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| RhWB Morgen(s)suppe (Bd. 5, Sp. 1299) | PfWB Morgen (Bd. 4, Sp. 1422) | PfWB Rute1 (Bd. 5, Sp. 669) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Tageszeit nach der Nacht, früher Vormittag', Morje, Moa(r)je (mǫrjə, mǫÄrjə, mǫjə, mǫÄjə) [verbr. WPf NOPf mancherorts mittl. VPf, Henn Mda.-Int. 50 Krell 37 Schneckenburger 25], Morche (mǫrχə) [verbr. SOPf O-PS mancherorts mittl. VPf, Bertram § 179, 205], Morge (mǫrgə, mǫröə) [vereinzelt nördl. u. mittl. VPf], Marje (marjə, mḁrjə) [mancherorts westl. WPf, Christmann Kaulb 18, 91 Lambert Penns 102 Don-Schowe Torscha Rußl-Worms], Marche (marχə) [ NW-Lach/Speyd Lambr BZ-Hofstätt Völkw], Morsche (mǫrə) [Frankth LU-Friesh Spey BZ-Queichhmb], Morriche (mǫriχə) [ LU-Altr BZ-Gleisz/Gleishb], Morjent (mǫrjənd) [ PS-Münchw], Morchent (mǫrχənd) [Frankth], Morjet [verbr. Gal], Märje (męrjə) [ KL-Fischb]; Pl. wie Sg.; Zs.: PfWB Montag-, PfWB Neujahrs-, PfWB Oster-, PfWB Sonntagmorgen; am friehe M. [KL-Gimsb, verbr.]; geche M. 'gegen Morgen' [ BZ-Dernb]; gischter se M. 'gestern am Morgen' [lothr. SWPf (Keiper Nachl.)]; se M. esse 'frühstücken' [Bd. 4, Sp. 1423] [verbr. VPf mancherorts NPf nördl. WPf, Beam Penns 68]; vgl. PfWB Morgenessen. 's geht ge'e M. 'Es wird Tag' [ KU-Schmittw/O]. De M. kummt bei, dass. [Birmelin Penns Poems 22]. Er dut jede M. gorjele [ LU-Opp]. Un do hot er alle M. mit mer g'scholde [ LA-Gommh]. Begrüßung am M.: Gude (Gure) M.! [mancherorts], Gut M.! [mancherorts], Gu'n M.! [mancherorts], häufiger jedoch zusammengezogen: Gu'morje, Ku'morje, Ge'morje, G'morje, -morche oder nur M.! [mancherorts (die einzelnen Grade der Abschwächung lassen keine geographische Gliederung erkennen, sie sind situationsabhängig)]. Gu' M., schun munter (schun fleißich)? [ ZW-Hornb]. Gu' M., Bas (Madamm), Gruß der Dienstboten an die Herrin, Bäuerin [ PS-Geisbg, mancherorts]. Neujahrsgruß: Gu' (Ge') M. im neie (naue) Johr! [ KU-Bedb Konk Langb WD-Niedkch], mit Zusatz: ich winsch eich meh Glick wie vorjes Johr! [ KU-Erdb Liebsth]. SprW.: Liewer am Owet ke Brot als am M. Schulde [vereinzelt Don]. Spinne am M. - Kummer un Sorje [Land, mancherorts]; Erweiterungen s. PfWB Kummer, PfWB laben, PfWB Spinne, PfWB spinnen. WR.: Die Sunn, die am M. lacht, dut am Owed weine [ NW-Haßl]. 's war heit am M. so rot, 's gebt Rää [ RO-Steinb]. Wann die Schnoke dowe (toben) am M., gibt's e Gewidder [ RO-Obd]. VR.: Gu M. im naue Johr! / Ich winsch eich e vierekkiger Tisch, / an jedem Eck e gebrotener Fisch, / in de Mitt e Kann voll Wein / un dann will ich auer Gefangener sein [KU-Krottb (Vogelsgesang 5)]. — b. 'Osten', vun Marje 'von Osten' [Beam Penns 68]. — 2. Flächenmaß [verbr. (außer MPf westl. WPf, wo Tagewerk vorherrscht und äußerster SWPf, in der das dem M. entsprechende Flächenmaß Acker, das im Artikel Acker nicht berücksichtigt ist, gebraucht wird)]. Trotz der offiziell eingeführten metrischen Maße Hektar und Ar, ist M. neben PfWB Tagewerk und den kleineren Maßen Rute, Dezimale, Viertel 2 c um 1930 die gängige Maßeinheit für Äcker, Wiesen, Weinberge. Angaben zur Maßrelation: 1 M. = 100 Ruten = 75 (seltener 60, 68, 70, 72, 78, 80) Dezimale = ¾ Tagewerk (1 Tagewerk = 1⅓ oder 1¼ M.) = ¼ ha. Davon deutlich abweichend (1 M. = 1 Tagewerk): 1 M. = 96 [ RO-Duchr], 100 [KU-Reichsth Rutsw/G Schmittw ZW-Knopp/Lab RO-Feilbg Finkb Gehrw Hallgt Höring Imsw Lohnsf Münstapp Nd'mosch Ruppeck Schweisw Sitt Wartbg Winnw KL-Enkb Erfb Fischb Mehling Olsbr Ottb Samb Stockbn Weilb Wörsb PS-Bruchw Schmalbg KB-Mörsf SP-W'see GH-Hay Kuhdt Leimh N'potz Max'au Rh'zab Scheibhdt], 112 [ KU-Brück Neunkch] Dezimale. In KL-Bruchmühlb LA-Birkw BZ-Albw unterscheidet man den große M. = 25 Ar und den klääne M. = 18 Ar, in KU-Haschb RO-Teschmosch KL-Reichb [Bd. 4, Sp. 1424] KB-Kriegsf hat der große M. 100 bzw. 112, der kleine M. 80 bzw. 75 Dezimale; vereinzelt gelten bei Feld und Weinberg unterschiedliche Größen für den M.: 1 M. Feld = 24 Ar, 1 M. Weinberg = 20 Ar (18 Ar) [LA-Gleisw Nußd Land Siebdg BZ-Ingh Klingmst]; Zs.: PfWB Halb-, Viertelmorgen; Der Acker hat annerthalb Morje [ NW-Haßl]. Geb mer hunnert Mark un e M. Acker! [ GH-Vollmw]. Den hun die veele Morje verfiehrt, von einem Mann, der ein Mädchen nur wegen ihres Grundbesitzes geheiratet hat [ KU-Schmittw/O]. Du fahrscht nunner in's Megemer Feld (FlN) un machscht mer den M. Korn unner [ NW-Gimmdg]. Wenn bei uns e Mann, wu zwanzich Morche Land baut, der hot veleicht drei Morche Weinberch debei [ BZ-Nd'horb]. Hott Äcker, e morgener zwanzig, / De Peter, der weer er (ihr) grad recht [Kunnrädel 73]. Sie bauen sou e Morgner Dreißig [ebd. 97]. RA.: von Besitzlosen: Er hat hunnert Morche Schadde hinnerm Haus [Bergz (Kamm 39)], siwwe Morje Himmelbloo [ HB-Kirrbg]. Wortspiel mit dem Gleichklang von M. und morgen: Wann's Morche rechent isch's Land nix mä wert [Bergz (Kamm 39)]; Var. s. PfWB Leder 1 a. um 1250: von vier morgen wingarten [Corpus I 24, Nr. 13 (Zweibr)]. a. 1297: athzic morgen acgers [ebd. IV 2, Nr. 2564 (NW-Lambr)]. a. 1312/13: I morg(en) da uff stet ein kruce stein [Lam 1 100r (LU-Schauh)]. a. 1390 - 1399: Item I morgen in dem obern gerten [Doll Seelb. NW-Lach 46]. a. 1532: von eynnem morgen acker einen heller gebenn minem hern dem aptt Martinsczinsse [PfWeist. 268 (KB-Dreis)]. a. 1552/57: 10 morgen In den 20 morgen gelegen stoßt an mulwege mit eim ende [LeinSb. 152]. a. 1563/64: Ein Morgen Breite helt Vier mesgerten [ZweibrKirkBeschr. 6]. a. 1600 (Abschrift 1730): 39 morgen wingart [Vellmann Wolfst. 229]. a. 1790: 1 Morgen = 4 Viertel = 160 Ruthen [Niedhammer 267 (NW-Wachh)]. — 3. FlN, amtl. Kurze Morgen [BZ-Ingh (Wasgau-Bote 10. 2. 1934)]. a. 1736: In den Grummen Morgen ... Krummen Morgen [SSp Nassau-Weilburg 200 (KB-Dreis)]; vgl. PfWB Vier-, PfWB Vierzehn-, PfWB Neunmorgen. — Südhess. IV 766/67; RhWB Rhein. V 1293 ff.; LothWB Lothr. 370; ElsWB Els. I 707/08.
| 1. 'langer, dünner Zweig, Stock; Gerte', Rut (rūd), Pl. Rude, Rure (zur Verbr. des intervok. Konsonanten vgl. PfWB Bruder) [verbr., Christmann Kaulb 27 Krämer Gal 178]. a. 1553: Wyst der scheffen mit recht, wann der lehenherr jagen will zu sant Ungbrecht (St. Ingbert), so sollen denen bannherren ihre wälde und bosche (Büsche) unzerstört lassen uns syne ruoden mit ime bringen [ABlieskst 106]. Im bes. a. 'Frucht-, Tragholz des Weinstocks, das an den Pfahl oder Draht gebunden wird; einjähriges Holz (mit 5-7 Augen)', auch: 'junger, frischer Trieb des Rebstocks' [verbr. Weinbauorte, Wilde 201]; vgl. PfWB Bettelmann 1, PfWB Lotte1 1 a; uf Rure schneire [ LA-Göckling BZ-Heuchh]. Im vierde Johr kriet er (der Weinstock) die eerschde Rude [ NW-Kallstdt]. — b. 'Pfropfreis' [Christmann Kaulb 27]. — c. R. bzw. Rutenbündel zur Züchtigung; Zs.: PfWB Schützenrute. 's Krischkind un de Belznickel bringen de beese Kinner e R. [ GH- [Bd. 5, Sp. 670] Schwegh]. SprW.: Je strenger die R., je liewer 's Kind [ Don-Gottlob]. Zur R. im Volksbr. s. Becker Vk. 130. a. 1540: Das soll thun der jungst scheffen vnd der eltst, die ruth zu tragen vnd die gantze gemein [PfWeist. 140 (IB-Blieskst)]. — d. 'stiel des Dreschflegels' [verbr., Lambert Penns 129]; Zs.: Dreschflegel(s)-, Dresch-, Dreschschlegel(s)-, Flegel(s)rute. — e. s. die Zs. PfWB Leimrute. — 2. a. α. 'erste Balkenlage der Scheune', Rut [verbr. WPf (außer SW) vereinzelt NPf], Rutt [ BZ-Hermbghf], Rur (rūr) [KU-Albess Konk, WPf (PfId. 181)]; vgl. PfWB Gerüte 1, PfWB Rutenbalken, -gebälk, -gerüst, PfWB Obertenn 1, K. 306; Zs.: Gabel-, PfWB Scheuerrute; Syn. s. PfWB Gerüst 1 a. — β. 'höchste Balkenlage der Scheune'; die ewwerscht Rut [ KU-Elschb Föckbg Friedhs RO-Duchr KL-Gimsb Hoheck Weilb], die owwerscht R. [ KU-Herchw O'alb], die zwätt R. [ KL-Dansbg]; Syn. s. PfWB Katzenlauf 2. — γ. s. die Zs. PfWB Dachrute. — b. 'schrägstrichförmige Kerbe als Kennzeichen an Holzbalken, die für das Erdgeschoß bestimmt sind' [Schmitt Billh. 110]. — c. s. die Zs. Visier-, PfWB Wünschelrute. — d. 'Geschlechtsteil des Ochsen, des Stiers' [verbr.]; Syn.: PfWB Pinsel 2 d, PfWB Bippel 2 a, Farr(en)schwanz 1, -spritze, -rute, -wadel, Faselrute, -schwanz, Glied 1b, Griebe 2d, Griffel 2b, Riemen 2fβ, PfWB Rindsbippel 1, PfWB Rohr 3 e, PfWB Schlauch, PfWB Schwanz, PfWB Wadel. — e. α. 'Meßlatte' in den Zs. Maß-, Meßrute. — β. ein altes Längen- und Flächenmaß [ ZW-Battw RO-Odh PS-Windsbg LU-Dannstdt NW-Deidh SP-Mechth LA-Gleisw]; vgl. PfWB Ar1, PfWB Tagewerk 2; Zs.: PfWB Quadratrute; Maßangaben: 16 Schuh = 1 Rute = 5 m [Kreuter Haust 64]; 100 Ruten = 70 Dezimale [ NW-Meckh]. a. 1460: die Wolffs kinder, die haben zwo ruden, geben atzungen [PfWeist. 123 (RO-Bistschd)]. a. 1629: sol die rudt in die leng haltten sehzehn schu, das sol die bannzeune heissen [ebd. 777 (FR-Gr'karlb)]. — γ. FlN, amtl. In der Ruth [ KU-Relsbg], In den Ruthen [ LU-Friesh], mda. Pl. Rude [ HB-Einöd]. — Südhess. IV 1545/46; RhWB Rhein. VII 642/43; LothWB Lothr. 422; ElsWB Els. II 307.
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