NRhWB Pfeife das Wort ist allg., doch in der Bed. je nach Geb. verschiedene Wege gehend; so ist die Bed. ‘Tabakpfeife’ allg., aber die Bed. ‘Flöte’ beschränkt sich auf das Rhfrk u. Mosfrk, u. die Bed. ‘Ofenpfeife’ ist hier nicht allg. — Rhfrk paif, –ęi- [Birkf-Idar -ē-]; Mosfrk -ęi-, –ei- bis zur Diphthongierungsl.; n. davon -īf- [OWaldbr pīfə; Siegld pifə; auch in Altk, Neuw pif(χə) für die Weidenpfeife]; n. Benr-L. pīp, doch reicht das verschobene pīf, Demin. pifkə lrhn. im O. über Grevbr, Erk-Stdt Örath Keyenbg, MGladb-Schelsen Stdt bis Kref-Stdt Fischeln Osterath, Kemp-Süchteln; rrhn. hat Sol-Herschd pifə u. Düss-Stdt pīf (Demin. pīfkə u. -i-) [Berg (nfrk.) pīpə; Mörs-Orsoy pip, Pl. pīpən, Demin. pipkə]; Pl. -ə(n), Demin. -fχə(n); Nfrk pipkə f.: 1.Rohr, zu verschiedener technischer Verwendung, u. zwar a. zur Leitung eines Luftstroms. α. Flöte, kurze Fl. aus Holz für kleine Buben, dann die Drillerp. u. die Weirep. (Farze, u. die eigentl. P. mit zwei Stöpseln, eingeschnittenem Luftloch u. Blasschlitz u. das kleine, einfache, offene Maipeifchen, die Maip., Huppe, Hoppe, Happe u. das Waldhorn, Troter) Verbr. ist diese Bed. nur Rhfrk, Mosfrk (wobei Prüm, NDaun, NMay aber schon Flēt, –- haben); dann noch Barm, Elbf u. in RA. n. der L. — Bastlösespr. Piffchen, P., gih mer aus; ech bauen der och e Heis-chen; margen kemmt de Zemmermann, der dat H. bauen kann! Neuw-Dierd. Weile (Weide), W., Piffchen, de Summer kimmt et Triffchen (Kniffchen, Schniffchen, Greifchen), schläht mech, dräht mech, wirft mech en de Grawe, fresse mech de Rawe, wirft mech en de Mülledech, fresse mech de fette Fesch; wenn ech zehle 1, 2, 3, muss de Piffchen aus sein, aus sein! Neuw (mit Var.). Saft, S., Seire, de Jure (Juden) wulle [Bd. 6, Sp. 686]
reire, falle se in de Grawe, fresse se de Atzele un de Rawe (usf.); wat duhste mit de Velcher (Vögel chen); brore, sore, dat mei P. gut ausgeh un gerore! Simm. S., S., Sill, Wasser en der Mill, W. en der Bach, dat dat Peifeholz auskracht! Koch-Clotten. S., S., File, Kor in de Mihle, Stan in die Bach, dass die P. kracht; will se nit gerore, schneid ich Schinkebrore (-braten)! Goar-Trechtinghsn. S., S., Sitt, Schlangen en der Bitt, Schl. en der Bachen, mein P. soll glecklich auskrachen! Saarbg-Ayl. Happer, h., Weidchen, Pettchen op em Steinchen, Häns-chen left (läuft) de Berg eraus; wenn e kemmt, as P.chən aus! Trier-Schweich. Wiwwele, w., wawel, et setzt e Vigelchen op dem Dach, et hät sich erhänkt; Schissel de wänk, aus, Maus, mein P. es bal aus! Saarbg-Wilting. Lu, lu, lulu, Pifche, moarn kömmt de Strust, brengt en Wecke bet (mit), on wenn de die net essen wett (willst), dann k. det scharpe Messerche on stecht dech en det Häls-che! Siegld-Freudenbg. Zippel, zappel, zeibel, zu de grine Weiden; mei P. soll siewen Schuh lang ausgehn! Trier-Thomm. Frächen (Grossmutter), gemmer e Steinchen! Wafir ös dat St.? Fir de Vigelchen ze werfen! Wafir sön de V.? Fir ze broden! Wafir sön de Broden? Fir de Hären (Geistliche)! Wafir sön de H.? Fir de Mössen (Messen) ze lesen! Wafir sön de M.? Fir de Abgestorwenen! Wafir sön de A.? Fir ze begrowen! Wafir sön de Begrowenen? Fir ze berfaulen! Mei P.chən, wenn dau net ausgeihst, da schlihn eich deich mausdot! Saarbg-Ockfen, u. so mit Var. Rhfrk, Mosfrk. — Huppe, h., hape, ek wäll en Pipchen maken! Gummb-Berghsn. — Sipe, Sape, Sunne, min Moder es en Nunne, min Vader es en Pape, de woll en Pippken maken; ri, ra, rutsch, dat P. es wat nutz! u. P., P., Sape, de Möller sot om Dake u. P., P., Oligskrut (Ölkraut), dat Kätzken lep der Döarn erut, on äs dat K. wedderkom, do wor dat P. ferdig, so f., so f.! Barm, Elbf. — RA.: Er singt wie e verroscht P. Ottw-Illing, — en schlete (schlechte) P. Aach-Eschw. No seiner P. danzen seinen Willen tun Rhfrk, Mosfrk, aber auch Rip, Nfrk verbr. (wo P. 1 a α fehlt), aber hier mehr no dem senger Flöt d. Nau sind de P.ən am danzen Dinsl-Walsum (ebenso). Weə en't Reid (Ried) sett, hät gout P.ə schniə wer im Vollen sitzt, hat gut schöpfen Kref. Hermann, schloh Lärm an, schl. P.ə, schl. Tromme! NBerg, Ruhr verbr. (ebenso). Wenn de Wage P.ə schleiht nie Mörs-Binsh. Winsche un P.ə gihn vill un (in) en Sak; äwer wer ofhält, get (wird) med (müde) Wittl-Cröv. Haul (halte) du mär (nur) de P.ən em Sack! schweige; dann seng all P.ən em Sacke halten alle den Mund Berg. De siewe Sacksp.ə (eigentl. Schalmei) der ganze Plunder Mosfrk, aber auch Rip; Flötep.ən (sin voll Denger)! das geschieht nicht Rip. So hat sich im Rip, Nfrk diese Bed. nur noch in vereinzelten RA. u. Verb. erhalten. — β. Orgelspfeife, meist Urgelsp. Allg. (abgesehen [Bd. 6, Sp. 687]
von den zahlreichen ärmern Geb. bes. des Rhfrk u. Mosfrk, die keine Kirchenorgel besitzen). RA.: De hät Kender wie de (Urgels)p.ə eins nach dem andern Rip. — γ. am Gebläse des Eisenhammerwerkes (Blasebalg) gibt es zwei P.ən, u. zwar die Blosp., auch Blosrenn genannt, die die Luft (den Wind) aus dem Blasebalg herführt, u. durch die Rongdhoəs (aus gebogenem Leder zusammengenäht) damit verbunden die Wingdp., die ins Feuer selbst führt Altk, Siegld, OBerg; Einführungsrohr des Blasebalges in den Schmiedeherd Allg.; das Blasrohr des Glasbläsers Saarbr; de Blosp. Blasrohr zur Schürung des Herdfeuers Neuw. — δ. Ofenrohr, auch Ovensp. (diese Zs. im Nfrk bevorzugt; Stovvep. ‘Stuben-’ Eup) Rip, Nfrk, auch noch Mosfrk (hier aber meist Owenrohr; Trier-Stdt nur dieses) [Rhfrk nicht bezeugt]; de P. botzen, uskloppen. RA.: Hät der Düvel de Ovven geholt, kann he och de P. hollen MülhRh. Ann, schur de Pann, sch. de P., morge send de Promme (Pflaumen) rif! Bergh, Dür, Jül. — An (in) der P. oben hoch im Schornstein Wittl-Binsf u. so Ottw-Calmesw, Saarl-Eimersd, Merz-NLosh, Trier-Ld, Wittl, Bernk-Haag Neunk, Bitb-Röhl. — ε. die Tabakpfeife; en hölze, postelinge, masere, merschume, erde (Ton-) P. (für letztere s. auch Häns-chen, Hecht, Hummel, Klöbchen, Mönch, Mutz, Nasenwärmer, Sauzahn, Stummel, Stump, Backesp.); de ere P. auch ‘Mausefalle’ Simm-Laub; en lang, halflang, kuərte P. (Ulme kurze Hängepf.; en vier-, fönfbittige (-beissige) P., die 4—5 Knüppe (Knäufe) oder Bitten hat; wenn am obersten Knupp das Spitzenrohr durchgebissen ist, sägt man die Spitze bis an den nächsten Kn. ab Gummb-Berghsn), bestehend aus der Spetz(t) met Knüppe dran (Gebiss, Bisser, Mundstück), durch das Nüss-chen Möhrchen (Knopp) mit dem elastischen Teil aus Pferdehaaren (Glaster, Laster, Bück, Gebück, Hose, Raupe, Schlunk, Schmucke, Schwapper, Schwacke, Schwuche, Schwunke) verbunden; dieser Teil durch ein zweites Nüss-chen (Opzatz) mit dem Rühr (Steckel) aus Weichsel- oder Holunderrohr oder aus Prumenbomholz verbunden; am untern Ende des Rührs steckt der Wasser-, Seiwersack, Abguss (worin der Brudel, Seiver, Sudder) mit dem Kopp (weiss, gemolt, Erdappels-, Maser-, Ölkopp; Schwanenhals Kopf u. Abguss an einem Stück); kosend heisst die P. Bapp, Back, Schmok, Schmüll(che), Schmur; verächtl. der Brudelsack, die Stink-, Sau-, Quaggelsp., Schnürgel, Schnärk (s. d. W.); de P. stoppe, amache (-fänke, –steken, –dämpe), rauche (schmoke, schmure, paffe), usgohn losse, uskloppe, usschüdde; an der P. trecke; de P. trick (züch) got (net), brennt net, es verstopp, dämp; met der P. de ganze Stuff voll qualme (dämpe, paffe); sei P. flatsche Rip, Allg. (s. d. W.). — RA.: De mat (hät) e Gesech wie en Triersche P. Bergh-Blatzh [Bd. 6, Sp. 688]
Elsd, Jül-Ameln. E hat e Rotznas wie e Kreizersch P. Birkf-Bundenb. De P., de Frau on de Kenger (Kinder), dat send drei leif Denger Aach-Warden. Dem es de P. och noch lever wie seng Frau; der ös met senger P. verhirot; de mach sech de P. eckersch (nur) emol an; dem geht de P. net us Rip, Allg. So lang em det P.chə noch gut schmackt, geht's em noch gut, — denkt er noch nit an't Sterwe Simm, Allg. Wenn de Mannslüj de P. wär (wieder) schmeck on de Fraulüj de Koffij, dann sind se wär gesond Geld. Pitter, süch (sieh) ens, wat die P. der Damp schmitt (schmeisst), die kannste nit van mir kopen! Düss-Ld. Dem armen Mann fehlt emmer jet; hät he Tabak, dann hät he gein P. Sol. Pippke stoppe, set Poppe; ut minem Bül (Beutel), s. Rühl; danke, s. Franke MülhRuhr. En, twie, drej, veier, fif, stopp de P., rock (rauch) se ut, on dou bös drut! Auszählr. — Jong, holl de P.; Kneit, stok se an, on du bös dran! MGladb; lenge (leinen) Wif, rock de P., r. se ut, on du bös drut! ebd. En P. moss mer stoppe, dat onne durchkruche (-kriechen) kann en Mus on ovve drop düde (töten) k. en Lus Neuw-Rheinbreith. Jetz welle mer us es en P. amache anzünden, d. h. von der Arbeit ein wenig ablassen, verschnaufen, pausen u. plaudern Rip, Allg. (die eigentl. Bed. ist so verblasst, dass diese RA. auch von Frauen gebraucht wird Prüm). Pass op, ich machen dir de P. an! ich weise dich zurecht Bo-Dransd Stdt. Wenn der Bur mem Plog sovöl gebaut het, als he lang es, mott he en P. anstechen Wermelsk. Häj de P. an? Antw.: Nä, den Tabak! Mörs; wie schmeckt et P.chən? Antw.: wie Tubak! Bitb-Bickend. Jərscht de P. an, dann et Peərd ut der Graf (Graben)! Heinsb, SNfrk, Klevld. Dat as enen, de kann de lang P. rochen er ist reich Prüm-Leidenborn. De hät de letzte P, geschmokt er wird bald sterben Düss. Hei rocht äner en P. ohne Deckel er hat gefurzt Kobl-Bend, De Kouh raucht ihr P. sie kaut wieder Meis-Meckenb. De Fichs r. de P.ən Nebel steigt in den Schluchten auf Trier-Buw. Häs de Leis (Läuse)? Jo, de klänste kann en ere (irdene) P. r.! Kobl-Weissenthurm. Treck dran, sons geiht de P. us! eile wenn du nicht in Unannehmlichkeiten geraten willst Aach, Köln. De P. op enem uskloppe jmd. bezichtigen uWupp; he geht de P. utkl. beichten MGladb, Erk. De P. leəg (leer) häbbe erledigt sein Mörs, Klev. Wer et langst left (lebt), kreit de al P.ən all Neuw. Einem Alten, der gerne raucht, ruft man zu: Ühm, küm (stöhne); wenn ich di noküm (nachkäme) un dich die P. afnühm, wat dehste dann? Jül. Bur, B., holl Tabak en der Müllegassen, tribbel erop, tr. eraf, schlag dem ale Kerl de P. af, loss im (ihm) nouch e Stümpchen dran, dat he nouch ens pife kann; Stohl un Sten, alles beiənen nimmp der Kerl möt hem! Köln-Poulh. — Bie (wie) et de erde P. gerent (geregnet) hät! niemals [Bd. 6, Sp. 689]
Aden-Herschb. — De P. züch (zieht) jo net, do mosste ens debei fahre! Rheinb-Meckenh. De P. schleht op der Löns sie zieht gut Düss-Wersten. De P. es widder (am Ende)! Antw.: Widder sein och Schof (Schafe)! Koch-Leienkaul. Du häs ne Frosch en der P. sie schnurrt Bo. — Hean as kän P. Tubak wert ist verschlissen, taugt nichts Saar, WEif; noch kä P. T. gen ich dir defir Saarbr, Allg. Wie weit ist es bis dahin? Antw.: En P. T. (wick) Bo, — langk Neuw; so wit wie en P. T. Gummb, Verbr.; et es noch e Pip schmokes wit (van hier) Kemp, Geld. — Wenn ik den op min P. hätt, ik däht en als schwart rauke! Duisb. De mecht e Gesicht, mer ment, et Feier op der P. wär em ausgangen Wittl-Binsf. Durch de P. krechen (kriechen) sie gründlich säubern Wittl-Meerf. Donn dech dat en de P. on schmok et! nimm's u. verdaue es Kref. Schit (scheisse) en de P. Name eines Gasthofbesitzers Erk. Fitsch, sät Tange Mattes, do schlug hej met de P. enne Papp (Brei) Mörs. De Knecht met de P. in de Stall, de Maid met de sijen Schörl op dem Ball, de Burs Frau met de Roman in de Hand brengen den besten öm Hoff en Verstand Geld, Klev, Rees. — Rätsel, Loch op L., Hor an't L., Feier am (im) L.? ein Mann raucht die Pf. Prüm-Ringhuschd. — Scherzfr. Wann hat de Mann twiə Köpp? wenn er Pf. raucht MGladb-Neersen. — Eine kleine Tonpfeife ist vielfach im Nikolausgebäck eingebacken. P.kə ohne Kopp scherzh. Zigarre, so um 1849 genannt Nrhn; en P. vun Sime (Binsen) Nachbildung der kurzen Pf. des Rauchers durch Binsengeflecht, Kinderspielzeug Simm, Daun-Wiesbaum, Prüm-Schönf; auch aus gehöhlter Eichel u. einem Strohhalm fertigen die Kinder sich solche Pf. an Allg. — Scherzh. wird auch der Schnuller des Säuglings P. genannt Sieg. — ζ. scherzh. Luftröhre (SNfrk auch Oəmsp.), in bestimmten Wend.: De P. geht mir (em) us etwa infolge Besteigung einer Anhöhe oder überschnellen Gehens wird der Atem kurz, er kommt hinter Atem; dem es de P. usgegange er konnte nicht mehr (laufen udgl.), da ihm der Atem ausging; das Geld ist ihm ausgegangen; er ist gestorben Rip, Nfrk; he hät de P. ut keucht, schnappt nach Atem; es geht mit ihm bald zu Ende Eup, Selfk, Geld, Mörs, Klev, Rees; de P.ə voll ha dass. Aach-Stdt, Eup. Do woər mech bal de P. utgegangen, sät der Mann, du feil he dor der Stropp (am Galgen) Kref, Kemp, Geld. Hei hät de P. leəg (ledig) keine Kraft mehr Rees. — b. zur Leitung einer Flüssigkeit. α. Ausflussrohr der Kaffeekanne; e gude Kaffich geht net zur P. eraus Prüm, Rip, Nfrk (s. Zute, Zuge); der Schleudermaschine für Honig Saarbg, Trier; halbkreisförmiges Eisenrohr, ausgehend vom Helm (Kopp) des Branntweinkessels, das den Donst (Alkohol) in das spiralförmige Rohr in der Kühlbütte leitet; den Donst as schonn an (in) der P. Bitb; [Bd. 6, Sp. 690]
Ende der Holzrinne, durch das das Mehl in der Mühle in den Sack geleitet wird, auch Mellp. Rip, Nfrk; das hölzerne Ende an einem Gummischlauch, der dazu dient, den Wein aus einem in das andere Fass zu lassen; die P. an dem einen Ende wird in den Losskrohnen, die am andern Ende in das leere Fass geschlagen Mos. — β. Dachröhre, meist Dachp. Rip, Eup. — γ. laufender Brunnen in Aach-Stdt, früher de gruəsse Matp. (Markt-) u. de zwei kleng Matpifjere, de P. opene Mönsterkervich u. a jen Doufkapell, de P. op ene Pau u. a jen Jüddegass usf. — δ. scherzh. Penis Wend-Dörrenb; Geschlechtsorgan des Mutterschweins Zell-Enkirch; dann nur in der Wend.: de P. uskloppe den Geschlechtsakt ausüben Rip, Berg, SNfrk; die Notdurft verrichten Prüm-Ihren. — c. Hülsen an Geräten. α. am Spinnrad, durch die der Faden läuft Hunsr, Koch. — β. eisernes Hütchen mit Ring, oberer Teil des Dreschflegels Westerw. — γ. pfeifenähnl. Aushöhlung im Locheisen NBerg. — δ. Rundeisenstange am Schlüssel NBerg. — 2. übertr. a. sachl. α. Röhre des Maulwurfs, des Kaninchens, Gang in einer Fuchshöhle Bergh, Dür, Jül, Aach. — β. Pifche, –pke Kapsel der Eichel Bergh, Grevbr, Heinsb, Klev-Asperden. — γ. Hohlstengel der Zwiebelgewächse Rip, Nfrk; Schachtelhalm, equisetum Altk-Walterschen; Schilfrohrkolben Kemp-Lobberich; Spargel Bo-Dransd; Peifcher Pfeifenstrauch, aristolochia sipho Ottw, deutsche Pip u. Moffepip Geld-Schravelen; gel (gelbe) Pife gelbe Narzissen Geld-Herongen. — δ. Tannenzapfen, Kiefernapfel Schleid-Dollend. — ε. Spule, Spollsp. Eup-Stdt, Siegld. — ζ. Pippkere Papierspindeln, scherzh auch Makaroni Eup-Stdt. — η. Pl. Flaumfedern Sieg-Sieglar, MülhRh-Immekeppel. — θ. scherzh. Beinröhre an der Hose Rip. — ι. es hat e P. geschlahn wenn bei Sprengung das Sprengloch teilweise noch stehen geblieben ist, in der Bergmspr. Saargeb. — κ. in der Wend.: Sich de P. trefe hereinfallen; an dem Haus hat der sich de P. och troff Saarbr-Heusw, Merz-Nunk. — λ. P. schesse (schiessen) nach eingesetzten Klickern schnellen Bergh-Kerpen. — μ. dat es mek Pipe! gleichgültig Berg. — ν. sorglose Zusammenkunft Schleid-Dreiborn. — b. persönl. α. verächtl. plumper, unbeholfener Mensch Dür-Weisw, Aach-Eschw; lodderiger M. Aach-Alsd. — β. verächtl. einer, dem übler Geruch aus dem Munde kommt Malm-Bütgenb. — γ. o, du lecker Pipchen! Kosew. für den Säugling Gummb-Berghsn. | | Pfeife f.: 1. 'Blasinstrument zur Erzeugung von Tönen'. a. 'die Weidenpfeife der Kinder', meist einfach Peif, im Dim. Peifche, Peifel, selten Weidepeif genannt. Die Buben schneiden ihre Pfeifen im zeitigen Frühjahr, wenn die Weiden im Saft stehen. Sie klopfen die glatten, daumendicken Weidenrutenstücke so lange, bis sich die unverletzte Rinde vom Holz löst. Dabei sprechen sie verschiedene Reime, z. B.: »Weid, geb mer e Peifel!« »For was dann e Peifel?« »Musik mache.« »For was dann Musik mache?« »Zum Spiele.«. [Neustdt (Wilde 257)]. Saft, Saft, Seire, Holler in de Weire, Holler in de Reggebach, un do is mein Peif gemacht [Glantal (Wilde 258)]. Peifche, Peifche, piff ab, zieh 'm Fuchs de Balg ab, zieh 'm 's Fell bis iwwich die Ohre, soll mein Peifche gut gerore, iwwich de Buckel unn iwwich de Schwanz, is mein Peifche a noch ganz! [NPf]. Weitere Reime s. PfWB Saft, PfWB Seide, PfWB Weide und bei Wilde 257 ff. Der Holzpflock am unteren Ende der Pfeife kann fest oder beweglich sein; durch Verschieben des Pflocks wird die Tonhöhe variiert; s. Abb. 15. Vgl. die Zs. PfWB Stößel-, PfWB Zapfelspfeife, s. auch PfWB Farze. — b. 'Rohrpfeife'. α. 'die aus dem Deckblatt des grünen Schilfrohrs gewickelte Pfeife' [Bd. 1, Sp. 806] [ LU-Altr]. Sie gibt einen hohen Ton. Vgl. PfWB Halmpfeife. — β. 'das aus trockenem Schilfrohr in der Art der Flöte hergestellte Hauchblasinstrument' [ LU-Altr KB-Kriegsf]. Von dem Rohr wird gegen ein Ende hin die obere Haut vorsichtig abgezogen, so daß die zweite Haut darunter unbeschädigt bleibt; s. Abb. 16. Das Rohr wird wie eine Querflöte angeblasen. — RA.: Alles muß noh seiner Peif danze 'Alles muß sich seinem Willen unterordnen' [ KU-Schmittw/O, allg.]. SprW.: Net aus jedem Holz kammer Peife schneide [Krieger 36]. Wer in de Weide (im Rohr) sitzt, schneid sich Peife 'Jeder nützt die günstige Gelegenheit' [LU-Opp, verbr.]. BR.: Kathrein, steck Peif un Geiche ein! 'Am Tag der Katharina (25. November) soll die letzte Tanzmusik vor dem Advent erklingen' [LA-Edh, verbr.]. KR.: Die Schwede sein kumm mit Peife un Trumm, hun alles genumm. Hun die Finschter ingeschlaa, hun 's Blei eweggetraa, hun Kuchele draus gegoß un de Bauer totgeschoß [ RO-Würzw, ähnlich Kaislt]. — 2. 'Tabakspfeife'. Die kurze Pfeife ist das Peifche bzw. Peifel. In früherer Zeit war das Ulmer Peifche beliebt, s. Bechtolsheimer 194. Zs. PfWB Bienen-, PfWB Tabaks-, PfWB Imkerpfeife. Das Scherzwort In de Palz geht de Parre mit de Peif in die Kerch, das den pfälzischen Gebrauch des anlautenden p an Stelle von pf sinnfällig machen soll, ist weit über die Pfalz hinaus gebräuchlich. RA.: Er steckt sich e Peif ins Gsicht, daß mer sieht, was vorn un hinne is [Land]. Er is kee Peif Duwak wert [ ZW-Battw, Don-Schowe]. — 3. 'Rohr auf dem Weinfaß, als Ventil wirkend' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Weinpfeife. — 4. 'Geschlechtsteil'. a. 'männliches Glied'. Er dut sich die P. auskloppe 'pißt' [ NW-Hardbg]. Er hot's an de P. 'ist geschlechtskrank' [ LU-Opp]. — b. 'Geschlechtsteil weiblicher Tiere, bes. der Kuh' [verbr.]. — F.: WPf u. nördl. VPf fast allg. paif; SWPf pęif; lothr. SWPf pif, vgl. die Linien Is/Äis u. Äis/Ais auf K. 1; mittl. u. südl. VPf fast allg. pǫif bis pḁif, inselhaft paif, vgl. Bertram §§ 92-94 u. Heeger § 52 Anm.; Grenzorte der Südostecke bfaif, vgl. Angaben bei Pfund; GH-Neubg hat pęf. — RhWB Rhein. VI 685 ff.; Saarbr. 154 (Peif); LothWB Lothr. 32 (Peif); [Bd. 1, Sp. 807] ElsWB Els. II 133 (Pfife); Bad. I 194; Hess.-Nass. II 587 ff. | | Schwein n.: 1.a. 'Hausschwein', Schwein [KU-Adb Hachb Reiffb Schmittw/O WD-Niedkch RO-Dielkch, Lambert Penns 95 Don-St. Andreas Gottlob Heufeld Tschest], Schwinn [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; Pl. wie Sg.; das Wort ist als Simplex nur resthaft am äußersten Westrand als genereller Gattungsbegriff bezeugt (sonst Sau), in Übertragungen und Zusammensetzungen, bes. als Bestimmungswort, ist es dagegen weit verbr.; Zs.: PfWB Buteil-, PfWB Trieb-, PfWB Eckerich-, PfWB Ecker-, PfWB Edel-, PfWB Frischlings-, PfWB Gast-, PfWB Herbst-, PfWB Land-, Läuflings-, PfWB Mach-, PfWB Mutter-, PfWB Schlacht-, PfWB Wildschwein. RA.: Die Schwein sinn im Kore, vom Wogen des Kornes im Wind [ KU-Hachb Reiffb]. Was leit on zwei Schwein, wann's e scheen Gedänz (Tänzerei) gift (gibt) [ WD-Niedkch]. SprW.: Wer sich mischt unner die Kleie, denne fresse die Schwein [ Don-Gottlob, vereinzelt Don]. Volksgl.: »Eine begegnende Schafherde gilt als günstig, Schweine hingegen sind unwillkommen« [Schandein Bav. IV,2 402]. VR.: (Bastlösereim beim Pfeifenschneiden): Peifche willst du nit gerate, / Werf ich dich ins Nachbars Gaade, / Kummt die Kuh, freßt dich zu, / Kummt des Kalb, freßt dich halb, / Kummt de Storch, freßt dich dorch, / Kummt die Maus, freßt dich aus, / Kummt des Schwein, freßt dich klein, / Freßt dich über un über nei'. / Jetz wird's Peifche fertig sei' [Wilde 257]; Var. s. PfWB Pfeife 1 a, PfWB Saft 1 a. a. 1425: von eyme swin zü slagen vnd zü bereiden in daß salze [LeinArch. (Löhne)]. a. 1442: der mulner zu Walphusen 12 gulden vor dru swin [ZweibrLuRb. 28r]. a. 1602: Tragen gern ecker, daß man zu guten jahren über 300 [Bd. 5, Sp. 1583] schwein drin schlagen könne [ABlieskst 108 (Ingb)]. a. 1635: Ist ein jeder Burgmann befugt zu jeder Zeit 8 Schwein frey einzuschlagen [Niedhammer 211]. a. 1761: Georg Graff steigt (ersteigert) 2 Schweinger [LeinGbl. 75 (RO-Gonb)]. — b. vgl. PfWB Luß-, PfWB Stachelschwein, PfWB Meerschweinchen. — 2. übertr. a. 'wer sich beschmutzt, unordentlich ist', auch Schimpfw., Schwein [vereinzelt ges. Pf, Krämer Gal 195]; Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Sauschwein. Du Schweinche!, zu einem Kind, das sich beschmutzt hat [ NW-Wachh]. — b. 'niederträchtige, charakterlose, unsittliche Person', auch Schimpfw. [vereinzelt ges. Pf]; Zs.: PfWB Etappenschwein. Des isch e Schwein [ LU-Iggh]. — 3. 'Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', nur Dim.: Schwinnche, Pl. Schwinncher [IB-Ensh, Glass II 60]. — 4. 'Glück', in der Wend. Schwein hawwe (han, hun) [mancherorts]. Sch. g'hat! [ LA-Wollmh]. Der hot Sch. [ FR-N'lein]. Er hot Sch. g'hat [ LU-Alsh/Gr]. — Südhess. V 902/03; RhWB Rhein. VII 2038 ff., K. IX N 15; LothWB Lothr. 473; ElsWB Els. II 525. |