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 RhWB Quast IV (Bd. 6, Sp. 1303)   PfWB Pinsel (Bd. 1, Sp. 923) 
  PfWB  PfWB  ElsWB Quast IV das Wort ist allg., u. zwar -at, Pl. -ę- Rhfrk u. Saar bis zur t/st-L.; dann Mosfrk -ast [Bitb -ā-], Pl. -ę- (--) u. -asdən; Rip -as [uSieg, LRip -azs, –azs, –ās], Pl. -ę- [-ęzs –s]; Berg -ast, Pl. -ę-; SNfrk -ās [im Trübungsgeb. von Kemp, NErk, Heinsb --], Pl. --, –āstə, –-; Mörs, Geld -ā-, Pl. --; Klevld -as(t), Pl. -ę-; Demin. -ędχə, –ęstχə, –skə (setze die umgelauteten Vokale ein) m. [f., Pl. -sdə Birkf]: 1. sachl. a. im eigentl. Sinne α. Troddel, etwa an der Tabakpfeife, am Sofakissen, an der Fahne, der Mütze Allg.; de Kuh hät ene Qu. an de Stert Kref, Allg. [doch SNfrk, NBerg hierfür meist das schriftd. Quaste]. — Schlagschnur der Peitsche, die den Knall erzeugt Ottw-Steinb, MülhRh-Bellschdt, Bergh-Esch. — β. Tüncherpinsel, Weissqu. Allg. RA.: Ich loss mich der Qu. net opdriəhne lass mich nicht hänseln Aach-Alsd. Den es ok met de Qu. geschlage er ist ein Narr Geld, Klev, Kemp-SHubert (gehaut). Met de Qu. dertege schlohn etwas Überflüssiges sagen Klev. Hei es et en de drei Quäs; de Wirt es noch iəhr voll wie de Gäs Wirtshausinschr. Kemp. — γ. Sprengwedel für das Weihwasser, Weihqu. Allg. RA.: Wie den Qu. hät, segent sich et erst Klev. — δ. Stäuber an langem Stiel, zur Entfernung der Spinngewebe, Spennequ. May-Hatzenport. — b. übertr. α. Büschel, z. B. ene Qu. Hor, Blomme Eup, Aach, MGladb, Kemp-Dülken; Haare vom Kopfwirbel Kobl; breiter Pflanzenwuchs, Geilstelle Grevbr; groəve u. fine Qu. Abfall des Flachses beim Schwingen Kemp. — β. Kolben des Schilfrohrs Saarbg-Beurig, Kobl-Urmitz. — γ. -ęstχər u. -stχəs Pl. Bartnelke, dianthus barbatus Altk-Breitschd Bachenbg Hamm Michelb OIngelb (Synon. s. Kluftblume). — δ. Tannenzapfen Trier-Stdt, Daun-Stdt, Schleid-Üdelhv. — ε. mehrere auf einem Stiel zusammengewachsene Früchte (Nüsse, Kirschen usf.); ene Qu. (e Quäs-che) Haselnöss, Kirsche Kreuzn-Sponh, Aden-OElz, Schleid, Monsch, Eup, MGladb, Erk, Heinsb Elbf; ene Twiəquas Zwillinge Erk-Rath. — ζ. das durch Stossen auf einen festen Gegenstand ausgefranste Ende des Stössers bei der Knallbüchse Jül-Inden;

[Bd. 6, Sp. 1304]
das Ausgebuchtete, Abgesplissene am Keile Gummb-Berghsn; der durch Hämmern entstehende Eisenrand am Keil, Beissel Sol. — η. knorriger Auswuchs am Baume, Knorren im Holze (Aststelle); knorriges Stück Holz Kreuzn-Winterbg, Birkf (m.), Simm, Goar, Zell, Koch, Kobl, May, Aden, Sieg-Hangelar, Wippf, Heinsb; stehengebliebener Stutzen an der Rebe Sieg-Königswinter; Quarst Zweigwucherung an Birke u. Fichte Rees-Ringenbg. — θ. in der Wend.: Of de Qu. schloh verschwenden Siegld. — 2. persönl. übertr. verächtl. a. dicker, kurzer, kräftiger (auch krüppeliger) Bursche Saarl-Dilling (ungezogener Junge), Merz-Bergen, Trier-Heidenbg Welschbillig (auch kleinstes Kind), Bitb-Ernzen Feilsd Wiersd, Koch, May, Kobl, Neuw, Siegld. — b. Junge, im Alter von 10—19 Jahren, dabei oft ein Taugenichts, ene verkihrte Qu.; aber auch ein jüngerer, nichtsnutziger Knabe u. schliesslich jedes lästige, unfolgsame Kind; de Quäs hale ken Rauh (Ruhe) Neuw, Sieg, Waldbr, MülhRh, Sol, Bo, Köln, Bergh. De Qu., de hung sich an en Ast; do broch de A., do fiel de Qu. met samt dem A.; do sate (sagte) de A.: Deubelsquast! zur Schnellsprechübung Waldbr-Eckenhg. — c. wunderlicher, eigensinniger, verrohter Mensch NBerg. — d. Narr, Hanswurst, Einfaltspinsel Geld, Klev, Rees, Ess (Sonderling). RA.: Wo en Qu. is, do mot auk en Quäsken sin bei einem eignen Menschen kommt es oft auf eine Kleinigkeit an, er sucht es in Kleinigkeiten Ess. — e. in der Wend.: Wenn de Eckster (Elster) schättert, dann gewen et Gäs (Gäste), dat sin Quäs ungeduldige, unruhige Menschen Mörs. — f. Beerenwanze Monsch-Mulartzhütte, Aach-Stolbg, S. Qualster.

 

   Pinsel m.:
1. wie schd., Bensel (bęnsəl, bęnzəl) [fast allg., auch Penns Don Gal Buch], Binsel [ KU-Altkch Brück HB-Bliesdlh GH-Leimh], Pinsel [ ZW-Battw Hengstb RO-Dielkch KB-Mauchh LU-Limbghf], Banzel (bandsəl) [ RO-Rehbn]. Zs.: PfWB Bräun-, Tüncher-, PfWB Kuchen-, PfWB Küchen-, PfWB Maler-, PfWB Rasier-, PfWB Weihwasserpinsel. Neckspiel: Nach dem Genuß einer saftigen Birne verbleibt einem der Stiel mit den daranhängenden Fasern aus dem Innern der Birne. Kinder verstecken den Birnenstiel in der Hand und fragen andere: Wääsch du, wo de Dinjer (Tüncher) wohnt? Ahnungslose Kinder antworten dann mit Ja. Daraufhin bekommen sie den Birnenstiel in die Hand gedrückt mit der Aufforderung: Dann traa emol de Bensel hie (zum Tüncher) [Kaislt]. —
2.
a. 'Haarbüschel am Schwanz des Rindviehs' [verbr., bes. WPf]. Zs.: PfWB Kuh-, PfWB Schwanzpinsel. RA. (übertr. auf den Menschen): Er hat de Bensel gestellt 'Er ist eiligst davon' [Zweibr ZW-Bottb]; s. auch 4. —
b. 'Hasenschwanz' [ FR-Maxd]. —
c. 'Fühler des Maikäfers' [ ZW-Battw]. —
d. 'Geschlechtsteil

[Bd. 1, Sp. 924]
des Ochsen' [ KU-Obw/Tiefb Mühlb ZW-L'wied RO-Gonb KL-Mehlb BZ-Albw Mühlhf]; Syn. s. PfWB Rute; 'Geschlechtsteil des Jagdhundes' [ RO-Dielkch]. —
3. 'Tüncher', scherzh., Bensel [ NW-Iggb]. —
4. 'hochmütiger Mensch'. So e Pinsel! [ PS-Heltbg]. Der hot's grad noch neetig, der hochmietig Bensel [Glückstein 33]. Der stellt de Bensel 'zeigt seinen Hochmut' [ HB-Einöd KL-U'sulzb KB-Kerzh]; vgl. PfWB Krattel. Zs.: PfWB Einfalts-, PfWB Hochmuts-, PfWB Staatspinsel. — Südhess. I 858; RhWB Rhein. VI 863; Bad. I 232.