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 RhWB Kern II (Bd. 4, Sp. 424)   PfWB Kern (Bd. 4, Sp. 177)   PfWB Pfeffer-kern (Bd. 1, Sp. 803) 
  NRhWB Kern II krə(n), kr, kn, –ə-, –ēə-, –īă-, krn [Wermelsk kein; MülhRuhr -a-], s. Dorn; Pl. wie Sg. bei -rn, aber auch -rnə(n); bei -r- Ausgang -rə(n); Demin. kr(n)χə(n), -kə m. [Aach f.]: 1.a. K. einer Baumfrucht, ob es Kern- oder Steinobst ist (für letzteres auch Stein), Appel-, Birre-, Quetsche-, Kirsche-, Prumme-, Piərsche-, Komkommerek. (Gurken-);

[Bd. 4, Sp. 425]
wenn de K.ə schwarz sen, sen de Äppel rif; us enem klene K. wiərd ene grusse Bom Rip, Allg.; Ketsch on K. Kerngehäuse u. K. Heinsb. RA.: Mot dem wöll ich ken Kirschen essen; denn et wör mir bang, dat ich annesch nüst kreg we de K.ə Malm-Weywertz, — denn se werpe enge de K.ən a jene Kopp Aach, Allg.; met richen Heren es nit got Kerschen esse; de spritzen einer met de K.ə Köln-Stdt. Eins, keins, Kischen, K., Knickert Abzählr. Merz-Bergen. — b. das einzelne Getreidekorn (neben krə) Frochtk.; dei Frocht hot des Johr ei schene K. Rhfrk, Hunsr, Saar bis Merz; dat sen K.ə, wie se Dauwe (Tauben) net schener kenne sesammedrahn Bernk-Crumenau; das Samenkorn der Runkelrübe ist ausschliessl. Kere; K.ə stecke den Runkelrübensamen in den Acker legen Rhfrk, de K. setzen Trier. — Kern der geschälten Hafer Sieg-Fussh. — K. Salz, Pefferk. Korn Salz, Pfeffer Saarl, Merz. — c. Nusskern Allg. RA.: We me de K. häwwe will, mutt me de Nütt kraken Mülh-Ruhr. — d. Kerkes Bucheckern, in der Kinderspr. MGladb-Mülfort. — 2. das gute, feste Innere, u. zwar a. im Holze, K. on Herz Sieg, Allg. — b. Leder aus der Mitte der Haut, e Stöck aus dem K. Mosfrk, Allg. — c. das Mark im Horn des Rindviehs Bitb, Prüm. — d. der reine Flachs, nachdem durch das Hecheln das Werg abgetrennt ist Hunsr, Westerw, Siegld, Sieg, MülhRh, Monsch-Vossenack. — e. das feste Innere des Kohlkopfes Wippf-Reudenb. — f. die Schicht unter der obersten Sch. des Ackers Heinsb-Lümb. — g. Fleischstück vom Bug des Schlachtviehs, Brustk. Allg. — h. das Beste; dat es K. dauerhafter Stoff Allg.; do es noch K. en; de hät ene gode K. (en sech); der K. van der Sach; ener Sach op de K. gohn nach dem Nhd. Rip, Allg.; dar es loder (lauter) lirig K. durchaus solid Birkf; dot es net alles K. ist nicht echt, kernig, vom Holz Erk-Elmpt; der hat ävver K. ist sehr stark Sieg-Süchterschd; der hat de K. geschnidden ist mutlos Kobl-Kettig; de's k. (Adj.) kerngesund Kemp; dat es k. Strüəh sehr starkes Stroh Kref; he es alt, ävver noch k.; de Balke se usewendig voll Spond, ävver ennewendig se se noch k. on hart MüEif; Keər ein schönes Mädchen Koch-Driesch. — 3. übertr. a. Gerstenkorn, Geschwulst am Augenlide Ottw-Gennw, Prüm-Reuth. — b. kleiner Tonklicker, meist nur Pl. Keren; K.ə scheten (schiessen) Geilk, Heinsb, MGladb. — c. Wurzel des Fingernagels Saarbg, Malm-Grüffl. — d. Kehlkopfknorpel Eusk-Friesh, Dür-Winden. — e. Pl. Vertiefungen in den Schneidezähnen der Pferde, woran man das Alter erkennt Daun-Strohn. — f. Pl. Kene kneppe dürre Äste mit einem langen Haken vom Baume reissen; auch vom Winde abgewehte dürre Baumäste Rheinb-Hilberath Queckenbg.

 

   Kern, Kernenm.:
I.
1. 'Kern (Stein) des Steinobstes', Käärn (kǟrn) [verbr. WPf NPf u. nördl. VPf verbr. Gal Buch], Kären (kärən) [mancherorts mittl. VPf HB-Limb (PfId. 75)], Käre (kǟrə) [mancherorts NWPf /HB-Kirrbg ZW-Battw KL-Lind], Kare (kārə) [ KU-Adb], Kere (kęərə) [ RO-Rehborn HB-Erb PS-Geisbg Don-Lenauh], Kerne (kärnə) [mancherorts südl. VPf], karne (kārnə) [ BZ-Dierb PS-Busbg]; Pl. meist wie Sing; r [Pirmas u. Umg. (Wilde 6)];

[Bd. 4, Sp. 178]
Dim. -che (-χə), -el, -le. Zs.: PfWB Pflaumen-, PfWB Kirschen-, PfWB Mandel-, PfWB Quetschenkern. Schlick (beim Kirschenessen) joo net de K.! [verbr.]. RA.: Mit demm is net gut Kersche esse, der schmeißt ääm die Kärn ins Gesicht [ NW-Weish/S]. —
2. 'Kern des Kernobstes' [verbr. wie I.1.]. Zs.: PfWB Apfel-, PfWB Birnen-, PfWB Quittenkern. Die Kärne sin braun, de Appel isch schun zeidich (reif) [ GH-Bellh]. —
3. 'Kern der Nuß' [verbr.]; am K. vun der Nuß (wenn sie eben reif geworden ist) die (bitter schmeckende) Haut abziehe [ Gal-Dornf, mancherorts]. —
4. 'Samenkorn'.
a. 'Getreidekorn'. Zs.: PfWB Gersten-, PfWB Hafer-, Hirse-, PfWB Korn-, PfWB Spelzen-, Weizenkern. Die Frucht es vollkomme im K. [ KU-Bedb]. Die Gans hot e K. kriet 'Die Gans hat beim Stopfen einen Kern in die Luftröhre bekommen' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: E blinn Hinkel find a mol e Kernche [Rockhs, verbr.]. a. 1522: 2 symer (Simmer) speltzen den jungen hynckelln zw kern geschelt sie mit vff zw zygenn [LandsbgKellR]. —
b. von Samen anderer Nutzpflanzen.
α. 'Samen der Gurke, des Kürbisses, der Futterrübe u. a.'; Zs.: PfWB Pfeffer-, PfWB Fenchel-, Kukummern-, Rüben-, PfWB Sonnenblumenkern; im Gaarde Kärne leche 'pflanzen' [BZ-Albw, verbr.]; Kären stecke, dass. [ FR-Tiefth]. Heit dum'mer Kärn hacke 'das junge Rübenfeld mit dem Karst auflockern' [ KB-Kriegsf]. —
β. 'Samenkernchen der Beerenpflanzen'; die Kerncher vun de Brombeer, vun de Trauwe [verbr.]. Zs. PfWB Traubenkern. —
II.
1. 'Sommerdinkel (Triticum dicoccum)', eine Weizenart, Kern [Wilde 271 (ZW-Rieschw)]. —
2. Zs.: PfWB Gipfel-, Kälberkern. —
3. 'Salzkörnchen'. 's is kää Käärnche Salz im Haus, wenn der Salzvorrat erschöpft ist [ Gal-Dornf]. —
4.
a. 'großer Klicker', rnche (!) [KB-Standbl Marnh Dreis]. Syn. s. PfWB Schießklicker. —
b. 'kleine weiße Klicker', Pl. rncher [ FR-Grünstdt]; Zs. PfWB Weißkern. Syn. s. PfWB Schießklicker. —
5. 'festes Holz im Stamminnern' [verbr.]. Der Baam hot e gesunde K. [ KB-Bischh]. —
6. Zs. PfWB Augenkern. —
7. Zs. Brustkern. —
8. 'das Wesen eines Menschen'. Er hot e gude K. in sich (wenn es nach außen hin auch nicht so scheint) [Kaislt]. — Südhess. III 1263/64; RhWB Rhein. IV 424/25; LothWB Lothr. 283; ElsWB Els. I 469; Bad. III 112/13.

 

  Pfeffer-kern m.: 'Pfefferkorn', Pefferkern (-kǟrn) [fast allg.], -kęre (-kǟrə) [NWPf]. Volksmed.: Als Mittel gegen Zahnschmerzen steckt mer e P. in de Zḁhn [LU-Alsh, verbr.]. RhWB Rhein. VI 683; LothWB Lothr. 31; Hess.-Nass. II 587.