PfWB LothWB Richte das Wort ist als riχt, –ī-, rit, –ī- im Geb. von richt allg.; dazu rīt Schleid; rīχ uAhr; -ē- Rheinb, Bo, Sieg, Sülzt, Erk-Körrenz, Mörs; -e- Kemp; reχt Klev; dann richtde > rīədə Bergh, Aach; -ī- uWupp; -ē- Erk-Klinkum; -e- Eup; -rēχdə Heinsb; reidə MGladb, Kref-Linn, Sol, Wermelsk, Remschd; reitə Mettm u. Elbf (u. drītə u. redə); riχtə Ruhr Sg. t. f. (einige Fälle Pl. -dən): 1. örtl. a. grade Richtung, im Hauptgeb. in folg. Wend.: Hal de R. gehe (fahre) grade, ziehe die Linie gr.; der Betrunkene kan de R. ewell och glat nöt me halen (behalen), of de R. gehn gradeaus, nicht die Kehre; hea kan sich net mih an (in) der R. halen der Betrunkene; ebbes an (in) de R. brängen (kreien) wieder grade machen, eine verfehlte Sache in Ordnung bringen Allg. im Hauptgeb. — Im NGeb.: De R. gohn immer gradeaus, die nächste Richtung gehen, quer über eine Strecke; de R. nemme den kürzesten Weg einschlagen, einen Umweg abschneiden Allg.; er kann noch de R. hale aufrecht gehen uAhr; der R. nolofe den nächsten Weg Sieg; de Mur steht net en der R. steht schief; de Böm stohn net en der R. nicht in grader Linie MüEif; in de R. gohn einen Weg abschneiden; dat ös in de R. das schneidet den Weg ab Mörs, Klev; ech kann net en de R. komme nicht mehr recht gesunden MGladb; in de R. halden z. B. den Pflug in der rechten Lage, Richtung halten Elbf, Bergh-NEmbt, Mörs; en de Geride blive sich aufrecht halten, in der graden senkrechten Richtung bleiben Bergh-NEmbt. RA.: Met dem es gen R. te schete (schiessen) keine Richtung zu halten, nichts zu machen, nicht auszukommen Heinsb, Kref-Linn, Kemp, Klev, — ken Riəder ze schesse Bergh-Glesch. — En de R. aufrecht; en der R. blive sich aufrecht halten, in der graden senkrechten Richtung verharren; he kann nit an der R. bl. kann nicht aufrecht sitzen, auch wegen Schwäche, Kränklichkeit das Bett aufsuchen; de blif en de R. er darf sich sehen lassen Rip (s. o.); jet en de R. hale im Gleichgewicht halten Sieg-ODollend; jet en de R. brenge aufrecht stellen Aach, Elbf. — Übertr. Ordnung; er hät dat Geschäf wedder en de R. brat; e köt net mih en de R. auf ordentliche Lebensbahn MüEif; net en de R. komme könne [Bd. 7, Sp. 392]
in wirtschaftlicher Hinsicht nicht vorankommen Aach, Eup; beste widder en der R.? wohl, gesund uAhr; en as aus der R. eraus ganz aus der Ordnung Trier-Ld. — b. besondere Richten. α. riχt Furche an der Längsseite des Feldes Merz-Haustdt, uPrimstal. — β. riχt n. Lager von zu Dachschiefer spaltbarem Tonschiefer; e stoots (schöne) R. mot gode Stan Mayf. — γ. rēχt Gartenbeet Altk-Witthecke; rēχ Eichen. — δ. rīχt kleines Fensterchen über der Stubentüre, um im Dunkeln besser die Türe finden zu können Bitb-Dudeld. — ε. in der Wend.: Der hot awer en lang Rich scherzh. eine lange Nase Kreuzn-Sarmsh. — ζ. s. Brand-, Feuerrichte. — 2. rīχt, zeitl. in der Verb. äne (u. än) R. sogleich, auf der Stelle; mach dats de äne R. häm kimms; do wort (warte), eich gehn ewei (jetzt) äne R. mät Verbr. an der Mos in Bernk, Wittl, Trier u. in Bitb, Daun-Strohn, Prüm-Steffeln 1880. | | pfeil-, pfeiler-rechtAdv.: 'senkrecht, steil, bolzengerade'; vgl. PfWB pfeilricht, PfWB pfeilig, PfWB beilingen. De Gaul geht peilrecht (pailreχd) in die Heh 'bäumt sich auf' [RO-O'mosch, verbr. WPf], peilereecht [ KU-Erdb]. De Fliecher steit p. in die Heh [ KL-Kindsb]. — Das Grundw. dürfte urspr. —richt (s. das nächste Wort) gelautet haben und —recht unter schriftsprachl. Einfluß (durch Wörter wie senkrecht, waagrecht) aufgekommen sein. — RhWB Rhein. VI 700/01. | | pfeiler-richt s. PfWB pfeilricht. |
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