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| RhWB Keim (Bd. 4, Sp. 395) | DWB kieme (Bd. 11, Sp. 682) | |||||||||||||||
[Bd. 4, Sp. 396]
| 1) es ist gegenwärtig unter den verschiedenen namen, kiefe, kiefer, früher auch kiefel, kiff, kibe, kiwe (kywen, kewen auch 1111, ahd. chela, chiwa) der gebräuchlichste; Adelung empfahl ihn, weil kiefer zweideutig sei, auch die wissenschaft hat ihn angenommen und weiter gebildet (afterkieme, halskieme, mundkieme, kammkieme u. s. w., s. auch DWB kiemer, kiemig); auch krebse, muscheln haben kiemen. heimisch in md. lande ist es z. b. bei Leipzig. von wbb. gibt es schon im 17. jh. B. Faber, während es noch bei Steinbach, Frisch fehlt. 2) nebenformen, die hier das wort aufklären helfen, sind kimme 1344, im gebrauch der Leipz. fischer, bei E. M. Arndt: drum, ihr fische, mögt ihr schwimmen diesen schlag ich durch die kimmen. das. — und sehr merkwürdig kin, das sich zeigt in 'kinlein im fisch, brantia' voc. th. Nürnb. 1482 q 4a, obwol auch kinnlein, kinn gemeint sein kann; s. auch kienwurm. dieser kurze vocal wird nach folg. der ursprüngliche sein, kieme aus kime geworden.3) der name stammt, wie die vorhin genannten, aus einer zeit wo man die kiemen als die kauenden kinnbacken der thiere ansah (man nannte sie selbst kinnbacken, s. d. 3), und wie kiefer, kiefe, kiefel eigentlich den kinnbacken bezeichnen, findet sich kieme, genauer kimme im fernsten norden wieder, in isl. kiammi m. kinnbacken (dazu kiamsa die kiefern bewegen, u. a., ia aus kurzem i), das md. nd. wort musz vor alters diese bed. auch gehabt haben. es heiszt isl. altnorw. auch kianni (während schon schwed. beide worte fehlen), und das stimmt ebenso zu dem kin u. 1, genauer zu kinn (s. d.), das selbst auch 'gena' bedeutete und seinerseits eine merkwürdige nebenform kimmel hat. auch kiefe, eig. kife hat so sein seitenstück in altn. kiaptr kinnbacken (sp. 666). zwischen kife und kimme aber vermittelnd im auslaut erscheint kampf fischohr.
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