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 RhWB Krieg (Bd. 4, Sp. 1493)   PfWB Krieg (Bd. 4, Sp. 596) 
 Krieg das Wort ist allg., u. zwar -īχ, –ēi-,

[Bd. 4, Sp. 1494]
-ī:-, –e·i.-, –ē:- [Geld, Klev -i-] Sg. u. Pl. [Pl. -jə MGladb] m.: 1. wie nhd. a. in militärischem Sinne; et git Kr.; Kr. führe; en de Kr. gohn; en de (nom) Kr. trecke (ziehen); em Kr. falle (blive, verbl.); der Kr. van sibbenzig gent de Franzuse Rip, Allg. RA.: Ech han Jöck (Jucken) am Zäbel (Säbel, Penis), et git Kr. Rheinb-Meckenh. Se (zu) Leg (Koch-Lieg) ger et Kr., se Lähr (Lahr) is et net wahr Simm-Mörz. A.: Et get wedder Kr. B.: Waröm? A.: De ös am Kugele mache er bohrt in der Nase Rheinb-Miel, Jül. A.: Et git Kr. B.: Allemol (natürlich) gir et Kr., sust misst mer jo aus de Dippe drinke (Wortsp. zwischen Krieg u. Krig Krüge) Simm-Horn. Der Kr. verzehrt, wat der Fridde beschert Köln-Stdt. De es och am Kr. net schold er ist nicht der Klügste, er ist harmlos, — ken Schold am Kr. Rip, SNfrk, Geld, Düss. In de Kr. legge de Hunder (Hühner) et mäst (meist) achteröm (hintenherum) wer im Weltkriege eine Gegenleistung machen konnte, bekam Eier Geld-Schravelen. Do sollste te Kr. goəhn! Ausdr. der Entrüstung, Verwunderung Erk-Rath. — Im Kinderld. Maikäəver (u. die Bezeichnungen für den Marienkäfer), fleg, mi Vadder es en der Kr., mi Modder es en Pommerland (u. andere Bezeichnungen), P. es afgebrangk, M., fleg! Geilk-Bauchem, Allg. Ech hätt ens e Kengke (Kindchen), dat goəf mech e Hängke (Händchen); dou satt ech mech an de Weg (Wiege), dou goəf et ene Kr., dou woər de Kr. ut, dou hott ech en decke Schnut (Mund) MGladb. — Kr. spille (dohn) unter Nachahmung des Kr. Rip, Allg. — Volksgl. Scheint das Nordlicht, erscheint ein Komet, so gibt es Kr. Allg.; wenn in dem Blättchen des Hafers der Buchstabe B zu sehen ist, gibt es Kr. Bergh; geht zu Anfang eines Kr. ein Komet auf, dann gewinnt der den Kr., der ihn heraufbeschwor; zeigt sich zu Anfang eines Kr. Sternschnuppenfall, dann verliert der den Kr., der ihn heraufbeschwor Schleid-Hellenth. — b. Streit, Zank, Hader im alltäglichen Leben; Kr. em Fridde; die han Kr. dodrüvver metenander Rip, Allg.; die häbbe jet Kr. häufig Zank Kemp; Kr. met enem üvver jet krige; Kr. mache (onger de Löck Leuten) Streit stiften; met enem em Kr. lige Rip, Allg. RA.: Op e Man (einen Mann) bleift de Kr. net leien (liegen) der Streit dehnt sich aus WBitb. Dau kres äwer bal de Kr. erklärt! die Leviten gelesen Bitb-Kyllbgw. De Lumpekrämer hon Kr. gesagt, wenn die Schneeflocken durch die Luft schwirren Saarl. Ne fule (gode) Kr. han ein bequemes Leben LRip. Da weren ich mom Herrgott noch Kr. krege! wenn ich das täte, ich dulde es nicht Schleid-Hellenth. De trecke se de Kr. op sie erteilen ihm einen scharfen Verweis Geld-Nieukerk. On öm de Kr., on öm de Kr. (wegen des Ehestreites) kriege ver nicks mih en de Weg (Wiege) MGladb-Hockst. — 2. übertr. Kr. va Mengsche sehr viel Volk Schleid-Hellenth.

[Bd. 4, Sp. 1495]

 

   Krieg m.:
1. 'mit Waffengewalt ausgetragener Konflikt zwischen Staaten', Krieg (grīg) [verbr. VPf vereinzelt WPf NPf Lambert Penns 71], Kriech (grīχ) [mancherorts WPf vereinzelt südl. VPf Christmann Kaulb 71 Otterstetter 112 Müller Dietschw 121 Mang 136 Don-Schowe Torscha Gal (Krämer Sprachsch. 133)], Kriesch (grī) [mancherorts, Henn Mda.-Int. 44, 59 Schneckenburger 32, 53]; Zs.: PfWB Weltkrieg. Er is im K. dotgschosse worre [ NW-Freinsh]. Im K. sein die Leit um ehr Geld kumm [ KU-Schmittw/O]. Im K. hatt'r de recht Arem verlor [ KL-Reichb]. Er hot aa in de K. gemißt [ NW-Freinsh]. Sie hanne (haben ihn) erscht heemgeloßt, wie de K. aus war [ PS-Fehrb]. RA.: Nerjends werd so veel geloo wie em K. [ KB-Kriegsf]. Es kummen meh Leit am Disch um als im K. [PennsDeitschEck 5. 10. 1935]. Volksgl.: Kometen bringen Krieg [ KL-Miesb]. KR.: Maikäffer flieg, / de Vadder is im Krieg, / die Modder is im Bommerland / 's Bommerland is abgebrannt / Maikäffer flieg [Der Trifels 24. 12. 1933]. —
2. 'Streit, Zank, Zwist im Alltag' [mancherorts]; K. han [ BZ-Dernb]. Syn. s. PfWB Zores. RA.: Ich häwwem de K. erklärt 'Ich habe ihm angedroht, mich mit ihm anzulegen' [ GH-Kand]. a. 1327: Were ez auch, daz deheine ist, deheinen span oder crieg hetten, da wollent die andern ... gezunfte nit mite zu dunne han [Spey-Urk. 297]. — F.: Die einzelnen Lautformen, insbesondere die auf -χ, -, lassen sich geographisch nicht scharf trennen. Hier ist, wie bei ich, ein Nebeneinander beider Formen festzustellen, mit der Tendenz, daß - sich mehr und mehr durchsetzt. — Südhess. III 1828; RhWB Rhein. IV 1493; LothWB Lothr. 313; ElsWB Els. I 515.