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 RhWB Horn II (Bd. 3, Sp. 823)   NRhWB Horn (Bd. 9, Sp. 1310) 
  NRhWB Horn II der Sg. lautet wie bei Dorn (s. d.) Nahe hǫăn, han (die Kürze reicht weiter wie bei Dorn), hrn; dann Rhfrk hrə; Mosfrk hr, -ō-, –ū(ă)- [WPrüm hrən]; Rip hən, –ōə-, –ōă-, –ūă-, –ūə- u. LRip hər usf.; SNfrk hrə, –ă-, –ōə-; Klevld hǫrn, hǫăn, -ă-; doch sind einige Abweichungen zu verzeichnen: h·ə.r NOSaarl; -ō·ə.- Saarl-Hüttersd Buprich Primsw Pachten Dilling Rammelfang Siersd Büren Itzb Rehl Becking; Sg. u. Pl. hǫrnər Saarl-Roden Fraulautern Guising GrHemmersd; hǫręndər (Pl. auch -dərn) Saarl-Ittersd Düren Bedersd Kerl Leiding Ihn Berus; sonst Saarl hǫrn; Bernk-Gräfendhron Sg. hōər u. wie der Pl. hęrner; im NWRip u. SNfrk im Unterschied von hərə Blashorn Sg. u. Pl. hər in Jül-Kirchbg, Aach-Gressenich,

[Bd. 3, Sp. 824]
Geilk-Beggend Marienbg, Erk-Keyenbg; -rə Erk-Örath, Heinsb-Breberen Havert Saeffelen Roerkempen; Sg. hnt, Pl. hndər Kref-Lank Osterath; Sg. hrnt, Pl. -ndər Mörs-Binsf. — Der Pl. lautet Rhfrk, Mosfrk im -rn- u. -r(ə)-Geb. hęănər, –ęn-, –rn-, –ē-, -īă-; in Koch, Bernk bei Sg. hər Pl. hęrnər; doch Rhfrk, Mosfrk bei Sg. hr(ə) usf. (ohne -n) auch der Pl. -rə(n), –rər [Wend-Ilgersh Offenb hǫrə], bes. uSaar, Trier, WEif bis WSchleid, SMonsch u. hier u. da mit Umlaut hrə, –ē- (Wend-Reichenb, Birkf-Hintertiefenb Idar Nockenth Siesb Schwollen, Zell-Sohren, Bernk-Allenb, Simm-Stdt; hīrər Simm-Kludenb; hăr Sg. u. Pl. Goar-Alken; May, SAden hat durchweg den Pl. h·ə.r, –ē:- (h:r Ettring Kürrenbg Naunh Wassenach); Neuw-Breitschd Dernb Rengsd Weroth hrdər, –:-, –ē-; Neuw-Kurtschd h·ə.tə; Altk-Eichelhardt hǫ·r.ən; Altk-Willr h:rər); Rip bei Sg. hn (usf.) Pl. h:nər, –·ə.-, –ȳ·ă.- u. ohne Umlaut -:-, –ō·ə.-, –ū·a.- u. -ndər (mit u. ohne Umlaut), selten h:n (usf.) [Schleid-Reifferschd h·ə.rəntər; Monsch-Kalterherbg Mützenich Rohren hǫ·r.ə; WBergh, Dür, Jül, Aach, Grevbr h·ə.rə, –·ə.-, –ȳ·ă.- u. ohne Umlaut u. ohne mit Umlaut]; SNfrk zu Sg. hōərə Pl. hərə, h·ə.r [in Geilk, Heinsb, WErk, WMGladb, Kemp, Kref hərəs, –ə- (u. selten ohne Umlaut)]; OBerg Pl. hndər, –- in WWippf [Wippf-Stdt hnər]; hǫrnər, hǫndər Tierhörner, h(ə)nər Blash. Waldbr, Gummb; NBerg hnər Lennep, Barm, Elbf; zu Sg. hərn Pl. h:ndər, –nər sonst (für Tierhorn; h:n für Blashorn) [Wermelsk Sg. houn, Pl. høynər]; Geld Sg. hōərn, -ǫ-, Pl. hn, hrəs [Wankum hrəs Tierhorn; -ōă- Blashorn]; Mörs Sg. hərn, –ǫ-, Pl. hn, hndər; Klevld hǫrn, hăn, –ōă-, Pl. hrn, hăn, –øă-; n. Ruhr Pl. MühlRuhr hnər, hndər; Duisb hndər; n. davon bis einschl. Dinsl-Eppinghv Std Welmen Buchold Hünxe Gartrop Gahlen hndər; Sterkr hnər; um Rees-Görsicker Stockum Holthsn Vörde Möllen hǫndər; um Rees-Spellen Ork Meer Emmelsum u. um Rees-Krudenbg u. innerh. Rees-Brünen Voshövel Wachtenbrink Damm Bricht Weselerwald hăn; zwischen Rees-Grietherort Androp Bienen Hüth (im Süd.) u. Rees-Vrasselt (im N.) hn; Rees-Overbeck hănə; Rees-Schermbeck u. Emmerich hănə; Rees-Dämmerwald hȳăn; sonst hăn; das Demin. mit Umlaut in den -n-losen Geb. ohne -n, hērχə, –īă-, –:-, hərkə n.: 1.a. Tierhorn. α. H. des Rindviehes; us Kouh hat e H. gebroch Hochw, — hät sech en H. afgestusse Rip, Allg., — hat sich en H. geschlaucht Birkf, Bernk (jeschlücht Monsch-Rohren, Malm-Bütgenb Bülling); bei einer Verletzung des H. wird der Kuh das H. geschlaucht es wird entfernt u. der übriggebliebene weiche Teil sorgfältig mit Flachs verbunden Birkf; der Koh de H.ər stüppen Rip, Allg.; de Here machen kürzen (vom Schmiede), damit das Vieh jünger erscheint Simm-Rheinböllen; en Stupph. ein

[Bd. 3, Sp. 825]
abgebrochenes H. Mosfrk, Rip; de Koh löf met enem H. eröm Rip, Allg.; de Koh hät drei Kerver (Kerbe) op den Hoənern hat drei Kälber gehabt Sol; wenn man den Kühen saures Heu zu fressen gibt, jog mer en de Melch an't H. Prüm; de M. ös der Koh en de H.ər gegange (geschosse) Sieg, Goar; der K. treck de Melk inne Hörn Klev; em Wöngkter (Winter), wann et früs (friert), dann trick de Köh de Melch en de Hüaner Köln-Poulh; de Stier hät en op de Hörner geholt Rip, Allg. RA.: Esu stif (steif) wie en H. Nfrk. De Kuh hat Huren wie en Lenkstang Merz-Weisk; den Oss (Ochse) hot e Por Horen, dat dau e Judd kanns drop bohren Prüm-Ringhuschd. De öltste Ossen häbbt de stiffste Hörn Rees-Ringenbg, Simm-Dickenschd. Et fehlen em nuren noch de Horrenter, un dann wär der Ochs ferdig Saarl-Berus, Saar, Grevbr-Jackerath; du bös ene Kerl wie enen Oss, heits du mar Höəre Heinsb-Roerkempen; dir fehlt och noch en H. op der Stirn, dann böste en komplette Oss Dummkopf Sieg-Ägid; dät sind Lü (Leute) wie de Köh, grad dät se gen Höəre habbe Kemp. Wenn alle Öss (Ossen van Nemwegen, all de Küh en Holland) sterwen, dann erf ech noch gen H. Mörs, Geld, Kref. Son gruəte Höəres hät min Bestevadders Oss gesagt, wenn man sich reckt Kemp-SPeter, — hät onse O. Dür. Et es got (e Glöck), dat de koə (bösen) Köh gen spetz Höəre (stuppe H., net de längste H.) hant SNfrk, Rip; usen Herrgott bewahrt quoə Köh füər spetze Höəre Selfk. Wer nichts zu verlieren hat, sagt wohl: et scheisst mer ken Katz an't (ins) Kor, et bricht mer ken Ochs en H. Mosfrk. Of em Speicher ke Kerchen (Körnchen), am (im) Stal ken Herchen da herrscht Armut Trier-Mehring. An den Hondern melk mer nit ein äusserer kleiner Fehler oder eine Unschönheit tun dem sonstigen Nutzen eines Dinges keinen Eintrag Mettm-Haan. Dat nötzt esu viel, as wa mer en Uəss (Ochs) an (in) en H. pötzt; dat as mer esu gleich (gleichgültig) wie em Ochs, de mer an en H. petscht Bitb, Wittl, Simm. E pählt (pfählt) och de Kuh beim Schwanz un (an), an der Plaz (anstatt) bei den Hernern er fängt alles beim verkehrten Ende an Trier-Mehring. Mer mott (muss) de Koh möt de Hönder packe beherzt ans Werk gehen Neuss, Allg.; holl de Ochs am H.! zugefasst Simm-Corw; pack de Kouh bei de Hoəres! Erk-Bissen; der Entschlossene duht de Molles an de Herner packe Simm-Laub; wer de K. angeiht, pack se met de Hörner Köln; we en Koh hät, de pack se beim H. Siegen. Hol die Kuh am H., hol die K. am Schwanz; siehst du, wie sie danzt! Wend-Aulenb. Den Ochs zieht mer nit beim H., den Esel nit beim Schwanz Kobl-Rhens. De ment, e hätt de Bock mot de Hoən, do hatt er en iərscht beim Stetz vom Prahler Ahrw-Ramersb. — Viele dieser RA. gelten in übertr. Sinne von Menschen, bes. aber folgende: Dau

[Bd. 3, Sp. 826]
bes su domm, dat der Herner wasse Neuw; wills de mich stosse? gleich wachse der die Herner! zu Kindern, die unartig u. dickköpfig sind Simm-Laub; dem wasse de Höner zweschen de Ben Aden-Virnebg; sich (sieh) es, de Hörner kunn der at an der Stirn erus, mer kann se at föhle! zu Kindern, die sich dumm stellen Sieg. De Kerl hät e (richtig) H. für'm (am) Kopp (op der Stirn) er ist dumm; de hät mih wie e H. für'm K.; die klotzen enen an, wie wammer en H. für'm K. hätt wegen irgendeiner Auffälligkeit Sieg, Allg.; mer meint, du hätts Herner am K.; de rennt strack fort, als hätt e Herner am K. Kobl-Rhens; du häs e H. om K. wie ene Riserbessem Dür-Weisw; dir fähle bluss noch de Höəre Bergh, Allg.; uch (euch) gebüəhren och nach Hörner Neuw, Altk; dir kummen die Herner och alt Bitb, Allg.; dir wassen de Hörner Gummb, Allg.; en hat Hörner wie en Ochs Prüm-Balesf; er hot die Härer nächst am Dag Simm-Kludenb; dau bes at (schon) esu alt on häs noch ken H. (Hörner)! Ahrw, Neuw, Altk, Wittl, Neuss; de kriet noch Höre Trier-Abtei, Allg.; de kriet noch Hure von Dommheit Merz-Wahlen. Wemmer Härner kret, dann gret mer Jücher Wittl-Eisenschmidt. Räuig (ruhig) em Saal, os Pitter kreit Hör! Aden-Kaltenborn. Dau kregs e H. gebohrt, datste net mih de Dir ren kimms! May-Naunh. Me soll uch (euch) Kerle H. mache! so dumm seid ihr May-Trimbs. Se hat e Höəre af (ut) ist uneheliche Mutter Heinsb-Hülhv. De moss sech och nouch de Höəre aflofe (enlofe, afrenne, enrenne, afstüsse, afhan) noch bittere Erfahrungen erleben, noch widerlaufen, noch büssen müssen, noch mit zu grossem Mut gefasste Pläne scheitern sehen LRip, Allg.; sich de doll Höəner aflaufe Aach.; de hot sech de Horen es beigelof Bitb-OGeckler; he sall sech de Höner wahl stupp laupen MülhRuhr, Duisb, Rheinb, Schleid, Waldbr-Eckenhg. Enem de Hörner wise (zege) Rip, Allg. Dat (Mädchen) setzt ger sei Hörnche (sei Hörer) of es zeigt seinen Kopf, Eigenwillen May; engem Hirner opsetzen zum Hahnrei machen Bitb. De hät sech ävver en H. gelofe ist angelaufen MülhRh-Immekeppel. Jetzt kreje ich awer Herner on wire bis (böse)! Kobl. Dat es fir en H. en en Seit (op de Stir) ze krieən! zum ärgern uSaar, Trier, WEif, mit der Forts. wu mer noch ze Lewe kä Knupp hatt Bitb, Trier, Prüm; de schwäz em noch en H. an de Seit Bitb-Metterich; dau lachs der noch en H. an de Seit Bitb-Kyllbgw. Enem et H. drähne (drehen) Vorspiegelungen machen, ihn hintergehen Sieg-Rhönd ODollend. Der Deiwel helt (holt) der de Horer! Fluch Prüm-Oos. Wat hät der dich wer (wieder) de Hore gemolke! der Wucherer hat ihn bis aufs Blut ausgesogen Kemp. Enen an (bei) de Höənder kreie (packe) einen zwingen Rip, Allg.; die schwere Geburt hät öm an de Hönder gepackt Düss, Allg. De es gau (schnell) an't Hönsche

[Bd. 3, Sp. 827]
gestuate leicht beleidigt Ruhr; de flügt flöck en et Hörnchen MülhRh-Overath. De kannst mer lang picke, bis de mer an de Here kimmst! trotz deiner Sticheleien komme ich nicht aus dem Gleichmut Simm-Laub. Sich enen (jet) op de Hoənder holle jmd. insbesondere bekämpfen, etwas zum Gegenstande besonderer Mühe machen MüEif, Rip. Enen op (för) de Höəre haue ihn schlagen SNfrk, Rip, Neuw; ich schahn der of's H.! Kreuzn; dau kris än up de Hur! Bitb-Bickend. Der es gleich uf de Here schnell beleidigt Wend-Berglangenb; de hat äne of de Hör ist bezecht May-OMendig. He hät alt (schon) de Sechzig op de Höəre ist 60 Jahre alt Bergh-Blatzh, LRip, Eup; völl Kerf (Kerben) op den Hörnern han alt sein Sol; he hat Krappen (Rillen) op de Hörn sieht alt aus Rees-Ringenbg. De hat nicks em H. er ist dumm Erk-Keyenbg. E hat Schmaut (Schmalz) e gen Höre ist betrunken Eup. Dem hän eich de Melch an (in) de Herner gejät (gesagt) ihn in Angst versetzt Trier-Schilling. Öm es de Verstand in de Hürn getrocken Rees-Loikum. Heə wellt och met de Höər dor die Wangk (Wand) Erk-Bissen. De Mannsleit stusse mat em anern H. wie et Randvieh Wittl-Gransd. Zu einem Kuhhirten, der vom 1. Mai bis 1. November gedungen ist, sagt man, wenn es auf den Nov. losgeht: Kris du no et Sel öm de Horre? Monsch-Rohren; eim dat Seil öm de Horner schlonn jmd. sich selbst überlassen Sol; he hatt em et S. (et Garn) öm de Honer geworfe ihn in seine Interessen gezogen, dass er nicht mehr selbständig handeln konnte Sieg-Ägid; ech schlonn dech öm (für) de Hüəre; et geht der öm de Hüəre! Bergh. Hei het ennen för die Hörner ist bezecht Rees-Drevenack, — of de Hör May-Kottenh. — β. H. der Ziege, des Bockes, des Rehes, des Hirsches. RA.: Aul (alte) Bücken hewwe noch dückes (oft) spitze Höner von alten Männern in sexuellem Sinne MülhRuhr; al Böck han stif Höənder Rip, Allg.; je äller de Bock, je härder (steiwer, fräder freider, heller (SNfrk) dat H. Birkf, Allg. Wenn de noch Honer hätts, da wär de Bock ferdig zum Eigensinnigen Neuw-Asb. Bock, häste Hönder? Scherzfr. der Kinder an die Ziege Kref-Fischeln. Der stehlt de Gass (Geiss) de Herner ab er stösst gern, ist eigensinnig Kreuzn-Niederhsn. Schnider, Schn., Getbock, stipp de Höəre reit (grade) op! Erk-Keyenbg. Die Gass, die hot zwei Hore; die hilt de Schneirer, vor Knopplächer ze bohre! Bernk-Bruchw. H., H., Gässenhuər; H., H., Heihnerhuər! ein Kindersp. Saarbg-NLeuken. Dat es och noch wer (wieder) dem Hirz (Hirsch) am H. der Gegenstand ist endgültig verloren; was man nicht haben mag, Ärger udgl., dat jag mer dem Hirsch en et H. Gummb. Den ment (meint), hej hatt den Bock an de Hörn, do hatt hej en an de Stert er hat sich in seinen Erwartungen getäuscht Rees; de ment, he hätt der Bock mot de Hoərenter gehat,

[Bd. 3, Sp. 828]
du hatt e en iərsch (erst) mom Stetz er frohlockte zu früh Schleid-Reifferschd. Dat (Mädchen) is so dorr (dürr, mager), dat kann e Gäss tische de Herner kisse Simm, Allg. We vell Hore stönd op? wieviel Finger sind ausgestreckt, Anrede an den Ratenden im Fingerratesp. Eup; quibus, qu., höltere Stock, wieväl Hörnder hät den Bock? Mörs-Rheinbg; knibes, knabes, rusterabes (Kneilestok Bernk-Neumag), rude Bock, rot (rate), wie männig H. steht op? Rip (o. O.); knupp, kn., Howersak, wei vill Herner hot der Bock? Trier-Fell; rippes, rappes, Rosenstock ... Bitb-Malbgweich; flipp, flapp, Flodersack ... Bitb-Ernzen; klipp, klapp, Schneidersack ... Saarbg-Orscholz; schnipp, schnapp, Seidensack ... Eif (o. O.); schlipp, schlapp, Leadersak ... WBitb; Bommernickel, Schäferstickel ... Wend-Marping; Bommernickel, Sehallerdickel .. Bernk-Maring. — Das Wort ‘Geweih’ fehlt der MA., dafür die Hörner (Pl.). — γ. die Fühlhörner der Schnecke. RA.: Schleckenhus, komm herüt, stek din sewe Hönder üt; wenn de dat nit duhn wis (willst), hau ik dij de Kopp af! Spruch der Kinder zur Schnecke n. Ruhr. Wat hot Herner un rennt doch nit? die Schn. Bernk-Commen. He mott de Hörn intrecken seinen Plan aufgeben Mörs. — Der Maikäfer let (lässt) de Höne hange Aach. — δ. dem Teufel werden Hörner zugeschrieben Allg., deshalb heisst er euphemist. Höərncheskres (Christian) (s. d.). RA.: De is dem Deiwel von de Hore geschavt so schlecht ist er Trier-Abtei. Mer moss de Deiwel an de Herner holle Saarbr. Et as besser, dem Deiwel zweschen de Hore falen wie er aler Fra an't Maul Prüm-Ringhuschd. — b. Blashorn, auch Blos-, Tut-, Tüt-, Tröth.; s. auch Brand-, Post-, Nachtswächterh.; wo noch die Nachtwache unter den Bürgern umgeht, muss der gewesene Wächter seinem Nachfolger et H. drohn on de Wach ason (ansagen) MüEif; der Kuhhirt bläst: eich blosen e mein H., dir Bauere, get mer eier Kur (Korn)! Saarbg-Schoden. RA.: De tüt wie e H. schreit Jül-Kirchbg; en Kop wie ons H.! Dickkopf Saarbg-NLeuken. He blös et H. tu rechter Tit (Zeit) MülhRuhr. Der hat et H. noch emol ofgeress laut gebrüllt Bernk-Merschd. Ech wüərd et en en (et) H. blose diese Schande offen u. laut aussprechen, zu einem, der nicht schweigen kann; hür es, wat e widder en et H. blös! prahlt Sieg; de deht och glich en et H. tüte dass. Bergh-Blatzh; in dat groəte H. blosen dass. Gummb-Derschlag, Saarbg-Eft; dem han ich jet en et H. geblose eingeflüstert Jül-Kirchbg; he bliest en sei H., dat mer mänt, Ustern on Pingsten wär än Dag er brüllt Trier-Welschbillig; er bläst en't H. betrinkt sich Bernk-Wirschw; die zwei blosen (tuten, tüten) in (durch) en H. sind eines Sinnes Allg., — stösse en e H. Rheinb-Meckenh, — blose en et gliche H. Sieg-Ägid; de tut met dem en en H. Kref. Ech schenk öm min Fott (Gesäss) als H.;

[Bd. 3, Sp. 829]
wann he dann so lang dren gebloəse hät wie ech drut, da kann he noch alt werde MGladb-Rheind; singe Kopp ka mer för ene Kegelklotz on singe Arsch för e H. bruche von einem sehr Dummen Monsch. — c. H. als Stoffn. Sg. t.; en Pifespetz us H. gedrehnt (gedreht, gedrechselt); de Packe (des Messers) es va H. Rip, Allg. RA.: So drög (trocken) as H. Mörs; hart wie H. May-Kottenh. — d. Sg. t. Hornhaut, Schwiele; H. un (an) de Fessen un den Hännen hun uSaar, Allg.; sech H. an de Föss lofe; sech H. en de Häng arbede Rip, Allg. RA.: H. en de Hänn schämp net bereitet keine Schande Sieg-Ägid. H. en der hand deht mih Iəhr (Ehre) als en gölde Rengk am Fenger Sol-Steinbüchel. Der Faulenzer kann ken H. en de Häng legge (leiden) Rip; hen hat sei Lewen noch kän H. un de Fengeren Saarbg-Wehing; die Betschwester hat H. an de Knien Trier-Euren; dir kregt noch H. op den Arsch wer lange im Wirtshaus sitzt Daun. De hät H. op de Tänne (Zähnen) er lässt sich nichts gefallen Ess; sich H. an de Mul mule gehörig schwatzen Monsch; de schwätz sech noch H. an de Zong (Zunge) Sieg-Ägid. Om H. laufe in verschlissenen Schuhen; wirtschaftl. schlecht stehen Köln. — e. Hornschuh des Viehs, Pferdes Allg. — 2. übertr. a. Gegenstände in Form eines Tierhorns. α. Teile eines Gerätes. αα. Herner die Pflughandhaben des Rehpfluges Mosfrk; Horn Griff, Kurbel am Haspel des Bergwerkes Altk. — ββ. et Hoəre ein hufeisenförmiges Gerät an der Sohle des Pfluges, beim Pflügen des Stoppelfeldes gebraucht MGladb-Helenabrunn. — γγ. der spitz zulaufende kegelförmige Teil des Ambosses Allg.; enen Amboss möt twiə Höəres (en Vierkanthore u. en Rundh. Hunsr), de sech en ene Stock driəhne let, hett (heisst) ene Sperrhoək (-haken) Kemp. — δδ. Teil des Hobels MGladb-Rheind. — εε. Zinken der Heu-, Mistgabel Bitb, Prüm, Malm, Eusk-Dirmerzh. RA.: Do soll mer jo an (in) en Gref (Gabel) lofen, wann mer de Horen net sühch (sähe) (schöəgt scheute)! Ausdr. der Verwunderung Malm-Amel Bütgenb. — ζζ. Rungen am Vorderwagen Saarbg-Castel. — β. Wetzsteinhorn Kobl-Neuend; sonst Schlodder-, Schlockerfass. S. auch Pulverhorn.γ. Staken, Schifferhaken Kobl. — δ. Sperrhorn in der Schlosserei Grevbr. — ε. et Hörnche Trichter, in den das Wurstfüllsel gefüllt wird, um in den um das untere Ende gestülpten Darm zu gelangen, auch Wuərsch-, Föll-, Kropph. (s. d. W.); de Därm wiərd op et H. gespannt Rip, Allg. RA.: Hei hät et Hörnken voll ist betrunken Dinsl. De es em Hörnchen hat übele Laune MülhRh-Holweide. — ζ. et Herchen Schabgerät zum Abschaben der Schweineborsten Trier-Mehring Fell. — η. et Herchen ein aus einem Kuhhorn gefertigtes Instrument, durch das beim Flechten der Brotkurbeln das zum Binden benutzte Stroh zusammengehalten wird Bitb-NWeis. — θ. der Arm der Schere Rheinb. RA.: Zwei Advocate

[Bd. 3, Sp. 830]
sprönge gentenen (gegeneinander) wie zwei Hornder an ener Schier; se donn sech äver nüs, nur wat dozweschen es, schneggen (schneiden) se kapot Rheinb-Iversh. — ι. et Hörnche (usf.) Kerzenlöscher, auch Kerzenh. Allg. — κ. et Hörntje zum Aufweiten von Löchern in heissem Eisen, zum Schweissen von Ringen u. Kettenmaschen, auch et Dämph. Rees, Köln. — λ. et Hörnchen, Schohnsh. Schuhlöffel, gebraucht beim Anziehen enger Schuhe Rip, Nfrk. — μ. Höncher Pl. Bohnensorte mit gekrümmter Schote, s. Posth. Köln, Gummb-Remshg. — ν. Hörnchen (usf.) mürbes Backwerk mit Rillen in Horn-, Hufeisenform Allg. — ο. Hörncher Pl. Grieben Koch-Lutzerath. — π. am menschl. (tierischen) Körper. αα. et Hore der Penis des Ebers Simm-Crastel. — ββ. verächtl. en Horn (usf.) ungewöhnlich grosse Nase, auch en Hörnche Rip, Nfrk. — γγ. en Hor kuppenförmig aufgestecktes Haar Daun-Tettschd. — δδ. en Horn Beule am Kopfe; ech hammer en H. an de Kopp gestusse (gefalle, gerannt) he het en H. (am K.) wie en Oss (Ochse) Rip, Allg.; enen en Hernche geəwe einen Schlag an den Kopf Siegld-Hilchenb. — b. persönl. α. hūər unsittliche Person Saarbg-Faha. — β. hər einer, der sich alles gefallen lässt Dür, Jül. — γ. hərə eigensinniger Mensch (H. 1 hōərə) Kemp-Dülken. — δ. hən böses, zänkisches Weib uWupp 1870. — ε. hər Dummkopf Geilk, Aach; hər Bergh-Blatzh, Jül-Pattern, Dür-Derichsw Stdt; hȳə Jül-Kirchbg; hərə Heinsb-Aphv Hülhv, Monsch-Ruhrbg; hōən, –ūə- Köln-Sürth Widdersd; hrn Aden-Quiddelb. — ζ. en doll Hoər verrückter Kerl Bergh-Thorr. — η. versoffe Hörnchen Trunkenbold Aden-Hönning. — θ. hōrə ein Grobian Wend-Weierb. — ι. hərə ein Tauber Kemp-Lobberich Süchteln; hrə Bergh-NEmbt; hōər Erk-Stdt; hōərə Heinsb-Breberen; dauf hən Bo-Witterschlick. — κ. hərə uneheliches Kind Heinsb-Breberen. — λ. hən Neckn. derer von Eusk-Gymnich. — μ. hōərə n., m. männl. Taube Erk, Geilk, Heinsb, Viersen, Kemp, Geld-Leuth; hōər, Pl. -ə- Erk-Rath, MGladb-Rheydt, Kemp-Amern.

 

  RhWB Horn n.: 2.b. [ α. unsittl. Person gehört wohl zu Hure (s. d.)]. — Zu μ. vgl. Wk. Täuberich (VIII 11).