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 RhWB Pfingstbaum (Bd. 6, Sp. 750)   PfWB Mai-baum (Bd. 4, Sp. 1127)   PfWB Birke (Bd. 1, Sp. 928) 
  Pfingst-baum (s. S.) Verbr. bes. Bernk, Koch, Daun, Berg m.: der Pf.baum wird von den Burschen, je einer am Aus- u. Eingang des Dorfes gesetzt, beiderseits des Weges haushohe Tannen mit Bändern u. Fähnchen geschmückt; hunderte von Eierschalen hängen kettenförmig im Bogen von Ast zu Ast, in der Mitte zwischen beiden Pf.bäumen ist an einer Eierguirlande eine bunte Papierkrone angebracht (so in Bernk-Cleinich); am Nachmittag des Pf.montags ruft Trommelschlag die Burschen wieder zusammen; die Hüte mit Maien geschmückt, ziehen sie von Haus zu H., um Eier, Speck oder kleine Geldstücke zu sammeln, singend: Weil (jetzt) komme mer och an dise Hof; schläft der Koch, su wecke mer en doch, düstro, gren eas de Mai! (usf.); haben die Burschen ihren Rundgang beendet, so begeben sie sich zu den Pf.bäumen, vor denen sich inzwischen fast das ganze Dorf versammelt hat; unter allgemeinem Jubel werden nun die Pf.bäume ausgeworfen u. versteigert; der Erlös u. das schon vorher

[Bd. 6, Sp. 751]
gesammelte Geld liefern das notwendige Getränk im nahen Wirtshaus zu den Eierkuchen, die aus den gesammelten Eiern bereitet werden (so Koch).

 

 -baum m.:
1. 'Baum, der zum 1. Mai in der Dorfmitte von den Burschen aufgestellt wird', Ma(a)ibaam, -bääm, s. PfWB Mai u. PfWB Baum [verbr. NPf mancherorts südl. VPf vereinzelt übrige Pf (ohne Pfälzerwald), Feierowend 1957, Nr. 18, S. 1/2 Christmann Vk. 24, 29, 43]; Syn.: Kronenbaum, PfWB Maien 1 b. Der M. ist in der NPf meist ein bis auf den Gipfelbusch entästeter und entrindeter, mit bunten Bändern geschmückter Nadelbaum. An den unteren Ästen ist ein waagrecht hängender Kranz befestigt, der ungefähr den gleichen Umfang wie der Gipfelbusch hat. In anderen Gegenden ist der M. eine Birke. Aufgestellt wird er in KU-Adb u. Roth am Dorfbrunnen, in KU-Einöll an der Kreuzstraße, in ZW-Wintb am Backhaus, sonst, vorn. in der südl. VPf, vor den Wirtshäusern. In LA-Mart werden vor der Ottilienkapelle zwei Maibäume errichtet. In RO-Münstapp ist der M. eine Stange, an deren oberen Ende ein blühendes Fliederbäumchen befestigt ist. In HB-Einöd wird am zweiten Sonntag im Mai zur Maimusik vor jedem Tanzlokal ein M. aufgestellt. In mehreren Orten des oberen Lautertals, der westl. WPf und der mittl. VPf wurde der Brauch um 1930 nicht mehr gepflegt, in KU-Einöll wurde er sogar von der Gendarmerie bekämpft. a. 1674: »Am 21. April wurde den Soldaten, welche Maibäume vor das Rathaus gesteckt hatten, 1 Dukaten verehrt« [Küchler 376 (Kaislt)]. —
2. 'junger Baum (meist Birke, seltener Buche oder Weide), den der Bursch in der Nacht zum 1. Mai am Hause seiner Liebsten aufstellt' [verbr. NPf SOPf mancherorts übrige Pf (außer in Orten des Pfälzerwalds), Krämer Gal 145]; vgl. PfWB Maien 1 a, PfWB Maistrauß 1, PfWB -stock, -stecken. In KB-Boland wird der M. in den Schornstein gesteckt. In LA-Mart bedeutet ein grüner M. Verehrung, ein dürrer Verachtung. —
3. meist Pl. 'Bäume, die aus festlichem Anlaß aufgestellt werden'; vgl. PfWB Kirbebaum 1. In LA-Essing werden an Fronleichnam, zur Fahnenweihe Maibääm aufgestellt. In manchen Orten Galiziens hieß in älterer Zeit die von Ästen und Rinde befreite Tanne, die zur Kirbe aufgestellt wurde, Maaibaam, -boom [Krämer Gal 145]; vgl. Pfingst-, PfWB Kirbebaum 2, -lamm 2. — Südhess. IV 493/ 94; RhWB Rhein. V 756; LothWB Lothr. 350; ElsWB Els. I 637. —

 

   Birke f.:
1. 'Birke (Betula alba)', rk, Bärik, Birk, s. F. [allg.]. RA.: Er is dorch die Bärke 'Er

[Bd. 1, Sp. 929]

[Bd. 1, Sp. 931]
ist entwischt' [Potzberggegend (Wilde 19)]. Einen VR s. bei PfWB abhauen. Brauchtum: Zur Eröffnung der Kirchweihe stellen die Burschen am Samstagabend Birken vor das Wirtshaus [ LA-Böbing]; zur Verwendung der B. im sonstigen Brauchtum s. PfWB Pfingstbaum und Maibaum.
2. Pl., 'Birkenwasser', rke [ LU-Opp]. — F.: fast allg. rg bzw. bäÄg; für KU-Kaulb gilt nach Christmann Kaulb. 14 rk und rik, für KU-Rothsbg nach Mang 224 bärig, für KL-Lind nach Höh 53 bäÄk(h), für Kaislt nach Schneckenburger 52 bäÄk. Bertram 54 verzeichnet für LU-Limbghf SP-Ottstdt GH-Nd'lustdt bīÄrk, für LA-Edh bǟÄrk, für LA-Nußd bēÄrk (junge Dehnung), ansonsten gelte für die mittl. VPf bäÄrk, mit Ausnahme von LU-Altr und SP-Berghs, die bäRk haben (ebd., S. 139). Don Gal Buch: bärg. Südhess. I 864; RhWB Rhein. I 709; Saarbr. 28; Bad. I 235.