PfWB ElsWB LothWB quetschen II das Wort, mhd. (md.) Lexer quetzen, quetschen, afrk. quezzôn, mnd. quetsen, quessen, quetten, < lat. quatere, ist lrhn. n. Mos, rrhn. n. kurköln. Neuw, berg. Süd-Grenze, NSiegld allg. [südl. der L. noch in Birkf (jüngst), Saarbr, Ottw, Saarl, Merz-Büschf, Saarbg-Wellen u. s. quitschen II; die Abl. Quetsche ‘Klemme, Not’ reicht südl. Mos bis nach Goar, Simm hinein; in der WEif bevorzugt man klännen, drücken, pitschn, wie [Bd. 6, Sp. 1335]
auch das NBerg u. Ruhr, Dinsl quätten bevorzugt]; -ęt- [Bitb, Daun -e-; Trier-Stdt, Kobl, May, Aden vielfach -ø-; Sieg-Ägid -ę- u. -i-]; Klevld n. der t/ts-L. -ęts- [einige MA. weisen eine auf das urkundl. n. der Mos belegte quetzen fussende eigenartige Flexion auf, nach dem Typus setzen, satt, gesatt, schwätzen, schwatt, geschwatt das Prät. -at, Part. gəquat Koch-Laub, May-Trimbs, Aden-Bongard, Mü-Eif, Grevbr, MGladb, Kemp-Süchteln; jəquot Malm-Amel bilden (gebraucht nur in pathologischem Sinne u. dazu im SNfrk (s. o.) vom Zusammendrücken frischen Weissbrotes)] schw.: 1.a. etwas, einen, sich qu., zwischen zwei festen Gegenständen klemmen, in pathologischem Sinne; ech hammer de Fenger (de Nagel) tösche (an) de Dür gequetsch; der Sten, der op en fel (fiel), hät em de Bros g.; he hät sech g.; en g.ə Fenger; g. Geblöt (Geblüt); g. ist der Huf des Pferdes, der zu wenig beschnitten ist, so dass der Strahl auf die Erde kommt und beim Auftreten g. wird Kref-Fischeln, Allg.; gequetzt (en gebötzt) beschädigt Klev; em Gequetschte Wirtshausn. in Bo-Stdt (früher kehrten hier die Wallfahrer ein und stellten das Kruzifix hinter die Haustüre; beim Öffnen der Türe schlug diese gegen das Kreuz, so dass der Herrgott (em g. Heiland) gequetscht wurde); g. beklommen, beengt Ess. RA.: Dat es bester, wie en Nagel (des Fingers) gequetsch gesagt, wenn etwas zerbricht Sieg-ODollend. E het en Nierchen g. ist dumm Sieg-Eitorf. Der Faulpelz quetsch sech och gene Fönger Sieg-Bergh. — b. etwas qu., drücken, pressen, zwängen, z. B. Speisen, bes. Kartoffeln mit Kneter, Gabel oder Löffel zerdrücken, kneten; Beeren, Kirschen qu., dass der Saft herausströmt (Obst in der Kelter drücken, parschen); en gequetschte Stemm vor Angst; se qu. de Wort su tösche der Zong, — su herus; er qu. de Wörder spricht langsam; jet us enem erusqu. ihn veranlassen eine Angabe, Aussage zu machen; eine Schublade (udgl.) erenqu.; etwas in einen Behälter qu., unordentlich hineinzwängen Rip, Allg.; ein Feld qu., walzen Trier-Thomm, dreischaren Dür-Ellen; das frische Weissbrot es gequatt zusammengedrückt, bricht beim Schneiden durch MGladb-Rheind, Kemp-Süchteln; met de Täng (Zähnen) qu. die Zähne fletschen Mettm-Velbert. RA.: De Kap (Kappe) qu. sich unterwürfig anstellen, bitten Daun-Tettschd; et Höutchen (Hütchen) qu. Bernk-Winterich; Eier qu. MGladb, Ess-Oberhsn. Do sen de Gequetschten och derbei! gesagt z. B., wenn jmd. sich rühmt, er habe 20 Zentner Getreide vom Morgen geerntet, d. h. das ist nicht zu glauben Bitb-NWeis. — c. einen, sich qu.; vi (wir) weren hi arg gequetscht (im Gedränge), et es tu eng hi; di Lü qu. enen tu arg; sek dürch de L. qu. in engem dicht besuchtem Raume; sek derdürch-, dertöscherqu.; wat es dat en Qu.! ein Gedränge OBerg, Allg. RA.: Dat es en gequetschte [Bd. 6, Sp. 1336]
Mann vielgeplagt May-Kollig. — 2. übertr. a. den Klicker qu., treffen Neuss-Büderich, Kref-Osterath. — b. einen qu., einen trinken, sich einen genehmigen Koch-Lutzerath, Daun-Leudersd, Bo-Dransd, Dür-Schlich, Aach-Würselen, Gummb-Lantenb. — c. absol. α. mit den Augen zwinkern Ahrw-Hönning. — β. kränkeln Bergh-Königshv. — γ. langsam gehen, zögern Saarbr-Völkl, Wippf; de quetsch on qu. weiss die Worte nicht herauszubringen, arbeitet langsam Sieg. — δ. -i- arbeiten, in der Kundenspr. Bitb-Speicher. — ε. absol. u. sich qu., bis in die Nacht arbeiten Waldbr-Morsb, Dür-Heistern; sich net qu. gemütlich arbeiten Wittl-Binsf. — d. sich qu., sich heimlich fortmachen Bitb-Ernzen, Daun-Tettschd. — Abl.: die Quetscherei, dat Gequetsch. | | |