Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 RhWB Prügel (Bd. 6, Sp. 1139)   PfWB Prügel (Bd. 1, Sp. 1276) 
  PfWB  ElsWB Prügel das Wort ist Rhfrk (Birkf, Bernk, Goar, Saar), Mosfrk häufiger als Rip, Nfrk (s. u. die Belege), u. zwar Saarbr -iχ-; Saarl (u. -īəl), Merz (u. -īəl), Saarbg -ij-; Trier, Wittl, Bitb -īj-; Bernk bis Kobl, Goar, Westerw, Prüm -īəl;

[Bd. 6, Sp. 1140]
May, Aden, Daun, NPrüm -ij-, –yj-; Siegld -ej- –ø- [Kromb -øyəl] m. u. f.; Rip -yj-, –øj- [Köln-Stdt bryj-; MüEif, Sieg-Fussh -ȳ·ə.l]; Eup -ø·y.j-; Elbf -ȳəj-; Sol, Kref, Geld -j-, Pl. -əln, –ələ m.: 1.a. derber Stock, zum Prügeln; verächtl. auch schwerer Spazierstock; doch ist diese Bed. sehr selten (uMos, Altk, Siegld, Rip). — b. -əl u. -ələ(n) Hiebe Allg.; Pr.(ə) kriegen; einem P.(ə) gewen Allg. RA.: En kret Pr.n wie Roggenbruder Bitb-Kyllbgw, — meh Pr. wie Brut Bernk, Allg. Waröm wören de Pr. do, wammen se nit utdeilen söul (sollte)? Sol. Eich wess jo, (sagt die Frau). dat die Fraleit misse Pr. krieən, ewer isen Hanes schleht wie en Nor (Narr) Trier-Schleidw, WMosfrk. En Quesel, enen Esel on ene Notenbom, die motte Pr. häbbe, anders duhn se gen Dögt (Taug) Geld. — 2. übertr. verächtl. schwerer Kerl Siegld.

 

   Prügel m.:
1.
a. 'derber Stock', Priel, Prijel, Prichel, Prischel, Prigel, s. F. [allg.]; vgl. PfWB Spriegel. RA.: Ich schmeiß der e Prigel in de Weg [ GH-Zeisk]. Dem schmeiß ich en Prichel ins Kreiz [ LA-Gommh]. Wann ihr herkummt, wäsch ich eich de Prigel iwwer, daß ihr verreckt [ LU-Mundh]. Das Messer schneid wie en gewetzter Prigel [ LU-Alsh]. SprW.: Uf e leere Nußbääm schmeißt mer kään Brichel [Hebel 47]. Bei Horne Penns 112 heißt es im VR: So schickt der Bauer e Prigle naus, soll des Hundle schmeiße. Zs. PfWB Trag-, PfWB Schleifprügel. —
b. 'Holzstange zum Spannen der Wagenkette', Priel [ KB-Bubh]. Syn. s. PfWB Reitel. —
c. 'Brennholz in Form von Knüppeln', gew. Pl., Prichel erschter (zwetter) Klass [ PS-Erfw, ZW-Battw]; vgl. PfWB Prügelholz. Ich stääch (steigere) mer Prichel [ LA-Gommh]. Früher mußte im Winter jedes Kind einen Prügel Holz mitbringen, damit die Schulstube geheizt werden konnte [Schandein Bav. IV/2, 353]. Zs. Krappen-, PfWB Stangenprügel. —
2. übertr.
a. nur Pl. 'Hiebe mit dem P.'; e gesalzene Tracht Priegel [ LU-Opp]; e Traktament Prichel [ PS-W'fischb]; Prichel gewwe [ KL-Lind], vgl. PfWB prügeln. Einen VR s. bei PfWB Pflaume 1. —
b. scherzh. für 'Gewehr', Soldatenspr., Briechel [ZW-Battw, verbr.]. Zs. PfWB Schießprügel. —
c. Uz- und Schimpfname. Die Bewohner von LA-Arzh nennt man in den Nachbarorten Prichel. Zs. PfWB Schäl-, PfWB Schußprügel. — F.: brīəl NWPf u. NPf, brijəl NW-Freinsh Haßl, brīχl ZW-Battw, briχəl südl. WPf südl. VPf, bril Kaislt, brigəl mittl. VPf, brīgəl LU-Opp. — Südhess. I 1161/62; RhWB Rhein. VI 1139/40; Saarbr. 185; ElsWB Els. II 184; Bad. I 342.