ver -rasen: 1.a. in etwas sich v., sich in einer Sache in den Ärger hineinreden Trier-Stdt. — b. sich v., sich überanstrengen; er es verrost Bernk-Bruchw. — c. sich v., von Kindern im Spiele so tollen, dass sie ausser Atem sind Birkf. — 2. das Bett v., verwühlen, bes. von Kindern Rip. — 3. en verrost Mädchen wildes, ausgelassenes M. Waldbr-Wildbg. | | NRhWB PfWB ElsWB LothWB rasen das Wort rsə, r:zə(n) [NWSaarbg, WBitb -ō:-], -·ə.z- ist allg. [rǫdə Saarbr, Birkf [Bd. 7, Sp. 107]
(und rsə) in der Bed. 1 toben beim Spiel, sehr unruhig schlafen; -ās- Ottw-Schiffw] schw.: 1.a. wüten, toben, aufgebracht sein, in stärkster Aufregung reden, bes. tobsüchtig sein, von Irren, Fieberkranken; he fongk an ze r., do moten se en en en Anstalt dohn; der in wilder Wut Befindliche rost; auch der Radaulustige u. Trunkenbold rost em Hus eröm (wie en willer Drach bei Rottm), u. der Hond rost an der Kett, u. et Perd, der Stier rost em Stall eröm Allg. Besonders die Kinder r. em Garde eröm, — durch de G. laufen ausgelassen umher, spielen lärmend, wild; se r. doərom wie de jong Füllen; se r. (em Bett eröm) liegen unruhig im Bett, es zerwühlend; de Perd roste dörch et Dörp Rip, Allg.; he rost van Ongedold stürmt ungeduldig auf u. ab MGladb; he hat nor ens et R. op seine gecken Launen Aach-Kohlschd. De ros wie en Der (Tier) er tobt schrecklich Bergh-Glesch. — b. lärmend schimpfen, keifen; op ene r. auf einen sch. Eup, Aach, Geilk; Moder rost met de Blage Geld, Klev (in beiden Kr. die fast ausschl. Bed.); in Prost (Rees-Pracht) sott den Düwel op et Recken on rost; absol. abprügeln Geld. — c. geräuschvoll arbeiten, poltern, spektakeln, rappeln, kramen; die r. sich get zesamen; wer rost dann do oəwen om Older (Bünn); de Kar rost rappelt; die Mühle, die Fabrik rost macht Geräusch; et rosden es dröhnte; dat R. Gerassel, Getöse; dem rost et inn Koppe es rappelt ihm, er ist nicht gescheit; et rost mir em Buch der Magen knurrt; et rost mer es klingt mir in den Ohren Gummb, Wippf u. Sol, uWupp. — d. übereilt, ungestüm, bes. schnell arbeiten Kreuzn-Winterbg, Goar, Koch-Lutzerath, Schleid-Hellenth, Neuw-Etschd, Gummb-Berkenr, Geld. — e. widersprechen Saarbr. — f. mit ‘sein’, sehr schnell laufen, fahren; sich es, wat de ros; he küt geros, — herangeros Rip, Allg. — 2. Part. Präs. Rhfrk rsənt; Mosfrk (hier u. da seltener -zənt), Rip, Eup, Geilk r:zən, Pl. -nə; Selfk, Geld, Klev -zənt [Berg, SNfrk (ausschl. Selfk), Mörs rosig], in best. Bed. u. Verb. a. tollwütig; der Hond es r.; ene rosen Hond Allg. [rosendiger H. Kref]; e rosene Stipp Bitb-Dudeld. RA.: Et get mih Klaten wie rosen Honn Bitb (Ketten on Bäng Bände Sieg), Verbr. s. o. De deht bie en r. H. Sieg-Ägid. Wie hondsr. drop schlohn Trier-Filtsch. — De hät van en rosende Katt (Katze) freəte ist sehr zornig Heinsb. Rose Katz durchbohrte Nussschale, mit Faden am durchgesteckten Hölzchen oben u. einer Kartoffel unten am H., eine Art Ziehkreisel Bitb, Prüm, Malm; r. Kätzchen Malm-Emmels, Altk-Seifen, Neuw-ODreis; der schnorrt wie en r. K. Neuw-Rodenb. — b. zornig, erbittert, wild, aufgeregt; r. fir Wut; he schläht wie r. drop; hen as r.; r. gen; eich schlohn deich, dat de r. ges; eich sein esu r., eich könnt en ganz Kistort (Käsetorte) essen; de wor esou r., en hät Schaum fir de Maul kreit; en as r. on des [Bd. 7, Sp. 108]
Deiwels; de as bandr. (Wittl-Neuerbg); mach mech net r.; e rosenen Mensch Mosfrk, Verbr. s. o. RA.: R. wie en Spann (Spinne) WMosfr, — e Lef (Löwe) WBitb, — glihdig (glühend) Eisen Trier-Schleidw. Wat den Dag helliger, wat den Deiwel rosener as zur Kennzeichnung der an Sonn- u. Festtagen geschehenden Ausschweifungen Bitb. Desto mih en Koh de Schwanz beschass hot, desto rosener schliht se öm sich Bitb-Seimerich. Wenn en al Hot (Rückentragkorb) r. get, flegt er gleich de Bodem aus Mos. — Dau rosenen Hond (Deiwel)! Schimpfw., ich könnte über dich rasend werden WMosfrk. — R. Bessem Dorfklatsche Neuw-Datzeroth; r. Ditz wildes, ausgelassenes Mädchen Neuw-Dierd; r. Kennche dass. ebd.; r.ə Wupp bösartiger Mensch Saarbg-Wellen. En hät en r. Maul (Schness, Kläper) ein ungewaschenes, freches Mundwerk WMosfrk. R. Wurm Fingernagelgeschwür, Umlauf NWSaarbg, Bitb, Prüm; r.ə Wupp scherzh. der Tanz Galopp Saarbg, Bitb, Schleid-Dahlem, Aden-Borslaer; e r.ə Wuppdich scherzh. starker Branntwein, Draufgänger Bitb-Dudeld; r. Knöuchelche (--, Knöuchs-che (Knökelche usf.) die empfindliche Stelle am Ellenbogen Schleid-Udenbreth, Eusk-Commern Friesh, Bo-SchwarzRheind, Köln-Stdt, Dür-UMaub Geich, Monsch, Eup, Aach, Geilk-Tripsr, Heinsb-Millen Scheifendahl; r. Knözche dass. Jül-Aldenhv Schaufenbg, Aach-Afden Richterich; r. Knützke Geilk-Beeck Oidtw Süggerath; r. Knäuelche dass. Aach-Eschw; rose Mondag Fastnachtsmontag Rip noch vielfach auf dem Lande, aber schon vielfach unter dem Einfluss der Stadt Köln Rusemondag ‘Rosenmontag’; rosende M. Geld; r. Weder hässliches, stürmisches Wetter Trier. — c. äusserst arbeitsam; de schafft jo (wei) r. drop zou; eu as r. on des Deiwels Saar, Trier; en r.ər Kerl sehr tüchtig Koch-Lutzerath. — d. er es r. drof erpicht, versessen Saarl-Wallerfangen. — e. übermächtig, übermässig, sehr; dat Perd schleht wie r.; dat Hohn legt Eier wie r.; ech han r. Honger u. r.ən H.; en r. Kält (Hetz); der hot r. Gleck; zur Verstärkung des Adj., r. stark, r. deier, r. frech, r. kalt, r. sihr (schnell), r. ger, r. sching, r. domm usf. Mosfrk, Rip. Dau bas net domm, äwwe r. topig Trier, Prüm. De Botter es dreimol r., de Summer eas er r. wäch, de Weanter r. hort on et Freihjohr r. deier Merz-Zwalb. — Abl.: die Roserei, dat Geros (u. Gerös Siegld, Rip, Berg). |