PfWB ElsWB Krist-nacht (s. S.) Allg. f.: 1. die N. zum ersten Weihnachtstage. RA.: Hell Kr., donkel (volle) Schüre; donkel Kr., hell (leere) Sch. Eusk-Friesh. Es de Kr. hell on klor, folg e sihr got Johr Bo. Hammer Allerhellege Rif (Reif), wiərd de Kr. wiss on stif (Schnee u. Frost) Bo-Mehlem. — Volksgl.; in der Kr. gibt es eine Minute, in der alles Wasser Wein u. alle Bäume Rosmarin werden Neuw-Ariend; wenn man in der Kr. Heu draussen hinlegt u. es dann dem Vieh nüchtern gibt, wird es vor Krankheit bewahrt bleiben uMos, Rees; man legt in der Kr. Brotstücke auf die Fensterbank, die am andern Morgen nüchtern gegessen, wohl auch dem Vieh gefüttert werden Koch-Mörsd; die Kr. hindurch muss ein Licht brennen, entweder in der besten Kammer oder am Küchenfenster, damit Maria u. Josef den Weg nach Bethlehem finden können; anderwärts unterhält man das Kaminfeuer mit schweren Buchenkloben; mancherorts ziehen noch Leute zwischen 12—1 Uhr betend um die Kirche; vor dem Zubettgehen muss[Bd. 4, Sp. 1535]
der Vater noch alle Türen nachsehen, damit der Teufel nicht hereinkommen kann Klevld; das Vieh wirft sich um Mitternacht auf die Knie, um das Kr.kind anzubeten Altk. — 2. der am Weihnachtsmorgen sechs Uhr stattfindende Gottesdienst in den evang. Gemeinden des OBerg (auch Kristmette Altk-Wissen); zu der Kr. kommen die Leute vom Lande her mit Fackeln, die, aus Birkenholz, unter einem schweren Hammer gequetscht u. seit Wochen getrocknet werden. | | -nacht f.: 'Nacht zum 25. Dezember', Krischtnacht [BZ-Birkhdt GH-Scheibhdt Lambert Penns 71], Krescht- [BZ-Dierb (veraltet)]. Volksgl.: In der K. um 12 Uhr soll das Vieh im Stall reden und der Menschen Rede verstehen. Beim Einläuten der Mette führt man das Vieh zur Tränke und füttert es während der Wandlung [Schandein Bav. IV,2 377]; vgl. PfWB Kristmette. In der K. wurden die Äste der Zwetschgenbäume mit Strohseilen zusammengebunden; dann würde es eine gute Ernte geben [ GH-Hatzbühl]. Um ihre künftigen Geliebten kennen zu lernen, kehren Mädchen in der K. das Zimmer rückwärts aus und stecken die Besen ins Feuer; sie setzen sich dann mit gefalteten Händen hinter den Ofen und erwarten das Erscheinen des Liebhabers. Zum gleichen Zweck wird (wie auch am Andreas- und Sylvesterabend) Blei gegossen [Schandein Bav. IV,2 365]; vgl. PfWB Andreasabend, PfWB Blei 1. Südhess. III 1849; RhWB Rhein. IV 1534/35; ElsWB Els. I 755. |
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