuhr. Strenge Häre r. net lang (auch von strenger Kälte) Rees, Allg. Wen recht öm en Kuhw, geft der licht (nötter ‘besser’) noch en tuw (zu) Geld-Kevelaer. — β. Gereit on geschleit gerichtet u. geschlichtet Sol-Merschd; wo ke Man am Haus as, do as ke Gerichs on kä Geschlichs kein Rat u. keine Tat Trier-Mehring. — γ. -e- einen r., hinrichten Elbf. — 2. sich r. Allg. verbr. für Bed. c, meist n. nhd. Lautung. a. sich aufrichten, aufstehen, u. zwar rītə Schleid-Hellenth, Eup-Raeren; rēχtə Mü-Eif; reit dech! stehe auf NBerg; de Hor reiten sech zu Berg Sol, MüEif; er hät sich wedder gerech ist genesen MüEif. — b. rēχdə sich ordentlich betragen Siegld. — c. sich vorbereiten, Vorbereitungen treffen; da r. ich mich, dat ich fiərdig sen, wenn äne vun ech (euch) kennt Merz, Allg. — d.α. sich auf etwas (einen) r., wie nhd.; mer harre us uf Besuch gericht Hunsr, Allg.; ich hatt mich op vell Gäs gerech; ich hatt mich drop g., no Kölle ze fahre Rip, Allg.; ek han mek dodrop gerichtet; ek sin drop g. nu alt (schon) Gummb, Allg. — β. sich nach etwas (einem) r., wie nhd.; sek no der Vorschrift (no enem) r.; richtet ink (euch) dono, wat ek gesat (gesagt) han Gummb, Allg.; mer muss sich doch no dem More (Mode) r.; de brauchst dich doch nit no dem ze r. Hunsr, Allg.; den eine mutt sich nom annere r. MülhRuhr, Allg. — 3. intrans. de Ass (Achse) richt net mih ist nicht mehr grade Neuw-Kurtschd.

 

  PfWB  ElsWB zu -richten: 1. Kleider, Haar, einen, sich z., in Unordnung bringen, beschmutzen, verletzen Rhfrk, Mosfrk, Rip, Mörs-Wallach. — zugericht bezecht Prüm-Mürlenb. — 2. etwas z., Holz z., auf Brauchbarkeit prüfen, vom Schreiner Saarbr, Saarl; den Däg z. den Teig herrichten in der Backmulde Neuw-Leutesd; dat mottste örndlich tur. vorbereiten Sol-Immigr.

 

  ElsWB  PfWB  RhWB richten [riχtə Fo. u. s.; riχdə Ri. Hom. Rom.; rítən Bo. Va. Falk. D. Si.] tr. v. 1. richten, aufrichten: de Uhr r.; de Musfall r. — 2. lenken, die Richtung geben: de Wôn rihten den Wagen lenken Si. 3. bereit halten, rüsten: ich rihten mich halte mich bereit, gerüstet. 4. einrichten, wieder in die richtige Lage bringen: der Dokter hat m'r de n'Arm geriht Ri.