Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 RhWB anlaufen (Bd. 5, Sp. 194)   PfWB an-laufen (Bd. 1, Sp. 255) 
 an -laufen: 1. intrans. a. angehen, rasch weitergehen; lop all an! SNfrk, Klevld;  fortl. Eup. — b. einem a., begegnen; wann er mer aläft Merz-Zwalb; gegen etwas (einen) hin laufen, anstossen; do böste ävver arg gent (gegen) de Wand (Pos) agelofe Rip, Nfrk; van Honger tege de Mure a.; wennste't net glöve wells, dann lop möm Kopp för ne Stil (Pfosten) an, dann föhlste't MGladb. — Übertr. übel ankommen, auf Widerstand

[Bd. 5, Sp. 195]
stossen; en hirt op nemes; wat werd den noch olofe sein Dag! WEif, Allg.; ech sen bei em agelofe; met dem semmer ävver es fies (eklich) agel. er hat uns blamiert Rip, Allg. — c. dauern, von der Zeit; et sall noch jet a. Aach; dat sall wäll en half Stöndje a. Geld, Mörs. — d. anschwellen, bei Geschwüren, Quetschungen; de ganze Hand löf an; he löf ganz blo an; dem Stöck Veh es de Panz agelofe; de Koh es agel. Rip, Allg. RA.: Dat löf an wie en Kil die Sache wird keilförmig dicker Sieg-ODollend. Et (das Kind) löppt an as ene Weitendeg (Weizenteig) wird immer dicker Mörs-Xanten. — e. sich mit einer dünnen Schicht Feuchtigkeit, Schimmel, Rost, Farbe überziehen; de Fenstere sen agelofe bedunstet; de Koffersache l. esu schwinn an en der Lof; de Tart es ogelofe, mer kann se net essen Mosfrk, Allg.; et es e bess-che angelaf es hat ein wenig obenhin gefroren Koch-Greimerath; Bire l. im Backuwe an sie werden gelb u. zuletzt braun Hunsr. — Übertr. erröten; e laft an wie e Kirsch Saarbr, Remschd; dat Mädchen as emol rut ogelof, wie et de Jung suhch Bitb; wie ich en gefrot hon, do is er ongelaf Hunsr. — Böse, zornig werden; eich hon kän Ursach onzel. bas hanner de Uhren Bitb. — f. von einer sich vergrössernden Schuld, Ausgabe udgl.; de Schold löf emmer mih an Rip, Allg. — 2. trans. a. einen, etwas a., im Laufe berühren, anstossen Allg. — b. einen Ort a., hinanlaufen; den Berg a. Rip.

 

   an-laufen st.:
1. 'zu laufen beginnen, in Gang kommen'. Loß de(n) Modoor aanlaafe! [allg.]; 's Geschäft is gut aangeloff(e) 'hat einen guten Anfang gehabt' [verbr.]. —
2. 'heranlaufen'. 's Kind is aangeloff(e) kumm(e) [verbr.]. 's Reh laaft (dem Jäger) aan, Waidmannsspr. [verbr.]. —
3. 'gegen etwas (oder einen) laufen, anstoßen', im übertr. Sinne 'übel empfangen werden, abgewiesen werden'. Do kennt mer bees aanlaafe [verbr.]; vgl. PfWB angehen I 6. De Senkel laaft (lääft) aan 'trifft auf den Fußpunkt einer schräg verlaufenden Mauerfläche', Maurerspr. [verbr. (Krebs 23)]. —
4. 'anschwellen'. 's Bään laaft 'm aan [WPf, allg.]; aangelaafene Mannle 'angeschwollene Mandeln' [ KL-Alsbn NW-Geinsh LA-Herxh BZ-Nd'horb]. —
5. 'sich mit Feuchtigkeit beschlagen' [allg.]. Wann die Scheierwand anläift, gebt's am annere Dag Räin [ WD-Niedkch]. De Latwerich ('s Brot, de Kuche) laaft (lääft) aan 'schimmelt, wird grau' [verbr.]. Die Worscht laaft aan 'wird schmierig' [verbr.]. Auch im übertragenen Sinne: Er is ganz rot angeloff(e)

[Bd. 1, Sp. 256]
'rot geworden vor Verlegenheit, Scham, Zorn, auch Freude' [allg.]. —
6. 'ansteigen', von der Straße gesagt [ KU-Adb PS-Th'eischw Schmalbg FR-Bockh]; ähnlich vom Anwachsen von Schulden, Zinsen. —
7. sich a. 'sich irrelaufen'. Er hot sich aangelaaf [ KU-Adb]. — RhWB Rhein. V 194/95; ElsWB Els. I 565; Bad. I 56.