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 RhWB Klungel (Bd. 4, Sp. 806)   DWB klüngel (Bd. 11, Sp. 1295) 
 Klungel, Klüngel, je nach geschlossenem Geb. von verschiedenem Geschl. u. verschiedener Bed.: 1.a. -i-, –e- Sg. u. Pl. n., m. Knäuel, meist e Kl. Gar (Woll, Nähts) Rhfrk bis zur kurpfälz./kurtrier. Grenze [darüber hinaus -i- Saarl-Hostenb Limb Saarwelling Wadgassen, Merz-Büschf Conf Nunk; -u- Saarl-Bous Schaffhsn, Merz-Wadrill; -i- Trier-Züsch; -i- Koch (doch meist kri·ŋ.əl), Kobl (u. dass. u. kni·ŋ.əl), May-Trimbs (dass.), Aden-Acht; n. davon Kläuel, Kn.; w. Knäulen], Neuw-Breitschd Brückrachd Giershsn; -i-, –ø-, –y- Altk [-oy- Dickend Helmenzen], Siegld; -ø- Sieg-Ägid (u. kn-, das Rip verbr. ist, s. Knüngel]; ganz abseits -o- Dinsl-Vörde. RA.: Dat es verwoar (verworren) wie Bomatze Kl. Bernk-Bischofsdhron. Rätsel. Et läft (läuft) in de Keller (et kemmt de Trapp eraf), un zehn Geil ziehen et nit nuf Simm, Allg. Klein wie e Maus, stark wie e Haus, vier Per (Pferde) ziehn's net de Berg enaus Birkf-Tiefenst. — b. -u-, –o-, Pl. -əln f. eine Anzahl gleichartiger, meist leichter, beieinanderhängender, baumelnder Dinge, etwa en Kl. Drauwen, Kiərschen, Ness, Schnetzeln, Wirschtcher, Schlesseln, Fädem, Ketteln (Kotklümpchen) Saar, Trier, Wittl, Bitb, Daun, Prüm, Malm; Klingelches

[Bd. 4, Sp. 807]
Johannisbeeren Bitb-Neuerbg; Klingelcher Blütenkätzchen der Haselnussstaude Goar-Oppenhsn; dicke herabhängende Geschwulst Trier-Mehring Fell; herabhängender Fetzen, bes. an Kleidern Bitb-Rittersd Hütting; Klumpen, Haufen, etwa von Kindern, die sich aneinander festhalten; mer hon do all of äme Kl. beienanner gewohnt Saarbr, Saarl, Merz; ein Haufen verwirrter Fäden Saarl-Roden, Simm-Castellaun; -ø- Schleid-Kambg. — c. -u-, Pl. -ələ f. Quaste, Troddel an Kleidern u. Möbeln Goar; -ø- Bergh; -øŋəlχən n. Gummb-Berghsn. — d. -o- u. -e-, Pl. -ələ f. Haare, Wolle, woran ein Klumpen Mist, Kot hängt Verbr. nach Wk. IV 7 -e- Siegld; -o- Siegld-Feuersb NDielfen Unglinghsn; -u- Obersd; -ø- ein Klümpchen von Mist oder Dreck an den Tierhaaren u. an Kleidern uWupp 1870, Sol-Herschd. — e. -ø-, Pl. -ələ m. u. n. runder Wulst aus Lappen, als Unterlage für Kopflasten Altk-Betzd Wissen Birken, Waldbr-OElling Öttershg, Gummb-Driesch; übertr. Hodensack des Stieres Altk-NFischb. — f. -ø-, Pl. -əln, –əlts m. Lumpen, Fetzen, der an einem Kleide hängt, schlechte billige, alte, zerrissene Kleidung; aule Kl.n; et Kled es nur noch ene Kl. Gummb-Homburgisch (-y- u. -ø-), Waldbr-Derschlag, Wippf (nfrk.), NBerg, uWupp, Ruhr [MülhRuhr -y-), n. Ruhr, Klev-Asperden Donsbrüggen Goch, Mörs-Friemersh Orsoy Rumeln (in Mörs neben knøŋəl), MGladb-Mülfort Rheind; he het kennen Kl. am Balg ist ein armer Schlucker Barm; de es got (fein) en de Kl.ə fein gekleidet NBerg; de meckt Kl.s draf nutzt die Kleider ab Klev-Asperden. RA.: Kl.s en moje (schöne) Fraulöj bliwe öwerall hange Rees. Se häbbe de Kl.ə tesame geschmete von zwei armen Brautleuten, die sich heiraten Duisb. Owenüwer hät se Volangen on dronger (drunter) de Kl.ə hangen Sol-Höhschd; ovven hät se de Federn am Hot, ongen de Kl.ə on Franzen heruthangen Sol-Ohligs. Op dem sine Kl.n kamme Ezensoppe (Erbsensuppe) koken so fett-schmierig sind die Kleider Barm. Ek schlohn ow öm de Kl.s, dat de Lappe fliege! Rees. — Taschentuch Sol-Immigr; Spül- oder feuchtes Wischtuch MGladb-Rheind. — 2. übertr. a. sachl. α. -ø-, Pl. -əln m. verächtl. Zunge (zu 1 f) Sol-Pattschd. — β. -ø- [Köln-Stdt -y-] Sg. t. m. verächtl. αα. geheime Abmachung, Verabredung, Vereinbarung, welche durch Vetternwirtschaft erreicht wird, bes. Abwicklung der öffentlichen Verhältnisse unter der Hand, nicht offen; Kliquenwesen, Durchstechereien, unlautere, geheime Machenschaften, um sich u. andern Vorteil zu schaffen; auch eine Genossenschaft oder ein Kreis von Personen, worin jedes Glied auf Gegenseitigkeit für den Vorteil des andern eintritt oder bedacht ist; bekannt ist vor allem der kölsche Kl.; der Kl. verschaff dem einen et Pös-che (Stellung), dem

[Bd. 4, Sp. 808]
anderen en Ämpche, dem dretten en riche Frau; en dem Dorp es luter ene Kl. gewes, en örndleche Mensch küt do net ze singem Rech; de es durch Kl. zo singer Stell kunn; möt Kl. kammer alles werde, och Burgemeister; et es got, dat ech us dem Kl. eis (einmal) herus sin Köln, Rip (von Köln aus verbr.), Eup, Erk-Körrenz, MGladb, Düss-Stdt, Sol, Mettm, Ess, Gummb, Wippf, Waldbr, auch Trier-Stdt (-i-), Saarbr-Völkl (-i-). — ββ. wirres Durcheinander, Unordnung, ungeordneter Zustand, unklare Sache, in die kein rechtes Licht kommt, z. B. wenn Rechnung u. Gegenrechnung nicht stimmen Gummb, Wippf, MülhRh; -o- Heinsb-Breberen. — γγ. Aufenthalt Aach-Merkst. — b. persönl. α. -o-, Pl. -əln f. lumpig gekleidetes, schlappiges Weib Bitb, Prüm; -ǫ- schmutziges W. Siegld-Marienborn; -y- Siegld-Hilchenb; -ø- Aach-Stdt, MGladb-Rheind. — β. -ø-, Pl. -əlts m. Lump, nichtsnutziger Mensch; en Kl. vam Kerl Gummb-Lantenb, NBerg, Ruhr, n. Ruhr. RA.: Kl. kömmp bei Kl. Pack gesellt sich zu P.; Kl. k. van Kl. der Apfel fällt nicht weit vom Stamm Mörs-Orsoy (nur in dieser RA.). — γ. -ø-, Pl. -əlts m. nachlässiger, unordentlicher Mensch, leichtfertiges Weib NBerg. — δ. -ø-, Pl. -ələ m. träger Mensch, dicker, plumper, fauler Junge; f. träge, schlotterige Weibsperson Aach-Stdt [1836 Schmierfink]. — ε. -ø-, ene Kl. van ene Kerl im Wachstum Zurückgebliebener Geld-Aldekerk. — Abl.: dat Geklungel(s), –y-, –ø-.

 

 klüngel, klünglein, knäuel, dem. vom vorigen.
1) als neutr.
a) klüngel glomus Alberus y 3a, auch globus ein klüngel P 1b, also auch noch ballen, klumpen? s. DWB klung 2, a. klungel, klungele Dasyp. 87c. klüngel als knäuel noch wetter., mittelrh., bair., östr.
b) mit voller endung klüngelein glomus Denzler 1, 311b. 2, 173a, alt clungelîn Graff 4, 565, klunggelîn voc. opt. 13, 17, glungelîn Schm. 2, 359 (vgl.glonko unter klung 2, a); in einem rhein. voc. des 15. jh. klongelin Dief. 266a.
c) öfter klüngeln glomer Alb. Oo 3b, involucrum das klüngeln das ufgewickelt ist C 1b, glomero ich wickel uf ein klüngeln P 1b (auch globosus wie ein klüngeln rund): vij heller umb ij klungeln blâis (blaues) garns und j wisz clüngeln. invent. Elsen v. Holzh. 1410 im Frankf. arch.; got windet oder haspelt aller menschen missethat auf ein klüngeln. Frank spr. 2, 64b.
d) ein klüngle faden glomus, an ein klüngle winden glomerare Fris. 606b, Maaler 246a, auch panus, ein klüngle faden, wäbersplen Fris. 944a; einem klüngle faden verglichet, das verworren ist. Ryff trostb. 14b. bei Schönsleder klungle.
2) aber auch noch als fem., wie ahd. das einfache wort, schwz. die klungel, klungele Stalder 2, 111, chlungela Tobler 110b: die gedanken (der verwirrten) glichen einer verkutzten klungele kudergarn. Gotthelf 19, 284. diesz dann wieder verkleinert klungeli, klüngeli n. knäulchen. auch klunkel (vgl.glonko unter klung 2, a): katzen und kleine kinder kugeln gerne mit klunkeln und kugeln. Rochholz alem. kinderlied s. 27.

[Bd. 11, Sp. 1296]

3) und selbst als masc. klüngel bei Rädlein 548a, klungel bei M. Kramer, vgl. das m. unter klung 2, a.
4) i für ü ist doch wol unecht: klingeln glomus Dief. 266a (vgl. unter klüngeln 1); ein klingel zwirns. Am. Priv. (?) 357; soll die pletter von weid sammeln und sie so lang zubereiten, bisz sie zu klingeln und kugelin werden. Sebiz 59. daher wol siegerl. klengel Schütz 2, 16b.