Kluft f.: 1. Gespaltenes. a. -u-, –o-, Pl. -ifdə, –e- Spalt, Bergschlucht, nach dem Nhd. Kreuzn, Wend, Bernk-Zelting, Siegld; -e-, Pl., -fdə Rille, Einschnitt, Kerbe, Zell-Trarb; -o- Gesteinsstörung, ein Hohlraum oder eine mit Letten oder Nebengestein ausgefüllte Spalte in dem Hauptgestein, gewöhnlich dem Bergmann willkommen, weil die Sprengarbeiten erleichternd (s. auch Deckel-, Ratschkl.); blenn Klöf die das Gebirge durchsetzenden Klüfte, welche der Bergmann von aussen nicht beobachten kann Wurmgeb., Siegld, Altk. — b. -oft Krypta Heinsb; s. Klucht 1 a. — c. -of, Pl. -ef m. zwischen Gebäuden, Mauern, Wänden liegender, nur nach einer Seite offener, enger Raum Prüm-Ihren. — d. -oft, –u-, Pl. -eft, –i- ursprüngl. ein gespaltener Stecken, in den ein Zweig voller Früchte (Waldbeeren, Kirschen udgl.) eingeklemmt war; jetzt ein Zweig, dicht mit Früchten besetzt, z. B. mit Kirschen, Pflaumen, Trauben, Haselnüssen, Ebereschenbeeren udgl., auch ein Strauss Blumen, meist e Kleftchen (Pl. -ftcher), -i-, -ø- Simm, Goar (bei Trechtinghsn beginnend), Koch, May, Daun, Neuw (am Rhein bei Rheinbrohl beginnend), OAltk (auch im Wildenburgischen), Siegld; -ofdə(n) Sg. u. Pl. n. Daun-Mehren Tettschd Katzwinkel, Aden-Borler, Koch-Weiler, Goar-Weiler, Simm-Riegenr; -of m. Düss-Stdt; -eft, Pl. -fdə Koch-Moselkern, Goar-Burgen Gondershsn, Kobl-Güls, Neuw-Rüschd; gef mer e Klöftchen Kiərschen; wat hockt do e Kl. Äppel! Altk-Bachenbg Allg.; in dem Johr dräh de Weinstecke vill Klifte Siegld, Allg.; e Klöftchen Hor Büschel Haare Koch-Lutzerath; Kloff der Büschel reinen Flachses nach dem Schwingen Malm-Amel. — e. -uft, –o-, Pl. -fdə f. Feuerzange Verbr. Orte südl. der bei Klucht angegebenen Süd-Grenze May, Kobl, Koch, uMos von Bernk-Cues an, Hunsr von Bernk, Zell, Simm, Goar, Kreuzn, Meis, Birkf-Bundenb Idar NHosenb (veralt.), Wend-Baumholder, Siegld-Marienborn; -of Gummb-Nümbrecht; s. Klucht (dort auch die Restorte, die bis zur Mos Klucht aufweisen). Rätsel: Et hängt an der Wand on hat zwin Daler ean der Hand Allg. — f. -oft oben gespaltene u. gespreizte Stange, die dazu dient, das Obst [Bd. 4, Sp. 793]
von den Bäumen zu nehmen Koch-Eller. — g. -uft Sg. t. Fleischteil, im hintern Gelenkteil des Oberbeines des Rindviehes Köln-Stdt; Düss-OKassel. — 2. übertr. a. zu Kl. 1 c (ebenso lautend) eine Gruppe; e ganze Kl. Baim Bäume Kobl-Stdt (veralt.); eine Gr. gleichgesinnter Menschen mit ausgesprochener Neigung zu schlechten Streichen; dat es e sauwer Kleftche; en Kloft Jungvolk Goar-Weiler (of anem Klofte stehn), May-Löf, Neuw-Datzeroth. — b. -efdχəs Bartnelke, dianthus barbatus Goar-Ospay, May-Nachtsh, Neuw-Engers NWamb, Altk-Seifen; -ifdχən Neuw-Rodenb Wienau. — c. -efχəs Tour beim Fangsteinsp.; fünf Steine werden hingeworfen, einer in die Höhe; während dieser noch in der Höhe ist, wird ein St. aufgerafft, u. der in der Höhe befindliche geschnappt; dann werden zwei St. aufgeworfen u. ein St. aufgerafft, u. die beiden geschnappt usf. Neuw-Dierd, Altk-Mehren (-øfdχən). — d. -uft, –o-, –uf, Demin. -ifdχə, –e-, –øfχə Sg. t. f. verächtl. feine Kleidung, Anzug eines Mannes oder Knaben; min Brür geht desen Herst af van de Saldoten: hei mott dann en nei Kl. häbben Klev, Allg.; so e denn Kleftchen onhan Saarbr, Allg.; hean as noch gut an (in) der Kl. Bitb, Allg.; de wor en Kl. Kref, Erk, MGladb; he es fein en der Kl. Wermelsk; sek en (de) Kl. schmiten Elbf, Barm, Ess, Geld; ut de Kl. sen Kref, Verbr. ist diese Bed. nach dem Nhd. Saarbr, Simm, Goar, Bitb, Köln, MGladb, Erk, Kref, Geld, Klev, Berg, Ess. — S. Klucht. | | Handwerksburschen-kluft f.: 'Anzug des Handwerksgesellen'. In deim Handwerksborschekliftche loß ich dich fein net stecke [Kühn Schnitze I 93]. — | | Rauf-kluft f.: 'ältester Anzug, den Burschen tragen, wenn sie in Nachbardörfer gehen, wo es zu Schlägereien kommen könnte', Raufkluft [ KU-Körbn]. |