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 RhWB ankloppen (Bd. 4, Sp. 762)   PfWB To-ter (Bd. 2, Sp. 379)   PfWB Dach-trauf(en) (Bd. 2, Sp. 23) 
 an -kloppen: 1.a. etwas a., mit dem Hammer an etwas anschlagen, annageln; du kanns he flöck dat Brett a.; den Grond fas a. Rip, Allg. — b. einen a., wie nhd.: klopp en ens an damit er aufmerkt; beim Nachlaufe- oder Verstecksp. (Ankloppchesspiel); du moss zəiərsch enen a., sos blifste dran Rip, Allg.; Stoppes angekloppt Bernk-Thalfang; der Suchende spricht folgende Worte, während deren sich die andern verborgen haben müssen: Enika, benika, duckmansi, wickeln, wackeln, Domini, sonderah, wackerbrah, ichen, wichen, sollen, du; was Hog ös, opgestoppt; ich kun; wer sich nit verborgen hat, de es drun! Eif 1856. — 2.a. absol. an die Türe klopfen, um Einlass bitten Allg.; bei de Hereleit muss mer a. Hunsr. RA.: Der Wenter hät fröh ageklopp Rip, Allg. Der Dut kloppt bei allen on, beim Kaiser on beim Bedelmann Eif (o. O.). Ein Kind lässt seine Hand am Arm des andern hinaufgehen: Trapp erop nom Dokter; a. (es gibt ihm eine Ohrfeige), schelle (es zieht ihm am Ohr). Düər opmache (es reisst ihn an der Nase) Grevbr-Hochneuk. — Ech kloppe an ich werde dich anrufen, herauskl. zum Mitgehen Rip, Allg. — b. bei einem a,, leise anfragen Allg.

 

   To-ter, -te, -tesm., f., n.: 'verstorbener Mensch, menschliche Leiche', der Dot [ KU-Schmittw/O], der Dode [ PS-Geisbg NW-Wachh], de (der) Dore [ PS-Gersb WD-Niedkch RO-Dielkch NW-Kallstdt]; e Doder [ KU-Dietschw KB-Kerzh LU-Opp], e Doler [ KU-Bedb], e Dorer [verbr.], e Dourer [BZ-Dierb LA-Nd'hochstdt Land], e Daurer [ BZ-Albw]; e Dores [ KU-Schmittw/O RO-Semb]; Pl. die Dore [verbr.]. Dem Dore muß m'r die Aage zudricke [ NW-Frankeck, KU-Schmittw/O]; de D. beim Borjemäinschder oonzeie [ KU-Schmittw/O]; de D. wäsche [ KU-Brück]; de Doure zerechtmache (herrichte, anzieche, andun) [BZ-Dernb, verbr.]; beim Dore wache [ KU-Schmittw/O]. Die Polizei besitt (besichtigt) die Dore [ WD-Niedkch]. Der Dot muß zwäimol 24 Stunne laie (vor der Beerdigung) [ KU-Schmittw/O]. RA.: Des brennt wie for'n Doude, vom schlecht brennenden Licht [ LA-Gommh]; vgl. PfWB Totenlicht. Der nimmt's vun de Lewendiche, vun de Dure krieht er nix, vom Kaufmann, der zu hohe Preise fordert [ RO-Odh]. SprW.: Mer soll die Dode ruhe losse [ LU-Opp, KU-Schmittw/O]. De Doure soll mer nix Schlechtes noochsage [ LA-Nd'hochstdt]. Brauchtum: Wenn einer gestorben ist, werre die Nochberschleit oun die Freindschaft geruft. De Dore werd gewäscht oun angezoo. Jerer bet e Vatterunser, oun dann werd Kaffi getronk [ WD-Niedkch]. Die Dore krien jetzt (um 1930) oft Dorekirrel (s. PfWB Totenkittel) an aus Papier; friher aus weißem Stuft (Stoff); die Kirrel sin iwwer de schwarze Anzug gezoo worre [ ZW-Gr'bundb]. Nachtwachen beim Toten mit Essen und Trinken (Brot, Käse und Schnaps) sind seit etwa 1910 nicht mehr üblich [ KU-Diedk]. Den Toten gibt man einen schwarzen Rosenkranz [ GH-Kand]. Nach Eintritt des Todes verhängt man sofort den Spiegel, damit die Seele des Verstorbenen sich nicht spiegeln und dadurch wieder körperhaft werden kann [Becker Vk. 142]. Man glaubt, die Seele könne nur dann das Haus verlassen, wenn die Fenster geöffnet sind [verbr., auch Journal 1790, 8. St., S. 142 ff.]. Die Gesichter der Toten kehrt man gegen Osten, sonst würden sie von den Winseln (eine Drosselart?) immer in Schrecken gesetzt, welche von Westen her schwärmen [ebd.]. Läßt man Tränen über einen Toten fallen, dann komme er nicht zur Ruhe; auch das klägliche Gewimmer um einen schon lange Begrabenen störe dessen Ruhe [ebd.]. Alle Gegenstände, die man beim Zurechtmachen der Leiche gebraucht hat (Kamm, Rasiermesser, Waschtücher), müssen in den Sarg getan werden [ebd.]. Volksgl.: Warzen wird man los, wenn man einem Toten zum Grabe läutet und sich nach der Beerdigung in fließendem

[Bd. 2, Sp. 380]
Wasser wäscht [ebd.]. Reib Warze mit'm Wäschlumbe, wu en Dodes gewäsche is wärre mit, un vergrab'n noo unnich der Dachtraaf [Fogel Beliefs Penns Nr. 1699, 1737]; Ähnliches s. bei PfWB Dachtraufen 1, PfWB anklopfen 1. 's gebt Reen, ich han heit nacht vun Dole geträämt [ KU-Bedb]. Es gebt Hochzich, wammer traamt fun'me Dode [Fogel Beliefs Penns Nr. 264]. — Südhess. I 1599/600; RhWB Rhein. VIII 1249/50; Saarbr. 48; Bad. I 514 r.

 

   Dach-trauf(en) m., -träuf(en) m., n., -traufe, träufe f.:
1. 'die vom kandellosen Dachrand herabfallenden Wassertropfen', auch 'der kandellose Dachrand selbst' und 'die von den herabfallenden Wassertropfen gebildete Vertiefung am Boden', Dachtraaf (daxdrāf) m. [ KU-Adb Kaulb Kreimb Rothsbg Brück RO-Dielkch KL-Bann Gerhardsbn KB-Gauh], f. [HB-Nd'bexb WD-Niedkch ZW-Battw verbr. NPf PS-Donsied Schönau Hirschth Gal-Josbg], -traif (-trāif) f. [ GH-Neubg], -traff (-draf) m. [PS-L'mühl Lambert Penns 35], f. [ LU-Opp] -trapp (-drab) m. [Ingb ZW-Wiesb Krähbg KL-Bruchmühlb LU-Friesh Don-Schowe Torscha Tscherwk Lenauh Gal-Dornf], -trap (-drāb) f. [ ZW-Bechhf], -trääf (-drf) m. [ KU-A'glan Bedb Lohnw KL-Gimsb Hütschhs Mackb NW-Elmst], f. [ KU-A'glan Wolfst KL-Fischb PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Ruppbg Frankeck GH-Schaidt Schwegh], n. [ KU-Dietschw], -träff (-dręf) m. [ KU-Schmittw/O], f. [KU-Körbn KL-Reichb Rodb PS-Bobth LU-Alsh/Gr NW-Freinsh Elmst verbr. südl. VPf], n. [ LU-Böhl NW-Kallstdt Ungst LA-Venn], -träpp (-dręp) m. [ LU-Opp], -traawe (-drāwə) [ IB-Gersh], -trääfe (-drfə) [ KL-Weilb NW-Deidh], -trappe (-drabə) [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Dachtröpfs, PfWB -tröpfse. 's reent (regnet) drauß, horch, wie der Dachträäf geht! [KL-Gimsb u. Umg.]. Der Dachtrapp geht, der Rejewassersbrunne werd voll [ Don-Mramorak]. Volksgl.: Die Dachtraufe spielte ehedem im Volksgl. eine große Rolle. Nach Schandein Bav. IV/2, 347 ff. durften Wöchnerinnen vor ihrem ersten Ausgang (Besuch der Kirche zur Aussegnung) nicht über die D. hinaus; die ohne Taufe gestorbenen Kinder wurden in alter Zeit von der Hebamme unter der D. der Kirche begraben. Man bewahrte das Vieh vor Seuchen, wenn man das Futter vor dem Füttern unter die D. legte. Ein weißer Krautstock oder einzelne weißgewordene Blätter am sonst grünenden Krautstock bedeuteten den Tod eines Familiengliedes; sie wurden deshalb ausgerissen und unter der D. des Hauses vergraben. — Wer seine Warzen loswerden wollte, mußte heimlich den Spüllumpen aus der Küche entwenden und ihn unter der D. verstecken, wobei er die drei höchsten Namen rief [Pfälzer Heimat (Pirmasens), Nr. 16/1931]. Reib en Spiellumbe iwwer Warze un grab en noo unnich der Dachdrapp [Fogel Beliefs Penns Nr. 1695]. Auch mit einer Speckschwarte glaubte man Warzen vertreiben zu können: man strich mit ihr über die Warzen und vergrub sie danach unter der D. [(1930) KU-Bedb]. —
2. = PfWB Dachrinne,

[Bd. 2, Sp. 24]
-traaf m. [ KB-Gauh], f. [ PS-W'fischb FR-Ebertsh Grünstdt], -trääf m. [ KB-Gauh Stett NW-Mußb], f. [ KL-Matzb RO-Lohnsf]. — F.: Die Formen -dręf, -drf bzw. -drfə, beruhen auf mhd. *tröuf, *tröufe wie lfər 'Läufer' auf mhd. md. löufære (vgl. mhd. troufen, tröufen 'träufeln', Lexer Lexer II 1531). Der kurze Vokal in -draf, -dręf, -drab, -dręb erklärt sich aus der Stellung des Wortteils im Nebenton (ˈdaxdrab usw.); vgl. z. B. hoxdsəd 'Hochzeit', rwəs 'barfuß', noxbər 'Nachbar', r 'Kirchweih'. Die Formen -drab, -dręb zeigen den Übergang von f > p (b) im Auslaut wie in rχob 'Kirchhof'; vgl. auch lēb 'Löwe', hōg 'hoch'. — Zum Gen.: m. und f. halten sich ungefähr die Waage, n. ist selten. — Südhess. I 1295/96; RhWB Rhein. I 1218; Saarbr. 42; LothWB Lothr. 76; ElsWB Els. II 743; Bad. I 398/99.