PfWB LothWB Nach-bar nur im Geb. an der Nahe, im Saargeb. u. Siegld ist die Form nǫx-, nxbər bezeugt [uNahe ö. einschl. Kreuzn-Langenth Ekw, südl. Simm-Rheinböllen Dichtelb noχbər, w. u. n. nōbər]; sonst allg. nbər, im Geb. der Schärfung n:- [NWSaarbg, WBitbg, MülhRuhr nō:-; Eif u. Rip, OBerg daneben im selben Dorf n:pər; Bo-Vollmershv n:bəl; Eup -·ə.b-; Monsch, Aach, SNfrk bis nach Geld, Mörs hinein nǫbər; NWErk (Elmpt Bissen), Kemp hier u. da (hier neben -ǫb-) -ab-; in Elbf, Klevld vielfach neben -b- im selben Dorfe -w-], Pl. wie Sg. u. im selben Dorfe -ərn, –ərə [SNfrk daneben -bər; Klevld nur -bərs; OBerg fehlt vielfach der Pl.]; beliebt ist der Ersatz des Pl. durch n:bərleut (s. S.) m.: 1. wie nhd. RA.: Ene goə N. es völl weərt, — es net te betahle; et geht necks övver ene goə N. SNfrk, Allg. Ne gode N. es besser (es mer lever) als ene wiggen (weiter) Broder Köln-Stdt, — de beste Frönd en de Frembde Kemp-Süchteln, — ne wiə (weiter, ferne) Fröngk SNfrk, Klevld, Rip. En gure N. an der Hand is besser wie en Freind iwwer Land Zell-Raversbeuren; ne N. an der Wand es mer lever als ne Fröngk em ferne Land Bo-Witterschlick, — Wand es besser wie de Verwandte em ganze Land Siegld; besser ene gode N. en der Nöh als ene g. Fr. en der Feər Grevbr-Allr. Ene g. N. es of mih weərt als Geld en der Kes Köln-Stdt, — G. en der Täsch Grevbr-Evinghv, — os bei Haus on Herd mih als Gold on Sölwer wert Prüm. Got N.ə bruche kein Heck ebd., MGladb, Erk. Ene Jödd es emmer ene gode N. MüEif. Ne schlechte N. nevven de Dör scheut mer we et hellische För Köln-Stdt. E besen N. as et Fegfeier of der Welt Trier-Mehring. Et gaht (geht), be mer sät: der Jud hasst neist mih as en bise N. May-Trimbs. Weər alles han well (aus Habsucht), [Bd. 6, Sp. 9]
dem wiərd de Düvel singe N. Sieg-ODollend; do hon ich de Deiwel vor e N. kreit einen bösen N. Saarbr, Allg. Mer han en neue N. krig gesagt, wenn es frisch geschneit hat Aden-Liers. Weə sinne N. well krete (ärgern), hält sech Duven on Gete Kref, Kemp, Heinsb, — well kränke, mott sech hon (halten) Honder on Gänken (Gänseriche) Kemp-Breyell. Lopende Honder on ströpende Kenger (sträufende Kinder) sind för de N. quoə (böse) Denger ebd.; K. on H. get Strit onger de N. Berg. — N. Tünnes (Anton) scherzh. zum Nachbarn Verbr. Frog minen N. Geck, de wett (weiss) et so gott as ek Ess. Bei N. Gister (Ginster) hoch oben auf der Heide Bernk. Sich met der N. Göbbels schloəh göbbeln, sich von vielem Trinken erbrechen Aach-Stdt. — De süht dem N. en et Kochdöppe kümmert sich um dessen Angelegenheiten zu sehr Köln-Stdt. Hirot (trau, frei) Nobersch Kengk (Kind) un kof (gell) Nobersch Rengk (Rind) (Koh), dann bös de net bedroge (dann wesste. wat de häs, — wat et dir brengt, — wat de fengs (findest) Rip, Allg. (s. Var. bei freien, heiraten, trauen); an Nabber Kenger on N. Renger vergölt mer sich net Erk. Wenn Nobisch Kanner heiroten, lachen de Engel em Himel Trier-Mehring. Os Katz on Nobersch K., de hatten sich gebesse (usf., s. Katze) Schleid, Eusk, Dür, Aach, Düss. En Nobersch Garden es got krugge (krauten) Köln-Stdt. Hölp, H., Nobersch H., de Mann, de kack en de Botterstölp! Bo-Stdt. — Volksbr. Früher waren die Dörfer in ‘Nachbarschaften’, in eine bestimmte Anzahl benachbarter Häuser eingeteilt, die sich gegenseitig Hilfe leisteten; in den ‘Nachbarschaftsbüchern’ war diese besonders bezeichnet: Hilfe bei Todesfällen, bei Kindtaufen, beim Bauen usf.; im SNfrk, Klevld unterschied man die Niəchst- u. Winobersch (Nächst- u. Weit-), erstere auch Notn. genannt; an der Nahe graben die vier N. eines Verstorbenen diesem das Grab, tragen den Sarg u. schliessen das Grab; am Nrhn lud die Notnobersche die andern Frauen der Nachbarschaft dazu ein, Neueinziehenden et Für antebüten (anzuzünden), jede erschien u. brachte einen oder mehrere Holzbuschen mit, um das Brennmaterial zum Anfang zu liefern; hatte sich ein Todesfall ereignet, so wurde der Notnober davon sofort in Kenntnis gesetzt, der den andern N. Bescheid sagte, wenn auch bei Nacht u. Nebel, damit sie alle Arbeit (Leiche waschen, mit Totenhemd bekleiden) leisteten; sie besorgten das Totengeläute, die Einladungen zum Begräbnis, wobei jedem N. ein bestimmtes Revier zugeteilt wurde; die Frauen sorgten für das Backen u. für die Vorbereitungen zum Reuessen; am Morgen des Begräbnistages gruben die N. das Grab, stellten sich pünktlich ein, um das Trägeramt auszuüben, der Fahrnober mit der Karre, um den Sarg zum Friedhof zu fahren; nach der Trauerfeier wurden die Leidtragenden [Bd. 6, Sp. 10]
vom Notnober zum Starbhüs eingeladen, um dort am Dojenbier teilzunehmen. S. bes. die Bopparder Nachbarschaft. — 2. übertr. n:bər zweiter in der Reihenfolge der Klickerspieler, du bes n. Goar-OWesel, Daun-Stroheich, Schleid-Gemünd Reschd, Ahrw-Kripp, Sieg-Sieglar, Sol; n:pər Eusk-Cuchenh, Bo-Küdinghv, Sieg-Lohmar Mülld ODollend OCassel Scheiderhöhe Siegbg Westerhsn; n:pə Rheinbach-Meckenh; n:pərt Ahrw-Holzw Sinzig; n:bərt Kobl-Bendrf; n:pət Ahrw-Löhnd; nǫp Jül-Hasselsw Roerd, Aach-Eschw, Erk-Stdt Bouslar Granterath (enǫp dritter); n:p Sieg-Dond; n:p Sieg-ODollend Siegbg; nǫps Sol, Geilk-Birgden, Heinsb-Lümb; n:pərān Köln-Poll; n:pān Bo-Rösbg. | | PfWB RhWB Nahper [nâper Bo. Falk. u. s.; nôbər Fo. Lix.; nóbər Ri. Hom. Rom. Ha.; nôpər D. Si. — Pl. –n] m. Nachbar: der Peter isch unser Nohber. Das Femininum lautet: Nahpersch, Nohbersch, Nohpesch. — Zss. |