NRhWB PfWB ElsWB LothWB Klump(en) das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -umbə, –o- Sg. u. Pl.; Mos -o- Sg. u. Pl. [doch für bestimmte Bed. -omp, Pl. -e-]; Rip, Berg -ompə(n) Sg. u. Pl. [um Lennep-Remschd Ronsd Wermelsk, Mettm-Cronenbg u. MülhRuhr -ou-; Wippf-Dohrgaul -ump, Pl. -pə; Düss-Unterb -omp, Pl. -ø-]; NLRip, SNfrk, Geld, Mörs, Klevld -omp [um Geld.- Walbeck Pont Straelen Wachtendonk Gelinter u. in Mörs bis Frimersh Rumeln Vennickel Capellen Niep Vluyn Neuk -ō-], Pl. -pə; Demin. -imbχə(n), -e-, –ømpχə(n), –øy-, –-, –pkə m. [f. Rheinb-GrBüllesh u. s. u. bei den einzelnen Bed.]: etwas Zusammengeballtes. 1. wie nhd.; en Kl. Dreck, Erd, Blei, Gold, Botter, Deg, Hor udgl. (wöllen Kl. Flocken im Kissen Gummb), auch en Kl. Kender die übereinander gefallen sind; wat steht do en Kl. Menschen! Rip, Allg.; wenn der Schnee oder die feuchte Ackererde sich an die Schuhe setzt, get's richtige Kl.; de Leit stehn uf em Kl. (wie de Maulaffen); do leie se of äm Kl. Rhfrk, Allg.; die alde Barack fällt in Kl. Mörs-Orsoy; de Kenger (Kinder) wassen in enem Kl. op gemeinsam, sie erziehen sich gegenseitig Gummb-Berghsn [das SNfrk u. lrhn. Klevld hat diese eigentl. Bed. mehr an Klut, Knubbel abgegeben u. beschränkt Kl. auf die Bed. Holzschuh, Mehlkloss, wobei das Klevld für Kl. Holzschuh den Pl. -ompə, für Kl. Mehlkloss den Pl. -ømp hat; MüEif unterscheidet -ompə Sg. u. Pl. m. für Kl. 1 u. -omp, Pl. -pə f. für die Bed. Holzschuh; das WMosfrk -ombən Sg. u. Pl. m. Kl. 1, -omp, Pl. -mbə f. Holzschuh]. RA.: De Lumpen hangen an einem [Bd. 4, Sp. 799]
Kl. Köln-Stdt. — 2. besondere klumpenartige Gebilde. a. en Kl. Zucker Würfelzucker; en Klömpchen Z. oder einfach en Kl., Pl. -χər(ə), –kəs ein einzelnes Stück Würfelzucker, auch Bonbon, Karamelle Rip, Nfrk, Altk (Sieg), Siegld, Kobl, Goar (Rhein), Koch-Leienkaul; dohn mer en Klömpche en de Kaffe; de deht dat für e Klömpche (Zucker) gegen ein geringes Trinkgeld Allg. Ich ben e klei Stümpche, ich lecke (hätt) gern e Klümpche; mutt mich nit uslache, op et Johr (nächs J.) well ich et besser mache! Spruch des gratulierenden Kindes Köln-Stdt, Allg. — b. -omp, Pl. -ø- Mehlkloss Klev; Hutzeln on Klömp Obstschnitzeln mit Klössen Mörs. — c. -omp, Pl. -mbə f. Hemmschuh an der Wagenbremse Saarl, Wittl, Bitb, Prüm. — d. Runkelrübe Kreuzn-Weiler, Goar-Perschd Wiebelsh. — e. -omp, Pl. -e- grosse Weintraube, deren Beeren dicht beieinander stehen Wittl, Bernk, Zell, Koch, May, Kobl; -mbə f. Goar-Brey; -ombə Sg. u. Pl., -embχə Zweig voller Früchte, bes. Kirschen Saarbr-Quierschd, Saarl-Hostenb. — f. eine derbe Schnitte Brot Geilk-Kreuzr. — g. das früher zur Schonung der Hochofenwände um sie herum aufgeführte Rauhgemäuer Altk, Siegld. — h. -ombə machen nicht Mitspielende fallen über die Klicker her; mir han Kl. gemacht wir haben ihm alle Klicker genommen May. — i. von der Fussbekleidung u. daraus übertr. α. der Holzschuh, der im LNRip, SNfrk, Klevld eine alltägliche, allgemeine Fussbekleidung ist (früher wurden die Kl.ə von Allerheiligen bis Palmsonntag dauernd getragen, um dann von den Schuhen abgelöst zu werden; Samstags abends wurden die Kl.ə schneeweiss gescheuert), während sie sonst nur gelegentlich getragen werden, bes. im Stalle [in Trier-Stdt nur zum Feststampfen des eingemachten Sauerkrautes]; bekannt aber ist der Kl. bis zur Mos hin (neben Kl. gehen andere Bezeichnungen einher, s. Butsch, Blutsch, Hotsch, Holtsch, Klotsch); das Mosfrk unterscheidet den Kl. schlechthin als Lederschuh mit Holzsohle vom helzen Kl. dem ganzen Holzschuh [eine Art Pantoffeln mit Lederwölbung, ohne Kappe, aber mit Holzsohlen sind die Trippen); man unterscheidet am Nrhn. läəge Kl. niedrige Holzschuhe, nur die Zehen bedeckend, die mit Riemen an den Füssen befestigt werden; platte Kl. mit kurzer, niedriger Wölbung u. Riemen; huhge Kl. mit hohem Hiəmel (Wölbung) ohne Riemen; Kl. möt leəre (ledernem) Hiəmel; Köskeskl. mit Polsterung unter dem Himmel; Kl. höhgen mit Leder beschlagen; de Kl.ə opnäle (aufnageln) die Riemen annageln; en (möt de) Kl.ə gohn (lope). RA.: Wie der Kl. et gruəte Loət (Los) hot kriəge, do hessede (hiess) de net miəh Kl., äver Holzschuh MGladb-Mülfort. En Paar Kl.ə met en Busch Stroh drin, dat es no de Bur sinnen Sinn Rees-Ringenbg. En Mul (Schnut) wie ene [Bd. 4, Sp. 800]
Kl.; en M. make wie ene Kl.; en Nas wie ene Kl. SNfrk, Klevld; esu steif wie en helzen Kl. Prüm-Mürlenb. Den Honderste (Dusendste) kennt (versteht) et Kl.ə maken net viele verstehen ihr Geschäft, Handwerk nicht; jede Arbeit will gelernt sein; den kennt et Kl.ə m. er weiss, wie er's anfassen muss; ut Andermanns Holt ös gut Kl.ə m.; de versteht sich op et Kl. m. weiss seinen Vorteil wahrzunehmen, wenn auch nicht auf ehrliche Weise SNfrk, Klevld; et es överall ene Wet (Witz) bei, selfs bei et Kl. m. jede Sache muss gekannt sein, selbst die einfachste Kref. De hat Kl.ə an (zu grosse), do kann he stonnsfoss (stehenden Fusses) dren sterve Jül. Has du an ding al (alten) Ben en Paar neu Kl.ə? Spottfrage Grevbr-Otzenr. Sej sin sovöll Familj vanen (voneinander) as twee Kl.ən üt ene Welleg (Weide) sind weitläufig verwandt; min Grotvader en den sin Urgrotv. häwwe Kl.ə van ene W. gedrage Klev, Rees; si Modder hät üəhr Bestevadder de Kl. getuscht Kemp. Wem de Kl. pass, de treckt se an! der mag die Anspielung auf sich beziehen NBerg. Treck Kl.ən an, sät den Bur, du tratt he de Katt op de Poten Kref, Mülh-Ruhr. Adelitt (Adelheid) het Kl.ən an, Reme drop va Lemmetsgar (Dochtgarn)! Bergh. Do pek (packte) he de Kl.ə en de Häng (Hände) er lief weg MGladb. Sörg (Sorgen) on Kl.ə mott me nit mät nor Bett nehme Mörs-Rheinbg. Höskes (Strümpfe), Klömpkes, alles nat (nass), o gärm! sagt das Kind Heinsb-Breberen. Kl. ut (op) (on Reim ‘Riemen’ van den Buck ‘Bauch’)! Kriegsruf Streitender Kref; Kl. ut, Metz erut, Rem vam Balg, Strit! Grevbr-Hochneuk. Ek sett sewen Stühl opein on treck de Kl.ən ut on spreng drower; kaste dat ok? der Gefragte verneint natürlich, worauf der Fragende über die Kl. springt Mörs-Schwafh. Hej mäck son decke Mull, do kamme en Kl. drop sette Duisb, Mörs. Hej het de Kl.ə achterüt (hinten-aus) geschmete ist ge storben Rees, Klev. Ech donn et (lope, gonn), on wenn der Kl. bascht (berstet) (on dann kann der Kl. baschte); da soll doch der Kl. b.; de lügt, dat der Kl. bascht SNfrk, Klevld; do gonnt ver ens her, on wenn de Kl. henger (hinter) blive! MGladb-Rheind. He es so fledig (schmutzig), dät de Kl.ə em de klen sind Heinsb-Oberbr. Gangk mer e Paar gläserne Kl.ə lönne (leihen)? Aprilscherz Schleid-Glehn. — An de Kl.ə abschl. Antw. Geld-Straelen. De hät Dreck an de Kl.ə ist nicht ganz sauber, auch nicht in der Gesinnung Kref, Mörs. Bur op Kl.ə unbeholfener Mensch Rees, Mörs; ussiehn wie en Bär op Kl.ə Jül-Röding; Hochdeutsch op Kl.ə H. mit Streifen SNfrk, Klevld. De löppt noch op Kl.ə er lebt noch Erk-Elmpt. Hej steht op sinne Respekt as den Bur op en Paar Kl.ə Klev, Rees. De geht op hohge Kl.ə der Hochtrabende Kref. De hät och at (schon) en Paar op Kl.ə lofe uneheliche Kinder; ent op Kl.ə han Bergh, Düss; ech häbb siəven op Klömpkes sieben eheliche [Bd. 4, Sp. 801]
Kinder, für die ich keine Schuhe kaufen kann Kref; he hät en gonze Koppel of Kl.ə lope eine Schar Kinder Erk. Ech komm op de Kl.ə, ech lot mech net lompe; ech stonn op mi Stöck (gonn et teröck), ech wönsch dich völl Glöck! beim Gratulieren gesagt MGladb, Kemp. De Lepp op de Kl.ə hange loten ein unfreundliches Gesicht machen Mörs, Klev, Duisb, Geilk, Schleid-Sötenich. Den spölt (spielt) ok op kene (gene) Kl. lässt sich nicht alles gefallen, sagt seine Meinung grade heraus, ist zu allen Schandtaten bereit, hat guten Appetit; hej spölt op sinne Kl. macht sein Ansehen geltend Klev, Geld, Mörs. Et es enen döchtige Kerl, hej meckt üt enen Kl. en Violin! Klev-Warbeyen. De lüg, dät men et dur de Kl.ə föhle kann Heinsb-Höngen. Wenn me tröch (zurück) kike, k. me all in de Kl. stammen alle von den Bauern ab Rees. Dat mag ech noch net ens en de Kl. han, geschwiəge dann en et Lif MGladb. Et Hart (Herz) es öm in de Kl. gesackt Klevld. Sech en Muhr (Möhre) em Kl. broəne (braten) etwas Besonderes kochen, bes. gut leben, wenn man allein im Hause ist Kref. Blif met de Kl.ə van et Is (Eis)! suche nicht die Gefahr auf Mörs. Met de rappe Kl.ə lope einen eiligen Weg zur Hebamme machen Rees-Wesel. Dat köj (kannst du) met de Kl. fühle, dat et geloge es Klevld, SNfrk, NLRip. Wo et Mode es, do geht mer met Kl.ə en de Kerk SNfrk, Klevld, Ruhr, NBerg, — op de Musik Neuw-Asb, — op de Kl. en de Kirch un met Trippen op der Danz Köln-Stdt. De kann mer met ene Kl. op de Mul schlage, dann deht he se noch net op Düss, Sol, Jül-Röding, — da lache noch net Jül, Grevbr, MGladb. Du kas mich iəhder met genälde (genägelt) Kl.ən den Röck eroplofe! abschl. Antw. Monsch-Ruhrbg; die (böse Frau) löf dem Deuvel met glöhnege Kl.ə de R. erop Dür-Gürzenich. He wor su got (gutmütig), mer konnt met Kl.ə drüvver gohn Bergh-Heppend. Dat es Zupp, wo mer met Kl.ə üəver kann goəhn Lob einer kräftigen Erbsen-, Bohnen-, Milchsuppe Erk-Keyenbg. Later (später) stot se (die ungeratenen Kinder) de Moder met de Kl.ən för de Schennen Rees-Ringenbg. Et rück (riecht) no Kl.ə Antw. auf die Frage: wie geht's; die Arbeit kommt wieder (RA., von den Färbern genommen, die nur in Kl. arbeiten können) Kref. Dou konns et dech onger (unter ) de Kl. schrive! du bekommst deine Forderung nicht bezahlt Kemp, SNfrk, Klevld. Et ros (rostet) mech onder de Kl.ən ich komme nicht vorwärts Mörs. He hat sech ävver der Rem (Riemen) vam Kl. gedonn zu seinem eignen Nachteil gehandelt MGladb. — Im Kinderld. Hot (Holz) schniə, alle die Wiə (Weiden); Kl.ə make, dät sall krake; Geldsche tälle (zählen), Melkske welle, Bötterke verkope; hopsa di Mechel! Heinsb-Aphv, — krake; Wühlejongs Hus, do geht de Flut (Dirne), do danzt de Mad, do kifft (keift) et Wif; hopsa, Lieseke! [Bd. 4, Sp. 802]
Heinsb-Erpen, — do schleht de Mann, so hell he kann! Heinsb-Oberbr. — krake; Winke (Wein) drenke, dat sall klenke; pupp en't Lake, dat sall stenke! Geilk-Düren, — krake, pupp en't Lake! Erk, Heinsb, — krache, Hännes es am lache! Jül-Inden, — klen Kengkche (Kind) well ens lache! Dür-Winden, — krake; kr. se niet, döge se niet, dögt ok ons klein Hänske niet! Klev-Calcar, — kraken; schüten (schiessen) en den Oəven; Petterken sett doə boəven en dat Bäckersch Hüsken, doə sett en klen Pipmüsken; dat Müsken sät: pip, p., p.! Kemp-Dülken, — alle die Wiə, Brüttsche backe, dat sall knappe, Kl.ə mache, die sudden (sollten) krache; pu en de Backoəven heren! Grevbr-Gind, — Wiə; Klömpcher backe, dat se knacke, bussele do, en't Backöffchen eren! Grevbr-Garzw, — krache; ho, Männche e jen Honderkul (Hühnerkaule), es der Block bau (bald) üəver; et geht at hell drüəver; krickedekrack, o, du klene Puppsack! Aach-Merkst (dieses Kniereiteld. ist mit zahlreichen Var. Rip, Nfrk verbr.). Pöppche, danz, P. d.! Modder ich han geng Schong (Schuhe) a. Döug (tue) der Vadder sing Kl.ən a en knäuf (knüpfe) se ovve zou! dabei lässt man das Kind tanzen Aach-Stdt. Kirle, k., Kattendanz, ek häbb de Kl. kapot gedanzt, woll wäll gern ene nejen (neuen) häwwe; Fräuke, moj (musst du) ok Melk häwwe? Et es gen Melk mehr in de Pött, krupp mär in de Hondshött! Klev-Goch. Jäntje, Podöske, sett et Klömpke op't Für; Moder kockt Koffij, et Brot es so dür (teuer)! Klev. Jäntje van Rome, sett de Klömpkes bej't Für; Moder kockt Bohne, et Bröche (Brot) es dür Geld-Schravelen. Die Mäd (Magd), die wor in de Pötz (Brunnen) gefalle; ich han se höre plumpen, ich meint, ich hätt se beim Kopp gehat, do hatt ech se bei de Kl.ə! Köln. Mädche, mach de Düər ens op, do es ene Mann möt Kl.ə, de dritt (scheisst) sön (solche) decke Stompe! MGladb-Bettr. Twe Beginnekes (Nönnchen) Water hale (holen), twe B. pompe, hohg op de Kl.ə, läg (niedrig) op de Schuhn; ek well et van se Lewe niet wer duhn! hierbei stellt sich ein Kind dem andern auf die Kl., wobei das erstere sich fortbewegt Emmerich, Kemp-SPeter. — Rätsel. Över Dag voll Fell on Flesch, es Nochs sett et en e Hückske (Ecke) on pratt (schmollt), — steht et on gappt (gähnt) Heinsb, — es et voll on nachts et et leəg (leer) Nfrk, — es et voll Menssefleiss en 's Nachs stätt et an't Bett te gape Geld, Klev, — hät et ene Stomp Flesch en der Mull on et neits steht et an der Trapp on gapp MGladb. Ower Dag sät (sagt) et: Klapper de klapp (klapp, kl.; klipp, klapp; klippere, klapp), on nachts steht et för et Bett on gapt Rees, Mörs. Hölder de Bölder geht üəver de Sölder, hat de Mul voll Menscheflesch MGladb, Nfrk, Berg. — Volksbr. De Kl. sette am Nikolausabend den Kl. an den Herd stellen, damit der hl. Mann die Gaben hineinlege, oder aus Rübe oder Möhre geschnittener Kl., mit Hafer [Bd. 4, Sp. 803]
gefüllt, damit des hl. Mannes Schimmel auch etwas zu fressen hat; senter Kloskl. Geld, Mörs, Klev. Sinter Klos, min Öhmke, gef min wat in't Klömpke usf. (s. Klas) Klev. — β. verächtl. sehr plumper Lederschuh Allg. — γ. Ferkeskl. Schöpfe für das Schweinefutter; Götschkl. Giesse der Bleicher (alter Holzschuh an langer Stange) (s. d. W.); Kl. Wetzsteinbehälter MGladb-Viersen. — δ. spottw. die Kirche der Evangelischen, von den Kath. so genannt Schleid, Malm, Monsch, Bergh-Lipp, Dür-Stdt, Jül-Linnich, Aach-Merkst, Erk-Rurich, MGladb, Düss-Stdt, Klev-Calcar; Gösekl. (Geusen-) Selfk. Weck, Melk em Kl., kalvingsche Hongk (Hund)! Deutung des Geläutes der kleinen evang. Kirche vor 60 Jahren MGladb. — ε. verächtl. kleines, altes Haus Bergh-Elsd (em Kl.), Dür. — ζ. grösseres, plumpes Segelschiff Rees, Düss, Kobl-SSebastian. — k. sonst übertr. verächtl. α. Pl. plumpe Hände, Füsse, Beine Allg. — β. Zunge Altk-Seifen. — γ. persönl. αα. en klener Kl. dicker Mensch Altk-NFischb; e Klimpche Unglick armseliger Mensch Meis-Meddersh; en fette Kl. Neuw-Datzeroth; ne botte Kl. grober, ungeschlachter M. Jül-Gereonsw, Geilk-Brachelen. — RA.: An (in) den Lumpen zielt (zieht) mer de Kl.ən dicke Kinder Trier-Schleidw. — ββ. -ymbχən kosend, Kind in der Wickel Saarl-Berus. | | klumpe, klumpen, m. gleich klump, in schwacher form, wie nl. klomp (klompe Kil.), pl. klompen; die schwache form hat die starke fast verdrängt. der rechte nom. ist noch im 18. jh. häufig, noch von Göthe im 19. gebraucht (s. unter 1, f), während man heute nur klumpen als nom. kennt; übrigens s. DWB klump 5. Auch mit g: meinen glumpen gold. Simpl. 3, 10, 24 Kurz. merkwürdig eine form klümpen im 16. jh.: ain klümpen schmalz in ainem tigel Haupt 3, 32. das wort ist md. und nd., ob aber auch eig. oberd.? s. DWB klumpf und DWB klumper. 1) massa, clumpe Dief. 350c (mitteld. voc. des 15. jh.). a) besonders von feucht zähen stoffen: hat nicht ein töpfer macht, aus einem klumpen zu machen ein fas (gefäsz) zu ehren und das ander zu unehren? (s. unter kachel). Röm. 9, 21, φύραμα, haufe gekneteten lehms; nam ein klumpen koch (brei). Kirchhof wendunm. 396b; da sasz die fraw und macht kes und het ein klumpen molken in den henden. Eulensp. Lapp. 75 s. 110; ein klumpen us der nasen. das. 76 s. 111; ein klumpe butter M. Kramer, ein klumpe lebendiges kalchs Comenius orb. p. 2, 237, dieser klumpe von boue de Paris J. Paul uns. loge 1793 2, 45. so lehmklumpen, schneeklumpen, blutklumpen u. s. w. b) von festen und andern stoffen: ein klumpen blech, blei, goldes Rädlein 548a, ein klumpen eisen (das plätteisen Campe), erde, mähl Steinb. 1, 878, goldklumpen, bleiklumpen u. s. w. [Bd. 11, Sp. 1291] da legt ein tiefer schacht ein reiches vorrahtshaus, metall und stein vermischt in krausen klumpen aus. Drollinger 82; kästen voll des besten goldes, meistens in groben unverarbeiteten klumpen. das. 56. vgl. DWB klosz II, 1, a. c) sonst von allem was 'sich ballt': ein klumpen werk, glomus stupeus Stieler 988, einem ein klumpen hare ausreiszen 989, ein büschel. auch z. b. von wasser, feuer, als geballte masse gedacht: zuweilen unterbricht ein holes plumpen das klatschende getös (im springbrunnen) ... wenn kleine weisze wasserklumpen ... wie stücke von geschliffenen krystallen auf einmal schnell herunter fallen. Brockes 2, 112 (1727); es wälzten sich flammenklumpen in ihm los. J. Paul Tit. 3, 108. d) knoten, im werch, wie klotz 11, b (s. d.): wol wahr dasz herzog George merkliche knoten und klumpen bei mir am rocken hat. Luther br. 4, 277, dasz es zwischen mir und ihm noch manches zu lösen, auszugleichen gibt, gleich werch am rocken haben. e) der hauptbegriff ist uns der einer formlosen masse: in einen klumpen zu hauf (zusammen) schmelzen. Mülman 50; in klumpen bringen, in massam redigere. Frisch; ein klumpen materie. Kant 8, 267. 269. 271 u. ö., gestaltloser stoff; zu dem, was ist ein stein (edelstein), der uns so mächtig rühret, eh ihn (noch) der eitle mensch mit langer müh gezieret? ein klumpe sonder form. Drollinger 71; das mittelding zwischen form und klumpen war widerwärtig anzusehn. Göthe 15, 252; die eherne bildsäule eines vortreflichen künstlers schmolz durch die hitze einer wüthenden feuersbrunst in einen klumpen. dieser klumpen kam einem andern künstler in die hände. Lessing 1, 141. f) daher selbst vom menschlichen leibe, als unbewegte oder ungeformte masse gedacht: was ist ein leib, des geistes hülle? sein klumpe liget todt und stille, so bald ihm sein beweger fehlt. Drollinger 18 (17); Hans Adam war ein erdenklosz, den gott zum menschen machte ... Doch mit gebein und glied und kopf blieb er ein halber klumpen, bis endlich Noah für den tropf das wahre fand, den humpen. Der klumpe fühlt sogleich den schwung, sobald er sich benetzet ... Göthe 5, 14 (divan), noch mit dem alten rechten nom. klumpe, den in der strophe vorher der reim störte. einen fetten, plumpen menschen nennt man einen klumpen fleisch, fleischklumpen: wie sich die doppelzwerggestalt (Zoilo-Thersites) so schnell zum eklen klumpen ballt! doch wunder! klumpen wird zum ei, das bläht sich auf und platzt entzwei. Göthe 41, 41. etwas anders Franz Moor von seinem vater, indem er ihn nur sachlich wie ein stück raumerfüllenden stoff behandelt: und nun wäre freie ebene bahn bis auf diesen ärgerlichen zähen klumpen fleisch, der mir .. den weg zu meinen schätzen verrammelt. Schiller 112b (räuber 2, 1). g) von der welt, als formloser wüster masse: so feind wird unser herr gott den menschen nie werden, dasz nicht allenthalben einer oder zween oder drei sein sollten, die den übrigen klumpen (die welt auszer Weimar) vor fäulniss und verwesung verwahren. Wieland in Mercks briefs. 2, 78, es ist vorher von sündflut u. ä. die rede; trink, Hafis, und ertränk im herzen die sorg um diese welt, den gestaltlos gährenden klumpen. Rückert 369. man nannte schon lange das chaos so: erstlich war die erde ein unordentlicher klumpen. Steinbach 1, 878; er hat aus lauter nichts zum ersten wollen machen durch seines wortes kraft den ursprung aller sachen, den klumpen der natur: in dieser schweren last (moles) lag alles, was itzt ist vermischet, eingefaszt. Opitz 3, 211, nachher der ungemachte klosz; soll deiner thorheit zu gunsten die grosze weltkette brechen und tausend planeten und sonnen aus ihren gleisen gerückt in einen klumpen zerfallen? E. v. Kleist frühling (1840 1, 134). 2) acervus Stieler 988, haufe einzelner oder verschiedener dinge, sofern sie als eins erscheinen, vergl. klump 2, es spielt mit der vorigen bedeutung vielfach zusammen. a) z. b. geldklumpen Stieler: doch! er ist reich, hat grosze klumpen gelder. Neumark lustwäldchen 80; [Bd. 11, Sp. 1292] man sieht hellerleuchtete klumpen silbers und goldes, gemünzt und ungemünzt. Fr. Müller 2, 88; in einem wolpolizirten staate darf das geld nicht auf einen klumpen kommen. die beiden billets sc. 3 (kom. theater der Franz. 1787. 8, 237). vgl. Hanmanns klumpf, vorrat sp. 1293. b) aber auch von allem was dem auge als in einer masse verschwimmend erscheint: und in jenem leben ist anfang, mittel und ende der welt ganz auf einem klumpen. Luther 2, 366b (363b), unterschiedlos in eins vermengt; ein verworrener groszer klumpen, ein verworrenes wesen, mischmasch. Rädlein 548a; ein klumpen bäume Campe, wie engl. a clump of trees, s. DWB baumklumpe, gruppe (vgl. klumpenweise); die häuser stehen auf einem klumpen beisammen. Göthe 43, 42. c) auch von menschen: die Samniter .. flohen .. während die Gallier in einen unermeszlichen klumpen zusammengedrängt sich unbeweglich niederschieszen lieszen. Niebuhr 3, 449, in einem fränk. kriegerischen volksliede Frommann 4, 255 heiszt das kräftiger klumpenhaufen, mhd. klôʒ (s. DWB klosz 2, b), franz. peloton heiszt eig. klumpen, knäuel; der kunststrasze, woran er einen ganzen klumpen .. wegfrotteurs stampfen und klopfen sah, gieng er aus dem wege. J. Paul. d) selbst vom einzelnen menschen: dasz ich vor vergnügen immer in einen klumpen zu sinken vermeinete. Felsenb. 2, 343, wie auch ein einzelner mensch über den haufen, mhd. zeime hûfen fällt, dasz die einzelnen glieder gleichsam lose einen haufen bilden, vgl. unter klosz 2, b mhd. klœʒel; noch bei Ramler: er sasz in seiner kaban' in einen klumpen gefaltet. einl. in die schön. wiss. 1, 222. e) diese wendung in oder auf einen (einem) klumpen gilt aber ganz allgemein wie auf einem haufen, zuhauf, mhd. ze hûfe (vgl.klumpkauf): wenn ich unser herr gott wäre ... so würf ich die welt in einen klumpen. Luther 2, 132 (in ein chaos, s. 1, g); sintemal es jetzt gespürt wird nicht viel anderst zugehen, dann als wolte gott die ganz welt mit dem jüngsten gericht .. heimsuchen und .. alles in ein klumpen werfen. J. Nas ein merkliche predig (1579) 31; der wind warf das ganze haus in einen klumpen zusammen. Adelung; alles auf einen klumpen werfen. das.; er hört mich gar nicht an und wirft verächtlich das ganze spiel (schach) in klumpen. Lessing 2, 257 (Nathan 2, 8). 3) in den glashütten heiszt ein groszer stein auf der bank des ofens klumpen, mit einer öffnung durch welche die glasmacher im ofen arbeiten. Campe. 4) klumpen holzschuhe, nordd.: dasz die kinder aus der weltlichen pfründe nicht ausgesteuret, sondern mit einem hute, einem stocke und einem paar klumpen in die welt geschicket werden sollen. Möser phant. (1778) 3, 336. s. darüber klump 5, c. |