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 RhWB knallen (Bd. 4, Sp. 844)   PfWB knallen (Bd. 4, Sp. 329)   PfWB schnellern (Bd. 5, Sp. 1322) 
  NRhWB knallen -a-, im Geb. der Schärfung -a·l.- Allg. [im Rhfrk hier u. da getrübtes -a-, –ǫ-; im sndfrk. Trübungsgeb. beschränkt -ǫ·l.-] schw.: 1. intrans. a. einen knallenden Ton von sich geben; dat knallt ävver (deht kn.), wenn die möt de Katzeköpp (Böllern) schesse; wenn de de Schmeck (Peitsche) schleht, knallt dat ävver weck (weit); ech hauen dech, dat et nur su knallt (dervon); de Schmeck (Peitsche) knallt got; wat der Schoss knallt; et Für knallt knistert stark Rip, Allg.; de Polvermüll es en de Lucht (Luft) geknallt Gummb, Allg. — b. plötzlich geräuschvoll hin-, hinabfallen, –stürzen; do es e op de Erd geknallt, dat mer ment (meinte), de Knoche wören em em Lif zerbroche; dar-, dohin-, heraf-, heronnerkn. Rip, Allg.; de Sonn knallte (brannte heiss, prallte) uf der Burm (Boden) Siegld, OBerg; de Ren (Regen) knallt gen (gegen) de Finstere Rip; de es geknallt gestorben Trier (o. O.). — 2. absol. u. trans. ein knallendes Geräusch hervorbringen. a. absol. u. trans. schiessen, mit der Knallbüchse (s. d.) kn.; mit der Peitsche kn. [-ę- Saarbr-Bliesransb Emmersw GrRosseln Karlsbrunn, Saarl-Bous Fraulautern Friedrichsw Hostenb Saarwelling]; die Türe knallend zuschlagen; mit den Fingern schnalzen (-ę- Saarbr-Auersmacher); de Zaldate han de ganze Dag geknallt geschossen; hür es (einmal), wat se op der Jag am kn. sen; drop (los) kn. draufschiessen, — werfen; met Sten dropkn., dat ken Pann ganz blif; de kann got (met der Schmeck Peitsche) kn.; met der Flent, der Dür kn.; knall doch net su (de Dür)! schlage die Türe nicht knallend zu Rip, Allg.; de soll dem awer die Gäschel (Peitsche) iwer de Ohre geknallt hon Saarbr, Allg.; den Stoppen heruskn. aus der Knallbüchse herausschiessen Rip, Allg.; die hant twenteg (20) Hase niərgeknallt niedergeschossen MGladb, Allg.; eich kn. mer noch ein werfe noch eine Nuss udgl. vom Baume hinunter Trier-Mettnich. RA.: Al (alte) Fohrlück (Fuhrleute) han Freud am kn. von der Macht der Gewohnheit Köln-Stdt; et as kan F. su alt, en knallt mol ger Bitb-Kyllbg. Der, wo die Geischel hot, der knallt wer die Macht hat Saarbr-Sulzb.

[Bd. 4, Sp. 845]
Er knallt die Klitsch (Peitsche) wie en Fuhrmann May-Allenz. — b. stark furzen; de Kerl kann der ävver kn., dat de Wänn (Wände) waggele, — de Ovve ömfällt Sieg, Allg. — c. etwas (einen) op de Erd, dar-, hin-, dohinkn. unsanft hinwerfen Allg.; -ę- etwas kaput machen Saarl-Dilling. — d. einen kn., ihn knuffen, stossen, ihm eine knallende Ohrfeige geben; enen en den Röck kn.; ech kn. der jetz en, dat der Hüren on Sehn vergeht Rip, Allg.; dou krist se geknallt Mörs, Allg.; öwer et Böcksken (Hose) kn. Mörs-Asbg. — e. mehr übertr. α. etwas dropkn. dick auftragen Allg.; de Botter kn. Neuw-Dierd. — β. etwas dropkn. verschwenden; die han ihr Vermegen dropgeknallt uSaar, Trier. — γ. paffend Tabak rauchen; en Zigar kn. Sieg; -ę- Jül-Linnich. — δ. ein Weib kn., geschlechtl. missbrauchen; he hät se geknallt; die löt (lässt) sech kn. Rip, Berg, Trier-Stdt. — ε. einen, sich kn. überfüttern; de Ovve kn. überheizen MüEif. — ζ. tüchtig trinken, zechen Koch-Poltersd. — η. tüchtig bezahlen müssen Sieg-Fussh. — Abl.: die Knallerei, dat Geknall(s) (-ę-).

 

   knallen schw.:
1.
a. 'einen Knall von sich geben', knalle (gnḁlə) [verbr. WPf VPf; vgl. Christmann Kaulb § 7b, Höh § 7A5, Bertram § 27, Heeger Südostpf. § 52], (gnalə) [verbr. NPf verbr. Don Gal Buch]. Die hot geknallt, von einer schallenden Ohrfeige [RO-Lohnsf, verbr.]. Ich geb der ään, daß es knallt [ RO-Semb]; vgl. PfWB verknallen 1 a. —
b. '(mit etwas) einen Knall erzeugen'. Namensneckerei: Walder, do owwe knallt er [ BZ-Billh]. —
α. mit de Beitsch (mit de Gääschel) k. [verbr., bes. südl. WPf]; vgl. PfWB kläppern. SprW.: Net jeder is e Fuhrmann, wu mit dr Beitsch knallt [ Gal-Brig]. VR.: Mei(n) Schatz is e Fuhrmann, er fahrt mit zwee Gail. Ich hörene knalle, er kummt alleweil [Feierowend 5/1950, S. 2]. —
β. met de Zung k., vom Zungenschlag [ RO-Alsbr]; mit de Finger k. 'durch schnelles Zusammenschlagen der Finger einen Knall hervorbringen' [ FR-Bockh]. —
γ. vgl. PfWB verknallen 2 a. —
2.
a. 'mit lautem Knall schießen'; in die Luft k. [KU-Schmittw/O, verbr.]; vgl. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB daraufknallen. —
b.
α. '(beim Spiel) den Ball, die Scheibe u. ä. mit Wucht in eine bestimmte Richtung schießen'; uf's Dor, ins Netz k. [verbr.]. —
β. 'den Klicker schnellen', knolle (gnǫlə) [ LA-Bornh Herxh]; vgl. PfWB knällen 1. —
c. einen k. 'einen knallenden Schlag versetzen'. Ich knall der ään! [ PS-Gersb]. Ich han em e paar geknallt [ KU-Dennw/Frohnb]. —
d. 'mit Wucht irgendwohin werfen, hart aufsetzen'; die Schuh ins Eck k. [NW-Kallstdt, verbr.]. Er hot ne uf de Boddem geknallt [ KL-Enkb]; vgl. PfWB hin-, PfWB zuknallen. —
3. Fleh k. 'Flöhe zerdrücken' [ PS-Gersb]. —
4. 'mit einem Knall zerspringen'. De Luftballon es geknallt [ KU-Bedb]; vgl. PfWB verknallen 1 a. —
5. Vgl. im weiteren: (sich) aufknallen 2, PfWB verknallen 1b, 2b, 3. — Südhess. III 1459/60; RhWB Rhein. IV 844; LothWB Lothr. 296; ElsWB Els. I 504.

 

   schnellern schw.:
1.
a. 'eine rasche Bewegung machen, springen, sich überschlagen (beim

[Bd. 5, Sp. 1323]
Sturz)', schnellere (nelərə) [mancherorts, Glass 58], schnellre (nęlrə) [PS-Gersb BZ-Dierb, Albrecht 111]; Part. Perf. geschnellert (gənęlərd) [ LU-Neuhf]; Syn. s. PfWB schnellen 1; in die Heh' geschnellert, vom Fisch, der über die Wasseroberfläche springt [ LU-Neuhf LA-Gommh]. De Fisch schnellert, wenn ein Fisch beim Flußaufwärtswandern über ein Wehr springt [ KU-A'glan ZW-Battw PS-Erfw Fehrb Pirmas]. Die Fisch schnellere (schnellre) [KU-Bedb Hundh WD-Niedkch RO-Dielkch KB-Kriegsf LU-Oggh Opp NW-Frankeck Kallstdt LA-Mörzh Land BZ-Dierb], schnellere mit dem Schwanz [ KU-Adb], schnellere in die Heh' [ LU-Limbghf], schnelleren dohin [ NW-Freinsh]. Auf und ab und ab und auf schnellert's [W. Wüst in: JKurpf. 1926 45]. RA.: Er schnellert (erum) wie e Fisch (Fusch) [ KU-Diedk ZW-Battw]. Der geht jere Sunndag sch. 'Der geht jeden Sonntag seinem Vergnügen nach' [ KU-A'glan]. —
b. 'etwas ruckartig in Bewegung setzen, etwas fortschleudern, in kreisende Bewegungen versetzen', schnällre [PS-Rodalb (Bernhard 165)], schnellere [KU-Hundh Bergz (Kamm 58)], schnällere lonn (lassen), den Gummi, das Seil usw. [Glass 58]; mit Bogen und Pfeil sch. [ LU-Opp]; mit einem Gummi sch. [Glass II 58]. Und schnellerte seinen schmalen Körper zwei-, dreimal im Klingel (Klüngel 2 'Kreis') herum [W. Wüst in: JKurpf. 1927 29]. Kinderspiel: Die Kinn schnellere um Niss, sie spielen das Glückspiel, bei dem der Schneller 3 a auf einem Holzbrett die Zahl der gewonnenen oder verlorenen Nüsse anzeigt [KU-Schmittw/O Feierowend 51/1953]. Die Knaben schnellern de Dänzer an, sie nehmen einen Knopf mit 5 Löchern, stecken durch das mittlere einen Stift und lassen den 'Kreisel' (Driller 1 a) sch. [ FR-Tiefth]. —
2. bes. Bewegungen der Finger.
a. 'mit zwei Fingern etwas ruckartig wegstoßen', bes. beim Kinderspiel mit Bohnen, Klickern oder Knöpfen [Ingb KL-Stelzbg NW-Frankeck Iggb LA-Mörzh BZ-Dörrb GH-Leimh, südl. Hälfte der östl. WPf, Verbr. s. K. 243]; vgl. PfWB Kaute 1 g; Zs.: PfWB fortschnellern; Syn.: abschnelzen, anschmeißen 2, Ansetzen, pfetzen 5, picken 5, picksen, pickesen, pinken2, butzen, taumisch 2, Degern, ticksen, titscheln, toppseln, dornschnäppen, fortknäubeln, fortscheibeln, fortschnärren, fortschnelzen, gaukeln 2 b, haseln2 2, herauspicksen, hicksen, hineinbullen, kauteln, kauten1 2, klickern 1, klicksen, knacksen 1bα u. β, knallen 2bβ, knällen, knällern 1, knällsen 1, knärbeln2, knarren 1b, knaubeln 1a, knaupeln 1a, knicken3, knickern2, knicksen2, knipsen 4, knobeln 2bβ, knöpfseln, knöpfsen, knurren, knorren1 5,

[Bd. 5, Sp. 1324]
kopfen 2, kurpeln, lämpeln 2a u. b, lenzen2 2, lotschen2, machen 4dα, rasseln, rollen 1 d, rosseln, rugeln 2, russeln 2 b, schanzen 2, schicken1 1bβ, schießen 1c, schmeißen 1a, schnakkeln 4, schnäppen 2, schnärren 1b, schnattern 5, schnätzeln, schnätzen, schnaupeln, schnellen 2a, schnelzen 2, schnelzern 2, schnicken, schnicksen, schnipsen 2, schocken 2, schuben, schucken 1 b, schupfen 1 c, schussern, spritzen; Klickerspiele s. PfWB Klickerchens, K. 243 knäupeln; die Kneppcher (Knöpfchen) schnellern [ LU-Opp]. Er schnellert [Wilms Alph. 49]. Der kann gut sch. [ KL-Reichb]. Die Knaben schnellere die Klicker met de Fengere fort [ HB-Kirrbg]. Das Sch. erfolgt in drei Etappen: Auf Eins sagt der Spieler: Schnick, auf Zwei sagt er: Schnack und auf Drei sagt er: En de Grawe! [ FR-Kindh]. —
b. 'durch Zusammenschlagen der Finger einen knallenden Ton erzeugen, schnalzen' [ RO-Obd Schweisw FR-Bockh]; oft als Ausdruck der Freude (bes. bei Buben) und zur Unterhaltung der Kinder [ NW-Frankeck]; vgl. PfWB knallen 1bβ, PfWB knaupeln 2bα, PfWB schnellen 2b; mit de Finger sch. [ KU-Körbn KL-Hütschhs KB-Albish FR-Bockh LA-Birkw]. —
c. 'mit den Fingern Zeichen geben', bei Weinversteigerungen kreuzen die Steigerer ihre Zeigefinger zum Zeichen dafür, daß sie bereit sind, die betreffende Nummer mit dem gerade Bietenden zu teilen [ NW-Kallstdt]. —
3. 'das Weberschiffchen durch das Webfach hin- und herschießen', schnellere [Umg. des Donnersberg (PfId. 127) RO-Wartbg Kaislt]. —
4. 'mit kurzen, schnellen Schritten gehen' [ KB-Dannfs]. —
5. 'einen (Schoppen, Schnaps usw.) trinken'; en'r schnellere [ KU-Erdb]; Syn. s. PfWB trinken 1 a; vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. — RhWB Rhein. VII 1612; Hess.-Nass. III 358; Frankf. V 2789.