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 RhWB quetschen II (Bd. 6, Sp. 1334)   DWB quetschen (Bd. 13, Sp. 2366)   DWB preszbaum (Bd. 13, Sp. 2109) 
  PfWB  ElsWB  LothWB quetschen II das Wort, mhd. (md.)  Lexer quetzen, quetschen, afrk. quezzôn, mnd. quetsen, quessen, quetten, < lat. quatere, ist lrhn. n. Mos, rrhn. n. kurköln. Neuw, berg. Süd-Grenze, NSiegld allg. [südl. der L. noch in Birkf (jüngst), Saarbr, Ottw, Saarl, Merz-Büschf, Saarbg-Wellen u. s. quitschen II; die Abl. Quetsche ‘Klemme, Not’ reicht südl. Mos bis nach Goar, Simm hinein; in der WEif bevorzugt man klännen, drücken, pitschn, wie

[Bd. 6, Sp. 1335]
auch das NBerg u. Ruhr, Dinsl quätten bevorzugt]; -ęt- [Bitb, Daun -e-; Trier-Stdt, Kobl, May, Aden vielfach -ø-; Sieg-Ägid -ę- u. -i-]; Klevld n. der t/ts-L. -ęts- [einige MA. weisen eine auf das urkundl. n. der Mos belegte quetzen fussende eigenartige Flexion auf, nach dem Typus setzen, satt, gesatt, schwätzen, schwatt, geschwatt das Prät. -at, Part. gəquat Koch-Laub, May-Trimbs, Aden-Bongard, Mü-Eif, Grevbr, MGladb, Kemp-Süchteln; jəquot Malm-Amel bilden (gebraucht nur in pathologischem Sinne u. dazu im SNfrk (s. o.) vom Zusammendrücken frischen Weissbrotes)] schw.: 1.a. etwas, einen, sich qu., zwischen zwei festen Gegenständen klemmen, in pathologischem Sinne; ech hammer de Fenger (de Nagel) tösche (an) de Dür gequetsch; der Sten, der op en fel (fiel), hät em de Bros g.; he hät sech g.; en g.ə Fenger; g. Geblöt (Geblüt); g. ist der Huf des Pferdes, der zu wenig beschnitten ist, so dass der Strahl auf die Erde kommt und beim Auftreten g. wird Kref-Fischeln, Allg.; gequetzt (en gebötzt) beschädigt Klev; em Gequetschte Wirtshausn. in Bo-Stdt (früher kehrten hier die Wallfahrer ein und stellten das Kruzifix hinter die Haustüre; beim Öffnen der Türe schlug diese gegen das Kreuz, so dass der Herrgott (em g. Heiland) gequetscht wurde); g. beklommen, beengt Ess. RA.: Dat es bester, wie en Nagel (des Fingers) gequetsch gesagt, wenn etwas zerbricht Sieg-ODollend. E het en Nierchen g. ist dumm Sieg-Eitorf. Der Faulpelz quetsch sech och gene Fönger Sieg-Bergh. — b. etwas qu., drücken, pressen, zwängen, z. B. Speisen, bes. Kartoffeln mit Kneter, Gabel oder Löffel zerdrücken, kneten; Beeren, Kirschen qu., dass der Saft herausströmt (Obst in der Kelter drücken, parschen); en gequetschte Stemm vor Angst; se qu. de Wort su tösche der Zong, — su herus; er qu. de Wörder spricht langsam; jet us enem erusqu. ihn veranlassen eine Angabe, Aussage zu machen; eine Schublade (udgl.) erenqu.; etwas in einen Behälter qu., unordentlich hineinzwängen Rip, Allg.; ein Feld qu., walzen Trier-Thomm, dreischaren Dür-Ellen; das frische Weissbrot es gequatt zusammengedrückt, bricht beim Schneiden durch MGladb-Rheind, Kemp-Süchteln; met de Täng (Zähnen) qu. die Zähne fletschen Mettm-Velbert. RA.: De Kap (Kappe) qu. sich unterwürfig anstellen, bitten Daun-Tettschd; et Höutchen (Hütchen) qu. Bernk-Winterich; Eier qu. MGladb, Ess-Oberhsn. Do sen de Gequetschten och derbei! gesagt z. B., wenn jmd. sich rühmt, er habe 20 Zentner Getreide vom Morgen geerntet, d. h. das ist nicht zu glauben Bitb-NWeis. — c. einen, sich qu.; vi (wir) weren hi arg gequetscht (im Gedränge), et es tu eng hi; di Lü qu. enen tu arg; sek dürch de L. qu. in engem dicht besuchtem Raume; sek derdürch-, dertöscherqu.; wat es dat en Qu.! ein Gedränge OBerg, Allg. RA.: Dat es en gequetschte

[Bd. 6, Sp. 1336]
Mann vielgeplagt May-Kollig. — 2. übertr. a. den Klicker qu., treffen Neuss-Büderich, Kref-Osterath. — b. einen qu., einen trinken, sich einen genehmigen Koch-Lutzerath, Daun-Leudersd, Bo-Dransd, Dür-Schlich, Aach-Würselen, Gummb-Lantenb. — c. absol. α. mit den Augen zwinkern Ahrw-Hönning. — β. kränkeln Bergh-Königshv. — γ. langsam gehen, zögern Saarbr-Völkl, Wippf; de quetsch on qu. weiss die Worte nicht herauszubringen, arbeitet langsam Sieg. — δ. -i- arbeiten, in der Kundenspr. Bitb-Speicher. — ε. absol. u. sich qu., bis in die Nacht arbeiten Waldbr-Morsb, Dür-Heistern; sich net qu. gemütlich arbeiten Wittl-Binsf. — d. sich qu., sich heimlich fortmachen Bitb-Ernzen, Daun-Tettschd. — Abl.: die Quetscherei, dat Gequetsch.

 

 quetschen , transitiv, mhd. und md. quetzen, quetschen, alts. quezzôn, mnd. quetsen, quessen, quetten, quessen, nrhein. queschen (Karlmeinet 366, 14, s. auch unten bei 2, a) und questen Dief. 24a; ahd. zu vermuten quetsôn aus quetisôn, quatisôn vom lat. quatere Schade2 2, 695a. vgl. DWB quatschen, DWB quattern, DWB quettern, den oberd. mundarten ist das wort fremd geblieben ('quetschen kommt vom laute quassare' Frisch 2, 78c).
1) münzen schlagen, prägen, cudere, quetzen voc. 1420 nr. 620 Schröer; mhd.

swenn der helle münzer quetzet. Renner 4134;

sie smelzent, smident, quetzent. 17547;

quetschen in den münzen, malleo dilatare, contundere Frisch 2, 78c.
2) (bis zum weichwerden oder zur trennung der theile) stoszen, drücken, pressen, zwängen, zusammendrücken, zerdrücken, verletzen (verwunden), quassare, allidere, ledere Dief. 478a. 24a. 322b. vgl. knitschen, knütschen.

[Bd. 13, Sp. 2367]

a) von sachen: ärtz quätschen. Bechius Agric. 215. 217 (im register quetzschen); quetschen ist mit der pochschlage die gänge klein zersetzen und darnach über das sieb waschen. Hertwig bergbuch 314, vergl. DWB quetschhammer; die nervi oder sennen dester mehr gequeschet seind. Braunschweig chir. 60; schäden, wunden, die gestoszen, gequetscht seind (vgl. 2 und quetschwunde). Ryff chir. 138 f.; geknitschtes und gequetschtes fleisch. 144b; ein gequetschter knörpel von nase. Lessing 6, 518;

ich quetschte mir
bei meinem schweren fall die lunge.
Pfeffel 1, 149 Hauff;

die riesenfichte stürzend nachbaräste
und nachbarstämme quetschend nieder streift.
Göthe 12, 170 (Faust I. 3230 Weim.);

quetschen aus: man meldet, ... der Altai sei auch einmal gelegentlich aus dem tiefgrund gequetscht worden. an Zelter 686 (5, 307), vgl. DWB quetschwerk 1; quetschen in, zu:

wie von der schweren bürd
ein schwacher rücken gar in sich gequetschet wird.
Fleming 19;

er quetschte seine hand in die schlehenstacheln. J. Paul Hesp. 3, 147; (die briefchen waren) zu haarwickeln gequetscht. 2, 189;

trockene zwetschen,
die zu mus sich lassen quetschen.
Rückert (1847) 215;

etwas durcheinander quetschen. Schiller 3, 453 (kabale 4, 3); absolut:

der straszen quetschende enge (vgl. DWB quetsche 1).
Göthe 12, 53 (Faust 1. 926 Weim.).


b) von personen.
α) mhd. und md. quetzen, quetschen, verwunden (s. quetschwunde) oder tot drücken Lexer 2, 325; nhd. vil feinde sind erlögt, vil nur gequetscht und volgenden morgen in dem stattgraben halb todt und lahm gefunden worden. S. Bürster 62; gequetzt, vulneratus Schottel 1380; hundert soldaten sind gequetscht, sauciati sunt Stieler 1490; ich wurde an unterschiedenen orten gequetscht, muste auch mit meinem schaden fortreiten. Weise erzn. 41 neudr.; hier .. ist einer, den auch dieser donner quetschte (zerschmetterte). Schiller 3, 151 (Fiesko 5, 13).
β) stark pressen, drücken: er lgt, wie er mögt die lüt qwetschen (vgl. DWB pressen 5, b) und vil darusz bringen. Keisersberg post. 4, 22b;

und so zog auf dem staubigen weg der drängende zug fort, ..
da entstand ein geschrei der gequetschten weiber und kinder.
Göthe 40, 239;

reflexiv sich quetschen, sich eine quetschung (contusion) beibringen; sich zwischen eine tür quetschen, intra cardines coarctari Stieler 1490; weiber und kinder drängten und quetschten sich zwischen fuhrwerk aller gestalt. Göthe 30, 136; leipz. sich quetschen, wie sich drücken (th. 2, 1446) Albrecht 188b.
3) übertragen auf das innere: dâ wirt dîn natûre vil mê gequetschet und getrucket inne. myst. 1, 287, 11; der hagel der trurigkeit dich quetscht. Keisersberg bilg. 64c, absolut der zerschlagende hagel und truckende quetschende regen der trurigkeit. 59a; das ich .. min fridlich gemt also quetschen und nider trucken sol mit betrachtung mines tods. 148a; die seele musz sich wol quetschen lassen und alle tage .. mit dem teufel ringen. J. Böhme morgenr. (1835) 153; die angst quetscht mirs herz. F. Müller Faust 109, 28 neudruck; das schicksal seines erstgebornen sohnes quetschte sein herz. Schubart leben u. gesinnungen 2, 66.

 

 preszbaum, m.
1) der kelterbaum, prelum Dief. 454c, bildlich vom kreuze Christi:

sie wolten auch zerbrechen
die edeln weinbeer.
der preszbaum war bereitet ...
da wolte gott der herre
den preszbaum selber tragen.
Kehrein kirchenl. 1, 542, 8;

do thet das edle weinbeer (Christus)
den preszbaum selber tragn. 643, 16.


2) der baum in einer windmühle, durch den die presse (2, e) das kammrad in seiner bewegung hemmt, wenn die mühle stehen soll. Jacobsson 3, 291a.