Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 RhWB Ger(en) (Bd. 2, Sp. 1192)   PfWB Gehren (Bd. 3, Sp. 130) 
 Ger(en) Rhfrk nur an der Saar grə m. bis nach Saarl hinein [an der Nahe nur vereinzelt -ē- in Kreuzn hier u. da; -ī- Meis-Meddersh Hoppstädten, Wend-Baumholder]; WMosfrk gī:rən [Saarl --, –ē-, –ē:-, –ī·ə.-; Trier, Bernk -ē:-; gī:r in Bitb (neben -rən), Prüm; -ə·i.- Prüm-Ihren] m.; lrhn. OMosfrk nicht bezeugt; Neuw, Altk gī:rən m.; Siegld gērn m.; Rip jī:r f. (doch auch m., z. B. Aach-Walh) u. -rə m. (ersteres neben -rə nur LRip; -rə nur RRip); OBerg jēər, -ə- f., n.; NBerg jē·ă.r n.; Eup γī·ə.r (Bed. 2); SNfrk jī·ə.r bis Geld-Straelen, Mörs; Klevld γēr [bei Rees-Schermbeck --], Pl. -rə(n) m.: Keilförmiges, u. zwar in best Bed. je nach Geb. 1.a. gabelförmiger, mit Widerhaken versehener Wurfspiess, Dreizink zum Lachs-, Aal- u. Hechtfang, Harpune Klev, Geld, Mörs, Sieg-Eitorf Fussh Mond Wahlschd, Waldbr-Datttenf, MülhRh, Saarbr-Völkl. — b. spitzer Winkel Bitb-Geichl. — 2.a. schräger Zwickel in Kleidungsstücken WMosfrk (uSaar, n. Mos), Siegld. Waldbr, Gummb, Rip, Nfrk. α. keilförmiger Lappen Tuch, Leder (auch ohne, dass er schon gebraucht ist); e G. afschnegden Bitb, Allg.; dat Kled es op G.ən geschniən wuren Gummb. — β. erweiternder Einsatz in der Naht unter den Ärmeln, an den Seiten, bes. an Frauenhemden u. –blusen; ich nihe (nähe) de G. noch en, da let (legt) de Blus sech fing (fein) a Aach-Walh, Allg. — γ. Keil im Kleide u. Hemd an den untern Enden. Spittel, Einsatzstück Allg. — δ. ne G. breije Einsatz stricken Klevld. — b. Sackzipfel Saarbg, Trier, Wittl, Bitb (auch Saarbr-Altenkessel). — c. dreickiges, nach der Mitte zu spitz zulaufendes Pfannenkuchenstück Prüm, Bitb (Pānkochsgir), Trier-Welschbillig Aach. — d. spitz zulaufendes Acker-, Wiesenstück; keilförmiges Eckstück; der unwinkelige Teil eines Ackers uSaar, Mos, n. Mos, Rip, Nfrk; et Feld löf en e G. us Rip, Allg.; dor sett enne G. en't Land Klevld. — En de G. baue diagonal pflügen Klev-Cranenbg. — e. schräge Seitenbahn, bes. an der Kegelbahn Malm-Weywertz, Mörs-Rheinbg, Rees. — 3.a. Frauenschoss Rhfrk, Saar bis Saarbg (einzige Bed. im Rhfrk), doch nur in best. Wend.: Uf em

[Bd. 2, Sp. 1193]
G. halde (halten); äm uf dem G. setze; holl mich uf de G.; hock dich (komm) uf mei G.! [in Saarbr-Dudw nur in der Wend.: Die Hänn in den G. lege; in Simm-Laub ist das Wort bereits ausgestorben, während es im Nachbarort Riegenr noch lebt; in Ottw-Schiffw bedeutet G. auch den betreffenden Teil des Kleidungsstückes, en neien G. en de Rock mache]. — b. Gehrock Koch-Poltersd. — 4. übertr. a. Zwiebel Geld-Stdt (nur noch ältern Leuten bekannt, denen unter 50 Jahren unbekannt). — b. ene lange Gier langer Mensch Geld-Straelen.

 

   Gehren m.:
1.
a. 'Schoß', bes. 'Schoß der Mutter', Gehre (gērə) [ WD-Niedkch], (grə) [RO-Feil (PfId. 49)], Gihre (gīrə) [ RO-Odh Rehbn] Gerre (gärə) [lothr. SWPf]; 's Kind uf de G. nemme [verbr. NWPf SWPf]. —
b. 'Schoßteil am Frauenrock', vgl. PfWB Gehrung 1 b, PfWB gehrig. Ich han mer e naue Gerre in mein Rock gesetzt [lothr. SWPf]. —
c. 'Kleiderzipfel'. 15. Jh.: Ist es aber, dasz (der fremde Mann) nit antworten wil, so sol der ancleger in begryfen by dem geren vnd sol in dem richter beuellen [PfWeist. I 245 (LA-Diedf)]. —
2.
a. 'äußerstes (spitz zulaufendes) Stück des Fußbodens', Gehre [ NW-Mußb LA-Göckling Frankw]. —
b. 'schräger Teil an der Tür', Gehre [ LA-Ilbh Walsh]; vgl. PfWB Gehrung 2. —
c. = PfWB Gehrdauge, Gehre [ FR-Albsh LA-Nußb Böching]. —
d. 'Werkzeug des Küfers zur Herstellung von Rillen an den Daubenenden', Gehre [ FR-Albsh]; vgl. PfWB Gehrungssäge. —
3. FlN für spitz zulaufendes Feldstück, Gehre [verbr.]; vgl. PfWB Gehrenweg, PfWB Frechte 1. — Mhd. gēre. — Südhess. II 1263/64; RhWB Rhein. II 1192/93; Saarbr. 79; LothWB Lothr. 197; ElsWB Els. I 229; Bad. II 334.