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 RhWB nachts (Bd. 6, Sp. 19)   PfWB Nacht (Bd. 5, Sp. 24)   PfWB Heu (Bd. 3, Sp. 955) 
  PfWB nachts wie Nacht lautend; doch lautet in Bitb gegenüber nīχt das Adv. nts; im Rip nāx-Geb. nāks (seltener -xs); im sndfrk. nx-, nǫux-Geb. n, –ǫu-; im nęit-Geb. neben nęits auch nęis; in der Selfk, in Kemp, Geld, Mörs, Klev ət nāxs, –a-, nęi(t)s (s. morgens) Adv.: wie nhd.; es kann heissen: nęits, ət n., dəs n., əs n. MGladb, Allg. (setze die Vokale ein!). RA.: Die ehrlich Läckt (Leute) schlofen nots, die Neistnotzen awer schaffen n. un schlofen um Dag Bitb. Mer mant (meint), dir deht nots opstohn, fear Brutt ze essen ihr verbraucht sehr viel Brot Bitb-NWeis. De fliet nore nachts aus wie en Eil (Eule) wer sich n. gern herumtreibt Simm-Laub. De Mädercher, de sich um Ond (Abend) sching (schön) machen, sächen (seichen) nots an (in) 't Bet Bitb, Trier, Prüm. Wer mech naks stellt (stiehlt), es fru, dat e mech am Dag wedderbrängk Selbstironie Sieg.

 

   Nacht f.:
1. wie schd., Nacht (naxd) [verbr. nördl. VPf u. nördl. Teil der mittl. VPf mancherorts übrige VPf vereinzelt WPf NPf Schneckenburger 44 Otterstetter 40 Bertram § 20, 31 Lambert Penns 108], Naacht (nāxd, nxd) [verbr. WPf NPf vereinzelt nördl. VPf nördl. Teil der mittl. VPf mancherorts übrige VPf Christmann Kaulb 5, 74, 79 Mang 82, 147 Müller Dietschw 52 Höh 48 Heeger Südostpf. 14 mancherorts Don Krämer Gal 154 Buch-Illisch]; Pl.: zu Sg. Nacht: Nachde [ LA-Wollmh NW-Freinsh], Nächde [ LU-Opp], Nächt [LU-Limbghf SP-Heiligst NW-Haßl LA-Mörzh Land], (nęd) [Schneckenburger 21, 33], Nachde u. Nächt [ LU-Oggh NW-Kallstdt], Naachde [ KU-Herschw/Petth KB-Mauchh]; zu Sg. Naacht: Naachde [ KU-Bedb WD-Niedkch ZW-Battw RO-Odh PS-Erfw BZ-Dernb], Näächde [ KU-Brück RO-Dielkch], Näächt [ LA-Nd'hochstdt], Naachde (Alte), Näächt (Junge) [KL-Lind (Höh 105)], Nachde u. Nächt [ KL-Reichb], Nächde u. Nächt [ PS-Geisbg], Nächt [ NW-Frankeck LA-Gommh]; vgl. PfWB nachts; Zs.: PfWB Andreas-, PfWB Braut-, Erstemai-, PfWB Fast-, PfWB Gewitter-, PfWB Halb-, Herrenfast-, PfWB Hexen-, PfWB Hochzeits-, PfWB Johannis-, PfWB Krist-, PfWB Mai-, PfWB Mitter-, PfWB Mond-, PfWB Montag-, Mutter-, PfWB Neujahrs-, PfWB Regen-, PfWB Sau-, PfWB Silvester-, PfWB Sonntags-, PfWB Sperr-, Weih-, PfWB Weihnachts-, PfWB Walpurgisnacht; Syn.: PfWB Heint 1; vor N., seltener vor de N. 'vor Einbruch der Dunkelheit' [verbr.]; hei(n)t N., geschdern N. [verbr.]; ebb's (bevor es) N. werd [ BZ-Hermbghf]; se N. koche, se N. esse 'das Abendmahl bereiten, zu Abend essen' [verbr.]; iwwer N. bleiwe [verbr.]. 's werd N. [verbr., Lambert Penns 87]. Die N. kummt, dass. [verbr.]; 's geht de N. zu, dass. [ KU-Schmittw/O]. 's is zwische Dag un N. 'in der Dämmerung' [ RO-Bistschd KL-Reichb], an de N., dass. [ KL-Reichb]. Schier wär' es (wäre uns) d' N. noch uf de Buckel kumme [ GH-Kand]. Er is in die N. (enin, nin, nein) gerore (kumme) [verbr.], in die stockdunkle N. kumme [ PS-Münchw]; 's isch midde in de N. 'Mitternacht' [GH-Kand, verbr., Buffington Penns Var. 248/ 57]. Wie hälwe Nacht erbei komm es, hann die Annere gesaht: Hannarem, geschte met hem? [WPf (PfId. 178)]. Er sitzt Dag un N. im Wertshaus [ BZ-Dernb]. Nix eklicher wie Hihneraue, die losse em Daa un Nacht ke Ruh [ KL-Reichb]. Vergleiche u. RA.: Er (Sie, Das) is so schwarz wie die N., von dunkler Hautfarbe, schwarzem Haar [verbr.], 'Er gehört der Zentrumspartei an' [(1930) LU-Opp]. Er is so dumm (so häßlich, wiescht, falsch, schlecht) wie die N. [verbr.]. Ich

[Bd. 5, Sp. 25]
mecht em nit bei N. begechne [Bergz (Kamm 95)]. Heit bringe mer die N. mit hääm 'Wir kommen erst nach Einbruch der Dunkelheit' [Kaislt]. Midde in de N. is er do; und: Dem is kän Stunn in de N. se viel, von einem Arzt, der immer sofort kommt [ NW-Frankeck]. Der macht die N. durch (die N. zum Dag) (arbeitet oder zecht die ganze N.) [LU-Opp, verbr.]. Der schloft bei Dag so lang wie bei N., scherzh. von einem Faulenzer [ BZ-Annw]. Do is en Unnerschied wie Dag un N. 'ein sehr großer Unterschied' [KU-Kaulb, verbr.]. Er macht kän Unnerschied zwische Dag un N. 'Er ist unfähig, Grundverschiedenes zu erkennen' [ LU-Opp]. Der hot 's Brot net iwwer N. dehääm (im Haus) 'lebt in großer Armut' [Kaislt, verbr., auch Don Gal Buch]. Bis der sich vorne bickt (rumdreht), is hinne Nacht [Hebel 20, verbr. Don Gal Buch]. Das is e Gegend, wo die Fichs und die Hase enanner Gunaacht saan, von einer abgelegenen Landschaft [RO-Dielkch, in Var. verbr.]. Er is bei N. un Newwel 'heimlich' fort (devungelaaf, iwwer die Grenz) [KB-Kriegsf, verbr.]. Sei G'schäft is iwwer N. 'plötzlich, unerwartet' zammegebroche [ LU-Neuhf]. Ein Schicksalsschlag kann eem iwwer N. im Gaarde wachse [ HB-Kirrbg]. Du sollscht noch emol e N. driwwer schlofe 'die Sache gründlich überdenken' [ KU-Lauteck]; vgl. SprW. Grußformeln: Gude N., Gut-, Ge-, G'na(a)cht! [verbr., Mang 221 Höh 108 Heeger Südostpf. 20], N'na(a)cht! [ PS-Geisbg KB-Stett], Gotnaacht! [ IB-Habkch PS-Lu'wink Schweix], Gonaacht! [ IB-Ballw], Gounaacht! [ IB-Rohrb], Gudi Nacht! [ FR-Ebertsh], G'nächt! [ KU-Eßw], Gunaach! [RO-Sippf], Nacht! [ KU-Hefw]; mit Zusatz: Allo (Alla), Gunacht! [ SP-Heiligst, mancherorts], G'nacht beisamme (beinanner) [ KL-Fischb, vereinzelt], Gutnaacht, angenehmi Ruh! [ LA-Gommh]. Drohung: Gunaacht, deer! 'Du wirst schon deine Schläge bekommen!' [ KU-Schmittw/O]. Schun se N. geß? [ KL-Nanzdzw, mancherorts]. SprW.: In de N. (Bei N., Bei de N.) sin alle Kih schwarz [LU-Opp, verbr., auch Don Gal Buch], alle Ochse schwarz [ Gal-Bagbg], alle Katze schwarz [ KU-Trahw KL-Reichb], alle Katze groo [KU-Kaulb Bergz (Kamm 94) Krieger 17]. Glick un Unglick komme iwwer N. [Krieger 43]. Mer soll iwwer alles e N. schlofe [ LU-Opp]. D' N. hot Ohre un Maul [ GH-Zeisk]. BR. s. PfWB Lichtmeß. WR.: Wann de Beddelmann (personifizierend für 'anderes Wetter') middags kummt, bleibt er gern iwwer N. Wann er morgens kummt, geht er widder fort [ PS-Ruppw]. Weitere WR. s. PfWB gefrieren, PfWB Lenz1 1. Volksgl.: En Katz, as mer net bei der N. holt, laaft em färt [Fogel Beliefs Penns Nr. 674]. Vgl. auch PfWB Heu 1a, PfWB Zwiebel. Volksmed.: Gegen Warzen: In der Heiligen Nacht zwischen Mitternacht und ein Uhr geht man auf den Friedhof, streut Sand auf die Warzen und spricht:

[Bd. 5, Sp. 26]
Warz, nemm ab wie de Dod im Grabb, Gott Vadder, Gott Sohn, Gott heiliger Geist (dreimal) [ GH-Hatzbühl]. Rätsel: Es brennt Dag un N. un verbrennt net (die Zwiebel) [LA-Edk u. Umg., Germh (Wilde 33)]. Einen VR. s. PfWB Polizei 1. —
2.
a. die lang N. 'die Nacht vom 21. zum 22. Dezember, Winteranfang' [ PS-Bruchw Haust BZ-Dernb Pleisw V'weidth]; Syn.: PfWB Thomas-, PfWB Langnacht; die lang N. feiere 'in der langen Nacht das Spinnstubenfest (ein Fest der jungen, ledigen Leute) feiern' [ebd., Kreuter Haust 118]. Die Mädchen haben die ganze Nacht gesponnen. Die Kunkeln wurden mit bunten Bändern geschmückt. Um Mitternacht wurde festlich gegessen [PfL 2. 12. 1933, PfMus. 1889 67]. —
b. Pl. 'die Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönigstag'; vgl. Rauh-, PfWB Zwölfnächte; die zwelf Näächt(e), Naachde, u. a., s. 1a Pl. [ NW-Leistdt SP-Heiligst]; die lange N. [ KU-Bedb BZ-Kapswey]; die zwelf lange N. [ LU-Limbghf]; die heilige N. [ RO-Lohnsf FR-Merth LA-Maik Queichh]; die zwelf heilige N. [KU-O'staufb KL-Alsbn BZ-Klingmst]; die heiliche zwelf N. [ KB-Gauh]. —
c. die letscht N. im alde Johr 'die Silvesternacht' [ KU-Bedb]. — Südhess. IV 880 ff.; RhWB Rhein. VI 16 ff.; LothWB Lothr. 377; ElsWB Els. I 754/55.

 

   Heu n.:
1.
a. 'Heu des ersten Grasschnittes', Haai (hāi, hi, hi), Hai (hai, hḁi, hąi), Hau (hau), Hää (h) [zur Verbr. s. K. 198]. Auslandspfälzer: Lambert Penns 83 Hoi; Gal hi, selten hāi. Zs.: PfWB Alt-, PfWB Voll-, PfWB Klee-, PfWB Schmielen-, PfWB Wiesenheu. Mer gehn (fahren) ins H. [NW-Kallstdt, verbr.]. Den beim Heumachen Tätigen wird von Vorübergehenden zugerufen: H. mache? [ BZ-Annw], oder: Werd H. gemacht? [ SP-Mechth], oder: Is 's H. ball dehääm? [ KU-Hundh]. Arbeitsgänge der Heuernte: 's H. wenne, damit es von allen Seiten austrocknet [LA-Herxh, verbr.]; 's H. schippe, dass. [ NW-Ruppbg]; 's H. verspreede 'die abgemähten Schwaden zum Trocknen ausbreiten' [verbr.

[Bd. 3, Sp. 956]

Gal]; 's H. ufsetze (auf kleine Haufen) [KB-Kriegsf, verbr.]; 's H. haife, dass. [Beam Penns 54]; 's H. ausenannerschmeiße 'die kleinen Haufen vor dem Einfahren nochmals ausbreiten' [ KB-Kriegsf]. 's H. werd uf'm Haaiwaan gelad [KU-Diedk, verbr.]. Do kann noch e Gelee (Gelege) H. uf de Waa [ ZW-Battw]. Er hat e Waa voll H. gelad, so hoch wie e Kerchetorm [ebd.]. Wann 's Wedder halt, kammer morje H. fihre 'einfahren' [LA-Birkw, verbr.], auch: H. enfahre [ WD-Niedkch]. 's H. werd uf de Haaispeicher abgelad [KB-Bischh, verbr.]. Die Kinner helfen 's H. träpple 'festtreten' [ LA-Nußd]. Desjohr git's kän H. [ LA-Herxh]. Es war viel Arwet un wennich H. [ KU-Krottb]. 's H. is gut trucke (trucke wie Pulver, is därr, is rappeldärr) [NW-Kallstdt, verbr.]. Wann 's H. net gut trucke heemkummt, groozt es 'schimmelt es' un riecht sticksich [ Gal-Dornf]. Vergleiche u. RA.: Das is trucke wie H. [ Don-Neupasua]. Des is leicht wie H. [ Gal-Josbg]. Do leit alles dorchenanner wie H. un Stroh [ KU-Blaub Nerzw Buch-Illisch]. Der Reiche hat Geld wie H. [PS-Gersb, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; dazu der iron. Zusatz: awwer net so lang [ RO-Feilbg]. Der Dumme hot H. im Hern (Hirn) [ LU-Altr]. Der Geizige frißt H. [ GH-Zeisk]. Jetz is H. hunne 'Jetzt habe ich es satt' [Pirmas]. Wer das Gähnen nicht verbergen kann, wird gefragt: Hoscht 's H. ball all dehääm? [ RO-Lohnsf]. Er gebt de Hinkele H. un 'm Säbock Wasser, wer von Landwirtschaft nichts versteht [ HB-Schwarzack]. Er dut im Summer am liebschde Schnee scheppe un im Winder H. mache, vom Faulenzer [ ZW-Gr'bundb]. Warum solle mer net aa H. mache, wann grad die Sunn scheint?, so rechtfertigt man

[Bd. 3, Sp. 957]
den höheren Butterpreis bei auftretender Butterknappheit [ KU-Hinzw]. Er hot sein H., von einem Betrunkenen [ KL-Fischb H'spey NW-Weidth]. SprW.: Mer muß H. mache, wann die Sunn scheint [ KU-Diedk PS-Saalstdt Pirmas Zweibr]. Beim schääne Werrer kann jeder Faulenzer H. mache [ HB-Höch]. 'm Besoffene weicht e Fuhr H. aus [verbr. Don Gal Buch]. Verderbt mer mein H., so wachst mer mein Kraut. 'Lange Regenzeit schädigt die Heuernte, bewirkt aber gute Krauternten' [ KU-Schmittw/O]. Vgl. das SprW. bei geheien 1 a. BR.: Nasser April, kihler Mai, fillt die Keller un bringt brav H. [KU-W'mohr, verbr.]. Wann's uf Kärfreidag regert (regnet), gebt's hocher Wind un net viel H. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1132]. Ken Rege uf der eerscht Mai, gebt's a ken H. [ebd., Nr. 953]. Bläst der Juni in sein Horn, steht es gut um H. un Korn [ KL-Wörsb]. Wie die Blume an Froleichnamsdag därren, so därrt 's H. [ LA-Siebdg Nd'hochstdt KB-Kriegsf GH-Knitth]. Wann's kän faul H. gebt, gebt's aa kän Hawwer [ KL-Weilb]. Wann d' Schmäll 'Dolden und Rispen der Gräser' e Pfund wiegen, wird 's H. deier [ GH-Neubg]. Vgl. auch die BR. bei Breme1 1 a. VR.: Ins H. wie e Braut, in d' Stopple 'zum Kornschneiden', daß em graut, von der Art des Kleidens bei der Feldarbeit [ GH-Zeisk, KL-Stelzbg]. Vgl. auch den KR. bei Esel 1 (I 968, Z. 36 ff.). Volksgl.: Am Heiligabend wurde zur Zeit der Mette H. in den Garten gelegt, damit es Heilkraft bekäme [(1925) GH-Hatzbühl]. Scherzfrage: Wie lang schlooft die Katz uf'm H.? Antwort: Bis 's Ohmet druf kummt [Horne Penns 108]. Ein Fragespiel mit Kindern s. PfWB fressen 1. a. 1333: wan hauw oder graß in der wiesen ist [PfWeist. II 644 (KU-Glanmünchw)]. a. 1354: das sollen die burger genieszen mit hau und omut (Ohmet) bisz s. Gallen tag [Grimm Weist. V 688 (ZW-Hornb)]. a. 1415: (Im Ramser hoff) sollen sie heues vnnd stros genug nemmen [PfWeist. II 595 (NW-Friedh)]. a. 1446: das hawe zu megen vnd zu machen [KellR Lichtenberg]. a. 1521: eynem knecht vor 22 tage hauwe zu langen [GgHospR]. a. 1604: ein Wagen voll haw [SSp., Lgb. 120, Bl. 214]. a. 1608: welche herrn auch geben vnd bestellen sollen heüw, stroh [PfWeist. II 724 (FR-Gr'karlb)]. —
b. zwettes H. 'Grummet' [ NW-Esth Don-Abtshs]. —
2. in Pflanzennamen, s. PfWB Vogel-, PfWB Hart-, PfWB Schaftheu. — Südhess. III 458 ff.; RhWB Rhein. III 584 ff.; Lothr. 232/33; ElsWB Els. I 395/96; Bad. II 667/68.