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 RhWB Karbatsches (Bd. 4, Sp. 177)   DWB karbatschensaft (Bd. 11, Sp. 207)   DWB peitsche (Bd. 13, Sp. 1530) 
 Karbatsches karwā:təs, karb-  Pl. t.: Prügel, Hiebe; K. krige.

 

 karbatschensaft, m.: die jungfer hatte meinetwegen eine gute dosin karbatschensaft verschlucket. Chr. Weise polit. näscher 153, wie eine medicin; vgl. DWB bengelsuppe und DWB mit der karbatsche zutrinken vorhin.

 

 peitsche, f. flagellum (s. geisel 2, b), frühnhd. aufgenommen aus böhm. bič, poln. bicz Miklosich 22b. zunächst picze Dief.-Wülcker 796 (15. jahrh.), schles. im 15. jahrh. peytsche fundgr. 1, 387a; peitsch oder geisel. voc. 1482 y 5a, peutsche Dief. nov. gloss. 176a (16. jahrh.); lederne peitsche Stieler 1424; peitsche mit knoten. Aler 1516a, peitsche aus hanf (vergl. peitschenschnur). Auerbach ges. schriften 15, 85; nd. pietske brem. wb. 3, 324: mein vater hat euch mit peitzschen gezüchtiget, ich wil euch mit scorpion züchtigen. 1 kön. 12, 11; Jesus mit seiner beitzschen, da er keuffer und wechsler austreibt. Mathesius postilla 2, 202a;

wirst du dich viel thun umb gaffen
und mir was zu nichte bringen,
so soltu für der peitschen springen.
Stricker schlemmer (1584) E 6b;

zerbrechet ihr joch, band und beutschen.
Weckherlin 324;

du sollst den ersten schmitz von meiner peitsche kriegen.
Günther 527;

dasz jener narr aus blinder boszheit ein weib und vieh vor eins erklärt,
das ist vielmehr der schärfsten peitschen als vieler widerlegung
werth. 425;

er schwingt die peitsche, stöszt ins horn.
Bürger 71a;

die peitsche des drängers fürchten. F. Müller 327 Seuffert; mit der peitsche knallen. Schiller 4, 192; sprichwörtlich: mit eigener peitsche und fremden rossen ist gut fahren. Simrock 417; für peitschenstiel: Uli hatte schon die peitsche am dünneren ende gefaszt. Gotthelf Uli d. knecht (1854) 163. auch in bildlicher anwendung: Seneca saget, das gewissen, ehe die sünde begangen wird, ist ein zaum, dann aber, wann sie begangen ist, eine peitsche. Butschky rosenth. 1095 (525); unter der peitsche des hungers und der noth sterben. Möser 2, 12; wehe uns lesern, wenn .. die geiszel der satyre in die hände desjenigen fällt, den die natur eine viel ernstlichere peitsche zu führen bestimmte. Schiller 10, 495;

des windes peitsche fühlt die haide streichen.
G. Keller ges. ged. 19.

botanisch: nackte, peitschenförmig auslaufende stengel, ranken Nemnich 1, 1630 (vgl. peitschenpflanze); zoologisch was peitschenschlange 1107; leipzigerisch: der hat ene schene peitsche, beim kartenspiele vier, fünf karten einer farbe. Albrecht 181a; bairisch als schimpfname, hure Schm.2 1, 416. vgl. DWB karbatsche th. 5, 206.