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 RhWB Hufeisen (Bd. 3, Sp. 889)   PfWB Huf-eisen (Bd. 3, Sp. 1214)   PfWB Eisen (Bd. 2, Sp. 849) 
  Huf-eisen (s. d.) Allg. [hūf- u. hūw- Rhfrk; hūęisə Simm] n.: 1.a. wie nhd.; der Schmied micht H. aus Hufstab auf dem Ambes mit dem Hueisehammer gemänerhand (im allgemeinen) nur noch dann selbst, wenn ein bes. schweres Eisen verwendet werden soll (H.iseren durhauen Kemp); in der Mitte der Rundung am Vorderteil des Eisens wird ein kleines viereckiges Eisenklötzchen auf der Unterseite ufgeschwässt (aufgeschweisst), der Griff; die beiden hintersten Enden werden etwas umgebogen (imgekreppt oder ufgezoh aufgezogen) als Stollen (s. als Teile des H. auch Kappe, Klämp, Krampen, Schraub-, Schlag-, Drehstollen, Stösse); Pferde für leichte Arbeit werden mit Falzeisen versehen (Flacheisen, die im Bogen vorn u. nach den Seiten zu mit einer Falze versehen sind, in der die vier Löcher beiderseits eingebohrt sind; ohne diese Falze würden die Nagelköpfe, weil Griff u. Stollen fehlen, über das Flacheisen hinausragen u. bald abgeschliffen sein); als Winterbeschlag werden statt der geschärften Griffeise mitunter Strickeise verwendet, eine Art Falzeise, bei denen jedoch die Falze im vorderen Bogen eine Einlage von Tau oder Strick hat; als Sumerbeschlag erhalten Ackerpferde ebenfalls Falzeise, damit sie beim Einernten des Heues keine Gräben u. Furchen in den Wiesenboden reissen; bei erkranktem Hufe (Hufkribs, faule Strohl) wird das Deckeleise angebracht; die Ochse- u. Kiheise sind flach u. halbmondförmig, so dass sie den ganzen Huf bedecken; am Rande der äusseren, gebogenen Seite sind sie mit Löchern zum Annageln versehen u. an der Spitze oder an der flachen Innenseite ist eine Fere (Feder) befestigt; der Hufschmied stellt den Huf des Tieres (bei Störrigkeit im Notstall) uf de Buck (Beschlagbuck); zuerst wird das alte Eise abgeriss (afgebroche Rip) mit der Zange; der Huf wird ausgebutzt und je nach Erfordernis ausgeschnitt (ausgewerkt) mit dem Wirkmesser (parat mache Rip), dann wird das neue H. unnergepasst (oppasse SNfrk), dann mit Nägeln untergeschlagen

[Bd. 3, Sp. 890]
(ongerhaue Rip); die hervorragenden Nagelenden werden abgepitscht u. ihre stumpfen Enden rimgeniet (umgenietet) (zomache Rip, Nfrk); zum Schluss wird der Huf mit den Nieten dem Eise gleich geraspelt Simm-Laub; de Schmedd sett et Piərd ze iərsch zeröck en der Nuttstall, dann mat he de Boschkett (vor der Brust) on de Halskett (über dem Halse) on en (1) udder zwei Buchgüərde on en Kett henge öm de Fott (Gesäss) fas; dann ströpp he ene Kuət (Fesselgelenk), treck dann de Foss en de Gaffel, brich et Iser af, feəg et Hof, verpass et Iser, wo et nüədig woər, fiddelt he möm Fəəgmetz noch jet fort; dann schleht he em et Iser onger; dat hat Slüss on Krämp on männschmol an der Si (Seite) noch en Kapp Grevbr-Garzw; H.isere duərhoue aus Eisenstangen für 6 — 7 Paar; wenn et Iser wärm ös, wörd et an't Hoəre (Ambosshorn) geröngt (gerundet) on na bönnem (binnen) beigedröckt; no wörd et na bönnen ofgedach (abgedacht); do wörd die Falz drengeschlage (falze); möt de Stamphamel weərden die Löəker (Löcher) för de Drachteneəgel (Hinternägel) on de Tiəhneneəgel (Zehen-) engestampt on möt de Spetzhamel von de ongerte (anderen) Si (Seite) foərts (vollständig) duərgeschlage; onge (unten) kuəmen de Löəker för de Steckstollenneəgel (für Ackerpferde) of (oder) de Schrufstollenneəgel (f. Reitpferde); do mutt et (das H.eisen) ömmer beigehalde weərde, weil es sich beim Falzen u. Lochen erbreitert; no kuəme noch die Stüət (Stösse, Griffe), de Krämp (Stollen) on de Kappere dran Kemp. — Werkzeuge des H.schmiedes beim Beschlagen des Pferdes: Hufbock, –klöpfer, –riemen, Abbrechzange, Niet- (s. d. W.), dazu H.hammer, Ongerhauer (Unter-) leichter Hammer zum Einschlagen der Nägel; Haukleng, Hufkl. Klinge, auf deren Rücken mit einem Hammer geschlagen wird, beim Beschneiden des äusseren Hufes; Renmetz (H.metz) Reinmesser, ein schaufelartiges Messer zum Reinigen u. Schneiden des inneren Hufes; Werkmetz ein gröberes Messer; H.zang, Petschzang zum Abzwicken des überschüssigen Hufes; Raspel Feile; Pram (Hofstropp, –rem) Strick zum Befestigen der Hinterfüsse an den Querbaum des Nutstalles Rip; s. im übrigen die Werkzeuge des Hufschmiedes bei Brenneisen, Feile, Rappe, Rassel, Raspel, Krätzer, Hammer, Huf-, Ball-, Holz-, Beschlag-, Zuschlag-, Spitz-, Widdh., Durchschläger, Zuschläger, Klöpfer, Klüppel, Schlagkl., Messer, Huf-, Feg-, Putz-, Drück-, Stech-, Wirk-, Rindem.; Kneip, Hufkn., Hufhobel, –stichel, –klinge, Nietenkl., Pram, Prims, Maulkneife, Risser, Huf-, Abreiss-, Abbrech-, Beschlag-, Beiss-, Blitz-, Greif-, Kneif-, Nipp-, Pass-, Aufpass-, Pitsch-, Probier-, Schlicht-, Zwangzange, Aufpasszirkel, Stollenschlüssel; das Gerät, auf dem der Huf steht (im Notstall, –stand), ist der Bock, Hufb., Schlagb., Beschlagb., Nietb., Huf-, Wirkbank, Huf-, Beschlag-, Wirkstuhl, Huf-, Beschlagtisch, Huffass,

[Bd. 3, Sp. 891]
Pferdsfuss, Galgen, Ständer; aufbewahrt wird das Gerät im Hufback, –kistchen (s. d. W.); die Tätigkeiten des Hufschmiedes beim Beschlagen s. bei et Eisen abreissen (abroppen, abschlagen); den Huf (Fuss) fegen (ausf., butzen, auf-, ausb.), — beschneiden, — wirken (auf-, auswirken), — — brennen, (aus-), — raspeln (feilen, abraspeln, rappen), — abbrennen, — polieren, — besäumen (ömnähten); den Strahl reinmachen (ausschneiden); et Eisen anpassen (auf-, ver-, unter-) — aufbrennen (an-, unter-), — aufprammen, — aufschlagen (an-, ent-, unter-, drunter-, unterhauen), — aufnageln (unter-); die Nägel abpitschen (abknipsen); den Huf (Fuss) zumachen (zuschlagen); dazu das Hufeisen scharf machen, — stümpen, — stüssen; den Ochs plätten (s. d. W.). Et Perd es vernält wuəren ein Nagel ist ihm ins Fleisch gedrungen; der Nal es en et Leəwen geschlahn Waldbr-Eckenhg. — RA.: Lot (lasst) de Peərd werken, sät de Mönək (Mönch), die habben H.iseren onger (unter)! Geld-Leuth, Elbf. Ene Blenge (Blinder) fengt (findet) och wall ens e H. man hat auch wohl einmal ein ganz unerwartetes Glück Kref-Osterath. De (gewohnheitsmässige Dieb) lit (lässt) glöhnege H. on Kareböm (Karrenbäume) lige Dür-Gürzenich. Äm (einem) de H. beschlohn einem die Leviten lesen Trier-Conz. He jät (jagt), dat de H.isere flege jagt toll drauf los Eup. Se hon em schon de H. abgeress (eraf-, ofgeroppt) der Schwerkranke ist mit den Sterbesakramenten versehen worden; man hat ihn schon tot gesagt; dau hescht de H. schun emol obgeropp kreit; pass at op, dät se dich net beim Schlawitche krein! (derb humoristisch gesagt); er hat bankerott gemacht Rhfrk, Mosfrk bis Schleid. Dat Mädchen hät en H. verloren es ist ausserehelich geschwängert Rip, Allg.; se hat sek en H. afgetraden Elbf. De Schwiegermuder hat et H. verloren ist gestorben Prüm-Ihren. Wat os et beis (beste) an de Fluəh? Dat se ken H.ə hät, sos trüət (träten) se ene duət Schleid, Bernk-Allenb. Ich sein so hongereg, ech kennt en Gaul fressen bes of et H. Neuw-Dierd. — Volksgl. Wer ein H. findet, hat Glück Allg. H., am Georgitage vom Pferde verloren, sind heilkräftig Jül. Ein H., die Schenkel nach oben gerichtet, an die Stalltüre genagelt, schützt vor Gewitter, Hexen u. Unglück Allg. — b. Absatzeisen Allg. — c. Setzeisen für Bügeleisen Mörs-Neuk. — 2. übertr. Gebäck, eine Art Semmel in H.form (Hörnchen) Trier, Bernk, Prüm.

 

  -eisen n.:
1. 'H. des Pferdes', Hufeise [verbr.], Huweise [mancherorts westl. WPf], Huwisse [Bliesg (PfId. 68)]. De Gaul hot e H. verlor [KB-Kriegsf, verbr.]. RA.: einem die H. abreiße 'einen unschädlich machen' [ RO-Obd], 'einen kurz vor dem Tode zu einem Vermächtnis überreden' [ KU-Hundh], 'einem die letzte Ölung geben' [Schandein Sprachsch.]. Er hot e H. anhänge 'muß für ein uneheliches Kind Alimente zahlen' [ ZW-Krähbg], hot e H. verlor, dass. [ KL-Weilb, mancherorts]. Sie hat e H. verlor 'hat ein uneheliches Kind' [ KU-Bedb, mancherorts]. Volksgl.: Wammer e H. findt, hot mer Glick [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Nagel en H. owwich die Dier (Tür) fer Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 396]. Heit hämmer sicher kän Glick, der Gaul hot e H. verlore [ GH-Kand]. —
2. 'Absatzeisen an Arbeitsschuhen' [vereinzelt]. — Südhess. III 765; RhWB Rhein. III 889 ff.; LothWB Lothr. 251; Bad. II 783.

 

   Eisen n.:
1. 'das Metall Eisen', auch 'Stück

[Bd. 2, Sp. 850]
des Metalls Eisen', Eise (aisə) [verbr.], (āisə) [Neustdt], (ęisə) [ KU-O'alb], Ise (īsə) [lothr. SWPf]. Das Holz do is hart wie Eise [ KU-Ulm]. Er hot e Hernkaschde wie vun Eise [ LU-Alsh]. Er hot Nerve vun Eise un Stahl [ LU-Opp]. Ich meen grad, e glierich 'glühend' Eise fahrt ma durch de Leib, un es brennt wie die Hell [Westrich-Kalender 1957, S. 104]. Der is aus Eise 'robust, ausdauernd, widerstandsfähig gegen alle Unbilden der Witterung [ Gal-Dornf]; vgl. PfWB Eisenkeil. RA.: Mer geheeren ball zum alde Eise [ KB-Albish, allg.], unner 's alt Eise [ BZ-Dernb]. Das kummt zum alde E. 'Das taugt nichts mehr' [ KU-Schmittw/O]. Der loßt nix leie 'liegen' wie Mihlstään un glierich E., von einem Taschendieb [NW-Weish/S, verbr.]. SprW.: Aldi Lieb roscht net, un wann se hunnert Johr beim alde E. leit [ FR-Albsh, LU-Böhl]. Not brecht E. [Horne Penns 98]. Volksgl.: Wann en Baam net trage will, ladt 'belädt' mer'n mit Eise un Steen [Fogel Beliefs Penns Nr. 1002]. Rätsel: Hinne Flääsch un vorre Flääsch, un in de Mitt Holz un E. (der pflügende Bauer) [Hebel 114]. VR.: Schneiregääß, mach e E. hääß; schlupp unner de Disch, mach Flerrerwisch!, spöttisch vom Schneider [ BZ-Dierb]. Ich wollt, ich wollt, du hättscht e Sack voll Gold un ich e Sack voll E.! Dann däte mer minanner schmeiße, dann hätt ich 's Gold un du 's E. [ KU-Diedk]. a. 1425: als fiel zu lone geben als ein schiene isens gilt [LeinArch. (Löhne)]. a. 1425: von einem wagen zu beschlahen mit altem ysen [ebd.]. —
2. Geräte aus E.
a. 'Hufeisen'; e E. ufschlaa [KU-Bedb, verbr.]. Zs. PfWB Huf-, PfWB Sommer-, PfWB Wintereisen. —
b. 'Stoßeisen auf der Schuhsohle', Dim. Eis'che (aisχə) [verbr. (1925)], Äis'che (ęisχə) bzw. Is'che (isχə) [verbr. SWPf (1925)], Eiselcher (Dim. Pl.) [ Gal-Dornf Obl]; vgl. PfWB Schuhplatte. Loß der Eis'cher uf die Schuh mache! [Kaislt]. Zs. PfWB Schuh-, PfWB Spitz-, PfWB Stoßeisen. RA.: Sie hot 'n Eise hunne 'Sie hat ein uneheliches Kind' [Fogel Prov. Penns Nr. 439]. —
c. 'Klicker aus E.', Eis'che (aisχə) [ ZW-O'aub KL-Miesb]; vgl. PfWB Eisenklicker. Syn. s. PfWB Schießklicker. —
d. andere Geräte und Geräteteile s. PfWB Pfahl-, PfWB Pflanz-, Pflug-, PfWB Bill-, PfWB Brech-, PfWB Bügel-, PfWB Daber-, PfWB Deichsel-, PfWB Teller-, PfWB Distel-, PfWB Trag-, PfWB Eß-, PfWB Fall-, Fang-, PfWB Fuchs-, PfWB Fuß-, Gargel-, Hals-, Heb-, PfWB Hobel-, PfWB Kelter-, Klöppel-, PfWB Kratz-, PfWB Kuppel-, PfWB Last-, PfWB Leg-, Lein-, PfWB Loh-, PfWB Mühl-, PfWB Rad-, PfWB Reib-, PfWB Reih-, PfWB Reiß-, PfWB Rinde-, Roll-, PfWB Rüben-, PfWB Schab-, PfWB Schieß-, PfWB Schlag-, PfWB Schneid-, PfWB Schnitz-, Schrank-, Schnüffel-, PfWB Schür-, Schwing-, PfWB Setz-, PfWB Spang-, PfWB Spann-, PfWB Spekulier-, PfWB Sperr-, PfWB Stachel-, PfWB Stech-, PfWB Steig-, PfWB Stemm-, PfWB Stempel-, PfWB Strähl-, PfWB Waffel-, PfWB Wend-, PfWB Winkel-, PfWB Wurst-, PfWB Zwercheisen. —
3. nur Pl. in den RA. auf die E. gehen 'in strenge Zucht

[Bd. 2, Sp. 851]
nehmen', aus den E. fahren 'aus der Haut fahren'. Vadder, du muscht dem Lausbu besser uf die E. gehn [ NW-Haßl, KU-Kaulb]. Do kennt mer aus de E. fahre! [KU-Hundh HB-Kirrbg Schandein Sprachsch. 18]. —
4. als Schimpfw. für lästige Menschen in PfWB Fege-, PfWB Feuer-, PfWB Grammel-, PfWB Keidel-, PfWB Krangel-, PfWB Nag-, PfWB Quäleisen. —
5. die Äise (ęisə), Spottname auf die Bewohner von KU-O'alb, weil sie das Wort E. so aussprechen. — Südhess. II 162/63; RhWB Rhein. II 94/95; Saarbr. 56; LothWB Lothr. 261; ElsWB Els. I 76; Bad. I 671/72.